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Plagiatsaffäre: Fall Koch-Mehrin setzt neue Maßstäbe für Doktor-Wächter
Silvana Koch-Mehrin wurde der Doktortitel aberkannt - logische Folge der Fälle zu Guttenberg und Saß? Nicht ganz. Auch Koch-Mehrin hat abgeschrieben, die Plagiate haben aber eine andere Qualität. Umso bemerkenswerter das Durchgreifen der Uni Heidelberg, sie hat ein Exempel statuiert.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...768695,00.html
- #120 16.06.2011 12:41 von
Unrichtig
Nein, das sind keine spannenden Fragen, weil alle bisherigen Plagiatoren eben 1:1 kopiert haben - Gutti, Saß und auch Koch-Mehrin.
Der Spiegel-Autor suggeriert, dass sei bei Koch-Mehrin nicht so, zeigt aber nicht, wie er zu dieser Meinung kommt.
Wenn man bei
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/S...de_Fundstellen
nachschaut sieht man belegt, dass Koch-Mehrin ebenfalls eine 1:1 Kopiererin ist. - #121 16.06.2011 12:41 von
Denkfehler
Falsch! Bereits damit könnten Sie trotzdem das Urheberrecht verletzen. Es gibt Einschränkungen zu beachten.
Sie sollten mal im Urheberrecht unter Zitatrecht nachsehen.
Falls Sie also gerade Ihre Dissertation schreiben und später mal Politikerin werden wollen, rate ich zur Vorsicht. - #122 16.06.2011 12:42 von
Früher schon zugegeben.
Moment. Sie mag eingeräumt haben und das mögen Professoren auch im Gutachten festgestellt haben, dass die Dissertation Schwächen aufweist, sicher hat sie nicht eingeräumt, unsauber zitiert zu haben oder Zitate verschleiert zu haben. Dann hätte man das ganze Promotionsverfahren an der Stelle abbrechen können, ohne weitere Prüfung, ohne Gutachten ohne Noten, ohne akademischen Grad.
Bestehende Schwächen einer Arbeit räumt ihnen jeder Doktorand auf Nachfrage ein, den sie in der Verteidigung mit einer Frage konfrontieren, auf die er nicht gleich die passende Antwort parat hat. Mancher schreibt gar in der Zusammenfassung der Arbeit, dass dieser oder jener Aspekt unberücksichtigt bliebt, noch zu erarbeiten wäre, für folgenden Forschungsprojekte sicher ein guter Ansatz wäre etc. Auch den Gutachtern kann der Gedanke kommen: " Mensch, warum hat der dieses und jenes nicht bedacht. Diesen Aspekt mit abzuhandeln wäre doch auch schön gewesen." Und auf dieser Grundlage bildet er sich sein Urteil. Das führt ggf. auch schon mal zu einer Abwertung, so dass nicht "magna cum laude" oder "summa cum laude", sondern nur "cum laude" oder gar "rite" am Ende als Note stehen.
Dennoch dürfen eben "triviale" Fehler, wie eine falsche oder vergessene Zitierung nicht vorkommen, insbesondere nicht in der Vielzahl. Insofern bei der Prüfung der eingereichten Schrift vielleicht ein, zwei Auffälligkeiten entdeckt werden, wird man den Doktoranden beiseite nehmen, ihn darauf hinweisen und zunächst den Druckreifevermerk verweigern. Bei nachgewiesener Verbesserung geht das Verfahren weiter.
Wer aber nun bewusst und in derartiger Vielzahl vorsätzlich und substanziell täuscht, der hat nichts anderes als die Aberkennung des Doktorgrades verdient, auch mit allen menschlichen und beruflichen Folgen. - #123 16.06.2011 12:42 von
Es gibt nichts Richtiges im Fälschen
Diese Pseudo-Differenzierung ist ein ausgemachter Unsinn. Der Unterschied ist ungefähr so, als wenn der eine Ladendieb sich die Sachen in die Hosentasche, der andere in den Rucksack gestopft hätte.
Nach meinem, nein nach jedem Veständnis von redlicher Wissenschaft ist das alles eine einzige trübe Suppe. Plagiiert ist plagiiert. Ob aus der Zeitung, aus Wikipedia (o Graus) oder aus einem Standardwerk. Ob wörtlich über Seiten oder verdeckt durch veränderte Satzstellung und andere Wörter. Da ist nichts Eigenes, nichts Richtiges, nichts Brauchbares. Die Uni Heidelberg hatte keine andere Wahl. - #124 16.06.2011 12:42 von
zu leicht gemacht / Doppelmoral
Da machen Sie es sich ein bischen zu leicht mit Ihrer Argumentation. Um ein Plagiat als solches zu erkennen, muss man die Vorlage kennen. Kein Professor kann aber sämtliche Texte (z.T. ja sogar Zeitungsartikel) auswendig können. Die Frage, ob ein Plagiat also zwingend hätte erkannt werden müssen, ist für einen Außenstehenden m.M.n. kaum zu beantworten - schon gar nicht so allgemeingültig, wie es hier geschieht.
