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Plagiatsvorwurf gegen Ministerin: Schavan reist und schweigt

DPAAnnette Schavan, Bundesbildungsministerin unter Plagiatsverdacht, ist in Erklärungsnot - doch erklären will sie sich derzeit nicht weiter. Nach dem ersten Schock am Mittwoch tingelt sie auf Wahlkampftour durch Norddeutschland. Die Uni entscheidet nächste Woche, ob sie in dem Fall ermitteln will.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...831179,00.html
  1. #70

    Si tacuisses, … promota doctaque mansisses!?

    Zitat von einsteinalbert Beitrag anzeigen
    in weiser Voraussicht
    hat sich Frau Schavan im Falle des Freiherrn sehr zurückhaltend geäussert, leztlich aber doch gesagt, " dass sie sich nicht nur heimlich schäme ". Nun ja - exakt dieser 'Satz wird ihr nun selbst Probleme bereiten.
    Ihr Verhalten schien damals beim Freiherrn schon recht merkwürdig und apodiktisch, als blicke sie antizipierend schon in den eigenen Abgrund. Und so wird nun offenkundig, warum sie sich damals wohl „nicht nur heimlich schämte“!

    Hätte sie doch nur seinerzeit vorgezogen, „heimlich“ zu schweigen und stattdessen noch unbeschwert zu reisen. Denn auch schon da galt, dass „Reden Silber, aber Schweigen Gold ist!”

    Mit einer Portia in Shakespeares „Merchant of Venice” hat sie einmal nur zufällig das nämliche Geschlecht gemeinsam, aber nicht deren Klugheit:
    All that glitters is not gold;
    Often have you heard that told:
    Many a man his life hath sold
    But my outside to behold:
    Gilded tombs do worms enfold. ...
    Fare you well, your suit is cold.
  2. #71

    @Dr. Fuzzi

    Zitat von Dr. Fuzzi Beitrag anzeigen
    Auch der verblödeste Ignorant sollte erkennen können, das diese Arbeit über 30 Jahre alt ist und heute keinerlei Relevanz mehr hat!
    Dr. Fuzzi, sind Sie ein Überdrüberschickymickey?
    Was Sie schreiben sind die verblödesten Scheinargumente,
    die ich zu dem Thema jemals erfahren habe. Prof. Volker Rieble urteilt:
    "Es handelt sich um Plagiate, die auf eine Arbeitsmethode hinweisen!"

    Und um diese unsaubere Arbeitsmethode geht es. Wird an den
    Universitäten mit vielfach verschobenen Textbausteinen
    wissenschaftliches Arbeiten vorgetäuscht? Textbrocken Zockerei?

    Abgründe tun sich vor uns auf. Die Universitäten täuschen sich,
    wenn sie glauben sie kommen damit davon!

    Dr. Fuzzi, versperren Sie sich bitte nicht der Wahrheit!
    Schauen Sie der Wahrheit, so gut wie Sie es nur können, ins Auge.
  3. #72

    Entwürdigendes Schauspiel

    So langsam artes es wirklich nur noch in die Richtung aus "Schießen wir mal wieder einen Politiker weg!".

    Wenn man sich den Fall Schavan ansieht, erkennt jemand, der auch nur ein wenig von der Materie versteht (was eben bei den software-automatik-gesteuerten Plagiatsjägern nicht der Fall ist), dass dieser Fall nicht ansatzweise mit dem Kaliber eines Guttenberg zu vergleichen ist, weswegen vroniplag richtigerweise auch die Finger von der Sache gelassen hat.

    Technisch sind einige wenige Stellen nicht korrekt zitiert, das ist richtig. Nur: Eine Täuschungsabsicht anzunehmen ist hier völlig absurd, weil es sich durchweg um Zitate absoluter Grundlagenaussagen handelt, die in jedem Lehrbuch stehen, die jeder Fachkollege auswendig herbeten kann und die jeder kennt (z.B. Freud).

