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Piraten-Talk bei Illner: Stark, weil die anderen schwach sind

DPAKeine Entzauberung in Sicht: Weder Nazi-Mitglieder noch Inhaltsleere scheinen der Piratenpartei etwas anhaben zu können. "Warum sind die Piraten so populär?" fragte Maybrit Illner - und ließ die Vertreter der etablierten Parteien ihr eigenes Grab noch etwas tiefer schaufeln.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,828652,00.html
  1. #130

    Zitat von clauscst Beitrag anzeigen
    Allein schon dieses Wort, und dass die "Piraten" sich in einem Biotop verorten, dass keine Entsprechung im Nicht-Virtuellen hat - das allein zeigt mir, dass die "Piraten" in ein paar Jahren Geschichte sein werden.
    Oder Ihre Art zu Denken wird Geschichte sein.
    Ich bin Mitte 30. Arbeite im Internet, verdiene mein Geld über's Internet. Schließe Bekanntschaften über's Internet. Kaufe Sachen über's Internet.
    etc..
    Sie glauben ernsthaft, dass sich diese Entwicklung wieder umkehren wird? Das das von Ihnen zitierte Biotop wieder unwichtiger wird? Wann? Und warum?
    Das Gegenteil wird der Fall sein. Der Prozess der Virtualisierung ist in vollem Gange. Manche haben's nur noch nicht kapiert.
  2. #131

    Zitat von MadDoubleF Beitrag anzeigen
    Kleiner Tip. Besuchen Sie mal das Forum der Piraten. Unter Disskusio -> Liquid Feedback auch entsprechende Diskussionsrunden. Hier der Link:
    Sync-Forum Piratenpartei Deutschland - Liquid Feedback
    Hier gibt es den Bereich: Kinder, Jugend, Familie und Bildung

    Man kann sich mit anderen über Arten der Bildung austauschen und somit Anregungen weitergeben. Aus den gesammelten Anregungen werden (sofern sinnvoll) Wahlprogrammvorschläge zur Abstimmung weitergegeben. Um dort abzustimmen, muss man aber Parteimitglied sein. Die Mitgliedschaft kostet 36€ im Jahr. Wenn einen das interessiert, dann ist es das wohl wert.
    So, ist es das? 36€ zu bezahlen für ein Bürgerecht? Dachte es geht um echte Demokratie, dann muss man aber das gesamte Volk zulassen, ohne Parteimitgliedschaft. Ich zahle ganz sicherlich nicht 36€ für eine unwichtige Partei, wo meine Stimme eh untergeht und selbst wenn sich eine Mehrheit findet, das sowieso nicht umgesetzt wird.

    Für 0€ kann ich eine Partei wählen, die meine Interessen vertritt und worauf ich mich verlassen kann.
  3. #132

    Politik war bisher ein reiner Kampf um Machtpositionen

    Vielleicht der wichtigste Unterschied:
    Um bei den etablierten Parteien in eine Position zu kommen, eine Idee oder ein Thema einzubringen, muss man sich über Jahrzehnte hinweg in dem zugehörigen Parteiapparat hochgedient haben - oder jemanden kennen, der sich eine entsprechende Machtposition erarbeitet hat...

    Bei den Piraten reicht es hierfür prinzipiell aus, gute und nachvollziehbare Argumente für sein Anliegen zu haben. Man muss hierzu zwar auch kommunikativ sein, andere mit seinen Argumenten überzeugen können und über ein gewisses Durchhaltevermögen verfügen, aber das Erfordernis einer über Jahrzehnten erarbeiteten Machtposition (und der damit verbundenen Abhängigkeiten!) ist nirgends gegeben.

