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Piraten-Hype: Wo Patrick Döring recht hat

Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824540,00.html
  1. #50

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    Piraten-Hype: Wo Patrick Döring recht hat - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Nicht jeder, der sich für Elite hält ist auch welche. Und wer 88% seiner Wähler verliert, wie die FDP im Saarland, gehört eben nicht mehr dazu.

    http://wahlarchiv.tagesschau.de/wahl...rt_1836942.png

    Das kann man natürlich als Tyrannei der Massen empfinden, es ist aber einfach nur eine verdiente Wahlschlappe.
  2. #51

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Ihr privater Nutzen ist, vom ÖPNV von A nach B gebracht zu werden. Bislang leisten Sie dazu einen Beitrag (Fahrpreis). Künftig wollen Sie sich diesen privaten Nutzen von der Allgemeinheit bezahlen lassen. Capisce?
    Tja, und dreimal darf man raten, wie regelmäßige ÖPNV-Nutzer diesen Vorschlag finden...
    Man könnte so etwas auch als Klientelpolitik bezeichnen. Aber dieser Ausdruck ist ja für das FDP-Bashing reserviert.
  3. #52

    Politik gescheitert!

    Zitat von zimbosmurf Beitrag anzeigen
    Deswegen gibt es in der Politik ja auch so viele Lehrer, Physiker, Pfarrer, also einfach ausgedrückt: professionelle Politiker!
    Es ist doch nur ein Zeichen das die deutsche Politik mitihren Politikern auf ganzer Ebene gescheitert ist und das ausgerechnet der FDP General was dazu sagt ist schon mehr wie merkwürdig.
    Denn seine Partei ist doch seit Beginn der Nachkriegsgesellschaft regelmäßig bei der Ausübung der deutschen Politik mit dabeigewesen und er ist mit dabei wie gerade seine Partei untergehen zu scheint, den Grund dafür hat er mit seinen Parteifreunden allein zu verantworten.
    Also sollte dieser FDP Mann mal in sich kehren, aber das können diese etablierten Politiker nun eben nicht.
  4. #53

    Einwurf

    Lieber Herr Fleischhauer,
    Sie scheinen absolut nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen, worum es geht. Es geht darum, dass Deutschland von Politikern regiert wird, deren einziges Ziel es ist, Politiker zu sein.
    Schauen Sie sich nur unseren Wirtschaftsminister Herrn Rösler an. Der Mann ist Arzt und ist für das Wirtschaftsministerium zuständig? Warum? Weil das Wirtschaftsministerium für einen "Vizekanzler" besser ist, weil es eine größere Bedeutung hat?
    ALLE etablierten Parteien durch die Bank haben ein Problem: Sie sind in ihren Strukturen unflexibel und es stehen teilweise seit Jahrzehnten die selben Leute an der Spitze. Aufstiegsmöglichkeiten oder Einflussnahme-Möglichkeiten für engagierte junge Menschen? Vielleicht wenn man Ende-30 ist.

    Die Deutsche Politik hat es verschlafen, sich die Jugend zu erschließen. Junge Menschen, die es gewohnt sind, alles zu diskutieren, können einfach nicht mehr regiert werden wie im letzten Jahrhundert. "Von oben herab" ist einfach nicht mehr.

    Und während Herr Döring von "Tyrannei der Masse" spricht, scheint er die Definition von "Demokratie" vergessen zu haben.

    Und die "Hinterzimmer-Politik" ist ein Unding wenn es um Dinge geht, die JEDEN betreffen und gravierende Einschnitte bedeuten. Vorratsdatenspeicherung? Stellt JEDEN Bundesbürger unter Generalverdacht. Warum soll ich mir das gefallen lassen? Weil es eine nicht-demokratisch legitimierte Behörde so will? Mit welcher Autorität? ACTA? Warum hat man es IM GEHEIMEN irgendwo fernab der Öffentlichkeit ausgehandelt? Weil man WUSSTE, dass es Proteste geben wird und man diese BEWUSST umgehen wollte. Das war Lobby-Kalkül "aller erster Güte" und als solches verachtenswert.

    tl;dr: Hinterzimmer-Politik ist ein Auslaufmodell und die Politik wird es noch merken. Politik muss transparent sein und nicht "Merkel/Rösler/Roth/Steinmeier/Lafontaine sagt das und das wird jetzt gemacht!" Transparenz ist Trumpf.
  5. #54