    Der Vollständigkeit halber müssen diese natürlich mit einbezogen werden, sonst wäre der Vorwurf gerechtfertigt, keine vernünftige Argumentationskette aufzubauen, aber der Eindruck, es handele sich um neue Gedanken der Frau Schavan kann gar nicht aufkommen.

    Das sind Zitate, die sich auf Grundwissen beziehen. Also ungefähr so wie die Maxwell-Gleichungen zu verwenden und dabei auf ein Lehrbuch zu verweisen, statt auf das Original. Richtig schlimm. Denkt ja jeder Fachkollege sofort, man gebe vor, sich das selbst erdacht zu haben.

    Das Schlimme ist, dass die selbsternannten Plagiatsjäger vom Inhalt nicht die geringste Ahnung haben, sondern rein mechanisch vorgehen. Meine Güte! Hoffentlich bleiben die vielen Doktoren aus dem Methodenbereich verschont, die ja gerade wirklich wertvolle Arbeit leisten, weil sie empirische Daten liefern und Theorien und Hypothesen in der Realität prüfen. Da zitiert kein Mensch irgendwelches Basic-Grundwissen, und das hat sicherlich noch eine wesentlich größere Schöpfungshöhe als die Basics, um die es bei Schavan geht. Wer vom Fach ist, der weiß: Da ist 'ne Schraube,also nehme ich den Schraubendreher, und quält seine Leser nicht mit Zitaten, warum jetzt hier mit Varimax rotiert wird und wer's erfunden hat. Das weiß der Fachmann selber.
  4. #73

    Guter Beitrag

    Zitat von AlphaChannel Beitrag anzeigen
    ....
    Das Schlimme ist, dass die selbsternannten Plagiatsjäger vom Inhalt nicht die geringste Ahnung haben, sondern rein mechanisch vorgehen.
    Über den Fall Guttenberg war ich noch erfreut. Inzwischen ist aber meine Achtung vor der Arbeit diese ...plag-Seiten eher gesunken. Vor allem seit ich erfahren habe, dass die meisten Mitarbeiter keine Wissenschaftler sind und oft nur persönliche Ziele verfolgen.
    Der Wissenschaft dient ihre Arbeit nicht. Zukünftig wird man halt beim wissenschaftlichen Arbeiten den Schwerpunkt auf formale Aspekte lenken müssen. Inhaltlich werden die Arbeiten aber dadurch nicht besser.
  5. #74

    Och Joh!

    Zitat von wibo2 Beitrag anzeigen
    .....

    Dr. Fuzzi, versperren Sie sich bitte nicht der Wahrheit!
    Schauen Sie der Wahrheit, so gut wie Sie es nur können, ins Auge.
    Ich versperre mich durchaus nicht der Wahrheit, allerdings finde ich diese verquaste blödsinnige Aufgeregtheit über Jahrzehnte alte Universitätsarbeiten für völlig überzogen. Jeder ehemalige Schwerverbrecher, es sei denn ein Mörder, befände hier schon im Genuß der Verjährung!

    Wenn schon Arbeiten via moderner IT überprüft werden. dann bitte auch alle und nicht nur ein paar nach eigenem Gusto ausgewählte! Am besten auch noch alle Dipl. Arbeiten und die dazugehörigen Hausaufgaben.
    Es würde mich nicht wundern, wenn hier dann über 50% der Abschlüsse aberkannt werden müßten!
    Was passiert eigentlich mit der Kontrollinstanz, die bei der Prüfung der Arbeiten offensichtlich völlig versagt hat? Woher kommt die Erkenntnis, das diese bei der nächsten zu prüfenden Arbeit nicht erneut versagt und daher in Amt und Würden bleiben darf?
  6. #75

    Unis

    Zitat von querdenker1.0 Beitrag anzeigen
    Ist doch klar: Die "doktoralen" Elaborate von "Spitzenpolitikern" gehören nach der Titelvergabe sofort weggeschlossen, damit Kreti & Pleti nicht mehr daran rumkritteln können. Motto: Meine Diss gehört mir!
    ...sollten gewisse Schmalspurthemen überhaupt nicht vergeben, dann gäbe es auch keine Probleme mit Polit-Doktoren.
    Die Adresse "Doktorarbeitendomino.de", wo man die geistigen Ergüsse bewundern konnte, ist seit einiger Zeit leider verschwunden.
    Schade, war immer etwas zum Lachen dabei.
    Humboldt würde im Grab rotieren ob der Themen-Schlichtheit.

