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Plädoyer einer Professorin: Kiezdeutsch rockt, ischwör!

CorbisSprachbewahrer kämpfen verbissen gegen Kiezdeutsch. Der Schulhof-Slang verhunzt unsere Sprache, meinen sie. Alles Quatsch, sagt die Sprachforscherin Heike Wiese. Denn Kiezdeutsch sei genauso ein Dialekt wie Bayerisch und Schwäbisch. Ein Gastbeitrag.

Plädoyer einer Professorin: Kiezdeutsch rockt, ischwör! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
  1. #160

    Zitat von Spiegelleser2.0 Beitrag anzeigen
    (...) bekannt auch unter (vulgo) "Kanacksprech"! (...)
    Eigentlich noch schöner klingt der Begriff "Kanak Sprak" nach einem Buch von Feridun Zaimoglu.


    >>>Kanak Sprak
  2. #161

    Immerhin

    Zitat von snay Beitrag anzeigen
    Bei den Kommentaren zu dem Artikel wird klar, warum Sarrazins Buch ein Bestseller wurde. Wenn überhaupt auf das eigentliche Thema eingegangen wird, dann fast immer im Kontext von Migranten, ungebildet, unwillig, unfähig.
    [...]
    Ich bin sicher jemand von denen über die ich rede hat sich die Mühe schon gemacht und den Artikel in seinem Stammforum auf PoliticallyIncorrect verlinkt. Falls nicht, holt es nach, die Antworten dort werden euch das Gefühl geben dass ihr Recht habt. Bisher siehts hier ja auch nicht viel anders aus.
    Immerhin glänzen Sie mit brillianten Argumenten, statt mit unbelegbaren Behauptungen.
    Abzüge gibt es in der B-Note:
    Sie haben den Hinweis auf "Stammtisch" und "latenten Rassismus" in Ihrem Beitrag vergessen ;-)

    Zum Thema:
    Wer zwischen "Kanack" und Hochdeutsch wechseln kann soll es doch tun. Bei vielen bezweifle ich das.
  3. #162

    Zitat von aubrac Beitrag anzeigen
    Ich weiß ja nicht, wo Sie zur Schule gingen. In den Münchner Gymnasien gibt es aber etliche Jugendliche, die in ihrer Freizeit Snowboarden, Skaten usw. Nur weil Sie persönlich diese 'nie sahen', heißt das nicht, dass es diese nicht gibt. Glauben Sie mir, wenn diese Jugendlichen 'Isch knall Dir eine alda Lan' sagen, meinen die es als Verächtlichmachung. Das klingt nicht nur so, dass ist so.
    Auch wenn das für Sie verletzend ist.
    Wie ich bereits sagte, im Großteil Deutschlands wird man keine "Snowboarder" als Teil einer Jugendkultur antreffen. München ist da logischerweise die Ausnahme. Aber sie können sich schon vorstellen, dass im Rest bzw im Großteil Deutschlands eher selten Snowboard gefahren wird.
    Abgesehen davon: "alda lan" haben sie ja jetzt hinzugefügt. Das ist kein Kiezdeutsch, auch wenn sie das glauben.
  4. #163

    Dumm und falsch ...

    Zitat von soldev Beitrag anzeigen
    ...ist und bleibt eine Artikulation von Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, sich abgrenzen wollen und/oder cool sein wollen, aber sorry...

    "Du geben Handy, sonscht isch böse...!"

    ...ein Dialekt..LOL
    ... ist es, alle über einen Kamm zu scheren.
    Es wird wesentlich mehr Menschen geben, die Kiezdeutsch und "normales Deutsch" beherrschen, als es bairische oder schwäbische Dialektler gibt die des "Hochdeutschen" mächtig sind.
    Die hier verbreiteten Klischees und Vorurteile sind nur peinlich.
    Sprachwissenschaftlich gesehen ist es ein Dialekt - Fakt!
  5. #164

    Isch kumm von dr Mousel!!!

