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Plädoyer einer Professorin: Kiezdeutsch rockt, ischwör!

CorbisSprachbewahrer kämpfen verbissen gegen Kiezdeutsch. Der Schulhof-Slang verhunzt unsere Sprache, meinen sie. Alles Quatsch, sagt die Sprachforscherin Heike Wiese. Denn Kiezdeutsch sei genauso ein Dialekt wie Bayerisch und Schwäbisch. Ein Gastbeitrag.

Plädoyer einer Professorin: Kiezdeutsch rockt, ischwör! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
  1. #40

    "lassma" ist im übigen kein neues wort udn kiezdeutsch- das kenne ich schon seit mindestens 30jahren
  2. #41

    Kann ich nur unterschreiben

    Zitat von eziorw Beitrag anzeigen
    Als Wahl-Neuköllner beherrsche auch ich diese "Sprache", und zwar ziemlich authentisch wie ich meine - wallah ischwör.
    Das ist in manchen Situationen (spät Abends am Bahnhof in Bochum etwa) äußerst hilfreich!

    Zitat von eziorw Beitrag anzeigen
    Aber mal ernsthaft, weistu: Die Lans wo das auch im Alltag spreschn könn halt oft nisch so rischtisch korregdes Deutsch so. Und wenn sie sisch dann immer so unterhaltn in diesen komischem "Kiezdeutsch" da - also isch bin mir nisch sischa ob das so gut is wegen Reschtschreibung und so weistu. Weil isch mach das halt eher so zum Spaß weistu aber die meisten kriegns dann halt nisch auf die Reihe sich bei einem Vorstellungsgespräch in klarem, verständlichem Deutsch auszudrücken.
    Auch als Ruhrgebietsansässiger kann ich mich dieser Meinung hundertprozentig anschließen.
  3. #42

    ..

    Ein Dialekt wie z.b. Bayrisch deutet auf die geographische Herkunft des Sprechers hin.

    Kiezdeutsch, zumindest wenn es ausserhalb des Freundeskreises verwendet wird, zeigt nur die soziale Herkunft eines Menschen.

    Aus welchem Ghetto er dann räumlich gesehen kommt ist auch egal.
  4. #43

    Falsche Vorgaben

    Die Autorin setzt voraus, dass diejenigen, die sich des vermeintlich neuen Dialektes bedienen, auch das Hochdeutsche beherrschen und über genügend Sprachkompetenz verfügen, um den Gebrauch des jeweiligen Sprachmusters der Situation anzupassen. Diese Betrachtungsweise geht leider an der Realität vorbei. Natürlich kann man das nicht mit einer 100%igen Genauigkeit sagen, aber in diesem Fall gehe ich bei der wissenschaftlichen Vorgehensweise der Autorin von Voreingenommenheit und Blauäugigkeit aus.

    Zitat von lichtwort.de Beitrag anzeigen
    Man vergisst, dass jeder Dialekt durch schlampige Benutzung der eigentlichen Hochsprache entsteht. So einfach ist das.
    Diese Behauptung eines Foristen ist hingegen absoluter Quatsch. Die Entstehungsgeschichte des Hochdeutschen spricht eine andere Sprache. Dieses Argument in diesem Kontext einzubringen hat Kindergartentantenniveau.
  5. #44

    Probe aufs Exempel

    Sehr geehrte Frau Wiese, möglich, das Sie Recht haben. Mich würde trotzdem mal die Probe aufs Exempel interessieren.
    Bayern und Sachsen haben beispielsweise kein Problem, Hochdeutsch zu schreiben.
    Wie sieht es denn aus mit Ihren "Kiezdeutsch"-Sprechern? Und müsste man die Gruppe nicht differenzieren in solche, die "Kiezdeutsch" nur aus sozialer Anpassung heraus sprechen und solchen, die gar keiner Hochsprache mächtig sind?

    Freue mich über Ihre Antwort, bitte mit Nachweisen.
  6. #45

    Differenzierung

    Ein Slang ist kein Dialekt.
    Jargon
  7. #46

    Bravo!

    Zitat von clageo Beitrag anzeigen
    Im Land der Dichter und Denker gibt es eine sog. " Sprachforscherin ", die uns weismachen will, sog. " Kiezdeutsch " wäre denauso ein Dialekt wie bayrisch oder schwäbisch. Geht's eigentlich noch dümmer? Die Schwaben und Bayern sind deutsche Volksstämme und haben deshalb ihren eigenen Dialekt. Kiezdeutsch, besser wäre Türkendeutsch, steht für mangelnde Integrationsbereitschaft. Gebildete Türken sprechen nämlich sehr wohl ein gutes Deutsch. Mit anderen Worten auch in diesem Punkt hat Sarrazin 100% Recht.

    Man kann und muss solche sprachliche Wucherungen zwar genau so wenig verbieten wie richtige deutsche Dialekte, nur muss man sie deshalb noch lange nicht pseudo-wissenschaftlich legitimieren auf auf die gleiche Stufe heben wollen.
  8. #47

    Verblödung wird schöngeredet

    Ich höre hier in Berlin zusehends eine Halbsprache, die eher primitiv ist und mangels Vokabular auch keinen intelligenten Sätze zulässt.
  9. #48

    Kultur

    Zitat von bigpeng Beitrag anzeigen
    Genauer gesagt: Von dem semantisch mächtigen Kulturbegriff
    hat die Sprache neben der Ethik einen sehr bedeutenden Anteil
    und ist somit in diesen Kulturbegriff nicht nur eingebettet, sondern
    auch fest verankert.
    Wenn hier also in diesem Zusammenhang von "Q u a t s c h"GEREDEt
    wird, dann trifft dies ausschließlich nur auf diesen Kommentar zu.
    Sie scheinen den Begriff "Kultur" zu verwenden in einer Bedeutung, die bewertend ist -- im Gegensatz zu bspw. Anthropologen, die ihn wertfrei benutzen.
    Nach Ihrer Definition scheinen z.B. Amazonasvölker keine Kultur haben, da diese keine "Hochsprache" haben (die Definition einer Hochsprache im Gegensatz zu einem Dialekt/Soziolekt ist ja keine sprachliche, sondern eine rein politische).
    Ich stimme Ihnen zu bzw. gehe sogar noch weiter, indem ich sage, dass Sprache die Kultur vielleicht erst möglich macht (durch die Weitergabe von Informationen).
    Da Sprache aber eine universelle Eigenschaft von Homo Sapiens ist (jedes Volk hat Sprache), kann auch jedes Volk eine Kultur aufbauen (und tut es selbstverständlich auch).

    Zitat von bigpeng Beitrag anzeigen
    Dieses "Kiez-Deutsch?" mit Kultur in Verbindung bringen zu wollen, das vermag nur der vom Zeitgeist total vernebelte Intellekt.
    Was ist das Problem, Kiez-Deutsch mit Kiez-Kultur in Verbindung zu bringen? Und Kiez-Kultur ist nun mal ein Beispiel für eine gewisse Art der Integration (wenn auch vielleicht nicht die von oben gewünschte).
  10. #49

    Dialekte

    Der Schulhof-Slang verhunzt unsere Sprache, meinen sie. Alles Quatsch, sagt die Sprachforscherin Heike Wiese. Denn Kiezdeutsch sei genauso ein Dialekt wie Bayerisch und Schwäbisch.
    Byerisch und Schwäbisch verhunzen unsere Sprache auch. So, was jetzt?








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