Plagiatssoftware kann da sicherlich hilfreich sein, allerdings frage ich mich, wie diejenigen, die die Nutzung solcher Programme fordern, zu Fragen wie Voratsdatenspeicherung, Fingerabdrücken in Personalausweisen, Videoüberwachung etc. stehen. Bei diesen Themen liest man dann immer wieder, dass es doch nicht sein könne, dass jemand ohne einen Anfangsverdacht überprüft bzw. seine Daten gespeichert werden dürften. Genau das geschieht aber im Prinzip, wenn jede Doktorarbeit ohne einen Anfangsverdacht mit Plagiatssoftware untersucht wird. Damit will ich mich nicht generell gegen den Einsatz solcher Programme aussprechen, sondern nur auf die Doppelmoral hinweisen, die hier angewandt wird. - #125 16.06.2011 12:43 von
- #126 16.06.2011 12:45 von
.
nein, anscheinend haben sie ja gar nicht schlampig geprüft. Die Fehler waren offensichtlich ja bekannt, aber das macht die Sache nicht besser, denn die Prüfer müssen sich die Frage gefallen lassen, wieso sie so eine offensichtliche Fehlleistung durchgewunken statt abgelehnt haben, was das richtige gewesen wäre. Statt dessen haben sie den Eindruck erweckt, das sei schon OK so.
doch, darüber könnte man in der Tat nachdenken. Es kann nämlich nicht sein, daß Unis je nach Windrichting Titel verleihen und wieder entziehen. Frau Koch-Mehrin hätte daran sicher keine Freude mehr, aber die Strafe gebührt der Universität.Aber sicher nicht die Rückgabe des Doktortitels an Frau Koch-Mehrin. - #127 16.06.2011 12:45 von
...
Im Grunde sind die Unis mindestens so verlogen wie die nun reihenweise auffliegenden Plagiatoren.
Denn ganz offensichtlich wurden die Dissertationen seinerzeit nicht gründlich genug gelesen, kontrolliert und bewertet - oder die jeweiligen Doktorväter/-mütter haben so wenig Ahnung von den eigenen Fachgebieten, dass ihnen plumpes Abschreiben im großen Stil nicht auffällt. Beides wenig schmeichelhaft für die Wissenschaft.
Ebenso kann man mit gutem Grund hinterfragen, wieso immer wieder Kandidaten aus reichem/mächtigem Hause die Möglichkeit zur Promotion gegeben wurde, obwohl die dafür erforderliche, durch Examensnoten dokumentierte Qualifikation fehlte.
Aber nein, die hehre Uniwelt macht es sich da einfach und zeigt mit dem Finger, anstatt auch eigene Nachlässigkeiten zu hinterfragen. - #128 16.06.2011 12:46 von
@SPON: Mangelnde Standards???
Nein, ganz im Gegenteil! Sicher ist nur, dass manche Fakultäten das so treiben.Sicher aber ist, dass in der Wissenschaft lange Jahre viel Schmu geduldet wurde - es mangelte zu häufig an eindeutigen Standards, an offener Auseinandersetzung, an konsequenter Aufklärung.
Die Standards existieren. Mögen die Juristen, und viele andere Geisteswissenschaften, sich mal von ihrem ewig wiedergekäuten Überlegenheits-Nimbus trennen und sich die "Niederungen" der Natur- und Ingenieurswissenschaften ansehen.
Da existieren diese Standards seit Jahrzehnten. Das Niveau geduldeter Schummelei ist Null. Nichts ist erlaubt. Ein einziges Plagiat reicht, und die Prüfer prüfen wirklich und kennen die Standardwerke _wirklich_. Und natürlich wird elektronisch eingereicht und standardmäßig software-plagiatsgeprüft.
In den MINT-Fächern werden sie sogar schief angesehen, wenn sie ein korrekt gekennzeichnetes Zitat drin haben, das länger als fünf Zeilen (Zeilen! Nicht fünf Absätze oder gar fünf Seiten!) ist! Man muss die Arbeit schon selber leisten und das unter Beweis stellen. Erkenntnisse anderer sind zu paraphrasieren und in einen wertenden Kontext zu stellen. Mit dem geistigen Eigentum der anderem muss man sich auseinandersetzen, und die Auseinandersetzung muss sich im Text wiederfinden!
Hier muss nichts neu erfunden werden. Alles schon da. Halt nur bei den Nicht-Schöngeistern, sondern bei den schrulligen Naturwissenschaftlern und spießigen Ingenieuren... - #129 16.06.2011 12:46 von
outgesourct
Falls das stimmt, wäre das erschreckend. Ich persönlich glaube das nicht. Es ist ein wichtiger Schritt des Studiums solche Arbeiten selbstständig zu verfassen.
Außerdem ist es schwer eine Arbeit schreiben zu lassen, wenn man wirklich richtig betreut wird. Bei den Gesprächsterminen muss man dann ja so oder so im Stoff stehen.
Aber zugegeben, die Qualität der Betreuung wird zunehmend schlechter (wegen Überlastung der Professoren), was betrügen dann wieder vereinfachen würde.
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