Plagiatsverdacht: Berliner CDU-Fraktionschef gibt Doktortitel ab

DPAEr schrieb seine Doktorarbeit über die eigene Partei und bediente sich aus unsauberen Quellen: Florian Graf, Berliner CDU-Fraktionschef, will seinen Doktortitel los werden. Mit der Bitte um Aberkennung kam er wohl einem Titelentzug durch die Universität Potsdam zuvor.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...830302,00.html
  1. #1

    Wenn ich mir die Titel so mancher Doktorarbeiten ansehe, frage ich mich oft, ob deren Inhalt
    wichtig ist
    Sinn machen
    oder einfach nur krampfhaft nach Themen gesucht wird, die es so noch nicht schon tausendmal gibt.
    Bitte um Aufklärung - danke
  2. #2

    Nun...

    Zitat von frenchcurry Beitrag anzeigen
    Wenn ich mir die Titel so mancher Doktorarbeiten ansehe, frage ich mich oft, ob deren Inhalt
    wichtig ist
    Sinn machen
    oder einfach nur krampfhaft nach Themen gesucht wird, die es so noch nicht schon tausendmal gibt.
    Bitte um Aufklärung - danke
    ... mit dem Titel-Lesen ist es nicht getan. Und Sie sollten nicht um Aufklärung bitten, sondern sich selbst einmal mit Forschung und dem Sinn von Doktor-Arbeiten schlau machen. Nur weil es schwarze Schafe gibt, ist nicht das Ganze in Frage zu stellen.
  3. #3

    Ich frage mich...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er schrieb seine Doktorarbeit über die eigene Partei und bediente sich aus unsauberen Quellen: Florian Graf, Berliner CDU-Fraktionschef, will seinen Doktortitel los werden. Mit der Bitte um Aberkennung kam er wohl einem Titelentzug durch die Universität Potsdam zuvor.

    Plagiatsverdacht: Berliner CDU-Fraktionschef gibt Doktortitel ab - SPIEGEL ONLINE
    ...wieviele Plagiatgeier laufen da in unserer Politikerkaste noch herum?

    Wer nicht fähig ist seine eigene Doktorarbeit zu schreiben hat den

    Titel auch nicht verdient! Wie müssen sich solche Menschen selbst

    sehen die sich und andere betrügen...?
  4. #4

    "Es sei konsequent und eine Frage des Respekts gegenüber der Leistung anderer Promovierter, "bei dem leisesten Zweifel den Titel abzugeben"."

    Wieso merken diese Leute es immer erst so spät, dass sie gravierende Fehler gemacht haben?
    Mir kommt das eher wie eine Selbstanzeige eines Steuerhinterziehers vor, der Angst hat, dass sein Betrug ans Licht kommt.

    Tolle Vorbilder, solche Politiker.
  5. #5

    Dies ist lediglich die aufgedeckte kleine Zahl von Titelbetrug. In Wirklichkeit ist die Dunkelziffer viel höher, bei genauerem Hinsehen wird man weit höhere Zahlen von Titelbetrug entdecken.
    Warum das alles?
    Weil es der eigenen Eitelkeit schmeichelt, sich Herr Doktor nennen zu lassen.

    Warum schafft man diese Titel nicht grundsätzlich ab?
    Keinem Menschen wird was fehlen, wenn er sein Können auf andere Art und Weise zeigen kann.
    Titel sind Reliquien des Mittelalters und haben heute keine Berechtigung mehr.
  6. #6

    Er hat ein wenig Respekt verdient.

    Natürlich ist es schlecht, daß er abgeschrieben hat. Es kann auch sein, daß er nur Einsicht zeigte, um einer Titel-Aberkennung zuvorzukommen.

    Aber was hat man allen bisherigen Plagiatoren als größte Schandtat vorgeworfen? Daß sie bis zuletzt geleugnet haben bzw. immer noch leugnen und keine Schuld anerkennen wollen.

    Dagegen sticht doch dieser Politiker positiv ab. Ich finde es unfair, in diesem Falle noch nachzutreten.
  7. #7

    Zitat von schnitti23 Beitrag anzeigen
    Warum schafft man diese Titel nicht grundsätzlich ab?
    Keinem Menschen wird was fehlen, wenn er sein Können auf andere Art und Weise zeigen kann.
    Titel sind Reliquien des Mittelalters und haben heute keine Berechtigung mehr.
    Dies ist leider ein weit verbreitetes Missverständnis. Der Doktor ist in Deutschland gar kein Titel, sondern ein akademischer Grad.

    Jene, die diesen Grad erworben haben, haben durch eine entsprechende Arbeit gezeigt, dass sie umfassend wissenschaftlichen arbeiten können. Das ist in der Wissenschaft ein durchaus bewährter Weg. Wer sich "durchgemogelt" hat, soll den Grad daher ruhig verlieren.

    Der Grad berechtigt das "Dr." vor dem Namen zu tragen, aber es kein Titel und niemand ist verpflichtet "Herr Doktor" zu sagen. Man kann das auch nicht einklagen.
  8. #8

    der dr.-titel in naturwissenschaftlichen fächern ist kein anachronismus und kein mittelalterlicher zopf. er ist auch kein pappenstiel, sondern die anerkennung von mehreren jahren harter, selbsttändiger, wissenschaftlicher arbeit an einem bisher unbearbeiteten thema.

    beim dr.-ing. (einem der schwersten dr.-titel überhaupt) dauert das locker 4 bis 6 jahre, gepaart mit durchwegs 60-70 wochenstunden, spärlicher bezahlung (halbes wissenschaftler-gehalt) PLUS dem während der promotionszeit entgangenen (üppigen) industriegehalt.
    aber : ohne dr.-ing. keine professur. und das ist gut so.

    für alle bisher erwischten betrüger (vroni, gutti, schatzi, koch-mehrini, mathi und nun grafi) gilt : und tschüss. die mit dem erschwindelten dr.-titel eingesackten bezüge, vergünstigungen und geldwerten vorteilen sind sofort und auf heller und pfennig zurückzahlen. schande über diese gauner, die ehrliche wissenschaftliche arbeit durch ihre titelgeilheit und ihre ämtergier in den dreck ziehen und damit ehrliche wissenschaftliche arbeit(er) beleidigen.
  9. #9

    So titelte ich noch vorgestern in meinen Blogbeitrag und schrieb dort über diese Frage:

    "Um eins geht es ganz sicher nicht: um die Qualitätssicherung in den Wissenschaften. Denn Qualität kommt nicht von unklaren Abhängigkeiten und verworren hierarchischen Strukturen.

    Wann reagieren die Hochschulen vor Ort auf ihren selbst gesetzten Anspruch der Qualitätssicherung und bauen die akademische Juniorposition mit einem einfachen Modell umfassend aus? Ohne dieses geht es nicht."

    http://www.scilogs.de/blogs/blog/graue-substanz/2012-04-26/wer-sichert-in-promotionsverfahren-die-qualit-t