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Piraten-Talk bei Illner: Stark, weil die anderen schwach sind

DPAKeine Entzauberung in Sicht: Weder Nazi-Mitglieder noch Inhaltsleere scheinen der Piratenpartei etwas anhaben zu können. "Warum sind die Piraten so populär?" fragte Maybrit Illner - und ließ die Vertreter der etablierten Parteien ihr eigenes Grab noch etwas tiefer schaufeln.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,828652,00.html
  1. #70

    online sein

    Zitat von Nevermeind Beitrag anzeigen
    Die Vorstellung, gerade eine Partei, die aus lauter IT-Experten besteht, wuerden ihr Wissen zu Gunsten von Otto Normal und Lieschen Mueller einsetzen, wenn sie einmal an der Macht ist, ist komplett naiv. Die Big-Brother-Bevormundung beginnt doch schon mit dem als Basisdemokratie maskierten Zwang, staendig online zu sein und bei irgendetwas mitzudiskutieren und mitzuentscheiden, Echtzeit-Referenden im Dauerlauf mit garantierten populistisch gepraegten Ergebnissen - nein, danke!
    ... das ist kein basisdemokratischer zwang, sondern realität bei der jüngeren generation. früher fand die kommunikation am stammtisch statt, heute in foren und sozialen medien :-). die piraten haben das nicht erfunden, sie verwenden nur die digitalen werkzeuge ihrer generation. kann man gut oder schlecht finden - in der hinsicht bilden sie einfach ihre zielgruppe ab.
  2. #71

    Sehr politisch

    ist allerdings die im Talk fast untergegangene Bemerkung, wechselnde Mehrheiten müssten in den Parlamenten zum Standart werden.

    Wenn man die Tatsache hinzunimmt, dass die Piraten in der Woche, in der man eigentlich im Bundestag die Rederechte der Abgeordneten weiter beschneiden wollte, nochmal 5-6% in den Umfragen zugelegt haben, kommt man zu dem Schluss, dass das doch ein wirklich starker INHALT ist - weg von der Bonzokratie, Stärkung der Parlamente - den uns die Piraten da bescheren.

    Wenn sich dieser Trend zum Mainstream entwickeln sollte, wäre die etwas zu behäbige und ein bisschen zu gut organisierte Bundesdemokratie elegant im 21. Jahrhundert gelandet.
  3. #72

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    einer Partei, die so lange geglaubt hat, die natürliche Stimme der Jugend zu sein, dass sie darüber alt geworden ist und allzu satt.
    Na, 'satt' ist keiner der 'Etablierten', die sind alle hungrig nach mehr.
    Nur nicht nach mehr Demokratie, sondern nur nach mehr Macht. Und sie sind ausserdem davon ausgegangen, das ie auch in Zukunft und weiter am voll gedecktem tisch platz nehmen duerfen. Ohne aufwaendig dafuer Veraenderungen in's Programm zu nehmen!
    Ein Weg, den in 10 Jahren auch die Piraten gegangen sein werden, 'etabliert' ist der Feind von guter demokratischer Politik!
  4. #73

    zum Teil

    Zitat von burghard42 Beitrag anzeigen
    sollte Frau Merkel an dem EEG-Unsinn und dem Erfolg der Piraten
    Schuld sein ?
    Das EEG Unglück (PV-E,EEG usw.) nahm unter Rot/Grün seinen Lauf.
    Und :
    die Piraten werden die Schlüsselrolle zur Bildung einer künftigen
    CDU/SPD Regierung sein,hoffentlich.
    Ich will weder die Grünen,die FDP und noch die Linken an der
    Regierung sehen,jedenfalls für die nächsten ca 10 Jahre.
    Ja auch Mutti Merkel ist "Schuld" am Erfolg der Piraten.
    Sie ist der Prototyp des Politikers ohne feste Position, machtversessen und machtvergessen.
    Sie hat es geschafft, das aus dem Bundestag eine "Gesetzdurchwink Bude" geworden ist. (Stichwort Euro Schirme)
    Unter Ihrer Kanzlerschaft sollte den Abgeortneten ein Maulkorb verpasst werden (nun wird ja zurück gerrudert).
    Ihr Wunsch Präsi Wulff zeigte sich dermaßen arogant und abgehoben, dass es einem speihübel wurde.
  5. #74

    Zitat von qoderrat Beitrag anzeigen
    Sehen Sie, das ist ein sehr guter Punkt. Die derzeitige Bildungspolitik halte ich auch für absolut ungeeigent und die zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichend um unseren Standort ausreichend für die Zukunft zu sichern. Und nein, ich bin kein Lehrer, ich persönlich habe davon überhaupt nichts, auch keine Kinder in schulpflichtigem Alter.

    Das dumme ist nur, alle der etablierten Parteien hatten ihre Chance, und in diesem Segment haben alle gnadelos versagt, die letzten 20 Jahre lang, ausser Kürzungen und Streichungen ist nichts passiert.