    Wir haben doch schon seit langer Zeit das Problem, dass es in der Gesellschaft sehr viele kluge und sozial kompetente Menschen gibt, deren Potential für die Politik aber aus obigem Grund kaum genutzt werden kann. Es ist gut, dass es mit den Piraten nun einen Ansatz gibt, dieses schon heute (und nicht erst in einigen Jahrzehnten) nutzen zu können.
  4. #133

    Der Vergleich hinkt zwar, aber hier mal das "Faltblatt" aka Wahlprogramm der FDP für NRW
    http://www.fdp-nrw.de/webcom/show_article.php/_c-1131/_lkm-1496/i.html
    Dagegen das Wahlprogramm der NRW Piraten

    http://wiki.piratenpartei.de/NRW-Web:Wahlprogramm_2012

    *hust* Wie jetzt? Kein Programm? Versteh ick nich.....Kann mir das einer erklären?
    Vergleich 2
    Wahlkampfbudget FDP NRW: 800.000 Euro, finanziert aus einem dafür aufgenommenen Kredit.
    Wurde investiert in: Plakate ala:"Lieber neue Wahlen, statt neue Schulden" DAS ist meine FDP
    Finden sie den Fehler!
    Wahlkampfbudget: Piraten NRW 120.000 Euro aus der Parteikasse
    Wurde investiert in: Kaperbriefe ala:
    https://www.kaperbrief.org/wp-content/uploads/2012/04/Kaperbrief_Deu_Ausgabe_2_web.pdf
    oder Plakate ala " Lieber einen lächerlichen Namen, als lächerliche Politik" " Für dieses System ist ein Update verfügbar"

    Man will den Piraten inhaltliche Schwäche einreden, weil wir über Themen diskutieren und diese gemeinsam Ausarbeiten bis sie basisdemokratisch legitimiert sind, anstatt darauf zu hoffen, dass ein Parteivorstand innerhalb von Sekunden zu jedem Thema auch ja das Richtige sagt, bevor sich dann die Mitglieder schämen müssen?

    Are you serious?!


    Es sind ja nicht nur "die Politiker". Nein. Es ist auch "der Bürger" der mit seinem Hintern zu Hause sitzt und auf ein "Programm" wartet, über das er dann meckern kann, wenn es nach der Kreuzmalaktion namens Wahl, dazu kommt, dass er merkt, dass das ja nur leere Phrasen waren, die von Parteispitzen und PR-Beratern formuliert wurden!

    Die Piraten sind eine Partei derjenigen, die machen wollen. Und wer etwas verändern will und Ideen hat, findet hier eine Form demokratischer Teilhabe, die er zum jetzigen Augenblick seit Längeren bei allen anderen Parteien vermisst.

    Bei ihnen gibt es kein, "Was soll ich tun? Sagt mir was ich tun soll. Sagt mir wie ich abzustimmen habe!" Hier gibt es das, " Ich möchte gerne dieses und jenes tun, wer macht mit?"

    Das ist das Faszinierende daran.
  5. #134

    Dass unser Bildungssystem...

    Zitat von unixv Beitrag anzeigen
    Ich unterstelle ihnen jetzt einfach mal, sie sind ein Mitglied der SPD FDPCDUGRÜNE! Weil nur Mitglieder dieser Parteien uninformiert, unbelehrbar, fett und satt sind!
    So wie sie unterstellen das die Piraten kein Programm haben, gerade was Bildung betrifft, haben die Piraten eine sehr genaue Vorstellung......
    ... große Mägnel hat, wer mag das bezweifeln, vor allem nach der Lektüre eines derart vor Fehlern strotzenden Geschreibsels...
  6. #135

    Themen der PP

    Zitat von brux Beitrag anzeigen
    Zwar habe ich dem demokratischen Ehrgeiz der Deutschen nie wirklich getraut , aber ein wenig mehr politische Reife durfte man im Angesicht der Geschichte der BRD dann doch wohl erwarten.
    Hier wird eine Partei von vielen Menschen positiv bewertet, obwohl sie zu den wirklich wichtigen Fragen nichts, aber auch gar nichts, zu sagen hat. Da kommt nichts zur Frage einer nachhaltigen Wirtschaftspolitk, zu drängenden Umweltfragen oder zum grossen Thema der sozialen Gerechtigkeit in Zeiten der Globalisierung.
    Und - haben die ANDEREN Parteien irgendwas zu den Themen zu sagen? Abgesehen von den üblichen Worthülsen und Absichtserklärungen, meine ich.