    Zitat von pawel-kortschagin Beitrag anzeigen
    Ganz einfach, weil es falsches Deutsch ist.
    ...und weil die, die es sprechen kein Hochdeutsch können und kaum in der Lage wären, sich in einem möglichen Arbeitsprozess verständlich auszudrücken.
    Dieses Kiezdeutsch ist Getthodeutsch und nur für den Gebrauch in Getthos nach amerikanischem Vorbild geeignet. Außerhalb dieser Grenzen (Kieze) sollte man in der Lage sein, Hochdeutsch zu reden.
    Was heißt das bitte schön, meinen Sie die Kinder in Berlin Neukölln lernen an der Schule kein Hochdeutsch- natürlich tun sie das ich lebe in Berlin und kann mich hervorragend mit denen unterhalten.
    Gebürtig komme ich von der Mosel, dort spricht man Moselfränkisch, eine Mischung aus Französisch, Deutsch und Latein- Platt---
    Das versteht kein Mensch der nicht da unten geboren ist-

    Moselfränkisch unterscheidet sich deutlich von den übrigen deutschen Mundarten. Ein Beitrag der Deutschen Welle aus dem Jahr 2009 nennt den moselfränkischen Dialekt einen „Exot“ unter den deutschen Dialekten, die Sprache an der Mosel klinge bunt, wild und ganz anders.

    Im Gegensatz dazu beschreibt ein Reisebuch aus dem Jahre 1840 das Moselfränkische in der Stadt Trier so: Die Sprache hat in ihrer volltönenden Breite etwas ungemein treuherziges und gemüthliches.

    In der Tat wird Moselfränkisch von anderen Deutschsprechenden außerhalb der moselfränkischen Sprachgruppe nur schwer oder überhaupt nicht verstanden.

    Der Moselfranke bezeichnet seinen Dialekt als "Platt": Mir schwaätzen Platt – wir sprechen Platt. Trierer Platt nennen die Bewohner der Stadt Trier ihre Mundart, die Bewohner der Hunsrückregion sprechen von Hunsrücker Platt, die Bewohner der Eifel von Eifeler oder Eifler Platt.
    Als Hinweis noch: Die Kinder von der Mosel konnten nach dem Krieg auch kein Hochdeutsch, sie haben es später in ihrem Leben gelernt.... Dennoch höre ich sofort hier in Berlin wenn jemand aus dem Mosel bis Rhein gebiet kommt.... Derjenige kann es im Hochdeutsch nicht verbergen, genausowenig wie der Bayer oder der Berliner seine Herkunft im Hochdeutschen vollkommen verstecken kann.

    Und das ist ja auch gut so- das macht die Sprache lebendig bunt.
    Fahren sie mal an die Mosel, nicht nur eine bunte Sprache sondern auch eine bunte idyllische Landschaft. Das sie da unten auch einen der bestenWeine Deutschlands finden ist kein Zufall, denn die Römer brachten den Weinbau an die Mosel.

    Abschließend, ihre Bemerkung ist nicht recht überlegt, jedes Dialekt leitet sich wohl aus einer Sprache ab die mal Standard war....eine eigene Sprache ist immens wichtig um sich selbst zu identifizieren. Nichts anderes tun die Jungens und Mädels im Kiez- sie entwickeln ihre eigenen Mundart. So haben es die Moselaner vor 2000 Jahren wohl auch getan...
  6. #165

    Zitat von hermie9 Beitrag anzeigen
    Entweder hat sie keine Ahnung von Sprachwissenschaft oder sie verleugnet sie. Da auch viele Kommentatoren hier einem Mißverständnis erliegen, hier eine kurze Klarstellung:
    Ihre Quelle würde mich interessieren. Diverse Lexika sehen das deutlich differenzierter

    Dialekt ist die langfristig-historische Entwicklung der Sprache einer ethnischen Gruppe oder Untergruppe wie Schwaben,Bayern etc. Dialekt ist keine Verhunzung der Hochsprache oder fehlerhafte Hochsprache, denn die Dialekte waren vor unserer Hochsprache da. Bayrisch ist wesentlich älter als Hochdeutsch.
    Nein! Genau diese Auffassung galt im 18. und 19. Jahrhundert zu Zeiten eines Herrn Grimm. Die Linguistik hat sich seitdem allerdings etwas weiterentwickelt.
    Sie suggerieren hier ein Eindeutigkeit in der Definition, die man so nur bei Wikipedia findet.
    Die Zuordnung zu älteren Stammesnamen ist ein mögliches Kennzeichen.
    Die soziale und räumliche Zuordnung ein anderes Kennzeichen. Die räumliche und soziale Zuordnung ist im Bereich der Kiezsprache eindeutig gegeben. Insofern ist ihre Schlussfolgerung falsch:

    Kiezdeutsch ist ein sogenannter Soziolekt, populär ausgedrückt ein Slang. Die verhunzte, fehlerhafte Sprache einer sozialen Schicht, manchmal auch die Kombination von verschiedenen Sprachen oder Dialekten.
    Das ist schlicht falsch.

