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Plädoyer zur Organspende: Mehr Mut für ein hilfreiches Geschenk

DPADie Organspendereform hat den Bundesrat passiert - nun soll die Zahl der Spender steigen. Doch einige Menschen zweifeln am Hirntod, andere wollen nicht darüber nachdenken. Der Medizinethiker Urban Wiesing zeigt in einer Nutzen-Schaden-Abwägung, warum ein Geschenk fürs Leben nach dem Tod so wichtig ist.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...835319,00.html
  1. #130

    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Ich möchte darauf hinaus, dass dieses Gesetz für mehr Spender sorgen soll und damit auch für mehr Spenderorgane. Nur lässt sich genau das eben nicht durchschlagend erhöhen. Weil nur eine begrenzte Anzahl an brauchbaren Patienten vorhanden ist.
    Deswegen meine Aussage, auch wenn jeder Bürger einen Spenderausweis hätte, es gäbe deswegen nicht mehr an hirntoten Patienten.
    Es gebe nicht mehr hirntote Patienten, aber, wären alle hirntote Patienten Spender, würde sich die Anzahl Spender verdoppeln.
    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Die Anzahl derer kann sich auch tatsächlich nach unten schrauben, so dass das Defizit sogar noch größer wird. Oder aber durch dieses Vorhaben an Bürgerbefragung ein vermehrtes "nein" hervorrufen. Wer sich mit der Sache nicht auseinandersetzen will, der bekundet im Ernstfall eine Ablehnung.
    Die Idee, die Vorstellungen der Bürger würden tatsächlich für eine erhöhte Trefferquote erreichen, die kann durchaus nach hinten losgehen.
    OK, das kann ich nicht abstreiten. Es kann nach hinten losgehen. Aber das wäre doch auch in Ihrem Sinne? Dass Menschen dann tatsächlich durch eine Entscheidung gegen eine Spende diese eben verhindern, statt es dem Zufall zu überlassen, ob sie mit oder ohne Organe eingeäschert oder begraben werden.
  2. #131

    egal wie,

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Es gebe nicht mehr hirntote Patienten, aber, wären alle hirntote Patienten Spender, würde sich die Anzahl Spender verdoppeln.
    Egal wie, es wird nie eine 100prozentige Ausnutzung geben können. Manche lehnen die Organspende ab, andere sind durch Infekte o.ä. schlicht nicht geeignet.

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    OK, das kann ich nicht abstreiten. Es kann nach hinten losgehen. Aber das wäre doch auch in Ihrem Sinne? Dass Menschen dann tatsächlich durch eine Entscheidung gegen eine Spende diese eben verhindern, statt es dem Zufall zu überlassen, ob sie mit oder ohne Organe eingeäschert oder begraben werden.
    Wieso sollte das in meinem Sinne sein? Mich interessieren die Entscheidungen anderer Leute nicht und ich bewerte diese auch nicht.
    Es wäre wirklich sehr aufmerksam, wenn Sie ohne Unterstellungen auskommen würden. Den Stil haben Sie nicht nötig.
  3. #132

