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Plädoyer zur Organspende: Mehr Mut für ein hilfreiches Geschenk
DPADie Organspendereform hat den Bundesrat passiert - nun soll die Zahl der Spender steigen. Doch einige Menschen zweifeln am Hirntod, andere wollen nicht darüber nachdenken. Der Medizinethiker Urban Wiesing zeigt in einer Nutzen-Schaden-Abwägung, warum ein Geschenk fürs Leben nach dem Tod so wichtig ist.
http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...835319,00.html
- #110 16.06.2012 15:38 von
Wie reagieren Sie, wenn Sie mit der Nachricht konfrontiert werden, dass Ihr Tod in Bälde kommt, aber eine Transplantation Ihnen ein Weiterleben ermöglichen würde? Ganz gelassen?
Das fordert ja keiner – abgesehen davon, dass das medizinisch gar nicht möglich ist. Es werden nur Menschen dazu aufgefordert, sofern sie spendebereit sind, das zu dokumentieren, falls sie nicht spendebereit sind, das zu dokumentieren und falls sie wollen, dass ihre Familie das im Fall der Fälle entscheidet, das zu dokumentieren. - #111 16.06.2012 16:30 von
Um die "Prothese" als solches geht es nicht.
Sie nehmen einfach an, weil jemand bereut ein neues Herz bzw. Lunge erhalten zu haben, er deswegen die Transplantationsmedizin in Gänze ablehnt. Ich kenne einige Menschen die bereuen transplantiert worden zu sein, aber nochmals, keinen einzigen, der deswegen die Transplantationsmedizin ablehnt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte. - #112 16.06.2012 16:59 von
Rechenfehler
Die Frage, die Sie sich stellen sollten, ist die, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie überhaupt passend versterben? Es sterben pro Jahr ca. 800.000 bis 850.000 Bürger im Land. Davon sind ca. 3.000 Hirntote. Von diesen werden ca. 2.000 tatsächlich als Spender eingesetzt. 1.000 wiederum fallen durch Verweigerung, Nichteignung oder Nichtmeldung durch den Rost.
Auch wenn alle Fälle Verwendung finden würden, der Bedarf liesse sich damit nicht decken.
Das unterschlagen Sie schlicht und fahren dagegen das gern genommene Geschütz auf, die Leute wären nur zu träge. Sie mögen rosa Ringelsöckchen, die seien Ihnen gegönnt. Hören Sie aber auf damit, anderen Leuten rosa Ringelsöckchen als nötige Ausstattung aufdrängen zu wollen und tragen Ihre ganz einfach selbstverständlich und schweigend. - #113 16.06.2012 16:59 von
Mangelnde Sicherheit - Irren ist menschlich!
Wenn der Hirntod der Tod wäre und das ganz sicher wäre, dann würde ich das anders sehen. Aber der Hirntod ist nicht sicher. Fehler geschehen allen Menschen. Außerdem sind weder EEG noch sonst eine Zusatzuntersuchung erforderlich in Deutschland. Es reichen Reflexuntersuchungen und der Atemstillstand-Test (wiederholt). Obwohl das jeder weiß von den Ärzten und Organspendebefürwortern, wird immer wieder auf das sichere EEG und die sicheren neuen Geräte verwiesen, die die Diagnose angeblich ganz sicher machen. Das ist Augenwischerei! Außerdem hat jeder Patient mit schwerster Hirnschädigung das Recht auf Reha und bis dahin sind nach allen Regeln der ärztlichen Kunst alle entlastenden Maßnahmen auszuführen. Wenn keine Druckentlastung für das anschwellende Gehirn vorgenommen wird, weil der Patient zu früh aufgegeben wird, dann MUSS er hirntot werden. Ausnahme sind für mich nur Patienten, die eine entsprechende Verfügung geschrieben haben, dass sie keine lebenserhaltende Intensivmedizin möchten.
- #114 16.06.2012 17:05 von
ok
Guter Einwand.
Krankheit und Tod machen durchaus demütig. Ansonsten herrscht eine "wir dürfen das und wir haben Rechte"-Mentalität, die alles an eben diese Umstände ausblendet.
Wobei, wenn sich Volkes Meinung zum Thema Sterbehilfe mittlerweile gewandelt und kein Gehör findet, so scheint die Denkarbeit verschiedentlich doch nicht eingeschlafen zu sein. - #115 16.06.2012 18:32 von
Sorry,
da muss ich passen. Ich habe es vor kurzem als kleinen Artikel gelesen, kann aber die Quelle nicht mehr ausfindig machen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich sie nochmal brauchen würde.
Noch ein Experiment, für das ich keine Quellenangabe habe: Es wurden komatösen Patienten Fragen gestellt, die sie, da sie ja nicht sprechen können, mit Gedanken beantworten sollten. Das Konzept dahinter war, dass wenn man z.B. an "Sport" denkt andere Hirnareale aktiviert werden als wenn man an "Essen" denkt. Sie wurden also instruiert, wenn sie die Frage mit mit "ja" beantworten wollten, sollten sie an "Sport" denken, bei "nein" an "Essen". Und es hat teilweise funktioniert. - #116 16.06.2012 18:54 von
Da kann ich weiterhelfen
Der Artikel stand in mehreren Zeitungen, z.B. Frankfurter Rundschau oder Berliner Zeitung mit der Überschrift 'Der Student, der jüngst noch "hirntot" war'.
Hier ein Link Organspende: Der Student, der jüngst noch "hirntot" war | Wissen*- Frankfurter Rundschau - #117 16.06.2012 18:58 von
- #118 16.06.2012 19:01 von
Quelle
Vielleicht kann ich helfen:
Organspende: Der Student, der jüngst noch "hirntot" war | Wissen*- Frankfurter Rundschau - #119 16.06.2012 19:05 von
Wie ich vermutet habe, hat sich das im Ausland ereignet.
Im Artikel steht nochAndreas Unterberg hält es deshalb auch für „ausgeschlossen und unmöglich“, dass so etwas in Deutschland passieren könnte – menschliches Fehlverhalten ausgeschlossen. Der Heidelberger Neurochirurg vermutet zudem, dass man bei Steven Thorpe nicht lange genug gewartet habe, bis die Medikamente aus dem Körper verschwunden waren. Dies könnte das Ergebnis verfälscht haben. „Wir machen hier auch immer noch eine Blutentnahme“, sagt Unterberg. Erst wenn der Medikamentenspiegel unter einem bestimmten Wert liege, dürfe man mit der Hirntoddiagnostik beginnen. „Nach einem künstlichen Koma kann das länger dauern.“
Nikolai Hopf, Ärztlicher Direktor der Neurochirurgischen Klinik am Klinikum Stuttgart, findet es ebenfalls „extrem schwierig“, bereits nach zwei Tagen einen Patienten aufzugeben. Grundsätzlich sei es ein „sehr heikles Thema“, denn die Methoden der Hirntoddiagnostik würden auch in Deutschland „immer wieder sehr sensibel diskutiert“. Liegt allerdings ein deutscher Patient in einer ausländischen Klinik, dann gelten auch die dortigen Regeln.
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