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Plädoyer zur Organspende: Mehr Mut für ein hilfreiches Geschenk

DPADie Organspendereform hat den Bundesrat passiert - nun soll die Zahl der Spender steigen. Doch einige Menschen zweifeln am Hirntod, andere wollen nicht darüber nachdenken. Der Medizinethiker Urban Wiesing zeigt in einer Nutzen-Schaden-Abwägung, warum ein Geschenk fürs Leben nach dem Tod so wichtig ist.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...835319,00.html
  1. #50

    Zitat von An-On Beitrag anzeigen
    Und warum "abseits des Koerperlichen"? Mir geht es gerade um das Koerperliche! Ein wesentlicher Teil meiner Persoenlichkeit ist koerperlich. Eine Seele brauche ich dazu gar nicht.
    Wie wesentlich? So wesentlich, dass Sie sich nicht die Gallenblase, Milz, Blinddarm, Leberteil, Lungenlappen entfernen lassen würden um das Überleben des Hirns zu ermöglichen? Dass Sie keine lebensrettende Amputation zulassen würden? Dass Sie auch hoffen, wenn Sie einen Hirntod erleiden sollten, Ihr Körper Monate, gar Jahre, künstlich beatmet und ernährt werden würde? (Wird allerdings nicht passieren - auch wenn Sie kein Spender sind, wird abgeschaltet.)
    Haben Sie jemals eine Vollnarkose gehabt? So richtig mit Intubation? Wie wesentlich war Ihnen dabei „das Körperliche“?
  2. #51

    Geht mir auch so

    Zitat von ollowain13 Beitrag anzeigen

    PS: Ich bin Nicht-Spender und fühle mich mit dem Gedanken, dass nicht schon die Geier über meinem Haupt bzw die Transplantationsmediziner über meiner Leber kreisen ebenfalls extrem wohl. Ich fühle mich auch sehr wohl damit, dass es sich für niemanden lohnt, mein Ableben zu beschleunigen bzw mir eine lebensrettende Behandlung zu verweigern, weil er schon einen Kunden für meine Organe hat.
    Seitdem ich mehrfach erleben musste, das Aerzte mir als GKV Versicherten versuchen, sinnlose, teure und belastende Operationen aufzuschwatzen (Kiefer OP um den Rachenraum zu vergroessern da man dann erholsamer schlafen koenne - ohne dass ich dem Zahnarzt jemals ueber Schlafstoerungen berichtet haette) ist mein Vertrauen in die Redlichkeit der Aerzte reduziert. Der Gedanke, dass man fuer die Zweitverwertung frisch gehalten werden soll oder moeglicherweise auch schneller verfuegbar sein soll, liegt da nahe.
    Sorry, aber da fehlt mir inzwischen einfach das Vertrauen. Da koennen sich die ehrlichen Aerzte bei ihren Standeskollegen, die teilweise jedes Mass verloren haben, bedanken.
  3. #52

    Zitat von singpat Beitrag anzeigen
    Seitdem ich mehrfach erleben musste, das Aerzte mir als GKV Versicherten versuchen, sinnlose, teure und belastende Operationen aufzuschwatzen (Kiefer OP um den Rachenraum zu vergroessern da man dann erholsamer schlafen koenne - ohne dass ich dem Zahnarzt jemals ueber Schlafstoerungen berichtet haette) ist mein Vertrauen in die Redlichkeit der Aerzte reduziert. Der Gedanke, dass man fuer die Zweitverwertung frisch gehalten werden soll oder moeglicherweise auch schneller verfuegbar sein soll, liegt da nahe.
    Sorry, aber da fehlt mir inzwischen einfach das Vertrauen. Da koennen sich die ehrlichen Aerzte bei ihren Standeskollegen, die teilweise jedes Mass verloren haben, bedanken.
    Ich glaube nicht, dass Ärzte und Zahnärzte sich gegenseitig als "Standeskollegen" ansehen.

    Und wie meinen Sie würden Sie denken, wenn ein Arzt versucht Ihnen eine Nierentransplantation "aufzuschwatzen" damit Sie nicht mehr 3 x wöchtenlich 8 Stunden an die Dialyse und dazwischen sich hundsmiserabel fürhlen müssen?
  4. #53

    Organspende? Nein danke!

    Aus drei Gründen ist meine gesamte Familie entschieden GEGEN Organspende (und Annahme!)
    1.) Solange in es in Deutschland kein Gesetz zur straffreier aktiver Sterbehilfe gibt, wird es von uns keine Organe geben. Die Argumente gegen eine aktive Sterbehilfe sind teileweise hanebrüchen, von 12 Jahre Deutscher Geschichte bis hin zu "Gott will nicht, dass man sein Leben künstlich verkürzt" (Ok, dann will Gott auch nicht, dass man sein Leben künstlich verlängert!) habe ich schon fast alles gehört.
    2.) In den meisten europäischen Ländern bekommt der Organspender eine Narkose oder Schmerzmedikamente, damit der Spender keine Schmerzen spürt.
    Öhm, wenn ich tot bin, spüre ich keine Schmerzen mehr. Wenn ich als Hirntoter noch Schmerzen spüren kann, bin ich nicht tot!
    3. Traue ich den Ärzten nicht so weit wie lang mein Phallus ist (ich bin weiblich). Bei uns in der Familie kam schon der Fall vor, dass ohne Zustimmung der Mutter (sie hatte der Organentnahme mehrmals vor Zeugen widersprochen!!!) das Herz ihres im Komaliegenden 6jährigen Jungen genommen wurde und es dem Bastard eines reichen Laffen eingesetzt wurde. Das kam dann bei der Beerdigung eher zufällig raus, bei der ich - wie auch im Krankenhaus beim Widerspruch - persönlich anwesend war. Wäre es mein Kind gewesen, es wäre nicht beerdigt worden ohne dem eigenen Herzen!
  5. #54