    Zitat von madame_no Beitrag anzeigen
    @softship: Ich glaube, die Dame möchte einfach nicht mit der emotionalen Keule belästigt werden, wenn Sie sich ganz persönlich gegen einen OS-Ausweis entscheidet und es einfach wagt, dies zu sagen.
    Wer ist denn „die Dame“?
    Zitat von madame_no Beitrag anzeigen
    Das tun Leute aber, wenn sie den "Verweigerern" dann gehässig entgegenhalten ..."wie wäre es wohl, wenn Sie ein Organ bräuchten…
    Wenn man moralische Bedenken gegen die Transplantationsmedizin hat, ist das völlig in Ordnung. Aber diese nur als Spender, aber nicht als Empfänger zu haben, ist nur scheinheilig, sondern verlogen. Wenn jemand sagt, dass er einfach Angst hat, finde ich das ehrlicher und besser. Wenn Sie meine Beiträge als „gehässig“ empfinden, dann weil Sie es möchten. Sie sind es nicht.
    Zitat von madame_no Beitrag anzeigen
    …"dann dürfen Sie sich aber gar nicht medizinisch behandeln lassen, wenn Sie den Ärzten nicht trauen". Ach ja? Tabletten nur gegen später die Leber?
    Quatsch. Aber wenn hier so getan wird, dass „die Ärzte“ einen einfach mal „zu früh“ für hirntot erklären, weil man meint sie seien mörderisch und korrupt, dann dürfte man sich nie operieren lassen – da müsste man doch fürchten „plötzlich und unerwartet“ auf dem OP-Tisch zu sterben.
    Zitat von madame_no Beitrag anzeigen
    Das ist nicht die tolerante echte Entscheidungsfreiheit, das ist kein potentiell ergebnisoffener Entscheidungsprozess, wie es bei so einem Thema zu fordern ist. Wenn die eine Seite den Andersdenkenden sofort eine unmoralische Grundhaltung attestiert und somit komplett menschlich diskreditiert.
    Ich habe bisher niemanden eine „unmoralische Grundhaltung“ attestiert. Aber wer aus moralischen Gründen nicht spenden möchte müsste aus moralischen Gründen auch nicht empfangen wollen. Oder sehen Sie das anders?
    Zitat von madame_no Beitrag anzeigen

    Gäbe es für Sie denn überhaupt eine "akzeptable Argumentation" (nicht, dass Sie das Recht hätten, hier der Richter zu sein, aber nur mal so gefragt), die Sie ohne hämischen Kommentar oder ohne ein "trotzdem" gelten lassen würden?
    Selbstverständlich. Wenn jemand insgesamt aus moralischen Gründen gegen die Transplantationsmedizin ist, akzeptiere ich das. Allerdings würde ich es gerne verstehen. Aber ich akzeptiere die „moralischen Bedenken“ nicht, wenn es nur bei der Frage des Spendens ist. Deswegen bitte ich Menschen, sich in die Rolle des Empfängers zu versetzen.
  4. #133

    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Egal wie, es wird nie eine 100prozentige Ausnutzung geben können. Manche lehnen die Organspende ab, andere sind durch Infekte o.ä. schlicht nicht geeignet.
    Natürlich wird es keine 100prozentige Ausnutzung geben. Aber eine 65-prozentige Ausnutzung von 4000 ist dennoch doppelt so viel wie eine 65-prozentige Ausnutzung von 2000.
    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Wieso sollte das in meinem Sinne sein? Mich interessieren die Entscheidungen anderer Leute nicht und ich bewerte diese auch nicht.
    Das habe ich nicht unterstellt. Sondern meinte es wäre in Ihrem Sinne wenn Menschen das Schicksal ihres Körpers selbst entscheiden können. Das ist ganz was anderes. Oder ist es Ihnen nicht nur egal, was andere Leute entscheiden, sondern auch noch, ob Ihre Entscheidungen respektiert werden?
  5. #134

    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Egal wie, es wird nie eine 100prozentige Ausnutzung geben können. Manche lehnen die Organspende ab, andere sind durch Infekte o.ä. schlicht nicht geeignet.
    Natürlich wird es keine 100prozentige Ausnutzung geben. Aber eine 65-prozentige Ausnutzung von 4000 ist dennoch doppelt so viel wie eine 65-prozentige Ausnutzung von 2000.
    Zitat von Gertrud Stamm-Holz Beitrag anzeigen
    Wieso sollte das in meinem Sinne sein? Mich interessieren die Entscheidungen anderer Leute nicht und ich bewerte diese auch nicht.
    Das habe ich nicht unterstellt. Sondern meinte es wäre in Ihrem Sinne wenn Menschen das Schicksal ihres Körpers selbst entscheiden können. Das ist ganz was anderes. Oder ist es Ihnen nicht nur egal, was andere Leute entscheiden, sondern auch noch, ob Ihre Entscheidungen respektiert werden?
  6. #135

    oh

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Das habe ich nicht unterstellt. Sondern meinte es wäre in Ihrem Sinne wenn Menschen das Schicksal ihres Körpers selbst entscheiden können. Das ist ganz was anderes. Oder ist es Ihnen nicht nur egal, was andere Leute entscheiden, sondern auch noch, ob Ihre Entscheidungen respektiert werden?
    Ok. Das ist dann bei mir falsch angekommen. Sorry.
  7. #136

