Piraten und Grüne im Vergleich: Profiteure des Protests

DPAEinen politischen Blitzstart wie den der Piraten gab es in der Republik schon einmal: Auch die Grünen haben mit einem Reizthema und lautem Protest gegen die Etablierten die Parlamente erobert. Doch sind sich die Parteien wirklich so ähnlich, wie es auf den ersten Blick scheint? Ein Vergleich.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826663,00.html
  1. #20

    Kein Titel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einen politischen Blitzstart wie den der Piraten gab es in der Republik schon einmal: Auch die Grünen haben mit einem Reizthema und lautem Protest gegen die Etablierten die Parlamente erobert. Doch sind sich die Parteien wirklich so ähnlich, wie es auf den ersten Blick scheint? Ein Vergleich.

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    Um hier auf den ersten Blick eine Ähnlichkeit erkennen zu können muss man wohl Journalist sein.
  2. #21

    Basisdemokratie

    Das ist eine Erzählung, keine Analyse. Die erste Frage müsste sein, wie und warum Protest entsteht. Das Stichwort Basisdemokratie ist da ein Hinweis. Es ist das Misstrauen der Beherrschten gegenüber den Herrschenden. „Die machen ja doch, was sie wollen“ war auch früher schon ein Einwand einfacher Bürgerinnen und Bürger. Abe gegenwärtig scheint das Misstrauen besonders groß zu sein. Die Mitglieder der herrschenden politischen Klasse wissen, wie man Karriere macht. Es entsteht aber der Eindruck, dass sie Politik machen, um Karriere zu machen, aber nicht Karriere, um Politik zu machen. Die gelungene Intrige ist da manchmal erfolgreicher als inhaltliche Gradlinigkeit. Die Linke ist da nicht viel besser, wie die Flügelkämpfe zeigen. Deshalb wenden sich einige den Piraten zu.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einen politischen Blitzstart wie den der Piraten gab es in der Republik schon einmal: Auch die Grünen haben mit einem Reizthema und lautem Protest gegen die Etablierten die Parlamente erobert. Doch sind sich die Parteien wirklich so ähnlich, wie es auf den ersten Blick scheint? Ein Vergleich.

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  3. #22

    Es geht doch heute gar nicht mehr darum, sich als Partei zu etablieren.

    Wichtig ist es vielmehr, den etablierten Parteien Positionen und Diskussionen aufzuzwingen (bspw. Netzfreiheit oder bedingungsloses Grundeinkommen), die ohne die Protestbewegung Piraten auf der langen Bank versauern würden oder dort bislang als Utopien belächelt abgelehnt werden.
  4. #23

    transparenz

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Michael Lühmann, 32, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Demokratieforschung in Göttingen. Er beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte und den Entwicklungen der deutschen Parteien, insbesondere der Grünen...
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    Statt den Artikel auseinander zu nehmen, folgt dem Geld. Woher kommen die Gelder des "Instituts für Demokratieforschung"? Leider gilt allzu oft die alte Redensart: "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing." Ob in diesem Falle, kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich merke nur an.
  5. #24

    grotten schlechter Journalismus, davon haben wir genug

    Das wichtigste Thema der Piraten wird im gesamten Aufsatz nicht genannt. Es fängt mit "T" an und hört mit "z" auf.

    Thema verfehlt!.
    Mit UNGENÜGEND=6 würde man/frau sowas in der Schule benoten.

    Ist es von einem Journalisten zu viel verlangt vor der Erstellung eines Beitrags auf die Homepage der Partei zu gehen, um die es geht, und auf "Informiere dich" zu klicken?

    Offenbar ja.
    Da offenbart der Spiegel eine Seite, die in Deutschland zu einem Problem geworden ist.
    Journalismus wird immer schlechter.

    Wie wärs mit einem Bericht über eine von der Polizei niedergeknüppelte Demo in Tunis am Ostermontag, dem 9.April 2012.

    Stattdessen wird man wochenlang fast täglich mit einem parteiinternen Kampf der Kanidaten für die Konservatie Partei in den USA zugemüllt.

    Dipl. Math. R.B. aus Essen

    PS. Die Grünen haben sich nicht etabliert, sondern sie sind nutzlos geworden, denn den Pazifismus haben die Grünen abgelegt mit der Entsendung deutscher Soldaten zum Hinduskusch.
    Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind alltäglich.
    Der Atomausstieg ist geschafft und die Energiewende eingeläutet. Also wofür noch?
  6. #25

    Sauber bleiben

    Zitat von catox Beitrag anzeigen
    Ich denke die Piraten werden die Partei meiner Generation, nicht als Protest gegen die etablierten Parteien, sondern als demokratische Repräsentanten einer Generation, die sich nicht ausschliesslich mit gesellschaftlichen Verteilungskämpfen beschäftigen will.
    Die gesellschaftlichen Verteilungskämpfe sind auch bei den Piraten ein Thema ... und mit der klaren Positionierung zum BGE sogar eines der wenigen klar definierten in dieser Partei. Damit sind die Piraten neben der LINKEN die einzige Partei, der es bei den Verteilungskämpfen auch um Verteilungsgerechtigkeit geht, während die Etablierten sich eher darin überbieten, wie man noch schneller von unten nach oben verteilen kann.

