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Plagiatsverdacht: Berliner CDU schart sich um Doktorschummler

DPAEr schlampte bei seiner Doktorarbeit, dennoch will er Fraktionschef bleiben: Der Berliner CDU-Politiker Florian Graf baut auf die Treue seiner Parteifreunde. Seine Taktik erinnert an die Rückzugsgefechte des Ex-Ministers Guttenberg.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...830466,00.html
  1. #20

    Propaganda

    Zitat von sanddornhecke Beitrag anzeigen
    Wir lesen in schönen regelmäßigen Abständen, dass Politiker ihren Doktortitel wieder verlieren oder abgeben. Wann zieht endlich mal jemand die 'Doktorväter', welche einen Doktoranden betreuen und auch die Arbeit gegenlesen müssen, mit zur Verantwortung?
    Stimme hier voll zu!

    Aber wer interessiert sich schon für einen unbekannten Doktorvater. Daraus ließe sich doch kein politisches Kapital schlagen. Nein. Viel schöner ist es doch einen Politiker abzusägen. Damit ist doch dann wieder einmal bewiesen, dass alle Politiker im Grunde schlecht sind.

    Hat eigentlich schon mal ein "Ex-Doktor" seinen Doktorvater verklagt, weil dieser ihn schlecht betreute? Wäre mal was Neues.
  2. #21

    Re:

    Zitat von graealex Beitrag anzeigen
    Fehlverhalten, dass ist für mich Unterschlagung, Spendenaffären und persönliche Vorteilnahme eines politischen Amtes.
    Ein Herr Guttenberg hat sich mit seinem Bestreben nach einem Doktortitel in die Welt der Wissenschaft begeben. In dieser Welt wird ein Plagiat - und ich rede hier nicht von einer vergessenen Fußnote, sondern von sorgfältig geplantem, Kapitel-weisem Betrug - genauso bewertet wie Unterschlagung, eine Spendenaffäre oder persönliche Vorteilnahme.

    Das mag Ihnen ja fremd sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Guttenberg, Koch-Mehrin, etc. Betrüger sind, die sich mit einem Titel schmücken, den sie sich nicht erarbeitet haben. All diese tollen Politiker schmücken sich mit wissenschaftlichen Meriten, welche sie sich nicht verdient haben. Das sagt auch gleichzeitig sehr viel über die Persönlichkeit dieser Menschen aus, denn mit Ehrlichkeit kann es dann nicht allzu weit her sein.
    Interessant ist unter diesem Aspekt, dass unter den Konservativen, welche ja immer wieder den Werteverfall der Gesellschaft anprangern, doch recht viele dieser Betrüger zu finden sind. Auch bei den Liberalen, die immer wieder fabulieren, dass Leistung sich lohnen soll, findet man erstaunlicherweise viele Betrüge. Nicht-Leistung soll sich offenbar auch lohnen; das erinnert schon fast wieder an die Linken. Oder, um es kurz zu machen: Man predigt Wasser und trinkt Wein.

    Und dass es so viele Menschen gibt, die meinen nur weil der Herr Guttenberg ja so ein sympathischer Kerl ist, möge man doch mal ein Auge zudrücken, ist ein Schlag ins Gesicht jedes ehrlichen (angehenden) Wissenschaftlers, der mit Misserfolgen in angemessener Art und Weise umgeht.
  3. #22

    Zitat von udo46 Beitrag anzeigen
    Die Damen und Herren der Doktorgrad-Erschleichungs-Zumpft hätten es doch so einfach haben können:

    einfach nur die guten, alten Gänsefüsschen setzen.

    [...]
    Und zwar gleich am Anfang und dann am Ende der Arbeit, und alles ist gut.
    (Übrigens, ich kann es mir nicht verkneifen, auch wenn mich jetzt einer Oberlehrer schimpfen mag: Zunft.)
  4. #23

    Re:

    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Bei jeder Doktorarbeit geht es zunächst einmal darum bereits veröffentlichte Arbeiten aufzugreifen und zu analysieren. Hier ist ein Zitieren (Abschreiben) absolut unerlässlich. Und dieser Bereich nimmt bei einer Dissertation in aller Regel mehr als die Hälfte der gesamten Arbeit ein.
    Diese Unmengen an wörtlichen Zitaten sind eine Unsitte, die sich in manchen Geisteswissenschaft durchgesetzt hat. Ein wörtliches Zitat kann dann sinnvoll und geboten sein, wenn sich die eigene Arbeit direkt mit der Analyse dieses Textes beschäftigt, aber nicht für eine Einordnung in den Stand der Forschung. Anstatt andere Texte inhaltlich und in eigenen Worten zusammen zu fassen, reißt man mancherorts aber einfach Absätze aus ihrem Kontext und stellt dies dann als Einordnung in den Stand der Forschung dar.

    Im Übrigen finde ich, dass die Doktorväter bei diesem Thema viel zu gut wegkommen. Denn es ist zunächst einmal deren Aufgabe eine Dissertation auf Fehler hin zu überprüfen.
    Hier stimme ich Ihnen zu.
  5. #24

    Natürlich sollte er Fraktionschef bleiben, wenn er das Beste ist, was die Berliner CDU zu bieten hat.
  6. #25

    ......

