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Piratenprozess in Hamburg: Die Verschreckten der Meere

In Hamburg hat der Piratenprozess gegen zehn Somalier begonnen. Die Verteidiger versuchen, Verständnis für die Lebensumstände der Männer zu wecken: Ihr Land*ist kaputt, das Meer überfischt, Hunderttausende hungern. Und sind die ängstlich wirkenden Angeklagten überhaupt strafmündig?

http://www.spiegel.de/panorama/justi...730480,00.html
  1. #1

    Antwort

    Nun geht es schon wieder los: Mitleid mit den Tätern. Das sind alles arme Schlucker, man muss doch Verständnis haben, sind doch noch so jung, Kinder gar, die anfangen zu weinen. Man glaubt es nicht, dass die ein Schiff gekapert haben.
    Am besten, wir vergeben ihnen und schicken sie nach Hause zu Mammi, natürlich inklusive einer anständigen Entschädigung für erlittene Unbill wie Verschleppung und Zwangsröntgen.
  2. #2

    Unwichtig...

    ..., welche Bedingungen in Somalia herrschen.

    Ursachenbekämpfung tut auch nichts zur Sache und ist nicht Aufgabe des Gerichts. Zwar gehts den Somaliern in deutschen Gefängnissen wohl besser als in Somalia in Freiheit, trotzdem freue ich mich auf harte Rechtsprechung.

    Andernfalls könnte ja künftig jeder Langzeitarbeitslose mit Berufung hierauf den örtlichen Kiosk plündern.
  3. #3

    Kopfschütteln ...

    SPON: "Mit dem Angeklagten wie mit einem Stück Fleisch umgegangen".

    Dieser Vorwurf in Zusammenhang mit einer ärztlichen Untersuchung zur Feststellung des Alters der Angeklagten ist unerträglich.

    Dann bleibt ja wenigstens zu hoffen, dass die Piraten vor Somalia mit den Geiseln humaner verfahren.

    Den Piratenprozess könnte man sich sparen, zumal diesen Verfahren mit höchster Wahrscheinlich ohnehin Asylverfahren folgen werden.

    Der Piraterie vor Somalia kann mit westeuropäischer Rechtsstaatlichkeit nicht effizient beigekommen worden.

    In failed states und deren Gesellschaften dürfte eine andere Sprache deutlicher sowie besser verstanden werden und sich sehr schnell herumsprechen!
  4. #4

    Die Schreiberin...

    ...dieses Artikels haette sich wenigstens darum mebuehen können neutral zu klingen.
    Als jemand der seleber zur See faehrt fehlt mir jegliche Sympathi fuer diese Piraten. Ob vor Somlaia, Indonesien oder West-Afrika oder wo auch immer.
    Die Seefahrt ist gefaehlrich genug, ohne dass man Angst davor haben muss von schwerbewaffneten, oftmals zugedroehnten Piraten angegriffen zu werden, die keine Ruecksicht auf die Seeleute nehmen. jetzt natuerlich sind wieder alle anderen Schuild an derem Ungelueck. ich bezweifle gar nicht dass die unfaire Fischerei Politik, insbesondee der EU, die Arbeitsplaetze und den Fischfang in vielen regionen Afrikas bedroht oder gar komplett kaputt gemacht hat.
    Dies ist ein politisched problem das sehr schnell zu lösen waere wenn die EU nur wollte.
    Das gibt aber den ehemaligen "Fischern" , wenn sie das dennn sind, nicht das Recht andere zu terrorisieren! Sie wirken ueberhaupt nicht aengstlicg wenn sie mit gewehren und RPG's die Schiffe angreifen und ganze Mannschaften entfuehren. Sorry, da fehlt mir einfach die Sympathie fuer diese Piraten.
    Null Toleranz im Falle von Piraterie!

    natuerlich darf man keinen 13 jaehrigen vor gericht stellen, und amn sollte ihn einffach zureuckschiocken...so ist under rechtssystem nun einmal. Aber die anderen?

    Zur UN...Somalia ist nicht ein Staat dem nichteinaml die UN mehr helfen kann, sondern helfen will! Es gibt einfach kein uebergeordnetes Gut dass sicj-h die Weltgemeinschaft von Somalia verspricht. Das ist anders mit regionen die viel Bodenschaetze und Rohstoffe zu bieten haben. Die UN hat die Somlaier im Stich gelassen, und z3ar schaendlich...wie soviele davor...Balkan, Sudan, Ruanda, ...