    Warum vertrauen Sie diesen Parteien noch in der Bildungspolitik? Weil es in einem Programm steht, das sowieso nicht umgesetzt wird? Vor allem da sich offensichtlich alle der Etablierten einig sind, lieber unglaubliche Summen in den Euro zu stecken, als nur ein kleines bisschen ins Bildungswesen?
    Und Sie glauben, das alles wird besser, wenn ich Leute wähle, die von der ganzen Thematik nichts verstehen???

    Sie sagen es doch selbst: Seit mehr als 20 Jahren ist die Bildungspolitik ein gesellschaftliches Thema. Ein wichtiges Thema. Und trotzdem, obwohl es schon seit so vielen Jahren die Gesellschaft spaltet, haben die Piraten keine Meinung zu dem Thema...

    Wie sollen die Piraten gesellschaftliche Probleme lösen, wenn es sie ganz offensichtlich nicht im geringsten interessiert???
  6. #75

    Die Politiker der etablierten Parteien können wie Verkäufer viel reden, aber man hat nicht das Gefühl, dass sie handeln können. Trotz wirtschaftlicher Wachstumsprognosen sieht doch die Realität der meisten Bundesbürger nicht rosig.
    Arbeitsplätze gibt es zum Lohndumping. Und es gehört schon zum Stadtbild, dass Renter/innen Mülltonnen nach Pfandflaschen absuchen. Die Umfragen zur Zufriedenheit der Arbeit von Frau Merkel sind ja auch irgendwie geschönigt. Wenn morgen Bundestagswahl wäre, ann hätte sie wohl nur über eine große Koalition eine Chance.
    Es würde nicht daran liegen, dass die FDP nicht im Bundestag vertreten wäre. Die "Piraten" könnten "Grüne/Bündnis 90" und "Die Linke" als drittstärkste Partei verdrängen.
    Das die "Piraten" kein Konzept hat, macht sie sympathisch und authentisch. Bei diesem Namen erwartet man ein wenig Anarchie. Fremdenfeindlichen Denken (Stichwort "Nazis") gibt es ja auch in anderen Parteien. Hetze gegen Nazi-Widerstandskämpfer - SPIEGEL ONLINE Und die Aussagen von Volker Kauder (CDU) klangen ja auch nicht nach einem Befürworter für Integrationspolitik.

    Im Gegensatz zur DVU, NPD und Republikaner, die auch als "Protestparteien" in die Landtage im Osten einzogen, sind die "Piraten" nicht von solch einem krankhaften Idealismus "verseucht". Daher wird sich jeder Wähler denken, warum er nicht mal eine Partei wählt, die niemanden weh tut. Der bisherige Protest bestand ja eher darin, von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch zu machen oder einen ungültigen Wahlzettel abzugeben.
  7. #76

    Armes Deutschland

    Zwar habe ich dem demokratischen Ehrgeiz der Deutschen nie wirklich getraut , aber ein wenig mehr politische Reife durfte man im Angesicht der Geschichte der BRD dann doch wohl erwarten.
    Hier wird eine Partei von vielen Menschen positiv bewertet, obwohl sie zu den wirklich wichtigen Fragen nichts, aber auch gar nichts, zu sagen hat. Da kommt nichts zur Frage einer nachhaltigen Wirtschaftspolitk, zu drängenden Umweltfragen oder zum grossen Thema der sozialen Gerechtigkeit in Zeiten der Globalisierung.

    Man hat den Eindruck, dass die Piraten an Politik gar nicht interessiert sind.

    Das einzige Thema, wo sie zur Form auflaufen, ist, wie sie sich im internet Inhalte gratis verschaffen können. Das ist wirklich nur für Leute interessant, die sozial vereinsamt, kulturell beschränkt, und mit geringen finanziellen Mittel ausgestattet sind. Grob gesprochen sind das Nerds, deren Elite bestenfalls Informatik-Studenten sind.

    Wer solchen Losern seine Zukunft anvertrauen will, hat's wohl nicht besser verdient.
    Und das Gewäsch von der Gleichheit der Parteien und deren Ideenarmut kann ich nicht mehr hören. So etwas glauben nur Leute, die sich mit Politik nicht wirklich befassen. Wer genau hinschaut, findet deutliche Unterschiede. Natürlich gibt es diese Unterschiede nicht, wo die Antwort relativ eindeutig ist oder nationale Politik ohnehin nichts ausrichten kann.

    Womit wir bei einer anderen Schwäche der Deutschen wären: Politik wird eher mit finalen Heilserwartungen verbunden denn mit praktischer Problemlösung. Da schimmert dann doch wieder der Untertanengeist durch, gepaart mit einer kindischen Lust auf Anarchie. Go figure....
  8. #77

    Nur Internet?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Keine Entzauberung in Sicht: Weder Nazi-Mitglieder noch Inhaltsleere scheinen der Piratenpartei etwas anhaben zu können. "Warum sind die Piraten so populär?" fragte Maybrit Illner - und ließ die Vertreter der etablierten Parteien ihr eigenes Grab noch etwas tiefer schaufeln.