    Der Soziolekt ist die Gesamtheit der sprachlichen Besonderheiten einer sozialen Gruppe. Damit nicht jede Sprache oder Varietät als Soziolekt gilt, muss die Gruppe anders konstituiert sein sein als allein sprachlich z.B. durch einen geminsamen Arbeitsplatz.
    Das schließt nicht aus, dass innerhalb eines Dialektes verschiedene Soziolekte gesprochen werden oder innerhalb eines Soziolektes verschiedene Dialekte. Sie generieren einen Gegensatz zwischen Soziolekt und Dialekt, den es einfach nicht gibt.
  7. #166

    Welches Deutsch?

    Mich würde interessieren, wie denn - so ganz pragmatisch - eine Veränderung der Sprache realistisch und effektiv aufgehalten werden könnte?
    Vielleicht könnte man mit einer Einigung auf die Fassung der deutschen Sprache beginnen: Nehmen wir eine zeitgenössische Version? Lieber etwas bodenständigeres, älteres, damit wir auch noch den Goethe lesen können? Oder (heieiei...) doch was moderneres, so dass auch das Wort "Handy" weiterhin benutzt werden kann, ohne dass man als krimineller, ungebildeter Immigrant beschimpft werden kann?

    Und weiter: Was machen wir mit Anglizismen? Oder Worten wie "Portemonnaie" und "Döner"? Wird Bayern dazu verpflichtet, statt "Mia san Mia" endlich "Wir sind wir" zu sagen? Halt , nicht nur zu sagen, auch zu denken?
    Welche Strafe hätte ich zu erwarten, wenn ich ein Wort benutze, welches nicht im entsprechenden Duden steht?
    Also, einfach wird das nicht...
  8. #167

    Kann man mit der Propaganda für dieses Buch bitte mal aufhören?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sprachbewahrer kämpfen verbissen gegen Kiezdeutsch. Der Schulhof-Slang verhunzt unsere Sprache, meinen sie. Alles Quatsch, sagt die Sprachforscherin <i>Heike Wiese</i>. Denn Kiezdeutsch sei genauso ein Dialekt wie Bayerisch und Schwäbisch. Ein Gastbeitrag.

    Plädoyer einer Professorin: Kiezdeutsch rockt, ischwör! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Kann mit der Propaganda für diese fragwürdige "Wissenschaftlerin" bitte mal aufhören? SPON hat sich nun schon zweimal mit diesen nicht allzu amüsanten "Erkenntnissen" beschäftigt und jetzt wird uns auch noch ein "Sprachtest" aufgedrängt. Es reicht.
  9. #168

    Zitat von tj79 Beitrag anzeigen
    [...]
    Aus Sicht eines Sprachforschers ist also Kiezdeutsch genauso interessant wie Bayrisch, oder Hochdeutsch. Aus Ihrer Sicht ist Kiezdeutsch eben die Sprache einer sozialen Gruppe, die Sie offenbar nicht mögen und daher mögen Sie die Sprache nicht. Das würde aber wahrscheinlich auch zutreffen, wenn sie statt Kiezdeutsch Ruhrplatt oder sächsisch sprechen würden.
    Gefühlte 10 Mal wurde hier schon berichtigt, dass es "bairisch" und nicht "bayrisch" heisst ...
  10. #169

    Zu kurz gedacht

    Zitat von meging Beitrag anzeigen
    Nachdem ich vor kurzem wieder in der U-Bahn mit dem "Gheddogestottere" konfrontiert wurde, muss ich der Autorin widersprechen: Das ganze mit einem voll ausgeprägtem Dialekt zu vergleichen ist in etwa so als würde man jemandem nach einem Erste-Hilfe-Kurs die selbe Qualifikation zusprechen wie einem Chefarzt.

    Das sich Jugendliche abgrenzen wollen, alles schön und gut, das hat jede Generation gemacht, das wird auch in Zukunft so sein. Aber irgendwo ist eine Grenze, und die ist genau da, wo sich die Leute dann nicht mal mehr halbwegs verständlich ausdrücken können.
    Denkfehler - die können sich verständlich ausdrücken, aber tun dies untereinander und genau das ist ja auch so gewollt. Das sie es nicht verstehen ist dabei doch zwingend. Setzen sie sich doch mal im Schwarzwald oder im Bayrischen Wald an einen Stammtisch - da geht es ihnen genauso. Nur würden sie dort nicht mit ihren Sozialklischees anfangen, oder?








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