    Nein?

    Tja. Wenn das Alleinstellungsmerkmal der etablierten Parteien also die Kompetenz sein soll, sich mit den wirklich wichtigen Fragen auseinanderzusetzen, dann haben sie ganz offensichtlich diese Kompetenz irgendwann mal verloren.

    Zu den Themen:
    - Umweltschutz: nicht von den Piraten thematisiert, aber durchaus vorhanden. Es ist nur kein Thema, mit dem man punkten kann: Umweltschutz wird allein auf den Bürger abgewälzt, jeder Euro Kosten für den Umweltschutz landet beim Bürger. Die Industrie wird nicht gezwungen, vom Profit Umweltsteuern o.ä. zu zahlen, sondern wälzt die Kosten auf den Kunden ab usw usf.
    Ich will's mal so sagen: Umweltschutz muss (und darf) nicht teuer sein. Solange der aber kommerzialisiert wird, ist das Thema für mich gestorben.

    - Nachhaltige Wirtschaftspolitik: welche der etablierten Parteien tritt denn dafür ein? Dumpinglöhne und asoziale Sozialsysteme können nicht die Antwort sein. Nachhaltiges Wirtschaften heißt für mich, die Ökonomie wieder etwas sozialer zu gestalten, so dass ALLE was vom Reichtum der Volkswirtschaft haben.
    Nachhaltige Wirtschaft heißt auch, nur so viel zu exportieren wie importiert wird und die Binnenwirtschaft massiv stärken.

    - Soziale Gerechtigkeit? Für die soziale Gerechtigkeit in Indien oder China können wir nur einstehen, wenn Produkte mit Kinderarbeit oder Dumpinglöhnen gar nicht erst importiert werden dürfen. Ansonsten sollten wir vor allen Dingen die soziale Gerechtigkeit im eigenen Land im Auge behalten, z.B. die Lohngefälle verringern, gerade zwischen Ost und West.
  7. #136

    Zitat von regensommer Beitrag anzeigen
    Ich bestehe nicht unbedingt auf ein Wahlprogramm oder Inhalte. Ich will einfach wissen, dass sich der Themen die wichtig sind, angenommen werden.

    Inhalte und Wahlprogramm, die etablierten machen es vor, sind Makulatur. Jeder dieser etablierten hat hinterher nicht mehr gewußt was sie vor der Wahl versprochen haben. Ich kann also auf Versprechen pfeifen.

    Witzig zu beobachten wie die etablierten zwischen Annäherung und Verteufelung hin und her schwanken.
    Es gibt den Spruch "kannst du deinen Feind nicht besiegen, so mache ihn zum Freund".
    Zaghafte und herzlose Versuche der etablierten gibt es. Den Piraten ist das aber egal, sie müssen zu keiner Partei Freund sein. Das würde auch ihre Glaubwürdigkeit untergraben.
    Konfuzius oder sonst wer meinte sinngemäß: "Sei wie ein Grashalm im Sturm." Das sind die Piraten und die etablierten bekommen sie nicht zu fassen.
    Der Wähler aber auch nicht. Konfuzius meint damit nicht, dass man einfach nicht da ist oder völlig beliebig.

    Sie wollen wissen, dass man sich der Sachen annimmt, die Sie für wichtig halten, woher wissen Sie das aber bitte?

