Eigentlich noch schöner klingt der Begriff "Kanak Sprak" nach einem Buch von Feridun Zaimoglu.
>>>Kanak Sprak
CorbisSprachbewahrer kämpfen verbissen gegen Kiezdeutsch. Der Schulhof-Slang verhunzt unsere Sprache, meinen sie. Alles Quatsch, sagt die Sprachforscherin Heike Wiese. Denn Kiezdeutsch sei genauso ein Dialekt wie Bayerisch und Schwäbisch. Ein Gastbeitrag.
Plädoyer einer Professorin: Kiezdeutsch rockt, ischwör! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
Eigentlich noch schöner klingt der Begriff "Kanak Sprak" nach einem Buch von Feridun Zaimoglu.
>>>Kanak Sprak
Immerhin glänzen Sie mit brillianten Argumenten, statt mit unbelegbaren Behauptungen.
Abzüge gibt es in der B-Note:
Sie haben den Hinweis auf "Stammtisch" und "latenten Rassismus" in Ihrem Beitrag vergessen ;-)
Zum Thema:
Wer zwischen "Kanack" und Hochdeutsch wechseln kann soll es doch tun. Bei vielen bezweifle ich das.
Wie ich bereits sagte, im Großteil Deutschlands wird man keine "Snowboarder" als Teil einer Jugendkultur antreffen. München ist da logischerweise die Ausnahme. Aber sie können sich schon vorstellen, dass im Rest bzw im Großteil Deutschlands eher selten Snowboard gefahren wird.
Abgesehen davon: "alda lan" haben sie ja jetzt hinzugefügt. Das ist kein Kiezdeutsch, auch wenn sie das glauben.
... ist es, alle über einen Kamm zu scheren.
Es wird wesentlich mehr Menschen geben, die Kiezdeutsch und "normales Deutsch" beherrschen, als es bairische oder schwäbische Dialektler gibt die des "Hochdeutschen" mächtig sind.
Die hier verbreiteten Klischees und Vorurteile sind nur peinlich.
Sprachwissenschaftlich gesehen ist es ein Dialekt - Fakt!
Was heißt das bitte schön, meinen Sie die Kinder in Berlin Neukölln lernen an der Schule kein Hochdeutsch- natürlich tun sie das ich lebe in Berlin und kann mich hervorragend mit denen unterhalten.
Gebürtig komme ich von der Mosel, dort spricht man Moselfränkisch, eine Mischung aus Französisch, Deutsch und Latein- Platt---
Das versteht kein Mensch der nicht da unten geboren ist-
Als Hinweis noch: Die Kinder von der Mosel konnten nach dem Krieg auch kein Hochdeutsch, sie haben es später in ihrem Leben gelernt.... Dennoch höre ich sofort hier in Berlin wenn jemand aus dem Mosel bis Rhein gebiet kommt.... Derjenige kann es im Hochdeutsch nicht verbergen, genausowenig wie der Bayer oder der Berliner seine Herkunft im Hochdeutschen vollkommen verstecken kann.Moselfränkisch unterscheidet sich deutlich von den übrigen deutschen Mundarten. Ein Beitrag der Deutschen Welle aus dem Jahr 2009 nennt den moselfränkischen Dialekt einen „Exot“ unter den deutschen Dialekten, die Sprache an der Mosel klinge bunt, wild und ganz anders.
Im Gegensatz dazu beschreibt ein Reisebuch aus dem Jahre 1840 das Moselfränkische in der Stadt Trier so: Die Sprache hat in ihrer volltönenden Breite etwas ungemein treuherziges und gemüthliches.
In der Tat wird Moselfränkisch von anderen Deutschsprechenden außerhalb der moselfränkischen Sprachgruppe nur schwer oder überhaupt nicht verstanden.
Der Moselfranke bezeichnet seinen Dialekt als "Platt": Mir schwaätzen Platt – wir sprechen Platt. Trierer Platt nennen die Bewohner der Stadt Trier ihre Mundart, die Bewohner der Hunsrückregion sprechen von Hunsrücker Platt, die Bewohner der Eifel von Eifeler oder Eifler Platt.
Und das ist ja auch gut so- das macht die Sprache lebendig bunt.
