Plagiatsvorwurf: Guttenberg in der Schummel-Falle

Der Verteidigungsminister steht unter Druck: Karl-Theodor zu Guttenberg hat in seiner Doktorarbeit ausführliche Zitate und ganze Textbausteine verwendet, ohne die Urheber zu nennen. Plagiatsjäger wittern Schummelei. Was ist dran an den Vorwürfen?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...745913,00.html
  1. #330

    Plagiarismus und Wissenschaftsfinanzierung

    Zitat von walsi911 Beitrag anzeigen
    Wenn es jemand schafft soviele Leute gegen sich aufzubringen, dass die jeden erdenklichen Stein umkehren um irgend eine mögliche Leiche zu finden, dann muss der Mann wirklich gut sein.
    Tut mir leid, aber da liegen Sie schlicht falsch. In der Art und Weise, wie Wissenschaftsfinanzierung momentan in Deutschland und allgemein der EU betrieben wird (Publish or Perish nennt man das), ist jeder, der ungerechtfertigterweise publiziert oder Preise abgreift, jemand, der verdienten Wissenschaftlern Mittel entzieht. Die Definition von "summa cum laude" ist gerade so, dass die Tatsache, dass Guttenberg diese Auszeichnung erhielt auch heisst, dass jemand anderes, der u.U. keinen Plagiarismus betrieb, sie *nicht* erhielt und dementsprechend mit dem ärmeren CV grössere Probleme hat, Finanzierung oder Anstellung zu finden.

    D.h., das dass kein Kavaliersdelikt ist, sondern andere eindeutig benachteiligt, denn bewertet wird man im *Verhältnis* zum Rest des Gebiets. Das ist übrigens auch ein Grund, warum naturwissenschaftliche Studien, die sich als fehlerhaft oder gefälscht herausstellen, zurückgezogen werden.

    (Und nur so als Nachsatz: ein Student, der des Plagiarismus überführt wird, riskiert die Zwangsexmatrikulation, ein Schüler einen Schulverweis, aber ein Minister soll damit durchkommen?)
  2. #331

    Der Dokotorvater sollte sich schämen ....

    ..... sowas nennt sich Betreuung? DER hätte das bemerken können und müssen! Peinlich für einen Professor.
  3. #332

    cum laude!

    Zitat von jancker Beitrag anzeigen
    Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass wenn jemand noch nicht mal die Einleitung seiner Doktorarbeit selber verfasst hat, hat der sich vermutlich gar nicht mit dem Thema auseinander gesetzt.
    Das ist der echte Hammer. Dass dieser Herr von und zu Guttenberg die Arbeit so neben nicht selbst geschrieben hat sondern hat schreiben lassen, war mir schon immer klar, dass er jedoch nicht einmal die Einleitung selbst geschrieben hat, der absolute Abschuss.

    Wenn diesem Herrn der Doktortitel nicht entzogen wird...Wie erbärmlich darf man als Politiker eigentlich noch sein/werden!

    Unglaublich dafür auch noch "summa cum laude" bekommen zu haben, da kann man fast schon auf das eigene "cum laude" schon wieder stolz sein!
  4. #333

    Trotzdem Kampagne?

    Zitat von jancker Beitrag anzeigen
    Das habe ich mir auch schon gedacht, als Gutti vor einigen Jahren seine Doktorwürde bekommen hat. Wenn man mal am eigenen Leib erfahren hat wie aufwändig es ist 150 Seiten zu schrieben.

    Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass wenn jemand noch nicht mal die Einleitung seiner Doktorarbeit selber verfasst hat, hat der sich vermutlich gar nicht mit dem Thema auseinander gesetzt.
    Auch ich kann neben einigen hundert Tausend Anderen bestätigen, dass der Aufwand gerade in jüngerer Zeit nicht zu unterschätzen ist.

    Andererseits macht mich der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Hype zum männlichen Lena Meyer-Landrut, der teilweise überzogenen Kritik am Krisenmanagment der jüngsten Bundeswehr-Vorkommnisse in Verbindung mit der Veröffentlichung diese Faux pas - aus der linken Uni Ecke Bremen - stutzig.

    Soll hier der Transatlantiker zu Guttenberg wieder auf ein bodenständiges Maß zurück geholt werden?
  5. #334

    Es geht um sehr viel Geld!

    Frage:
    Warum "brauchen" manche Menschen einen Dr.-Titel?

    Antwort:
    Um mehr Geld zu verdienen. Und nur deshalb setzt man sich halt hin.
    Und die Erfahrung beweisst, das man sehr viel besser bezahlt wird.


    Es geht also um sehr viel Geld!


    Es ist schon ein Unterschied, wenn man 50.000 EUR im Jahr oder 300.000 für die gleiche Arbeit (der Posten wird schon ein anderer sein) verdient.

    Der Fall ist also mehr als nur ein Versehen.

    Die Zitate wurden verändert!!!

    (Frei nach dem Motto: ... isch hab da wat verjessen...)
  6. #335

    Wie bitte?

