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Pläne der EU-Kommission: Industrie bangt um "Made in Germany"-Siegel

Die EU will die Vergabe des Labels "Made in Germany" erschweren - und bringt*damit deutsche*Unternehmen gegen sich auf: Der Industrie- und Handelsverband DIHK warnt vor den Folgen für die Wirtschaft. Auch Verbrauchern drohe der Verlust einer Orientierungshilfe.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...809251,00.html
  1. #290

    Plünderer und Geplünderte

    Zitat von spongie2000 Beitrag anzeigen
    Die EU hat NICHTS, NICHTS, NICHTS positives gebracht.
    Die EU hat hohen Schaden angerichtet. Dabei hätte sie hohen Nutzen gebracht wenn man sie planvoll nach volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten aufgebaut hätte.
    Stattdessen wurde sie den Profitjägern zum Plündern überlassen. Und die Politkorrupties in Berlin und Brüssel haben hierzu die Wege geebnet, wie sich jetzt offenbart.
    Das begann damit dass man den zweiten Schritt vor dem ersten Schritt getan hat. Nämlich die Zollgrenzen öffnen, bevor in den Mitgliedsländern gleiche Eingangsvoraussetzungen geschaffen wurden.
    So haben bspw die französischen Agrarprodukte die deutsche Landwirtschaft zerstört, weil eben in Frankreich größere Agrarflächen und bessere Klimavoraussetzungen vorhanden sind. Umgekehrt wurde Frankreich von deutschen Industrieprodukten überschwemmt, was dort zur Zerstörung der industriellen Infrastruktur geführt hat. In den ehemaligen Pariser Industrievororten kann man heute noch die Folgen sehen.
    Im Grunde wurden die Zollgrenzen nur geöffnet um den Absatz anzukurbeln.

    Im weiteren wurde darauf verzichtet, die Steuersysteme zu vereinheitlichen. Dies führte bspw dazu dass Irland mit Dumping-Unternehmenssteuern massenweise Firmen von den anderen europäischen Ländern abwarb. Diese Dumpingsteuern führten im übrigen dazu dass Irlan im Grunde pleite ist. Und Geld von den Ländern bekommt, die es durch die Dumpingsteuern bereits schon einmal geschädigt hat.

    Dann war die EG auch ein guter Trick der Profitjäger, die Löhne zu drücken. Man konnte jetzt im Hinblick auf die 25centstundenlöhne in Rumänien seine Arbeitnehmer unter Druck setzen. Dies führt letztendlich dazu dass sie -im Verhältnis zu den Preisen für Produkte des täglichen Bedarfs, immer weniger verdienen.

    Gemeinsam mit den deutschen/europäischen Politkorrupties wurde dann ein Geflecht von Subventionen geschaffen. Ich kenne einen Kunststoffhersteller der bekam von der EG und sogar auch noch vom deutschen Staat Subventionen weil er seinen Betrieb nach Tschechien umsiedelte.

    Aufgrund dieser perversen Entwicklung stehen wir heute vor den Trümmern des EG-Traums. Und in entsetzlicher Weise offenbart sich derenge Zusammenhang: Hier der entsetzliche Schuldenzustand der ausgeplünderten europäischen Staaten/Bevölkerungen. Dort die noch nie dagewesenen Gewinnzuwächse der plündernden Unternehmen/Investoren.#
  2. #291

    Genau nach Auftrag

    Zitat von Kaygeebee Beitrag anzeigen
    Wenn ein T-Shit, das unter grausamsten Bedingungen in einem fensterlosen Keller in Bangladesch von kleinen Kindern genäht wurde, nach Deutschland geschifft wird und dann als "Made in Germany" deklariert wird, dann stimmt etwas nicht.

    Und als ob "Made in Germany" automatisch bessere Qualität bedeutet. Deutsche Hersteller beziehen ihre Teile heute auch aus China oder lassen die hier hergestellten dort endmontieren.