    Piraten-Talk bei Illner: Stark, weil die anderen schwach sind - SPIEGEL ONLINE
    Die Piraten werden meiner Meinung nach zu sehr auf das Thema "Internet" minimiert. Mein Eindruck ist das die Piraten eine Bewegung sind die durch neue Verbindungen die erst durch das Internet entstanden sind möglich wurde, z.B. Diskussionsforen an denen sich JEDER beteiligen kann und auch JEDER einblick erhält , wenn er denn möchte. So können viel mehr Meinungen eingefangen, neue Ideen eingebracht und berücksichtigt werden. Das fördert mE nach die Bürgerbeteiligung extrem und gibt der Demokratie in unserem Land einen deutlichen schub. Ich will damit sagen, dass das tolle an den Piraten ist sie können die Art und Weise mit der bisher Politik gemacht wurde verändern. Sie sind für die meisten etablierten Politiker ein tritt in den ... . Dafür großen Dank an die Piraten.

    Da wird von den etablierten Parteien auf die Inhaltsleere bei den Piraten hingewiesen, wo bei ersteren doch schon seit Jahren immer wieder inhaltsleere Äusserungen in Statements abgegeben werden, wie von diesem Döring von der Splitterpartei, habe den Namen vergessen... . Da hat man deutlich sehen können wie sehr die Rhetorik bei den etablierten Parteien über Inhalte gestellt wird. Also erstmal vor der eigenen Türe kehren und dann andere schlecht machen.

    Ich habe auch die Sendung von "Friedmann" gesehen und die Frau Weisband hat es echt nicht leicht gehabt bei ihren Rhetorisch nicht ungeschickten Gesprächsteilhabern.

    Danke Frau Weisband und macht weiter so!
  9. #78

    Ein wenig Hoffnung ist erlaubt?

    Zitat von hubertrudnick1 Beitrag anzeigen
    Wenn sie die anderen Parteien mit Recht schon als ein Komödiantenstadl bezeichnen, aber warum will man dann ausgerechnet nichtssagende Leute sein gesellschaftliches Schiksal überlassen?
    Wenn ich von einer Bank betrogen worden bin, dann laufe ich doch nicht anderen Scharlatanen gleich wieder in die Arme, oder?
    HR
    Als ob Politiker grundsätzlich Scharlatane wären. In allen Parteien von links bis rechts finden Sie jede Menge Menschen, die sich für ihre Ziele engagieren.

    Das öffentliche Bild wird aber geprägt von Abgreifern wie Koch-Mehrin, Guttenberg, Wulff & Konsorten. _Das_ sind die Figuren, die der Demokratie nachhaltig sehr viel Schaden zufügen.
    Zu den Piraten: Als schon älterer Mensch habe ich den Aufstieg der Grünen (einst begeistert) verfolgt. Daher weiß ich, dass es jede Menge Typen gibt, die auf einen erfolgreich fahrenden Zug aufspringen. Diesen 'Ausleseprozess' werden sie hinter sich bringen müssen und ich sehe darin auch kein wirkliches Problem. Solche 'Irrlichter' gibt's doch eh in allen Parteien.

    Was mich persönlich für die Piraten einnimmt: das sind größtenteils junge Leute, die eben nicht systemkonform ihren Bachelors usw. nachjagen, sondern denken, nachdenken und in Frage stellen. Und wer selber denkt, macht auch Fehler. Geschenkt. Denn das ist 1000 x besser als das angepasste, unreflektierte Nachplappern, zu dem wir unsere Jugend(en) erziehen.
    Gedankensprung: wer soll eigentlich die wirklichen Probleme lösen (gobale Überbevölkerung, Raubbau an der Natur = unserer Existenzgrundlage, entfesselter Kapitalismus, Einkommensschere (die einen verhungern qualvoll, die anderen jetten zum Jeanskauf nach NY) usw. usw.? Sicher nicht 'wir' Alten. Das braucht die Kraft der Jugend. Was ich im Übrigen nicht ausschließlich auf die Piratenpartei projeziere, eher im Gegenteil.


    Last but not least: Delius, Weißband - wirklich sympathische Menschen, denen ich mein Schicksal als Bürger lieber in die Hände lege als den sogenannten Profis à la Westerwelle, Seehofer, Hintze, Nahles, Roth oder Ernst.
  10. #79

    Supi

    Zitat von spiegelistwiebild Beitrag anzeigen
    ... ja die piraten interessant, dass sie nicht vorgeben, auf jede politische frage eine antwort zu haben. sie fokussieren sich auf bestimmte themen, die ganz elementar unsere zukunft entscheiden werden (die digitale zukunft der gesellschaft)
    im unsäglichen business-denglisch würde man das als fokussierung auf die kernkompetenz bezeichnen. dieses konzept gefällt mir.
    Na prima. Alle anderen Problem lösen sich vermutlich dann von selbst.

    Und was heisst eigentlich digitale Zukunft? Fast alle menschlichen Bedürfnisse bleiben analoger Natur ...


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