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Plädoyer zur Organspende: Mehr Mut für ein hilfreiches Geschenk

DPADie Organspendereform hat den Bundesrat passiert - nun soll die Zahl der Spender steigen. Doch einige Menschen zweifeln am Hirntod, andere wollen nicht darüber nachdenken. Der Medizinethiker Urban Wiesing zeigt in einer Nutzen-Schaden-Abwägung, warum ein Geschenk fürs Leben nach dem Tod so wichtig ist.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...835319,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Organspendereform hat den Bundesrat passiert - nun soll die Zahl der Spender steigen. Doch einige Menschen zweifeln am Hirntod, andere wollen nicht darüber nachdenken. Der <i>Medizinethiker</i> <i>Urban Wiesing</i> zeigt in einer Nutzen-Schaden-Abwägung, warum ein Geschenk fürs Leben nach dem Tod so wichtig ist.

    Organspende: Ethiker plädiert für mehr Transplantationen - SPIEGEL ONLINE
    Bisher war ich zu faul, bequem oder was auch immer. Jetzt habe ich den bequemen pdf - Download genutzt und meinen Spenderausweis ausgefüllt. Und ich muss sagen, ich fühle mich nicht schlechter.
  2. #2

    Non sequitur

    Der Autor geht - wie koennte es auch anders sein, er will ja das Organbeschaffungsgesetz rechtfertigen - mal wieder dem eigentlichen Problem aus dem Weg, indem er "Mensch" und "Gehirn" gleichsetzt. Gehirn kaputt -> Mensch weg, so ist seine einfache Gleichung, und mit der kann er dann auch problemlos seine Behauptung "Organspende ist super" beweisen.

    Allein, was sagt er wohl zu Menschen, die den Rest ihres Koerpers nicht als ein blosses Anhaengsel, quasi als Lebenserhaltungssystem des Gehirns betrachten? Zu Menschen, die sagen: Solange mein Rueckenmark noch Reflexe zeigt, solange mein Herz noch schlagen und meine Leber noch arbeiten kann (ob mit oder ohne technische Hilfe), bin ich noch nicht tot? Vielleicht sterbend, vielleicht sogar unaufhaltsam sterbend, aber nicht tot?

    Fuer die hat der Autor wohl keine Antwort. Und die wird er - hoffentlich - auch nicht ueberzeugen.
  3. #3

    Zitat von glen13 Beitrag anzeigen
    Jetzt habe ich den bequemen pdf - Download genutzt und meinen Spenderausweis ausgefüllt. Und ich muss sagen, ich fühle mich nicht schlechter.
    *Noch* nicht.
  4. #4

    Organbeschaffungsgesetz

    Sehr guter Begriff. Voir wenigen Tagen wurde ein Mann zu einer Haftstrafe verurteilt , weil er seiner Mutter zu einen würdevollen Tod verholfen hat , indem er sebstständig die Künstliche Versorgung seiner Mutter abgebrochen hat. Sterbehilfe sei verboten. Doch hätte er seine Mutter zum Ausschlachten frei gegeben, wäre sie von den Ärzten ausgeschlachtet worden und es wäre billigend in Kauf genommen worden ,. das sie durch die Organentnahme regelrecht verreckt wäre. Es iust schon eigenartig , wie die deutsche Gesetzgebung ausgelegt wird.Der eine muss in den Knast, aber eben nur , weil er seiner Mutter beim Sterben helfen wollte , die Ärzte aber dürfen die Menschen ausschlachten , solange es Geld bringt.
  5. #5

    Organspende!

    Warum bekommen hirntote Menschen in der Schweiz vor der Organentnahme Schmerzmedikamente verabreicht und in Deutschland nicht.
    Ich habe eine Diskussionsrunde von deutschen Aerzten gehoert, da sgte ein Arzt, das man nach dem heutigen Stand der Medizin gar nicht weiss ob und wenn, wieviel Schmerzen ein hirntoter Mensch empfindet.Keiner der anderen Aerzte der Diskussionsrunde hat ihm wiedersprochen.
    Und ich soll mir im Falle des Hirntods Organe entnehmen lassen?
  6. #6

    Organspendeausweis

    Zunächst einmal ein Lob an den Autor, dass der Link zu dem Organspendeausweis direkt unter dem Artikel gesetzt ist. Ich besitze seit ca. 5 Jahren einen solche Ausweis und musste ihn mir im Internet suchen. Solange die GEZ Anmeldung bei jeder bank ausliegt, ein Organspendeausweis aber nicht, sollte man sich über die wenigen spendenbereiten Menschen nicht wundern. Dieses Beispiel zeigt aber auch wo der Staat die Prioritäten setzt.
  7. #7

    Dann sind Sie sich auch klar darüber..

    Zitat von glen13 Beitrag anzeigen
    Bisher war ich zu faul, bequem oder was auch immer. Jetzt habe ich den bequemen pdf - Download genutzt und meinen Spenderausweis ausgefüllt. Und ich muss sagen, ich fühle mich nicht schlechter.
    ... daß Sie keine Patientenverfügung verfassen sollten, die ein würdiges Sterben ermöglicht. Denn beides geht nicht. Ich glaube, daß sich das viele Menschen überhaupt nicht bewußt machen. Leider sehe ich bei der Propaganda für Organspende diesen Fakt nicht erwähnt.