    Wuerden die Piraten auslaendische Fischereifahrzeuge behuindern oder sabotieren wie es greenpeace oder Sea-Shepard tun, ohne die mannschaften zu gefawehreden, und um auf die Fischausbeutung speziell der EU hinzuweisen...sie haetten meine volle Untersteutzung. Aber nicht fuer Piraterie. Da bleibe ich dabei...null Toleranz.
  5. #5

    zu einfach oder zu kompliziert ?

    Keiner mag mich leiden - niemand hat mich gern.
    Dann begehe ich ein schweres Verbrechen und alle waren Schuld, nur ich nicht selbst - das ist zu einfach.

    Egal wie die Lebensumstände sind, eröffnet das für jemanden das Recht, schwere Straftaten oder Verbrechen zu begehen? Internationale Erpressungen auszuführen?

    Eindeutig : NEIN

    Sollte das jedoch vom Gericht so gesehen werden, bin ich gespannt auf Urteile nach dem Strafgesetzbuch in den kommenden Jahren !!! Denn es gilt für alle Straftäter auch der Gleichheitsgrundsatz - so oder so.
  6. #6

    Die Anwälte

    Also Anwalt ist ja schon ein doller Beruf.

    Klar soll jedem ein fairer Prozess gemacht werden und natürlich soll jeder eine anständige Verteidigung bekommen.

    Aber die Versuche, bei eindeutig bewiesenen Straftaten, mittels juristischer Klauseln eine Einstellung des Verfahrens zu veruschen ist doch etwas ekelhaft. Diese Leute haben einen bewaffneten Raubüberfall mit Geiselnahme auf einem deutschen Schiff durchgeführt - und stehen dafür nun vor einem deutschen Gericht (mal ganz nebenbei dürfte das für die wie einer 6er im Lotto sein).

    Zum Thema Alter und Röntgen: Das geht schon sehr genau mit der Altersbestimmung anhand des Knochenwachstums. Und ob man ihm nun jetzt erklärt, was man genau macht oder nicht hat mal absolut keinen Einfluss auf die Bilder oder deren Authentizität... .

    Und die beiden Frauen, die mit dem Plakat dort stehen "We are no Piraters, we are fisherman" (oder so ähnlich). Vielleicht sollten die das mal der Besatzung sagen, oder den Angehörigen von noch immer in Geiselhaft sitzenden Seeleuten oder noch besser den Angehörigen von durch Piraten getötete Seeleute... . Wenn ich ne Bank überfalle war ich vorher meist auch nicht reich und hab das aus Abenteuerlust gemacht - trotzdem gehöre ich dafür verurteilt.
  7. #7

    .

    Der Sinn einer jeden Verurteilung beinhaltet wohl mindestens:

    Der Angeklagte versteht
    1. was ihm zur Last gelegt wird
    2. warum die Tat "verwerflich" war
    3. wie es zum Strafmaß kommt
    4. was das Strafmaß in Relation bedeutet
    5. was er anstatt der vorgeworfenen Straftat hätte tun können
    6. was die Zukunft von ihm erwartet

    und 7. sollen natürlich auch Nachahmungstäter abgeschreckt werden.

    Nichts davon ist hier der Fall.

    1. Den Angeklagten geht es in Deutschland im Gefängnis so gut wie noch nie zuvor im Leben. (sichere Mahlzeiten, sichere medizinische Versorgung...)

    2. Sie verstehen den Gesamtzusammenhang des Prozesses nicht.

    3. Nachahmer werden nicht abgeschreckt, weil
    3.1 diese in Somalia nichts von der Verhandlung in Deutschland mitbekommen.
    3.2 jede Verurteilung in Deutschland eher "erstrebenswert" erscheinen könnte, anstatt abzuschrecken.

    Und last-but-not-least: Was soll eigentlich nach Haftverbüßung aus den Leuten werden? Abschiebung zurück nach Somalia?

    Unangenehmerweise habe ich leider keine Lösung parat, aber der Prozess in Deutschland kann nichts von dem leisten, was ein Prozess normalerweise bringen soll...
  8. #8

    ----

    Zitat von Wigers7 Beitrag anzeigen
    ..., welche Bedingungen in Somalia herrschen.
    ...
    Andernfalls könnte ja künftig jeder Langzeitarbeitslose mit Berufung hierauf den örtlichen Kiosk plündern.
    Die Rendite einer Kioskplünderung und die Geißelnahme des Kioskverkäufers dürften nicht mit der Rendite von Containerschiffserpressungen konkurrieren.
  9. #9

    München

    In München wurden drei Jugendliche zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten Passanten schwer verprügelt.

    Und dabei hatten die Jugendlichen keine Schußwaffen dabei !

    Da ist ein Vergleich zu diesem Prozeß und der - wenn erwiesenen - schwere der Tat und Schuld - durchaus einmal angebracht.


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