Fahren sie mal an die Mosel, nicht nur eine bunte Sprache sondern auch eine bunte idyllische Landschaft. Das sie da unten auch einen der bestenWeine Deutschlands finden ist kein Zufall, denn die Römer brachten den Weinbau an die Mosel.
Abschließend, ihre Bemerkung ist nicht recht überlegt, jedes Dialekt leitet sich wohl aus einer Sprache ab die mal Standard war....eine eigene Sprache ist immens wichtig um sich selbst zu identifizieren. Nichts anderes tun die Jungens und Mädels im Kiez- sie entwickeln ihre eigenen Mundart. So haben es die Moselaner vor 2000 Jahren wohl auch getan...
Ihre Quelle würde mich interessieren. Diverse Lexika sehen das deutlich differenzierter
Nein! Genau diese Auffassung galt im 18. und 19. Jahrhundert zu Zeiten eines Herrn Grimm. Die Linguistik hat sich seitdem allerdings etwas weiterentwickelt.Dialekt ist die langfristig-historische Entwicklung der Sprache einer ethnischen Gruppe oder Untergruppe wie Schwaben,Bayern etc. Dialekt ist keine Verhunzung der Hochsprache oder fehlerhafte Hochsprache, denn die Dialekte waren vor unserer Hochsprache da. Bayrisch ist wesentlich älter als Hochdeutsch.
Sie suggerieren hier ein Eindeutigkeit in der Definition, die man so nur bei Wikipedia findet.
Die Zuordnung zu älteren Stammesnamen ist ein mögliches Kennzeichen.
Die soziale und räumliche Zuordnung ein anderes Kennzeichen. Die räumliche und soziale Zuordnung ist im Bereich der Kiezsprache eindeutig gegeben. Insofern ist ihre Schlussfolgerung falsch:
Das ist schlicht falsch.Kiezdeutsch ist ein sogenannter Soziolekt, populär ausgedrückt ein Slang. Die verhunzte, fehlerhafte Sprache einer sozialen Schicht, manchmal auch die Kombination von verschiedenen Sprachen oder Dialekten.
Der Soziolekt ist die Gesamtheit der sprachlichen Besonderheiten einer sozialen Gruppe. Damit nicht jede Sprache oder Varietät als Soziolekt gilt, muss die Gruppe anders konstituiert sein sein als allein sprachlich z.B. durch einen geminsamen Arbeitsplatz.
Das schließt nicht aus, dass innerhalb eines Dialektes verschiedene Soziolekte gesprochen werden oder innerhalb eines Soziolektes verschiedene Dialekte. Sie generieren einen Gegensatz zwischen Soziolekt und Dialekt, den es einfach nicht gibt.
Mich würde interessieren, wie denn - so ganz pragmatisch - eine Veränderung der Sprache realistisch und effektiv aufgehalten werden könnte?
Vielleicht könnte man mit einer Einigung auf die Fassung der deutschen Sprache beginnen: Nehmen wir eine zeitgenössische Version? Lieber etwas bodenständigeres, älteres, damit wir auch noch den Goethe lesen können? Oder (heieiei...) doch was moderneres, so dass auch das Wort "Handy" weiterhin benutzt werden kann, ohne dass man als krimineller, ungebildeter Immigrant beschimpft werden kann?
Und weiter: Was machen wir mit Anglizismen? Oder Worten wie "Portemonnaie" und "Döner"? Wird Bayern dazu verpflichtet, statt "Mia san Mia" endlich "Wir sind wir" zu sagen? Halt , nicht nur zu sagen, auch zu denken?
Welche Strafe hätte ich zu erwarten, wenn ich ein Wort benutze, welches nicht im entsprechenden Duden steht?
Also, einfach wird das nicht...
Gefühlte 10 Mal wurde hier schon berichtigt, dass es "bairisch" und nicht "bayrisch" heisst ...
Denkfehler - die können sich verständlich ausdrücken, aber tun dies untereinander und genau das ist ja auch so gewollt. Das sie es nicht verstehen ist dabei doch zwingend. Setzen sie sich doch mal im Schwarzwald oder im Bayrischen Wald an einen Stammtisch - da geht es ihnen genauso. Nur würden sie dort nicht mit ihren Sozialklischees anfangen, oder?