DPADie Piraten haben keine Inhalte, schimpfen die Altparteien - und versuchen, die Neulinge mit Nazi-Vorwürfen zu bekämpfen. Dabei könnten die Etablierten und die gesamte Demokratie von der neuen Bewegung profitieren. Warum? Das erklärt ein Ausflug ins "Star Trek"-Universum.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...829649,00.html
Jo, genau. Wann wurden zum letzten Mal Steuersenkungen nicht nur versprochen, sondern sogar eingehalten?
(Na gut, die Hoteliers einmal ausgenommen)
Ich darf und gehe seit '86 regelmäßig brav wählen, aber Wahlversprechen haben in etwa die Qualität eines Lotto-Gewinns:
1:140 Millionen!
Aus diesem Grund bekommen die Piraten am 6. Mai auch von mir ein Kreuzchen - nicht _unbedingt_ weil sie vollständig meine Meinung vertreten, sondern weil ich ähnlich wie Sie einen Vorschuss an Vertrauen investiere. Was daraus entsteht ist fraglich, bei den anderen "etablierten" Parteien habe ich aber schon eine grobe Ahnung..
Klar zum ändern!
Gruß
Das Borgkollektiv ist eigentlich Basis-Demokratie im Endstadium, das Kollektiv entscheidet basisdemokratisch alles was du machst und du hast nur eine Stimme. (Das mit der Borgkönigin war keine so gute Idee, andererseits scheinen sich immer einige Institutionen herauszubilden die gleicher sind als alle anderen)
Wir sind doch schon lange in der Postdemokratie, falls wir überhaupt eine Demokratie hatten... (heißt ja übersetzt "Herrschaft des Pöbels" und nicht "Herrschaft des Volkes". Das müsste dann Pollokratie oder so ähnlich lauten).
Das System des Adels-Feudalismus wurde doch nur in eine
andere Form transformiert: den "Monetären Feudalismus".
Stand und Status werden munter weitervererbt (Unterschicht reproduziert Unterschicht, Bildungsbürger reproduzieren Bildungsbürger, etc. und die oberen 10.000 oder von mir aus 50.000 haben seit Generationen dieselben Nachnamen!).
Wenn mir hier jemand mit ganz anderen Aufstiegschancen kommt, dann soll er sich doch bitte erst mal mit der Materie befassen.
Auch im alten Ständewesen gab es sehr wohl Aufstiegsmöglichkeiten, nur waren diese halt extrem selten. Genauso wie heute.
Leibeigene Bauern konnten ja einfach in die nächste Stadt flüchten (Stadtluft macht frei), und schon stieg man auf, war freier Städter. Die nächste Generation konnte vielleich schon ein Handwerk erlernen und zu Geld kommen, also von Unterschicht zur Mittelschicht aufsteigen. Das einzige, was früher wie heute sehr schiwer war und ist, ist der Aufstieg in die Oberschicht, den oberen 10.000, wie man so schön sagt.
In einem Fernsehbeitrag vom 26. April wurden die Piraten in ihrem Kernthema (Geistiges Eigentum/ Werke der Kreativschaffenden) entzaubert:
Freier Gratiszugang (oder Flatrates für Vielkopierer) für alle zu kreativen Erzeugnissen, Musik, Texte, Fotos & Filme, dies entpuppte sich als Wunschdenken einer Gruppe, die die "Geiz ist Geil Gesellschaft" (= alles billig) um ein Vielfaches übertriftt (=alles gratis).
Die vemeintliche Kernkompetenz in diesem Feld der Piraten wurde von Kulturschaffenden massiv in Frage gestellt und m.E. in dem Beitrag geradezu entlarvt, die verheerenden Folgen für "Kreative Berufe" wurden offensichtlich.
Die Interviewten Piraten Vertreter stottern herum: Es müsse ja nicht dabei bleiben dass man die Rechte der Urheber beschneidet, später könne man ja etwas (?) an deren Stelle setzen was "modern" sei und was die Existenz der Kreativen Berufe sichert.
Genaueres blieben die Piraten in der Sendung schuldig.
Ach, lieber den gleichen Mist weiterhin praktizieren, als etwas neues zu machen?
Das soll also die Lebensaufgabe unserer Politiker sein?
Danke, nein!
Politik funktioniert vor allem nicht, wenn man die Politiker "machen" lässt. Dafür haben wir in der Vergangenheit genügend Beispiele sehen dürfen...
Nur ein Beispiel:
In Deutschland wird die "Kultur" immer hochgehalten; schließlich sind wir ja das Volk der Dichter & Denker.
Dementsprechend pumpt man ordentlich Kohle in Kulturveranstaltungen, die sich eh' nur Menschen ansehen wollen/ansehen möchten, die ausreichend gebildet sind und über ein vernünftiges Einkommen verfügen.
Ich sähe es viel lieber, wenn die meisten Subventionen für Film, Fernsehen und Kulturveranstaltungen zugunsten der Bildungseinrichtungen gestrichen würden.
Wir brauchen eben auch Nachwuchs, der so etwas sowohl genießen als auch überdenken kann.
Mit deutsch:5 und Philosophie im zweiten Jahr abgewählt (bzw. nicht angeboten) wird das kaum möglich sein.
Jepp, das geht mir ähnlich. Die zum Teil bodenlose Arroganz, die in manchen Foren zum Ausdruck kommt, entzaubert ganz schön. Nur weil man einen Facebook Account hat, ist man kein besserer Demokrat und nur weil man keinen hat - da man vielleicht der Datensammelwut kritisch gegenüber steht - ist man noch kein Demokratiefeind. Hinzu kommt diese extrem ausgeprägte kostenlose Nimm-Kultur, die aus den wenigen Programmpunkten spricht. BGE, "Reformation" des Urheberrechts mit dem Ziel für Privatleute alles kostenlos zu machen, kostenloser Nahverkehr usw. usw. Hinzu kommt das unglaublich naive Menschenbild, was den Begründungen zu Grunde liegt...inkl. dramatischer Logikfehler. Wenn digitale Werke nichts wert sind, warum will sie denn jeder?? Denn das ist ja sogar der Gründungsauslöser der Piraten wieder (Schließung von Piratebay...) Im Grunde schält sich eine PDS mit Internetanschluss heraus. Und ob die breite Masse wirklich von spirituell angehauchten, veganen Ex-PDS Parteigängern regiert werden möchte, wie in Berlin, das wage ich doch sehr stark zu bezweifeln.
Man könnte die Sache auch von der anderen Warte aus sehen:
Die deutsche Politik strotzt vor konturlosen, aalglatten Politikern, die sich charakterlos gebärden müssen, damit sie von so vielen wie möglich wählbar bleiben. Die Programme der etablierten Parteien nähern sich immer mehr an, Unterschiede muss man immer gezielter suchen. Alles muss im Waagen bleiben.
Doch nun kommen die Piraten und machen alles anders (oder auch nicht). Ich muss schon gestehen, die Piraten sind ehrlicher als die anderen Parteien. Sie sagen von vornherein:
"Wir haben kein Programm und unsere Fähnlein wehen immer mit dem Wind!" Das ist nicht anders als bei den anderen Parteien, sondern einfach nur ehrlich.
Die Piraten sind also nicht etwas völlig neues und noch nie dagewesenes, sondern einfach nur die konsequente Fortsetzung der politischen Kultur, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten und insbesondere unter unserer Kanzlerin manifestiert hat.