DPADie wohl langwierigste Plagiatsaffäre Deutschlands neigt sich dem Ende zu: Die Uni Bonn erkennt Margarita Mathiopoulos ihren Doktorgrad ab - und revidiert eine Entscheidung, die zwei Jahrzehnte zurückliegt. Die FDP-Beraterin muss nun auch mit dem Entzug von zwei Honorarprofessuren rechnen.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...828132,00.html
Sie haben unrecht, der Doktortitel war KT nicht egal!
Das Problem ist, daß einige Menschen glauben, über den Gesetzen zu stehen, darunter auch Karl Theodor. Denn er hätte einen Doktortitel weder zur beruflichen noch politischen Karriere gebraucht, sein Adelstitel (der ja auch nicht erarbeitet wurde) hätte völlig ausgereicht!
Es ist die Arroganz der Mächtigen, die einfach damit rechnen, mit ihren Geschichten durchzukommen. Die kleinen Leute fasst man immer (siehe Kassenfrau mit Lebensmittelmarken-Entlassung), wenn man aber ein gewisses "Niveau" erreicht hat, zu entsprechenden Kreisen gehört, dann verliert man nicht nur den Bezug zur Wirklichkeit, sondern auch zum Rechtsbewußtsein. Man glaubt wirklich, man darf das. Entsprechend arrogant und ungläubig agieren diese Leute dann, wenn sie erwischt werden....
Nur dem Internet ist es zu verdanken, daß mit dieser Mentalität nun Schluß ist...
" Mathiopoulos hatte 1986 in Bonn promoviert...Mathiopoulos stand in den achtziger Jahren der SPD nahe, 2002 trat sie in die FDP ein"
Plagiate bedingen nicht eine bestimmte Parteinähe sondern sind eher symbolisch für die deutsche Politkaste im Allgemeinen. Die Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens sind mit dem Politbetrieb und den Leuten, die da dazugehören wollen, nicht vereinbar.
"Mathiopoulos hatte 1986 in Bonn promoviert, mit einer Arbeit namens
"Amerika: Das Experiment des Fortschritts. Ein Vergleich des politischen Denkens in den USA und Europa". " (sysop)
Damit vertuscht man die Fehler der Prüfer der Doktorarbeit, die alles
vorliegen hatten, was zur Bewertung der Arbeit erforderlich war.
Kannten die etwa gar nicht die von Mathiopoulos verwendete Literatur?Wieso haben die nicht wenigsten in einigen Fällen entdeckt,
dass die Anführungszeichen zu wenig Abgeschriebenes
kennzeichneten?
Den Prüfern ist vorzuwerfen, dass sie nicht stichprobenartig
die Zitatstellen der Arbeit überprüft haben.
Sie haben liederlich, fahrlässig und schlampig gearbeitet!
Die Begründung "Wissenschaftliches Fehlverhalten" musste leider
weil "in wörtlicher und sinngemäßer Wiedergabe mehr
übernommen sei ‚ als es die Zitatnachweise erkennen lasse"
sowie wg. dem geringeren Anteil an vorgegebener Eigenleistung
zur Aberkennung dieses Doktorgrades führen.
Aber auch ohne Doktortitel geht das Leben weiter, so schmerzhaft
dieser Verlust auch sein mag.
Was dass jetzt wieder alles kostet..
Neues Briefpapier, neues Klingelschild..
Ach ja, hier muss auch was geändert werden:
Prof. Dr. Margarita Mathiopoulos
Der Ursache nach ist es richtig, dass eine Dissertation, die wie berichtet, über 320 abgekupferte Stellen enthält, nicht mit einem Doktortitel belohnt werden kann. Man fragt sich aber, wie diese Pfuscherei damals dem Promotionsausschuss entgehen konnte. Die Schummelei der Promovierenden ist das Eine, die Laxheit der Prüfenden das Andere.
Insofern stellt sich auch die Frage, ob bei solchen Fällen nicht eine Verjährungsfrist eingeführt werden muss, nach der ein auf einer im Wesentlichen gefälschten Dissertation beruhender Doktortitel trotzdem gnädiger Weise nicht mehr entzogen wird. Denn ein Mitverschulden der Prüfenden ist in den bekannt gewordenen Fällen auch nicht von der Hand zu weisen.
Quatsch. Mord verjährt doch auch nicht, nur weil irgendein nachlässiger Polizist oder Staatsanwalt in den 80er Jahren den entscheidenden Beweis übersehen hat und damit eine gewisse Mitschuld trägt, dass der verdächtige Täter nicht zweifelsfrei überführt werden konnte.
Nun handelt es sich hier nicht um Mord. Das will ich nicht vergleichen. Ich wollte nur deutlich machen, dass man eine Straftat nicht automatisch einfach verjähren lassen kann, nur weil ein Ermittler oder Prüfer nachlässig war.
Es gibt es in der Wissenschaft zwei unvergleichliche, komplexe Code-Systeme: das der Mathematik - und das der menschlichen Sprache. Durch die gesamte Menschheitsgeschichte waren sich "Gelehrte" einig, dass diese Systeme komplementär sind. Ganz natürlich waren diese Codes seit jeher Objekt und Werkzeug menschlicher Forschung und des Erkenntnisgewinns. Mathematiker waren Philosophen, Priester waren Naturforscher.
Dümmliche und überhebliche Kommentare wie der zitierte zeigen nur, dass die "Gelehrsamkeit" beim Verfasser nicht über die Lösung einer Formel wie "n+1" hinausgeht.
Wenn ich zu viele Fremdworte verwendet haben sollte, können diese von solchen "MINTlern" im Wikipedia-Gelaber nachgesehen werden.