Piraten-Hype: Wo Patrick Döring recht hat

Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824540,00.html
  1. #70

    Gegen jede Art von Titeln und Orden!!!

    Zitat von meista Beitrag anzeigen
    gaaanz schlechter Vergleich. Wenn sie wüssten wieviel Computer im Auto steckt, hätten sie einen anderen kruden Vergleich gezogen.
    Allerdings. Wenn der Fleischhauer seinen Computer zu mehr als Text tippen und im Inet surfen nutzen würde, dann würde er vielleicht auch wissen, dass man bei den heutigen Autos niemanden mehr ran lassen sollte, der noch nie irgendwas programmiert hat. KFZ-Mechatroniker müssen heutzutage mWn auch in der Ausbildung programmieren lernen. Zwar nicht auf Informatik-Studium Niveau, aber trotzdem. Damit beweist der Fleischhauer eigentlich nur die Notwendigkeit der Piraten: Technische Nieten gibts genug in Politik und Medien, egal ob rechts oder links. Ein bißchen mehr technischer Sachverstand in der Poltik kann für die deutsche Wirtschaft nur gut sein!
  2. #71

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Ihr privater Nutzen ist, vom ÖPNV von A nach B gebracht zu werden. Bislang leisten Sie dazu einen Beitrag (Fahrpreis). Künftig wollen Sie sich diesen privaten Nutzen von der Allgemeinheit bezahlen lassen. Capisce?
    Nein.
    Wenn sie danach gehen ist jeder Nutzen von irgendetwas "privat", öffentliche Straßen, öffentliches Fernsehen, öffentliche saubere Luft... Bei öffentlichen Dingen ist dies aber der Allgemeinheit zugänglich.
    Lesen Sie doch bitte mal die Definition von Privat:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Privat
  3. #72

    Wer hat denn

    dem Fleischhauer die neue Brille verpasst? Macht der jetzt auf Dobrindt, weil das so intellektuell aussieht? Aber Irrtum... die neue brille von alexander dobrindt | zwölf zeilen zur zeit – reim und harmsdorf – das gedichtblog
  4. #73

    Entschuldigung, das ist eine Beleidigung!

    Zitat von gamma-andromedae Beitrag anzeigen
    Die Piraten mit der erzreaktionären Tea-Party-Bewegung mal eben locker-flockig in einen Topf zu werfen, zeigt ein ums andere Mal, dass Sie, Herr Fleischhauer, ein Demagoge sind, oder zumindest gerne einer wären. Da wundert mich Ihre Zustimmung zu Dörings Hetzerei auch nicht mehr.

    Übrigens ist das mit dem "linken Lager" auch ein Unsinn. SPD, Grüne, Linke und Piraten ... das sind vier verschiedene Parteien und kein uneiniges - oder gar "linkes" - Lager.
    Wenn ich die Piraten wähle, dann tue ich das, weil ich diese Partei vernünftig finde und deshalb unterstützen will ... und nicht, weil ich ein gar nicht existierendes "linkes Lager" gegen eine mögliche Fortsetzung des Regimes Merkel stärken will.
    Soll ich Ihrer Meinung nach die FDP wählen, um Merkel zu schwächen? Pfff ...
    Werter Mitforist(in) gamma-andromedae, sie schreiben Herr Fleischhauer sei ein Demagoge.
    Das stimmt nicht und ist übrigens irreführende Bewertung.
    Schwarz denken heißt höchst gegenwärtig die Aufgaben äußerst pragmatisch und geschickt zu erfüllen. Solche Kunst der Überredung mit der Demagogie auszugleichen minimiert und relativiert die Problematik, besonders bezüglich der Analyse des Begriffes Freiheit im Artikel.

    Weil wenn man den Begriff Freiheit in gegenwärtigen Entscheidungsprozessen Stichwort Einführung des ESM als reine Demagogie bewertet, verharmlost man die Dimensionen solcher Freiheit die die Entscheidungsträger haben oder wie Mitglieder des ESM bekommen werden.

    Hinter jeder Powerfrau, auch hinter der Kanzlerin versteckt sich ein Mann und seine Demagogie muss die Frau kanzlerin sehr teuer mit den Gelder der Bundesbürger bezahlen.

    Würden Sie das alles die Demagogie nennen?
  5. #74

    iss was dran...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ich möchte beim besten Willen auch nicht von IT-Nerds politisch vertreten oder gar sozial geführt werden! Es ist allerdings sehr gut, daß das Netz unseren Politprofis zeigt, daß Demokratie heutzutage sehr viel mehr sein muß, als Parteigeplänkel und allgemeine Verarschung im öffentlich-rechtlichen.
    Das Hr. Fleischhauer auf den politischen Neuzugang nicht gut zu sprechen ist, liegt vielleicht an seiner äußerlichen Ähnlichkeit.
    Nachdem CDU-Döring und der Copy-Doktor sich ihr Image durch noch dickere Brillenrahmen und Gelfrisur ruiniert haben, will das Konservative Kollekt nicht zurückbleiben...
  6. #75

    Zitat von Kashban Beitrag anzeigen
    Die etablierte Politik hat ihre Inkompetenz, Ignoranz und Arroganz lange und ausführlich bewiesen.
    Aber nicht nur die Politik auf Regierungsseite, sondern auch in der Opposition.
  7. #76

    Ängste

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Triumph des Gruppenzwangs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Zunächst: Jan Fleischhauer ist nicht konservativ.
    Der Konservatismus liegt in Deutschland genauso im sterben, wie der Sozialismus.
    Werte, Wahrhaftigkeit, Leistungsbewusstsein und Ernsthaftigkeit zählen heute bei den"konservativen" Parteien nichts mehr.