    Wen Sie dieses Thema vermeiden wollen, dann verstehe ich nicht, warum Sie kein begeisterter Grünen-Wähler sind, denn deren gesellschaftspolitische Ausrichtung ist inzwischen voll auf die Hauptzielgruppe, nämlich den besserverdienenden Akademiker zugeschnitten, der sein ökologisches Gewissen wie eine Monstranz vor sich her trägt und dessen moralische Integrität damit bereits voll ausgelastet ist.

    Bei der politischen Unerfahrenheit der Piraten fürchte ich, dass deren moralische Integrität noch schneller vor die Hunde gehen wird als die der Grünen, deren erster "Turnschuh"-Minister inzwischen als Lobbyist für Investmentbanken und die ehemals so pöhsen Energiekonzerne tätig ist ... aber in dem Falle lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

    Joschka Fischer
  7. #26

    Zitat von moyendag Beitrag anzeigen
    Das ist eine Erzählung, keine Analyse. Die erste Frage müsste sein, wie und warum Protest entsteht. Das Stichwort Basisdemokratie ist da ein Hinweis. Es ist das Misstrauen der Beherrschten gegenüber den Herrschenden. „Die machen ja doch, was sie wollen“ war auch früher schon ein Einwand einfacher Bürgerinnen und Bürger. Abe gegenwärtig scheint das Misstrauen besonders groß zu sein. Die Mitglieder der herrschenden politischen Klasse wissen, wie man Karriere macht. Es entsteht aber der Eindruck, dass sie Politik machen, um Karriere zu machen, aber nicht Karriere, um Politik zu machen. Die gelungene Intrige ist da manchmal erfolgreicher als inhaltliche Gradlinigkeit. Die Linke ist da nicht viel besser, wie die Flügelkämpfe zeigen. Deshalb wenden sich einige den Piraten zu.
    In diesem gesamten Passus geht es Ihnen um methodische Fragen. Nehmen wir einmal an, irgendwann wären diese methodischen Fragen geklärt, Transparenz hergestellt, Intrigen entlarvt, Basisdemokratie eingeführt, Misstrauen beseitigt usw. Dann erst beginnt aber die eigentliche Arbeit, nämlich auf den vielen Sachgebieten, die man an den Bezeichnungen der Ministerien ablesen kann. Und dann erst zeigt es sich, ob eine solche neue Partei zu klugen und guten praktischen konkreten Entscheidungen imstande ist.
  8. #27

    Zitat von seiplanlos Beitrag anzeigen
    Bei vielen der Alt-Parteien findet man schöne Grundsätze. Leider spielen diese Grundsätze kaum eine Rolle wenn man die Wählerstimme bekommen hat. Es ist einfach nicht in der DNA der aktuellen Amtsträger, sondern nur etwas was sie vorgeben müssen, um in ihrer Partei schnell aufzusteigen.
    Mit dieser pauschalen Einschätzung übersehen Sie einfach so, dass die "vielen Alt-Parteien" nicht nur "Grundsätze" pflegen, sondern 15 Bundesministerien und in jedem der 16 Bundesländer noch einmal so viele Ressorts leiten, mit jeweils hunderten Angestellten und damit die für D erforderlichen Entscheidungen treffen. Und all das im wesentlichen unabhängig von Parlamentswahlen.
  9. #28

    Zitat von rentner69 Beitrag anzeigen
    Der Niedergang der Piraten werden die eigenen Mitglieder sein.
    Gestern bereits stellte die Piratenpartei Niedersachsen offiziell fest, dass "fragwürdige Persönlichkeiten" in der Partei engagiert seien: "Fragwürdige Persönlichkeiten" in der Piratenpartei-Niedersachsen | Rentner-News
    "Fragwürdige Persönlichkeiten" sitzen bei anderen Parteien als Finanzminister am Kabinettstisch, weswegen sich die deutsche Jopurnaille schon von Holländern vorführen ließ:

    Merkel zu Finanzminister Schäuble und den 100.000 D-Mark - YouTube

    So what?
  10. #29

    Keine Parteinahme

    Es handelt sich nicht um eine Pareinahme für die Piraten. Vielmehr suche ich nach einer Erklärung für den Erfolg dieser Partei. Viele Wählerinnen und Wähler scheinen das Gefühl zu haben, dass die Politikerklasse vor allem ihre eigenen Interessen vertritt, nicht die des Volkes. Statt inneparteilicher Demokratie herrscht häufig demokratischer Zentralismus.
    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    In diesem gesamten Passus geht es Ihnen um methodische Fragen. Nehmen wir einmal an, irgendwann wären diese methodischen Fragen geklärt, Transparenz hergestellt, Intrigen entlarvt, Basisdemokratie eingeführt, Misstrauen beseitigt usw. Dann erst beginnt aber die eigentliche Arbeit, nämlich auf den vielen Sachgebieten, die man an den Bezeichnungen der Ministerien ablesen kann. Und dann erst zeigt es sich, ob eine solche neue Partei zu klugen und guten praktischen konkreten Entscheidungen imstande ist.