Mit Verlaub, Herr Kuzmany, aber Ihre Ansichten sind nicht die eines Noobs, sondern offenbaren einen undemokratischen, aristokratisch-elitären Ansatz. Wenn man das schon liest: "Vox populi, vox Rindvieh" - man fragt sich, ob man noch billiger gegen demokratische Ideen hetzen kann. Liest man Ihren Artikel, so muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, warum man eigentlich ÜBERHAUPT wählen soll. Weil man es so gewohnt ist? Weil man danach das Gefühl hat, irgendwas gewählt zu haben, was vielleicht irgendwie ansatzweise mit dem übereinstimmt, was man für richtig hält? Eine CDU, die die Hauptschulen abschaffen will, eine SPD, die Hartz IV eingeführt hat, die Grünen, die in zwei Kriege gezogen sind, eine FDP, die praktisch kein einziges Wahlversprechen gehalten hat - da hätte man auch nicht wählen können.
Was Sie präsentieren, ist ein unreflektiertes autoritäres Gedankengut. Der Glaube daran, dass es irgendein starker Führer oder irgendeine Interessengruppe schon richten wird und man nur alle vier Jahre mal ein wenig Druck ausübt. Das ist wenig anderes als ein Absolutismus in Vier-Jahres-Zyklen, und man reiht sich ein in die Argumentationsketten von Friedrich dem Großen oder Jacques Bossuet, die ein tiefes Misstrauen gegen die Vernunftbegabtheit des "einfachen Mannes" hegen und ihm ganz dringend einen Vormund vor die Nase setzen wollen.
Dabei sind viele Dinge gar nicht so klar. Ob man wirklich die Todesstrafe für Kinderschänder wiedereinführen würde, wenn man das Volk selbst bestimmen lässt? Nur weil in Internetforen eine frustrierte Klientel gezielt solche Themen aufsucht und ihren geistigen Unrat dort ablädt, bedeutet das noch keine Mehrheit für solche Meinungen. Und mit Verlaub, dass viele im Internet die Annahme ablehnen, der Iran würde sofort mit Atomwaffen Israel und damit auch sich selbst auslöschen, zeugt auch eher von Vernunft als von Böswilligkeit. Wer einem 70-Millionen-Volk unterstellt, dringend sich selbst auslöschen zu wollen, weil das Märtyrer-Sein ja ganz toll ist, der sollte sich selbst hinterfragen, ob die böswillige Propaganda nicht auf seiner Seite liegt.
Was bleibt also übrig? Die demokratisch hoch bedenkliche Ansicht, man dürfe den Leuten nicht mehr Stimme geben, weil sie dann anders handeln könnten als man selbst es haben möchte. Andererseits würde ich Ihnen, Herr Kuzmany, nach diesem Beitrag auch nicht mehr unterstellen, überzeugter Demokrat zu sein. Eine absolutistische Monarchie, bei der alle vier Jahre mal der Fürst getauscht werden kann, wenn er Mist baut, würde doch viel eher passen. Und Sie können dann sogar gelegentlich wählen gehen, wenn es Ihnen soviel Spaß bereitet!

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