DPADie Universität Köln hat dem FDP-Bundestagsabgeordneten Bijan Djir-Sarai seinen Doktortitel aberkannt. Der Promotionsausschuss begründete das mit einem Verstoß gegen die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens. Eine Doktorarbeit müsse "eine vollständige wissenschaftliche Eigenleistung" sein.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...819496,00.html
...alle schwarz-gelben Abgeordneten diesen Titel ebenfalls von vornherein zuerkannt bekommen!
Dann könnten sich die universitären Doktor-Jäger endlich in Ruhe auch mal den ganzen linken Plagiatoren zuwenden, für die sie im Moment anscheinend einfach keine Zeit mehr übrig haben...
(Haben die Meißter der Rechtschraibung in DDR, denn gar keinen Titel bekommen???)
Die Koinzidenz zwischen Plagiatshäufigkeit und Studienfach ist in meiner Wahrnehmung schon größer als die zur Parteiangehörigkeit. Die allermeisten Fälle scheinen doch bei BWL, Jura und artverwandten Fächern aufzutauchen, und das sagt m.E. schon etwas über die Sicht von Professoren und Studenten in diesen Fachbereichen auf "wissenschaftliches" Arbeiten aus. Den o.g. Vorschlag, auch Sanktionen gegen die Doktorväter von Plagiatoren zu ermöglichen, finde ich daher sehr interessant.
Ich kenne bisher noch keinen Plagiatsfall aus Mathematik, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, etc. Das Wissenschaftsverständnis ist dort eben doch ein anderes, und die Herangehensweise an eine Promotion sowieso.
Vermutlich ist in CDU/CSU und FDP einfach der Anteil an Menschen höher, die einen Titel in BWL oder Jura haben und diesen Titel primär als Aushängeschild erworben haben, ohne an wissenschaftlicher Arbeit interessiert zu sein.
Als promovierter Mathematiker und (noch) FDP-Mitglied und ehemaliger Naumann-Stipendiat habe ich da einige persönliche Erfahrungen. In den Naumann-Seminaren war ich immer der totale Exot.