    Sehen wir es realistisch

    Wenn ich in einem Zustand bin, in dem ein Arzt über die Möglichkeit einer Organentnahme nachdenkt, dann bin ich in einem Zustand in dem ich für mich nicht mehr von lebenswertem Leben spreche. Sondern von purem Existieren. Und dann ist es mir ehrlich gesagt auch egal, ob ich schon zu 99,9% oder bereits zu 100% tot bin. Denn selbst wenn es ein "reversibler" Zustand wäre, das was dann von mir über ist möchte ich nicht mehr sein. Und dann darf gerne jemand meine Organe haben. Vielleicht hilft da eine fast 20jährige Tätigkeit bei der Feuerwehr und ein paar Jahre Rettungsdienst und Krankentransport wenn man Patienten die dringen auf ein Organ warten fährt (z.B. Dialyse), man sieht wie sie abbauen und man sie irgend wann nicht mehr fährt weil sie verstorben sind. Und das nur, weil irgend jemand für sich zu feige ist über seinen eigenen Tod nachzudenken und diese lebensrettenden Organe lieber zu Asche oder Würmerfutter werden läßt.

    Ich würde eine verpflichtende Erklärtung für jeden Bürger fordern ob er Spender ist. Ja oder nein. Und wer nein sagt, der würde bei mir wenn er selbst ein Organ braucht keins bekommen. Denn komischerweise haben die meisten Leute die sagen dass sie selbst keins spenden wollen kein Problem damit, ganz selbstverständlich nach enem zu verlangen.... Doppelmoral eben.
  6. #55

    Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Organspendereform hat den Bundesrat passiert - nun soll die Zahl der Spender steigen. Doch einige Menschen zweifeln am Hirntod, andere wollen nicht darüber nachdenken. Der <i>Medizinethiker</i> <i>Urban Wiesing</i> zeigt in einer Nutzen-Schaden-Abwägung, warum ein Geschenk fürs Leben nach dem Tod so wichtig ist.

    Organspende: Ethiker plädiert für mehr Transplantationen - SPIEGEL ONLINE
    Organe werden meines Wissen nach nur von so genannten Hirntoten gespendet, da tote Organe wohl unbrauchbar sind.

    So lange die "Wirtschaft" auf Gewinnmaximierung aus ist und skrupellose Geschäftemacher in armen Ländern Menschen töten um an Organe zu kommen, werde ich nicht spenden.

    Wer sagt mir, daß ich dann im Notfall eher für tot erklärt werde anstatt zu reanimieren.

    Immerhin geht es um viel Geld, und das geht den meisten gierigen Ökonomen vor Leben.
  7. #56

    Richtig

    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Das mag ja sein. Mich verärgert die Denkweise, dass hier Wertigkeiten verteilt werden. Dem Hirntoten kann es nicht mehr schaden, dem Spendenbedürftigen nützt es. Deswegen ist das eine gute Sache.
    Ich persönlich möchte eines Tages einfach tot sein dürfen und danach eingeäschert werden. Komplett.
    Ewigkeiten sind die Leute gestorben und man hat sie bestattet. Manchmal warens auch nur noch die Knochen oder Fetzen. Friede ihrer Asche.
    Heute soll man sich zwingend damit auseinandersetzen, dass es nicht mehr um einen selber geht, sondern um andere. Was dabei ein sterbender Körper ist und wie man das persönlich definiert haben will, das wird von den Befürwortern gerne gedreht und gewendet. Man ist schliesslich im Hirn tot, andere wollen gerettet werden und damit soll man in die (Spenden)pflicht genommen werden. Weils moralisch gut ist. Ich empfinde das mittlerweile als aufdringlich.
    Will jemand Spender sein, die Möglichkeiten das zu bekunden gibt es schon lange. Jetzt geht man massiv auf die Jagd und torpediert die Bürger mit dem Thema. Das kanns nicht sein. Man wird zu gedanklichen Übungen gezwungen, die einem vor um die 50 Jahren noch niemand um die Ohren gehauen hätte. Die Freiheit nicht denken zu müssen, die wird einem genommen.
    Es geht darum dem Menschen auch im Tode noch zu kapitalisieren. Du bist nur zu etwas Nütze, wenn du Organspender bist.
  8. #57

    Und deswegen

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Diese Freiheit wird Ihnen nicht genommen.
    Das mag sein. Nur besteht eine riesige Lücke zwischen der Anzahl Menschen die „spendewillig“ sind, und Anzahl Menschen die einen Spenderausweis haben.
    Und deswegen darf man alle Menschen belästigen und sie zwingen eine Entscheidung zu treffen, unter dem Deckmantel einer angeblichen freien Entscheidung.

    Du kannst ja Rauchen, muss aber draußen bleiben und bist asozial. Eine wirkliche freie Entscheidung? Nur mal so als Beispiel welche Methodik dahinter steckt.
  9. #58

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob man nun Organe nach dem Hirntod entnimmt oder nicht dürfte keinen Einfluss nehmen auf das, was dann kommen könnte. Freilich: Diese Aussage lässt sich nicht beweisen, sie scheint jedoch höchst plausibel. ]
    Sie ist aber nicht plausibler als die Idee, dass es überhaupt ein Leben nach dem Tod gibt. Für jemanden der daran glaubt, ist diese Argumentation irrelevant.
  10. #59

    Organspende

    Da heute mit allem was Geld einbringt Mißbrauch betrieben wird, muß man sich nicht wundern, wenn etliche nein dazu sagen. So etwas muß akzeptiert werden ohne Kommentar.








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