    Dann zur Kritik:
    Das man nicht alle Entscheidungen der Masse überlassen darf und das die Mehrheit die Minderheit nicht unterdrücken darf, wird natürlich von den Piraten ebenso gesehen.
    Bei keiner anderen Partei wird daher auch das Grundgesetz so hochgehalten, wie dies bei den Piraten der Fall ist.
    Was die Piraten unter Freiheit verstehen, ist genau die Art Freiheit, die die anderen Parteien beschneiden wollen.

    Nämlich die Freiheit als unbescholtener Bürger in Frieden und ohne Bewachung leben zu können, auch in der Öffentlichkeit sagen zu dürfen, was man denkt, nur da in der Freiheit eingeschränkt zu werden, wo die eigene Freiheit die andere Freiheit einschränkt und die andere Freiheit als schwerwiegender befunden wurde.
    Dies ist die nicht dahergeschwätzte Form der Freiheit, nicht die für Zwecke der Wirtschaft instrumentalisierte Form der Freiheit.

    Freilich erforderte diese Art der Freiheit einen Konsens.
    Aber eben einen Konsens, der von der ganzen Gesellschaft und im Laufe der Geschichte errungen wird und errungen wurde.
    Und diesbezüglich wurde die Freiheit zur jederzeit von allen Feinden der Freiheit angegriffen, sie sei nämlich schädlich, weil sie mißbraucht werden kann und noch jeder Diktator hat gemeint, dass man wichtige Entscheidungen nicht dem Bürger überlassen darf.

    Auch sind die Piraten eine Gefahr für die Korruption und wenn man den Korrupten etwas wegnehmen will, dann macht man sich die Mächtigen zu Feinden.
    Dies ist dann auch schon die Hauptquelle der Kritik an den Piraten.
    Die Piraten wollen ja nicht einfach nur selbst ein Stück vom Kuchen, sondern die Politik so gestalten, dass der Bürger nachvollziehen kann, wer welchen Teil vom Kuchen bekommt und welche Entscheidungen damit in Beziehungen stehen.
    Das ist nicht gewollt.

    Dass die Piraten eventuell für die große Koalition förderlich sein könnten, kann man Ihnen nicht anrechnen, sondern eher dem Mangel an Mut der anderen Partei ankreiden. Selbst ein Börner hatte einst den Mut mit den Grünen zu koalieren, als man diese ähnlich anfeindete wie die Piraten.

    Fleischhauers "Kritik" ist nur ein Spielen mit den Ängsten der Bürger: "Habe Angst davor, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" und "Hütetet euch vor dem Zusammebruch des Systems, wenn ihr zu viel wissen und entscheiden dürft!"

    Diese Ängste sind wohl das einzige, was Fleisschauer mit einem Konservativen verbinden könnte.
  8. #77

    Ich bevorzuge echte Freiheit vor theoretischer

    Zitat von husker Beitrag anzeigen
    Es ist schon harter Tobak zu lesen, dass die Überwindung der Abhängigkeit von einigen wenigen Unternehmern, Kapitalisten und sonstigen Geldsäcken KEINE Freiheit darstellt, sondern, in bester kalter Krieg-Rhetorik Sozialismus.
    Sowohl dieses Feindbild als auch die falsche Konsequent zu glauben, bei deren Abschaffung gaebe es mehr Freiheit ist natuerlich oeko-sozialistisch (es gibt keinen Sozialismus oder Nationalsozialisten oder Faschisten, sondern einfach nur Oeko-Sozialismus) ...

    Herr Fleischhauer sollte seinen Freiheitsbegriff nochmals überdenken, wenn er meint, systembedingte Ausbeutung wäre freiheitlich.
    Ausgebeutet werden bei den Piraten dann auch welche, naemlich die ganzen Opfer solcher Politik, denn es muss ja trotzdem _bezahlt_ und _erwirtschaftet_ werden ... irgendeinen Zustand verlangen kann jeder. Das ist keine Kunst ...

    Griechenland z.B. hat nicht viele Grosskonzerne usw... also gehts ihnen besser? Die Piraten wuerden da jetzt problemlos helfen, die Wirtschaft steigt usw.?
  9. #78

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Triumph des Gruppenzwangs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Die Piraten sind extremistische Spinner wie die TEa Party in den USA. Sie sind auch genauso gefährlich für Demokratie und Rechtstaat. Nur, die Deutschen haben halt ein Faible jeder Spinner-Bewegung hinter zu laufen.
  10. #79

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Triumph des Gruppenzwangs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Endlich mal eine Fleischhauer-Kolumne, welche in mir nicht den unmittelbaren Drang zum nachdrücklichen Widerspruch weckt.
    Die Piraten sind in der Tat eine gefährliche Entwicklung für die Parteiendemokratie, welcher wir unseren heutigen Wohlstand zu verdanken haben.

    Man könnte fast sagen, dass die Piratenpartei mit dem Prinzip der ständig durch Massenklick revidierbaren und beeinflussbaren politischen Position das Prinzip des Daytradings an den Aktienmärkten wiederspiegeln.

    Auch halte ich die Piraten nicht für links, sondern für relativ weit rechts, und nur aufgrund einiger sozialistischer Ansichten, ändert sich der Grundtenor, dass der Individualismus sich der Masse zu beugen hätte, nicht. Auch die (NS)DAP hat sich als teilweise sozialistische Partei ausgegeben, als links würde man sie wohl dennoch nicht bezeichnen.