    Abgesehen davon bringt eine Partei nichts, die neben allen vor sich hin existiert. Dann spielen Sie einfach nicht mit, ist gerade den etablierten Parteien nur recht. Jemand, der Stimmen von der Konkurrenz abzieht und ihre Macht damit festigt.
  8. #137

    Zitat von Matze38 Beitrag anzeigen
    döring und auch illner haben egstern verscuht die piraten richtung linkspartei zu schieben, im guten wissen, das gerade die linkspartei an die piraten wähler verliert. schade das niemand von der linken dort dabei war, die wären sicher dort besser aufgetreten als der döring.
    warum sowieso in fast jeder talkshow einer von der fdp dabei sein muß, ist mir persönlich sehr schleierhaft, man könnte meinen die öffentlich-rechtlichen machen wahlkampf für die fdp.
    Ironischerweise verlieren alle Parteien an die Piraten. Rein von der Zahl die CDU übrigens die meisten (allerdings ist der Verlust prozentual geringer, da die CDU ja mehr Wähler... die FDP würde bei so einem Verlust dann schon bei -2% liegen).
    Die Piraten gehören keinem wirklichem Spektrum an. Ihr Programm ist aktuell eher links, was daran liegt das dort am schnellsten Mitglieder zu gewinnen waren, die dann dieses Programm geschaffen haben. Mittlerweile gewinnen die Piraten aber auch Aufmerksamkeit bei jungen bürgerlichen Wählern und das würde auch die Programmatik der Piraten langfristig weiter in die Mitte rücken.

    Diese Programmdynamik hat natürlich Vor- und Nachteile. Für eine Koalition sind die Piraten schwierig, weil zu schwer berechenbar. Für Wähler aber interessant, weil sie eben nicht stur einem Programm folgen, sondern auch spontan neue Probleme mit ihren Mitgliedern diskutieren und sich so schnell positionieren können.
  9. #138

    Lieber Grüne als Piraten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Keine Entzauberung in Sicht ...
    Das liegt an der niedrigen Qualität der Diskussionsgegner.
    Kein Mensch hat jemals gefragt was denn der Name Piraten-Partei zu sagen hat, schon der Name sagt ja vieles über den Inhalt einer Partei aus. Die Grünen z.B. nannten sich ja nicht umsonst "Grüne" eben weil sie was für die Umwelt tun wollten. Und Piraten wollen Piraterie betreiben, also Klauen. Gerade deshalb wollen sie ja das Urhebergesetz aushebeln.
    Ich mag die etablierten Parteien auch nicht, aber die Piraten sind das allerletzte.
  10. #139

    Zitat von niska Beitrag anzeigen
    Wie sagt doch gleich eine Volksweisheit:
    'Wenn Du einen Feind nicht besiegen kannst, dann mache ihn Dir zum Freund.'
    Einzig die CDU scheint das gerade verstanden zu haben ...
    Der Wowereit aber auch, wie dem Artikel zu entnehmen ist. In einer TV-Doku über den Landtagseinzug in Berlin konnte man auch sehen, wie "Die Linken" und eben auch Wowi sich auf die Piraten stürzten und ihnen Politik beibringen.
    Ehrlich gesagt hat mir die Naivität der Piraten in dem Moment Angst gemacht.

    Ich will jetzt aber endlich mal was lesen zu:

    - Abschaffung der GEZ/Haushaltsabgabe
    - Abschaffung von Zwangsmitgliedschaften in Abwasserzweckverbanden:
    Briesensee: Verhaftung von Kanalanschlussgegner - Dezember 2007 - www.initiative.cc
    - Abschaffung von Pendlerpauschalen
    - Liberalisierung des Waffenrechts
    - Vorratsdatenspeicherung
    - SWIFT-Datenexport
    - Umlage der KFZ-Steuer auf den Treibstoff
    - Gerechte Besteuerung von Kapitalerträgen
    - Gerechte Besteuerung von Grundbesitz

    Es interessiert keine Sau, ob bei den Piraten alles Frauen oder Männer oder Nazis sind.


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