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Plagiatsvorwürfe: Dr. Schavans Gewissensfrage
dapd"Person und Gewissen": Mehr als 32 Jahre ist es her, dass Annette Schavan zu dem Thema ihre Doktorarbeit schrieb. Jetzt wird die Dissertation zum Politikum, die Bildungsministerin soll abgeschrieben haben. Rechtsexperten sprechen von "gravierendem wissenschaftlichen Fehlverhalten".
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...831550,00.html
- #220 06.05.2012 16:50 von
- #221 06.05.2012 17:03 von
Es scheint mir, dass ihnen einige Professoren irgendwann mal so richtig ans Bein gepinkelt oder sie gelinkt haben. Das kommt ab und zu mal vor und der "Kleinere" hat dann Pech gehabt. Ist woanders auch so.
Trotzdem habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben und glaube an die Unschuldsvermutung, bis ein Fehlverhalten eindeutig nachgewiesen wurde. - #222 06.05.2012 18:26 von
.
Wobei es auch merkwürdige Dinge im Strafrecht gibt. Z.B. wird ein Steuerstrafverfahren eingestellt, wenn der Steuersünder stirbt. D.h. die Erben dürfen das ergaunerte Geld erben und behalten.
Urkunden, die etwas falsches beurkunden, müssen korrigiert werden. Das kann eine Abitururkunde sein, eine Diplom-Urkunde oder eine Doktor-Urkunde. Wieso soll da etwas verjähren? Eine Lüge muss korrigiert werden, wenn man die Lüge erkennt. - #223 06.05.2012 19:03 von
nicht ganz richtig
das haben sie etwas falsch verstanden. strafrechtlich können die erben eines steuersünders selbstverständlich nicht belangt werden. die steuern müssen sie trotzdem nachzahlen, außer sie schlagen die erbschaft aus.
die anfechtung der vergabe eines titels wegen täuschung verjährt bereits nach 10 jahren.
grund der verjährung ist die einkehr von rechtsfrieden. - #224 06.05.2012 19:57 von
Sie haben unzutreffende Vorstellungen,
von guter wissenschaftlicher Arbeit an deutschen Hochschulen.
In den Naturwissenschaften, wo ich tätig bin, dauert eine Promotionsarbeit ca 3 Jahre.
Ich habe ca 25 solcher Arbeiten wissenschaftlich betreut. Entweder in meinen eigenen Forschungsprojekten, oder in grösseren Netzwerken.
Schon während der Promotionsarbeit gibt es regelmässige Besprechungen über den Fortgang. Da ich immer auch selbst die gleichen Forschungsgeräte benutzt habe, häufig im gleichen Forschungprojekt eigene Experimente gemacht habe, konnte ich sehr genau beurteilen, ob Ergebnisse plausibel sind oder nicht.
Im Zweifelsfall macht man sogar eine eigene Kontroll-Messung.
Selbstvertständlich liest man das Manuskript einer Doktorarbeit, die man betreut, immer gründlich durch. Man kennt auch die Zitate, weil man im gleichen Bereich forscht (wenn nicht, sollte ein anderer die Arbeit betreuen).
In der Regel schreibt ein(e) DoktorandIn zwei bis drei wissenschaftliche Veröffentlichungen aus dem Inhalt der Doktorarbeit, bevor diese eingereicht wird und fährt auch vorher schon auf internationale Tagungen, um die Ergebnisse dort vorzustellen.
Spätestens dort würden Plagiate auffallen, selbst wenn der wissenschaftliche Betreuer sie übersieht.
Ich kenne viele WissenschftlerInnen, die in jahrzehntelanger kreativer und ehrlicher geistiger Arbeit den guten Ruf deutscher Wissenschaft mit aufgebaut haben.
Für uns alle ist es unerträglich, wenn Leute, welche eine Doktorarbeit nur machen, um mit dem Titel später eine politische Karriere zu machen, diesen mit Täuschungen und womöglich Betrug erschleichen. Sie schaden nicht nur dem Ansehen ihrer Universität, sondern auch der deutschen Wissenschaft insgesamt.
Thema Arroganz:
Ich habe in meiner ganzen Laufbahn keinen einzigen Universitätsforscher kennengelernt, der seinen Titel (ob Dr. oder Prof.) mit Arroganz vor sich hergetragen hätte.
Die meisten Forschungsgruppen sind heutzutage international besetzt. Man spricht englisch und redet sich nur mit dem Vornamen an. Durch die Bank.
Natürlich gehören Sie da erst dazu, wenn Sie mit Ihrer Studienabschlussarbeit (Bachelor/Master) beginnen.