    http://www.amazon.de/Theorie-Unbildu.../dp/3552053824
  7. #76

    Zitat von johanna_0 Beitrag anzeigen
    Warum bestraft man eigentlich immer nur die Doktoren, es ist doch auch eine Schande für deren Doktorväter und die Promotionsausschüsse, die diese Arbeiten ja eigentlich eingehendst gelesen haben sollten.
    Ja, wissen Sie denn nicht, dass an etlichen Unis die "Dr.-Titel" je nach Parteibuch vergeben werden?
  8. #77

    nicht überzeugend argumentiert

    Zitat von querdenker1.0 Beitrag anzeigen
    bitteschön, ich habe so eine geisteswissenschaftliche Arbeit verfaßt!
    Eine Möglichkeit, abzukupfern bestand aber nicht, denn bei uns mußte die Diss 1. eine wissenschaftliche Innovation enthalten (ein Paradigma), 2. mußte sie aus einem eigenen empirischen Projekt hervorgehen. In meinem Fall konnte ich also nur von mir selbst abschreiben ...
    Der Unterschied liegt daher nicht in der Frage der Natur- oder Geisteswissenschaft, sondern in der Empirie! Die rein literarischen Arbeiten galten im Uni-Milieu meiner Zeit als nicht ernst zu nehmende Papiere ...
    1. die von Dir angeführte Erfindungshöhe sollen Dissen aller Fakultäten mitbringen, nicht nur von Deiner Fakultät.
    2. Kaum eine Diss bringt aber diese Erfindungshöhe mit, diese ist auch kaum objektiv messbar.
    3. Hinsichtlich Empirie bin ich teilweise bei Dir, die ist aber kein Diss-Qualifikation, Empirie gibt es teilweise auch schon bei Diplom-Arbeiten.
    4. Wo finde ich Deine Diss in der DNB? :-))
  9. #78

    Was ist jetzt Deine Aussage?

    Zitat von bergeron Beitrag anzeigen
    Eine ungewollte Kopie ist ein Mangel. Wenn so ein Mangel auf 50 Seiten passiert, stellt sich die Frage, ob der Kandidat oder die Kandidatin tauglich ist. Der Titel steht für Qualität. Eine gewollte Kopie ohne Angabe der Quelle hat in einer Dissertation erst recht nichts zu suchen. Das ist jedem Doktorand bewusst.
    Hast Du Dich auf die Schavan-Diss bezogen?
    Hast Du sie gelesen?
    Oder hast Du Dich nur der herrschenden Hetzmeinung angeschlossen die Schavan vorverurteilt?
  10. #79

    Zitat von fleischhauer-freund Beitrag anzeigen
    Echte eigenständige wissenschaftliche Erfindungshöhe ist in keiner hauptsächlich literaturgestützten Dissertation zu finden bzw möglich. Wo ist die Grenze zwischen Interpretation, (un-)gewollter Kopie und unbewiesener Behauptung?
    Genau darauf habe ich im Gesamtkontext Plagiatsjagd gewartet: nämlich auf den Generalangriff auf die Geisteswissenschaften und damit auch auf die europäische Universitätstradition schlechthin. Auch diese unsäglich stillos daherlatschende, amerikanisierende Informatikprofessorin Weber-Wulff hebt ja ständig auf den Unterschied zwischen Mint- und Artfächern ab. Hier scheint es um die exklusive und globale Konstitution einer reinen Technokratenelite zu gehen. Die Geistes- und Kulturwissenschaften haben dagegen eine gesellschaftlich verbindende Funktion und gerade der Doktortitel stand schon im Mittelalter für gesamtgesellschaftliche Anerkennung und Ausstrahlung der Universitäten.


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