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Piraten-Talk bei Illner: Stark, weil die anderen schwach sind

DPAKeine Entzauberung in Sicht: Weder Nazi-Mitglieder noch Inhaltsleere scheinen der Piratenpartei etwas anhaben zu können. "Warum sind die Piraten so populär?" fragte Maybrit Illner - und ließ die Vertreter der etablierten Parteien ihr eigenes Grab noch etwas tiefer schaufeln.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,828652,00.html
  1. #100

    Seit vielen Jahren vergessen Berufspolitiker wie es im wirklichen Leben aussieht bzw. kennen dieses nicht. Kreissaal, Studiensaal, Plenarsaal ist der Weg von Funktionären und Karrieristen wie Döring. Die Piraten kommen aus dem Leben, repräsentieren die arbeitende Bevölkerung, sprechen deren Sprache und machen keine Hinterzimmerpolitik oder Mobbingpolitik wie z.B. Pofalla. Die Grünen sind mit ihren Funktionären auch alt geworden, ein Trittin 2012 ist nicht mehr der Trittin von 1985 und junge Gesichter kommen bei den Grünen nicht hoch. Alles in allem ist der Erfolg der Piraten das Resultat der Bürgerferne und Selbstbeschäftigung der Etablierten. Auch der Versuch das Rederecht von Abgeordneten einzuschränken macht die Partei-Dinos nicht vertrauenswürdiger.
  2. #101

    Das ständige "sie haben keine Inhalte" entlarvt inzwischen eher die Inhaltsleere der klassischen Parteien. DEREN Programm besteht nämlich nur aus der einen Frage "Wie kriege ich mehr Geld und die anderen weniger?". Bürger, die in ihrem Leben auch oder gar primär andere Probleme sehen, werden von den etablierten Parteien eigentlich komplett ausgeblendet.

    Besonders deutlich wird dies im Vergleich mit den Linken: Warum wohl war es den Piraten so einfach, eben diesen das Thema "Soziale Gerechtigkeit" abzunehmen? Richtig: Weil deren Programm hier nur aus "derzeit ist alles scheiße" besteht. Die Piraten gehen nicht tief ins Detail, aber sie haben Ideen (BGE, Fahrscheinloser ÖPNV...). Die Bürgerrechte hatte die FDP längst komplett aufgegeben und in "Wirtschaftsrechte" umdefiniert – also auch hier leichte Beute. Und eine Partei, die diese beiden Punkte miteinander verbindet, war sowieso bisher rar. Einzig den Grünen gelang dies so halbwegs – dummer Weise aber mit ständigem Öko-Säbelrasseln.
  3. #102

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Piraten-Talk bei Illner: Stark, weil die anderen schwach sind
    Nein, die sind stark, weil es den Leuten scheinbar egal ist, was die wollen - Hauptsache "Protest wählen". Gerade weil dieser Haufen 'keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept' hat, können sich viele Leute darauf einigen, die "demnächst wählen zu wollen". Andere Nichtsnutzparteien sind dagegen zu sektiererisch oder wollen irgendwas merkwürdiges mit ihrer Wahl erreichen - ganz im Gegensatz zu diesen "Piraten".
  4. #103

    Es gibt ältere Computer und Internetnutzer

    Zitat von The Captain Beitrag anzeigen
    Der Internetnutzer und Computerfreak, liebe Volksparteien, ist kein 17-jähriger pickeliger Brillenträger mehr. Der Internetnutzer ist im Schnitt 25 - 35 Jahre alt und politisch deutlich aktiver als dessen Eltern. Und verdammt unzufrieden.
    die haben schon gelebt, als ihre Zielgruppe noch nicht einmal ein lüsterner Gedanke im Hirn des Erzeugers war.
  5. #104

    Hilferuf !

    Zitat von Fritz Meier Beitrag anzeigen
    Na ja, es gibt sehr viele offene Fragen und dringende Probleme, aber welche Partei hat auch nur eine Lösung oder auch nur ansatzweise irgendeine Idee, wie es weitergehen könnte? Was kam in letzter Zeit an Lösungen oder Neuerungen aus der Politik? Ich habe da so etwas im Hinterkopf.....
    Die Piraten verfolgen als einzige das Prinzip den Bürger als Souverän, gleich welcher Weltanschauung, gleich welchen Besitzes ernst zu nehmen und fordern massiv ihn an den gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen teilhaben zu lassen und eben nicht für einmal getätigte Wahlen die Wahlperiode büßen zu lassen.
    Sie sind der Hilferuf gegen die Politikerverdrossenheit!
    Die Piraten geben zu, nicht selbst auf alle Probleme eine Antwort zu haben. Das macht sie nicht unwählbar, sondern sympathisch.
    Selbst wenn sie auf Dauer langfristig Probleme haben könnten, geben sie den Glauben an Demokratie zurück und werden somit die Gesellschaft grundlegend verändern.
  6. #105

    aus Erfahrung gehe ich weiter:

    [QUOTE=nesmo;10049577]sind nur deswegen so stark, weil die anderen Parteien so unbeliebt sind. Welcher der zwischen 18 und 45-jährigen "Nichtmehrwähler" kann sich noch für eine etablierte Partei begeistern....