Ich weiss nicht, wo sie ihre Erfahrungen gemacht haben. - #225 06.05.2012 20:51 von
- #226 07.05.2012 10:34 von
- #227 07.05.2012 11:38 von
Der Spagat zwischen „Gewissen“ und öffentlicher Erwartung?
Das könnte es heißen!
Aber unter vielen anderen Gründen könnte auch der Grund darin zu suchen sein, dass sie sich bei ihrem CSU-Plagiatskollegen nicht nur zu laut „heimlich geschämt“ hatte, als sie besser nicht so vorlaut öffentlich den Stab über einen Gestrauchelten gebrochen hätte.
So hat das heute den unangenehmen Ausdruck einer extrem hypokritischen Charaktereigenschaft bekommen! Vor allem dann auch, wenn man an ihr Dissertationsthema über „Person und Gewissen“ denkt, als sie wohl in eigener Sache auch ein bisschen „schlechtes Gewissen“ gehabt haben müsste – unausgesprochen „heimlich“ natürlich!
Aber vielleicht war sie als „Bildungsministerin“ in dieser „freiherrlich wissenschaftlichen“ Angelegenheit auch nur gezwungen Handelnde und alles musste wie in einer griechischen Tragödie abrollen, deren zweiten Akt man gerade zu sehen bekommt? - #228 07.05.2012 11:48 von
Der Spagat zwischen „Gewissen“ und öffentlicher Erwartung?
Das könnte es heißen!
Aber unter vielen anderen Gründen könnte auch der Grund darin zu suchen sein, dass sie sich bei ihrem CSU-Plagiatskollegen nicht nur zu laut „heimlich geschämt“ hatte, als sie besser nicht so vorlaut öffentlich den Stab über einen Gestrauchelten gebrochen hätte.
So hat das heute den unangenehmen Ausdruck einer extrem hypokritischen Charaktereigenschaft bekommen! Vor allem dann auch, wenn man an ihr Dissertationsthema über „Person und Gewissen“ denkt, als sie wohl in eigener Sache auch ein bisschen „schlechtes Gewissen“ gehabt haben müsste – unausgesprochen „heimlich“ natürlich!
Aber vielleicht war sie als „Bildungsministerin“ in dieser „freiherrlich wissenschaftlichen“ Angelegenheit auch nur gezwungen Handelnde und alles musste wie in einer griechischen Tragödie abrollen, deren zweiten Akt man gerade zu sehen bekommt? - #229 07.05.2012 13:45 von
Wir sind Zeugen einer Tragödie antiken Ausmaßes! - Dissertantin und Paraphrase -
Der Freiherr, der zum Hoffnungsträger des gemeinen Volkes
in Zeiten der Krise avancierte, mit Hilfe der Bild Zeitung,
wurde brutalstmöglich gekielholt und geschasst, noch
ehe das Tribunal in Bayreuth seinen fragwürdigen
Schiedsspruch und sein Verdikt fällte. Das war nicht nur bitter
für den Freiherrn selbst, sondern auch für viele andere und
auch insbesondere für mich.
1. Hat die Bildungsministerin nach Weisung und Sprachregelung
der Kanzlerin ihre Fremdscham in Worte gefasst?
2. War es eine Projektion, eine unbewusste Verlagerung
eigener geheimer Gefühle der Unsicherheit,
Ängste oder Vorstellungen auf den Freiherrn,
wie wir jetzt faktisch vermuten dürfen?
“Fakt ist, dass man entweder wörtlich zitieren sollte
– mit Anführungszeichen, mit Quellenbeleg und mit Kennzeichnung
jeder noch so kleinen Veränderung.
Oder aber man paraphrasiert – dann ebenfalls mit Quellenbeleg
und möglichst so frei, dass es keine sprachlichen
Übereinstimmungen gibt." (vgl. PD Dr. Stefan Weber)
Man darf eine Idee, einen Gedanken eines anderen Autors
wiedergeben, aber nie dessen Wortlaut! Paraphrase
ist mitnichten ein "geringfügiges" Umschreiben.
Bei der Paraphrase müssen Originaltext und Paraphrase mit
völlig unterschiedlichen Worten und Formulierungen
erfolgen, so dass kein Computer Textvergleich (z.B. google-Books)
irgendeine Gleichheit der Wörter finden kann.
Frau Schavan muß jetzt erklären, dass sie das damals nicht wusste!
Oder dass diese Regeln vor 32 Jahren noch nicht bekannt waren.
Ist Frau Schavan gar eine Antigone, die falschen Normen und Werten
aufsaß?
siehe
Dr. Stefan Weber – Blog für wissenschaftliche Redlichkeit
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