    Wenn ich mal an der Reihe bin, möchte ich lieber in der Nähe meiner Lieben ohne Schläuche ableben als mit intensivmedizinischen Maßnahmen bis zur Entnahme-OP nutzbar gehalten zu werden. Ich weiß, wovon ich rede, habe Spender und Empfänger versorgt.
  8. #8

    Organspende ist an sich eine gut sache, aber was mich immer wieder abschreckt ist die tatsache das die gewebespende immer aussen vorgelassen wird.

    natürlich auch aus gutem grund. denn niemand will hören/lesen was alles unter gewebespenden alles fällt und das damit auch noch geld gemacht wird.

    Diese ganzen halb-wahrheiten gehen mir mitlerweile ziemlich gegen den strich.
  9. #9

    Man kann zwar mit diesem Gesetz als Kompromiss leben, weil zumindest der nicht GG-konformen Widerspruchslösung eine Absage erteilt wurde und somit weiterhin jeder Organentnahme eine persönliche, positive Entscheidung des Spenders vorausgegangen sein muss, anstatt dass man das bloße Nichtauffinden eines Widerspruchs schon zum Anlass zur Organentnahme nimmt.
    Trotzdem finde ich es nicht gut, dass ganz offensichtlich der Bürger solange zur Entscheidung Pro-OS genötigt werden soll, bis er endlich zugestimmt hat. Das hat mit "freiwillig", also "aus eigenem Willen", nicht mehr viel zu tun. Bisher konnte jeder, der das wollte, sich ohne jedes Problem einen OS-Ausweis ausdrucken oder sonstig beschaffen. Jeder Arzt, den man gefragt hätte, hätte dafür gesorgt, dass man einen Ausweis bekommt, wenn man selbst nicht in der Lage gewesen sein sollte, einen PC zu bedienen (was aufgrund des tendenziell jüngeren Alters der Spender unwahrscheinlich ist). Der Aufwand wäre minimal gewesen. Komischerweise haben sich aber sehr viel weniger Leute einen Ausweis besorgt als in Umfragen als spendebereit verkündet wurden. Das lässt nur folgende Schlüsse zu:
    Entweder die Umfragen sind schlicht und einfach falsch und nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Dann taugen sie nicht als Entscheidungsbasis und das Gesetz wird das erklärte Ziel, mehr Transplantationen zu ermöglichen, nicht erreichen, weil es weiterhin nicht mehr Spender gibt als vorher. Das ist nicht unwahrscheinlich, weil sich die Befragten vielleicht einfach nur in ein vermeintlich besseres Licht stellen wollten, oder sich schlicht und einfach vor der Antwort keine großen Gedanken gemacht haben, aber trotzdem die Entscheidung pro OS noch gar nicht getroffen haben. Quasi "im Prinzip finde ich OS gut, aber für mich persönlich kann ich mich nicht dazu durchringen".
    Oder die Umfragen sind zwar korrekt, aber die meisten OS-Befürworter waren schlicht zu faul, sich einen Ausweis zu besorgen. Das würde dann aber bedeuten, dass den Befürwortern die Sache nicht mal wichtig genug war, sich einmalig einen OS-Ausweis zu besorgen, sprich nicht mal einen simplen Download vorzunehmen. In diesem Fall kann es mit der OS-Bereitschaft nicht weit her sein, wenn man nicht mal zu derart minimaler Eigeninitiative bereit ist. Dann läuft das Gesetz nach wie vor ins Leere, weil die Bereitschaft zur OS ebenfalls nicht vorhanden ist.

    Warum nicht einfach akzeptieren, dass eben nicht mehr Spendebereitschaft vorhanden ist? Es gibt nunmal keinen Anspruch auf den Erhalt eines Spenderorgans. Wer das Glück hat, ein passendes zu bekommen, wird es sicherlich als Geschenk begreifen. Wer dieses Glück nicht hat, für den ist das sicherlich bedauerlich, aber auch dann kann er bei aller verständlichen Verzweiflung nicht von anderen verlangen, gefälligst Organspender sein zu sollen, wenn die nicht von sich aus bereit dazu sind - und das waren sie nachweislich nicht, sonst hätten sie einen OS-Ausweis gehabt.

    Außerdem würden mehr vorhandene Organe auch dazu führen, dass die Transplantation nicht mehr das letzte Mittel sondern die Standardprozedur bei Organdefekten u.ä. würde. Man würde sie genauso leichtfertig durchführen, wie man heute ja auch schon viele Operationen durchführt, die eigentlich gar nicht notwendig wären, obwohl auch die sehr viel Geld kosten und für den Patienten nicht ohne Risiko sind. Man verliert schlicht und einfach den Respekt vor dem Leben, weil man den Tod, der eben auch dazu gehört, nicht akzeptiert.


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