    100%ige hier hergestellte Produkte gibt es nur noch selten. Das Siegel erhalten zu wollen ist mal wieder reiner Wirtschaftsprotektionismus und das Festklammern an einem Mythos der seit über 20 Jahren tot ist.
    Hier gibts doch gar nicht mehr die notwendige Infrastruktur. Ringspinnmaschinen und Webstühle kann man nur noch im Museum bewundern.
    Üblich ist, dass die ausländischen Fertiger exakt nach den Vorgaben der deutschen Auftraggeber herstellen und zwar nach detalliertem Pflichtenheft. Damit wird vom ausländischen Hersteller exakt auch der Qualitätslevel eingehalten, den der deutsche Auftraggeber verlangt. Üblich ist, dass der deutsche Auftraggeber vor Ort das Controlling darüber betreibt, dass das Fertigungsprodukt den Vorgaben entsprechen.
    Diese Praxis widerspricht im übrigen auch der Propaganda die man in Deutschland hört: Chinaware sei Schund bzw. gesundheitsgefährlich. Diese Praxis beweist vielmehr: Die Ware ist genau so Schund oder Nichtschund, wie sie die deutschen Auftraggeber bestellt haben.

    Ansonsten würden sie die Ware weder abnehmen noch bezahlen.
  3. #292

    Nah endlich !!!

    Darauf haben wir seit langem gewartet ...

    : Angeblich plant der zuständige EU-Kommissar Algirdas Semeta, dass Firmen nur noch dann "Made in Germany" auf ihre Produkte schreiben dürften, wenn mindestens 45 Prozent des Wertanteils aus Deutschland stammen....

    Nah endlich ... es wird Zeit ....
  4. #293

    Im Übrigen...

    Zitat von Apologet Beitrag anzeigen
    1) Warum bitte entscheidet die EU - also die "anderen" - über deutsche Gütesiegel?
    2) Warum lassen wir uns das gefallen? Es ist unser Siegel.
    der Siegel wurde von den Briten (!) eingeführt, um die Käufer vom Kauf deutscher Ware zu warnen und abzuhalten, Stichwort britisches Handelsmarkengesetz vom 23. August 1887 (Merchandise Marks Act 1887)
    Zum Qualitätssiegel wurde es erst im nachhinein.
  5. #294

    Der deutsche Michel.

    Zitat von paretooptimal Beitrag anzeigen
    Vielleicht wachen auch jetzt die letzten Euro-Fanatiker auf, in welche Richtung der Karren für Deutschland laufen soll. Zahlmeister und gleichzeitige Beschneidung der Exportquote. So wollen wir, das Volk, die EU aber nicht. Laßt uns über ein anderes Europa abstimmen.
    Vielleicht kapieren auch mal die Letzten den Zusammenhang zwischen Exportquote und Zahlmeistersein.
    Wer andere Länder in die Pleite exportiert (oh, Wunder, die Produkte müssen nämlich bezahlt werden, und da Deutsche nichts mehr kaufen, häufen sich bei Anderen logischerweise Schulden), wird eben zwangsläufig Zahlmeister.
    Komisch, ich dachte, ich gehörte auch zum deutschen Volk.
    Und jeder halbwegs denkende Mensch weiß, dass wir in der Tat eine Beschneidung der Exportquote brauchen, nämlich über eine stärkere Binnenkonjunktur.

    Zum Rest des Artikels:
    Man sieht, die Wirtschaftsfaschisten können sich mittlerweile alles erlauben:
    Lohndumping mit dem Hinweis auf den "globalen Wettbewerb", Produktionsverlagerung in Drittweltländer wegen des "kostenfaktors Arbeit", Klagen über die deutschen "Lohnnebenkosten (zu deutsch: Absicherung der Arbeitnehmer), deshalb Verlagerung ins Ausland, aber:
    Das Gütesiegel "Made in Germany" soll erhalten bleiben. Wenn dann selbst die EU- Komission einmal etwas Sinnvolles tut und einschreitet,
    weckt das auch noch Kritik mancher devoter Deutscher.

