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Plagiatsvorwurf: Uni Düsseldorf prüft Schavans Doktorarbeit
dapdDie Plagiatsvorwürfe gegen Annette Schavan sind erst wenige Tage bekannt, jetzt reagiert die Uni Düsseldorf: Sie prüft die Doktorarbeit der Bundesbildungsministerin. Schavanplag, die Seite des anonymen Schavan-Anklägers, war am Freitag für einige Stunden nicht erreichbar.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...832410,00.html
- #1 11.05.2012 13:34 von
Hallo,
ich habe grad mal auf der Seite schavanplag vorbeigeschaut und mir stichprobenartig Stellen der Kategorie A und B durchgelesen (etwa 20). Bei fast allen kam es mir sehr an den Haaren herbeigezogen vor, ein Plagiat erkennen zu wollen. Nur weil die Aussage gleich bleibt und evtl gleiche Worte verwandt wurden, handelt es sich im Kontext noch lange um kein Plagiat. Der Autor (von schavanplag) zitiert teilweise Textstellen von 7-10 Wörtern ohne jeglichen Zusammenhang und findet zufällig irgendwo eine sehr ähnliche Wortreihenfolge, was er dann als bewusst abgeschrieben deklariert. Das sind für mich Auswüchse einer in diesem Ausmaße doch sehr überzogenen Urheberrechtsdiskussion. Wenn wir so weit gingen bin ich mir jedenfalls sehr sicher, dass wir 70% der Doktortitel in Gesellschafts- bzw Humanwissenschaften (oder generell alle nicht-experimentellen) entziehen könnten.
MfG - #2 11.05.2012 13:41 von
Ich glaub ich lese nicht recht. Die Frau hat mehrere Sätze 1:1 übernommen - keine einzelnen Wörter. So etwas passiert nicht zufällig, da ändern auch nicht ihre absurden Relativierungsversuche etwas. Was bezwecken sie damit überhaupt? Die Sache liegt jetzt bei der Universität, und diese wird entsprechend urteilen.
Zum einen ist das vollkommen übertrieben, und offenbar wieder einer ihrer armseligen Relativierungsversuche, zum anderen, selbst wenn das so wäre - ich würde es begrüßen, wenn diesen Menschen der Doktortitel entzogen wird. Null Toleranz für so ein betrügerisches Verhalten.Wenn wir so weit gingen bin ich mir jedenfalls sehr sicher, dass wir 70% der Doktortitel in Gesellschafts- bzw Humanwissenschaften (oder generell alle nicht-experimentellen) entziehen könnten.
MfG - #3 11.05.2012 13:43 von
Wiederholung
Soweit ich es den Namensgeber der Universität Düsseldorf betrifft, gab es auch schon damals Zweifel an seiner Dissertation. Heine schrieb:" Man sage von mir, ich sei ein Bastard, ein Henkerssohn, ein Straßenräuber, ein Atheist, ein schlechter Poet – ich lache darüber; aber es zerreißt mir das Herz, meine Doktorwürde bestritten zu sehen! (Unter uns gesagt, obgleich ich Doktor der Rechte bin, ist die Jurisprudenz grade die Wissenschaft, von welcher ich unter allen am wenigsten weiß.)". Schavanplag sieht schon die nächste Schlagzeile vor sich: "Uni Düsseldorf muss sich umbenennen. Heinrich Heine wird die Doktorwürde aberkannt"
- #4 11.05.2012 13:51 von
- #5 11.05.2012 13:53 von
.
gleiche Aussage bei gleichen Quellen = keine eigene Leistung
gleiche Wörter wie in den Quellen = möglicherweise ein Plagiat
Unabhängig von dieser aktuell diskutierten Dissertation muss man festhalten, dass in manchen Fächern Dissertationen abgeliefert werden, die in anderen Fächern vom wissenschaftlichen Gehalt noch nicht einmal ansatzweise als Diplomarbeit durchgehen würden.
Das ist der eigentliche Skandal!
Es geht nicht um experimentell oder nicht-experimentell (Medizin-"Dissertationen sind oftmals experimentell), es geht darum, ob für die Fachwelt die Dissertation von Interesse ist. Und dafür reicht es nicht, wenn sich nur die betreuenden Professoren für die Dissertation interessieren. - #6 11.05.2012 13:56 von
mal sehen
wie objektiv die Uni "prüft " . . . ich habe da meine Zweifel. Es wäre durchaus sinnvoll, wenn die entsprechenden Passagen von jedermann nachgelesen und beurteilt werden können. Das freilich wird wohl nicht geschehehen, den Hintürchen müssen ja stets vorhanden sein.
- #7 11.05.2012 14:02 von
Uni Düsseldorf prüft Schavans Doktorarbeit
..und wo ist die Stellungnahme von Frau Dr. Schavan?
Sie schweigt, und schweigt, und schweigt.
Apropos: wie viele abgeschriebene Seiten muss eine Doktorarbeit enthalten, um als Plagiat bezeichnet zu werden? - #8 11.05.2012 14:24 von
Ermessenssache
sie hat, nach eigenem Bekunden, ihre Uni aufgefordert, den Vowürfen nachzugehen, und das passiert jetzt.
Was sollte sie nach Ihrer Meinung noch sagen?Sie schweigt, und schweigt, und schweigt.
Abgesehen davon, daß hier von "abgeschriebenen Seiten" nicht die Rede ist, liegt das im Ermessen der Prüfer.Apropos: wie viele abgeschriebene Seiten muss eine Doktorarbeit enthalten, um als Plagiat bezeichnet zu werden? - #9 11.05.2012 14:36 von
Anmerkung
Die Universität muss wirklich sehr genau prüfen, ob die genannten Textstellen auf schavanplag so durchgehen. Ich würde behaupten, wenn hier keine Aberkennung erfolgt, macht sich die Universität unglaubwürdig, da in der Doktorarbeit von Frau Schavan anscheinend nicht nur einzelne Wörter, sondern ganze Textabschnitte übernommen wurden. Zwar nicht 1:1 jedoch größtenteils. Ist schon blöd diese Transparenz durch das Internet. Sogar die politische Elite befindet sich dadurch auf den Prüfstand durch den "Urnenpöbel".
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