    Zitat von opü Beitrag anzeigen
    Es ist atemberaubend mit welcher Geschwindigkeit und Akribie die SPD bei Herrn Guttenberg nach Fehlern sucht und der Spiegel sich nicht zu schade ist, diese völlig unkritisch zum Skandal hochzujubeln. Nachdem das Mobbing wegen seiner Herkunft nicht so erfolgreich war, werden jetzt offenbar zielgerichtet Leute auf seine Demontage gehetzt. Diese Leute und diese Methoden sind es, die korrupt sind, nicht das , was sie da aufzudecken meinen. Schade. Da wundert es nicht, das in der letzten Zeit viele gute Leute keine Lust mehr haben politisch tätig zu sein.
    Sie glauben wirklich, dass Leute keine Lust haben mehr in die Politik zu gehen, weil sie dann ja auch für ihre Verbrechen geradestehen müssen?

    Ganz klar, auch als Privatmann wäre der Gutenberg ein Plagiator.
  7. #336

    Weil viele von uns für eine Republik und Demokratie noch nicht reif sind

    Zitat von Nandiux Beitrag anzeigen
    Mir ist es ein Rätsel, wieso immer noch so viele Bundesbürger von diesem Politiker überzeugt sind. Jemand, der ganz offensichtlich von den bunten Blättern hochgeschrieben wird. Er kann sich gut darstellen und ist ein Adliger, aber wo sind seine politischen Fähigkeiten?

    Alles eine perfekte Inzenierung.
    - Der Titel (s.o.) als Versuch einer möglichen Antwort -
  8. #337

    Guttenberg in der Betrugsfalle, denn:

    Zitat von derivo Beitrag anzeigen
    http://www.sueddeutsche.de/app/subch...ik/guttenberg/

    wenn die sueddeutsche nicht die scans gefaelscht hat, ist das ein beweis.
    ein laengerer abschnitt, der fast wortwoertlich uebernommen ist.
    und dieses *fast* ist genau der knackpunkt. fussnote 'vergessen' kann er als ausrede vergessen, zitate veraendert man nicht. punkt.
    Genau das ist der entscheidende Punkt: Somit ist bewiesen - Es war Absicht. Der Dissertant hat aber die Erklärung abzugeben, aller nicht gekennzeichnete Text stammt von ihm selbst. Das ist die Voraussetzung für die Bewertung! Ein unerheblicher Fehler ist tolerierbar. Was hier abgeliefert wurde, kann definitiv nicht mehr als Fehler ohne Absicht durchgehen. Selbst ein Drittel davon reicht bereits aus.

    Ein Lehrstück für die Medien: Wir sind hier in Europa. Hier funktionieren die US-Methoden, Leute aus dem Nichts zum König aufzubauen, (noch) nicht. Denn dazu brauchts eine genügende Volksdummheit und Manipulierbarkeit, die hier (noch) nicht ausreichend gegeben ist.

    Eine Warnung an die Bürger: Seid mißtrauisch und glaubt nicht alles, was man Euch - mit der geballten Macht des Kapitals - einzureden versucht. Vieles ist nur Lobbyismus und Zweckpropaganda.

    Eine Warnung an die Möchtegern-Politiker und -Könige: Laßt die Tricksereien sein. Wir kommen dahinter.

    Ein Rat an den Freiherrn von und zu Guttenberg: Das Ende der Politkarriere ist nahe. Besser gleich als zu spät abtreten. Retten, was zu retten ist. Minister müssen glaubwürdig seine. Nachprüfbare Faktendarstellung als abstrus zu bezeichnen ist abstrus! So wird man nicht König von Deutschland, aber möglicherweise König des Showbusiness. Also ran und probieren. Der Anfang ist schon gemacht.

    http://ifg.rosalux.de/files/2011/02/...Justiz2011.pdf

    Kommentar

    http://www.tagesschau.de/kommentar/g...mentar100.html
  9. #338

    .

    Zitat von hensteff Beitrag anzeigen
    Der Doktorvater von Herrn Dr. zu Guttenberg weist die Plagiatsvorwürfe vehement zurück. Man darf davon ausgehen, dass er sich derartiges nicht "aus den Fingern" saugt - denn auch sein Ruf als Wissenschaftler und Jurist steht auf dem Spiel.
    Sehr richtig, deswegen wird sich der Doktorvater auch kaum hinstellen und sagen: "Oh, sorry, da habe ich wohl schlampig geprüft..."

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  10. #339

    das hat ja schon wieder ein leichtes "Geschmäckle"

    Zitat von Thomas33613 Beitrag anzeigen
    das hat ja schon wieder ein leichtes "Geschmäckle". Es wird in der letzten Zeit mit allen Mitteln versucht, den potentiellen nächsten Kanzler zu demontieren...
    Und nun besitzt tatsächlich einer die Frechheit, sich nicht demontieren zu lassen - sondern dies gleich selbst zu tun. Strafbare Handlungen konnte bisher nun wirklich keiner der Kanzlerkandidaten vorweisen. Es macht wirklich Spass, in solchen Zeiten zu leben. Ha!