    Produziert wird in Bangladesh, weil man Deutsche bezahlen müsste, aber die Preissteigerung, die mit "Made in Germany" gerechtfertigt wird, will die Industrie natürlich einstecken.

    Hoffentlich bekennt sich Herr Driftmann zur deutschen Sozialstaatstradition, zur anständigen Bezahlung der Mitarbeiter, zur Verantwortung, die die Industrie für ein Land hat, zum Steuern zahlen, all das wäre ja wirklich mal was.
  6. #295

    Zitat von David Leon Beitrag anzeigen
    Üblich ist, dass die ausländischen Fertiger exakt nach den Vorgaben der deutschen Auftraggeber herstellen und zwar nach detalliertem Pflichtenheft. Damit wird vom ausländischen Hersteller exakt auch der Qualitätslevel eingehalten, den der deutsche Auftraggeber verlangt.
    Made in Germany heisst hergestellt in Deutschland und nicht in Banglasdesh nach deutschen Qualitätsstandards hergestellt.

    Sonst müsste das Label "German Quality" oder so ähnlich heissen.
    Auch von der Historie her sollte "Made in Germany" das produzierende Land ausweisen, ursprünglich sogar als Makel gedacht. Inzwischen dienen solcher Bezeichungen auch die Möglichkeit lokalpatriotisch einzukaufen.Das wird durch die vorherrschende Praxis im Ausland "deutsche" Produkte herzustellen völlig konterkariert.

    Nicht zuletzt relativiert das auch das gerne hochgehaltene Prädikat des Exportweltmeisters. In Wahrheit sinkt seit Jahren die deutsche Industrieproduktion und auch die Zahl der Beschäftigten in der Industrie.
  7. #296

    Zitat von ...ergosum Beitrag anzeigen
    Ich betrachte das mal folgendermaßen:

    Auf der großen weiten Handelswelt gibt es wieviele Hersteller
    Sie lassen einen wesentlichen Aspekt außer acht:
    Der Anteil der Wertschöpfung, der mit Endverbrauchern gemacht wird, nimmt in der Bundesrepublik immer weiter ab: die hiesigen Unternehmen wenden sich nicht nur überwiegend dem Export zu, sondern vor allem dem Geschäft mit anderen Unternehmen. Die Versorgung der Bevölkerung selbst wird überwiegend dem Ausland überlassen. Siemens hat diese Intention offen ausgewiesen.
    Im produzierenden Gewerbe fallen mir nur noch drei Branchen ein, die nennenswert für einheimische Endverbraucher produzieren:
    Automobilbau (weiter sinkend);
    Wohnungsbau (stark subventionsabhängig)
    Landwirtschaft (dto; zudem Rückgang der Lebensmittelproduktion)
    Dasselbe gilt auch im Dienstleistungsektor: jeder Anwalt leckt sich nach einem Unternehmensmandat die Finger.
    Das hat zur Folge, dass die Binnenkaufkraft eine immer geringere Rolle spielt: Nachfrageausfälle aufgrund Einkommensrückgangs treffen Unternehmen jenseits der Staatsgrenze. Es führt auch dazu, dass die einheimische Bevölkerung an Macht verliert: sie mutiert vom Wirtschafts- zum Kostenfaktor.
    Und dann auch so behandelt.
  8. #297

    Zitat von David Leon Beitrag anzeigen
    Die EU hat hohen Schaden angerichtet. ...
    Was Sie beschreiben, hat nichts mit der EU zu tun, sondern ist normale Folge jeden Freihandels. Zudem ist nicht ersichtlich, wie die EU die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen hätte korrigieren sollen (will man ein Land beheizen?). Dies zeigt auch, dass diese Umstände auch ohne die EU vorliegen würden. Dafür aber hätten es die Arbeitnehmer noch schwerer: sie sind schon durch die Sprachgrenzen behindert, und dann kämen auch noch rechtliche Hürden hinzu.


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