    Die Skala ist vom Alter her nach oben offen. Am Rande bemerkt sei,
    dass ich viele 70+ kenne, die sich erst in diesem Alter einen PC gekauft haben. Das ist zwar nebensächlich, aber eben dieser Personenkreis ist politisch sehr kritisch beobachtend undschaut keinesfalls abweisend dauf die PP....
  7. #106

    Zitat von Nevermeind Beitrag anzeigen
    Die Big-Brother-Bevormundung beginnt doch schon mit dem als Basisdemokratie maskierten Zwang, staendig online zu sein und bei irgendetwas mitzudiskutieren und mitzuentscheiden, Echtzeit-Referenden im Dauerlauf mit garantierten populistisch gepraegten Ergebnissen - nein, danke!
    Das alles kann Sie doch nicht davon abhalten, eine Partei zu wählen, die Ihnen einen Flyer mit Versprechungen in den Briefkasten werfen läßt.
    Aber irgendwie geht die Entwicklung weiter: Nachdenken ist angesagt,
    wer denkt will sich auch äußern.
    Sie schreiben dann einen Brief an die Partei Ihrer Wahl, die anderen nutzen die neuen Medien.
  8. #107

    Demaskierungsparade vom feinsten

    Zitat von frubi Beitrag anzeigen
    So siehts aus. Das war gestern eine Demaskierungsparade vom feinsten. Am schlimmsten finde ich den Niedergang der Grünen. Wie die vom Politikalltag aufgefressen wurde ist schon sehr traurig mit anzusehen.
    In der Tat, sehr amüsant.

    Die Frage ist, warum sitzen die so auf ihrer Leitung und checken das nicht? Als Jörges nach den Interview-Einblendungen von Kretschmann und Özdemir einwarf: "Daran sieht man doch nur, wie alt die (Grünen) geworden sind.", hätte doch dem Habeck das Entsetzen im Gesicht stehen müssen ... statt dessen dauernd wieder dieses implizite zwischen den Zeilen: "Wir Grüne sind (und waren schon immer) die einzig GUTEN auf dieser Welt", was den Leuten doch längst zum Halse raus hängt.

    Übrigens, eigentlich hatte ich ja nur mal zur Halbzeit weggezippt ... und dann war Illner, bzw. ihre dämlichen Gäste, interessanter als Fußball - das will schon was heißen.
  9. #108

    Glauben

    Zitat von Hans_Suppengrün Beitrag anzeigen
    Und Sie glauben, das alles wird besser, wenn ich Leute wähle, die von der ganzen Thematik nichts verstehen???
    Glauben tu ich sowieso nicht, und ich weiss auch nicht, ob es dadurch besser wird. Ich bin aber fest überzeugt davon, dass es nicht besser wird, wenn man die Etablierten so weiterwursteln lässt wie bisher. Da steht einfach zu viel im Programm, was bei der jeweiligen Regierungsbeteiligung eben nicht umgesetzt wurde. Warum glauben Sie, dass es beim nächsten Mal anders läuft?
  10. #109

    Protestpartei

    Zitat von walter_e._kurtz Beitrag anzeigen
    Eine Auswahl vorhanden, soso...
    Nun, die Auswahl beschränkt sich auf eine Partei unter einer Vorsitzenden, die nach Umfragewerten entscheidet. Und zwar immer aus dem Hintergrund, damit sie sich nicht ihre persönlichrn Umfragewerte kaputt macht.
    Die andere Wahl besteht in einer Partei, die ähnlich eines Insekts nur noch ihre Hülle, also ihren Namen, vor sich her trägt, der aber seit dem letzten Bundeskanzler rein gar nichts mehr mit ihrer Politik zu tun hat.
    Was mich zu der viel zitierten "Programmlosigkeit" der Piraten führt:
    Nun, was wählt der Bürger mit den "Etablierten"?
    Wahlversprechen, die ganz nach (von der jeweils regierenden Koalition zumindest so dargestellt) tagespolitischen Erfordernissen ganz nach Gusto über den Haufen geworfen wird. Ich sage nur: Rote Linie...
    Entscheidungen, getragen von Sponsoren, Lobbyhörigkeit und Machterhalt.
    Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle des Volkes; Fehlanzeige!
    Die Diskussion um Programme ist eine Scheindiskussion!
    Dazu fortwährende Lügen:
    In der Diskussion um die Herdprämie wird dies in meinen Augen wieder sehr plastisch. Die CSU nimmt die Koalitionspartner mit den Worten in die Pflicht, daß diese sich schließlich an geschloßene Verträge (hier: Koalitionsvertrag) halten.
    Wo war die Vertragstreue, als es um "no bail-out" ging?
    Als es darum ging, daß die EZB keine Staatsanleihen kaufen darf?
    Als der Staat ein ums andere Mal die Maastricht-Kriterien über den Haufen warf? Und jetzt der Fiskalpakt, also Maastricht 2.0...
    Diese Bigotterie wäre ja zum Lachen, wenn es uns nicht alle beträfe!



    Ist Protest denn so anstößig? Oder gar verboten?
    (Dieser) Protest zeigt doch, daß etwas ganz gewaltig schief läuft in dieser Republik. Und entweder gehen die "Etablierten" darauf ein (das versteht man unter "auch die Opposition macht Politik"), oder die Protestpartei drängt in die Parlamente.
    Und eine 10%-Partei aus der außerparlamentarischen Opposition ist jede Nachricht wert, zumal wenn mindestens genauso viel Sendezeit und Platz auf dem Zeitungspapier für eine darbende 2%-Partei bereitgestellt wird.
    Und nach einer Legislaturperiode in den Parlamenten wird sich zeigen, ob die Partei mit dem anstößigen Namen nicht doch etwas bieten kann, was die anderen Wolke-7-Politiker eben nicht können.

    Mahlzeit!
    Wenn ich mit etwas unzufrieden bin und mir was anderes wünsche, dann wähle ich doch nicht gerade diejenigen, die imgrunde nichts wissen und auch keine Lust zu einer Veränderung haben.
    Vom Regen in die Traufe ist keine gute Idee.
    HR


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