    Fragwürdige Unterstellung

    Folgender Satz des Autors ist extrem fragwürdig:
    "Und sie dürfen eines nicht vergessen: Sollte bei ihnen ein Organ versagen, wollen auch sie möglichst schnell ein Transplantat bekommen."
    Woher will er denn wissen, ob wirklich jeder im Bedarfsfall transplantiert werden möchte? Ich z.B. bin mir da nicht so sicher, denn die Vorstellung, dass ein anderer sterben müsste, damit ich weiterleben könnte, finde ich nicht gerade beruhigend. Organspende ist keine Bagatelle, keine Selbstverständlichkeit. Ich möchte mir an dieser Stelle kein Urteil über wartende Patienten erlauben, weil man nie vorher weiß, wie man selber in so einer schwierigen Situation reagieren würde. Aber deshalb jedem gleich den Wunsch nach einer Transplantation zu unterstellen, halte ich für falsch und anmaßend. Zudem setzt der Autor mit diesem Argument potentielle Spender moralisch unter Druck, wozu er kein recht hat, denn eine Spende ist freiwillig und sollte es auch bleiben.
  8. #137

    Zitat von Softship Beitrag anzeigen
    Aber wenn hier so getan wird, dass „die Ärzte“ einen einfach mal „zu früh“ für hirntot erklären, weil man meint sie seien mörderisch und korrupt, dann dürfte man sich nie operieren lassen – da müsste man doch fürchten „plötzlich und unerwartet“ auf dem OP-Tisch zu sterben.
    Bei den meisten OPs gibt es fuer niemanden etwas zu gewinnen, wenn der Patient am Ende hirntot ist. Das Organspende-szenario ist da die grosse Ausnahme. Deshalb ist Ihr Vergleich hier unangemessesen.

    Ich habe bisher niemanden eine „unmoralische Grundhaltung“ attestiert. Aber wer aus moralischen Gründen nicht spenden möchte müsste aus moralischen Gründen auch nicht empfangen wollen. Oder sehen Sie das anders?
    Natuerlich kann man das anders sehen. Nur weil ich dem Organ-Umsatz mit all seiner Problematik skeptisch gegenueber stehe, heisst das doch nicht, dass ich auf ein Spenderorgan verzichten muss, sollte ich eines benoetigen. Das kommt schliesslich von jemandem, der es (hoffentlich) freiwillig gespendet hat. Das ist eine moralisch schluessige Haltung, die die Erhaltung des eigenen Lebens als erste Zielsetzung hat.

    Es gibt derartige "Ungereimtheiten" ja auch auf anderen Gebieten. Lehnt zum beispiel jemand Tierversuche aus moralischen Gruenden ab, wird er in der Regel trotzdem Antibiotika oder Cytostatika etc. annehmen, sollte es denn um sein Leben gehen, auch wenn derartige Medikamente mit Tierversuchen entwickelt wurden. Warum also sollte das bei Transplantationen dann anders sein?
  9. #138