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er schlampte bei seiner Doktorarbeit, dennoch will er Fraktionschef bleiben: Der Berliner CDU-Politiker Florian Graf baut auf die Treue seiner Parteifreunde. Seine Taktik erinnert an die Rückzugsgefechte des Ex-Ministers Guttenberg.

    Plagiatsverdacht: Berliner CDU schart sich um Doktorschummler - SPIEGEL ONLINE
    Nicht das geringste Rückgrat diese Leute! Wie lange wollen wir uns eigentlich von denen noch verar..... lassen?
  7. #26

    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Wie so oft wird hier jemand vorverurteilt ohne dass man den Sachverhalt genau kennt.
    Bei jeder Doktorarbeit geht es zunächst einmal darum bereits veröffentlichte Arbeiten aufzugreifen und zu analysieren. Hier ist ein Zitieren (Abschreiben) absolut unerlässlich.
    Mit Verlaub, das ist Unsinn! In der Einleitung einer Doktorarbeit wird der derzeitige Stand der Forschung mit eigenen Worten zusammengefasst. Das ist etwas ganz Anderes als einfaches "Abschreiben". Wörtliche Zitate sollten in einer Doktorarbeit auf ein Minimum beschränkt werden oder besser ganz unterbleiben.

    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Und dieser Bereich nimmt bei einer Dissertation in aller Regel mehr als die Hälfte der gesamten Arbeit ein.
    Das ist (zumindest in den Naturwissenschaften) nicht korrekt. Der grösste Teil der Arbeit besteht normalerweise aus eigenen Ergebnissen.
    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Wichtig ist hierbei allerdings, dass man die Zitationsregeln beachtet.
    Eben! Wer nicht einmal richtig zitieren kann, sollte das Promovieren unterlassen.
    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Ob jemand "geschlampt" oder bewusst "betrogen" hat lässt sich ohne Analyse seiner Arbeit überhaupt nicht sagen.

    Selbst Doktorarbeiten, die Plagiate beinhalten und wegen zu großer Fehler zur Recht beanstandet wurden, sind nicht Plagiate im dem Sinn, dass sie von A-Z abgeschrieben wurden.
    Streng genommen ist eine Arbeit schon dann ein Plagiat, wenn eine einzige Textstelle abgekupfert wurde.

    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Allein das zusammentragen der vielen (abgeschriebenen und nicht als Zitat gekennzeichneten) Passagen ist eine enorme Arbeit.
    Ein Telefonbuch abzuschreiben ist auch eine Menge Arbeit, trotzdem gibt es dafür zurecht keinen Doktortitel.

    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Im Übrigen finde ich, dass die Doktorväter bei diesem Thema viel zu gut wegkommen. Denn es ist zunächst einmal deren Aufgabe eine Dissertation auf Fehler hin zu überprüfen.
    Es nicht Aufgabe eines Doktorvaters, eine Arbeit auf plagiierte Textstellen zu prüfen; das war zumindest bevor es Google gab auch gar nicht so einfach. Die Schuld am Betrug liegt einzig bei dem Betrüger, nicht bei dem Umfeld, das den Betrug nicht bemerkt.
  8. #27

    Recht so

    Zitat von Zebbelin Beitrag anzeigen
    Wie so oft wird hier jemand vorverurteilt ohne dass man den Sachverhalt genau kennt.
    Bei jeder Doktorarbeit geht es zunächst einmal darum bereits veröffentlichte Arbeiten aufzugreifen und zu analysieren. Hier ist ein Zitieren (Abschreiben) absolut unerlässlich. Und dieser Bereich nimmt bei einer Dissertation in aller Regel mehr als die Hälfte der gesamten Arbeit ein. Wichtig ist hierbei.....
    Da mögen Sie durchaus recht haben, dass heutzutage Fleißarbeit höher geschätzt wird, als sich eigene Gedanken zu machen.
    Wie sagte ein gewisser Herr Maurice de Talleyrand mal so schön:
    "Intelligent und fleißig, das gibt es nicht.
    Intelligent und faul bin ich selbst.
    Aber Gott schütze uns vor den fleißigen Dummen:"
  9. #28

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er schlampte bei seiner Doktorarbeit, dennoch will er Fraktionschef bleiben: Der Berliner CDU-Politiker Florian Graf baut auf die Treue seiner Parteifreunde. Seine Taktik erinnert an die Rückzugsgefechte des Ex-Ministers Guttenberg.

    Plagiatsverdacht: Berliner CDU schart sich um Doktorschummler - SPIEGEL ONLINE
    Wenn das keine Konsequenten hat, weder strafrechtlich noch politisch, dann wäre das, nach KTzG, SKM, Schazi etc. ein neuerlicher Dammbruch.
    Ein Doktortitel ist dann schlicht nix mehr wert.
  10. #29

    Diese Kopiererei ist schon recht jämmerlich, aber ich habe im Laufe meines Arbeitslebens Doktoren kennengelernt, die nicht nur keine Ahnung von ihrem Fach hatten, sondern auch ansonsten recht einfach gestrickt.
    Aber ich habe auf jeden Fall weniger Probleme mit einem "falschen" Doktor, als mit Politikern, die deutsche Staatsangehörige in Guantanamo foltern lassen (Fischer) oder noch 2012 russische Diktatoren als Demokraten bezeichnen und ihre Amtszeit dafür nutzen eine Riesenfirma zu gründen und sich da auf einen schicken Posten setzen lassen.








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