    Zitat von Fortissima Beitrag anzeigen
    Folgender Satz des Autors ist extrem fragwürdig:
    "Und sie dürfen eines nicht vergessen: Sollte bei ihnen ein Organ versagen, wollen auch sie möglichst schnell ein Transplantat bekommen."
    Woher will er denn wissen, ob wirklich jeder im Bedarfsfall transplantiert werden möchte? Ich z.B. bin mir da nicht so sicher, denn die Vorstellung, dass ein anderer sterben müsste, damit ich weiterleben könnte, finde ich nicht gerade beruhigend.
    Der anderer stirbt – leider. Es ist nur eine Frage, ob seine Organe verpflanzt werden oder nicht. Es muss nicht ein anderer sterben damit Sie weiterleben können, sondern Sie können weiterleben, weil jemand der (ohnehin) gestorben ist, seine Organe gespendet hat.
    Zitat von Fortissima Beitrag anzeigen
    Organspende ist keine Bagatelle, keine Selbstverständlichkeit. Ich möchte mir an dieser Stelle kein Urteil über wartende Patienten erlauben, weil man nie vorher weiß, wie man selber in so einer schwierigen Situation reagieren würde. Aber deshalb jedem gleich den Wunsch nach einer Transplantation zu unterstellen, halte ich für falsch und anmaßend.
    Vielleicht beruht seine Aussage auf die Erfahrung der Transplantationsmediziner. Ich habe zuerst – wie viele andere auch - die Transplantation abgelehnt. Aber als ich dann monatelang mit Sauerstoff in der Nase lebte, und feststellte, dass mein Zustand sich unaufhörlich verschlechterte, habe ich meine Meinung – wie viele andere auch – geändert. Ich kenne jetzt seit 10 Jahren viele Transplantierte, Transplantationsmediziner und Tx-Pflegepersonal. Die haben ihre Erfahrungen gemacht – wenn die Lage aussichtslos wird, ändert sich eben häufig mal eine Meinung. Manchmal allerdings zu spät.
    Zitat von Fortissima Beitrag anzeigen
    Zudem setzt der Autor mit diesem Argument potentielle Spender moralisch unter Druck, wozu er kein recht hat, denn eine Spende ist freiwillig und sollte es auch bleiben.
    Man wird ständig „moralisch unter Druck“ gesetzt – auch wegen Sachen, die von geringerer Bedeutung sind. Er hat das Recht seine Meinung zu äußern – genau wie Sie und ich.
  10. #139

    Zitat von the.memory.hole.1984 Beitrag anzeigen
    Bei den meisten OPs gibt es fuer niemanden etwas zu gewinnen, wenn der Patient am Ende hirntot ist. Das Organspende-szenario ist da die grosse Ausnahme. Deshalb ist Ihr Vergleich hier unangemessesen.
    Genau deswegen ist der Vergleich angemessen. Wenn jemand meint Angst vor den bösen, korrupten, mörderischen Ärzten haben zu müssen, weil sie einen „zu früh für hirntot“ erklären, dann darf man wohl kaum sich von ihnen eine Vollnarkose verpassen lassen.
    Zitat von the.memory.hole.1984 Beitrag anzeigen
    Natuerlich kann man das anders sehen. Nur weil ich dem Organ-Umsatz mit all seiner Problematik skeptisch gegenueber stehe, heisst das doch nicht, dass ich auf ein Spenderorgan verzichten muss, sollte ich eines benoetigen. Das kommt schliesslich von jemandem, der es (hoffentlich) freiwillig gespendet hat. Das ist eine moralisch schluessige Haltung, die die Erhaltung des eigenen Lebens als erste Zielsetzung hat.
    Ich schrieb nicht von „skeptisch“, sondern „Aber wer aus moralischen Gründen nicht spenden möchte müsste aus moralischen Gründen auch nicht empfangen wollen.“
    Sie meinen aber scheinbar, dass Sie zwar im Fall der Fälle zu 100 % alle Vorteile der Transplantationsmedizin für sich nutzen würden, aber wären nicht bereit das 1 %ige Risiko einzugehen, dass Sie Spender werden könnten. Das ist überhaupt nicht eine „moralisch schlüssige Haltung“, sondern eine hochgradig egoistische.

    Zitat von the.memory.hole.1984 Beitrag anzeigen
    Es gibt derartige "Ungereimtheiten" ja auch auf anderen Gebieten. Lehnt zum beispiel jemand Tierversuche aus moralischen Gruenden ab, wird er in der Regel trotzdem Antibiotika oder Cytostatika etc. annehmen, sollte es denn um sein Leben gehen, auch wenn derartige Medikamente mit Tierversuchen entwickelt wurden. Warum also sollte das bei Transplantationen dann anders sein?
    Das ist bei Transplantationen nicht anders. Wer Tierversuche kategorisch ablehnt dürfte keine Produkte verwenden, die auf der Basis dieser entstanden sind.


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