    Soviel Klartext wie noch nie

    Das demokratische Geschäft ist, soweit ich das sehe, der einzige Bereich des Lebens, in dem man mal eben durch die Tür schneien kann und allen erklärt, wie es besser geht, beziehungsweise man die Verhältnisse jetzt "aufmischen" wird. Solche Unbedarftheit gilt da nicht als unverfroren, sondern als unverbraucht.
    Holla, da musste ich zweimal drüber lesen. Ich hätte nie gedacht jemals so viel unverblümte Demokratiekritik in einem Massenmedium zu lesen, schon gar nicht auf SPON. In der (demokratischen) Politik kann so ziemlich jeder, pardon, Vollhorst werden was er will, unabhängig seiner tatsächlichen Qualifikation. Ich habe mich schon immer gefragt, ob ich denn der einzige bin, der das so sieht.

    Ob ich heute noch weitere Wunder erleben werde?
  6. #55

    Zitat von smelmoth Beitrag anzeigen
    um mal einen bezug zur pop kultur herzustellen:
    findet es noch jemand bemerkenswert, dass die macher von star trek tng das schon in den frühen 90ern antizipiert und mit den BORG versinnbildlicht haben? also jetzt nicht die piratenpartei konkret, sondern die komplett vernetzte gesellschaft, in der jeder alles über jeden weiss und der einzelne in der masse komplett untergeht.
    oder ist das bild schief? call 4 trekki-nerd-knowledge
    (man kann auch nerd sein und den piraten nichts abgewinnen :) um fleischhauer zu ergänzen: quasi das ganze verfassungsrecht handelt davon, dass die masse auch unrecht haben kann. verkürzt: grundrechte sollen die minderheit gegen die mehrheit schützen, auf die sich die regierung stützt.)
    Jetzt bin ich auch nicht der Super-Trekkie aber die Borg hatten zwar eine Kollektivintelligenz aber die Zielsetzung war die Unterdrückung des individuellen Ausdrucks, die Piraten stehen soweit ich verstehe aber nun mal auch für die Freiheit des Wortes. Die Borg-Queen die später hinzugefügt wurde, um die Borg auch als richtig Böse darzustellen und Picard der seine Individualität als Locutus bewahrte weil er (als Serienhauptfigur) ach so wertvoll war, lass ich hier mal außen vor.

    Die Gemeinsamkeiten sind da schon eher bei der terrestrischen Gesellschaft der Föderation zu finden, zumindest das bedingunglose Grundeinkommen und die egalitäre Ansätze existieren hier. Die Leistungsgesellschaft, die in der Flotte existiert ist vom Einkommen unabhängig, höhere Posten geben nur mehr Prestige und Einfluß und nicht mehr materiellen Wohlstand (die Fähnrichskajüten sind hier genauso groß wie die Kapitänskajüten). Wie das politische System außerhalb des Militärs ausgestaltet ist, kommt ja in Star Trek fast nicht vor, dargestellt wird da eher die Zivilisation anderer Welten und auch hier werden die Händler-(Kapitalisten-)zivilisationen (Ferengi) eher negativ dargestellt, sogar negativer als die auf Kriegerkasten (Klingonen) aufgebauten.
  7. #56

    Zitat von 1maike Beitrag anzeigen
    Nennen sie mir einen MdB, der nach seinem Gewissen handelt.
    Wie wollen Sie beurteilen, ob jemand nach seinem Gewissen handelt? Können Sie in die Köpfe Ihrer Mitmenschen hineinschauen oder machen Sie einfach Ihr Gewissen zum Maßstab für alle anderen?
  8. #57

    Im Wesentlichen geht es bei den Piraten garnicht so sehr um links oder rechts, sondern um das System der repräsentativen Demokratie.
    Die Piraten wollen eine Politik machen, bei der Entscheidungen aus Vorschlägen Einzelner herühren, die ihre interne Legitimität aber aus dem Kollektiv der Partei und der Bevölkerungen holen. Ihr System des "Liquid Feedback" nutzt dazu die Möglichkeiten des Internets wunderbar aus.
    Außer "Transparenz" und "Beteiligung" haben die Piraten nach wie vor wenig zu bieten, punkten mit diesen beiden Zielen jedoch ernom, da die Demokratieverdrossenheit im Kern aus einem Mangel der Kommunikation zwischen Politik und Volk herrrührt ( nicht notwendigerweise aus dem Mangel selbst, sondern vielmehr aus der Empfindung daran).
    Mit ihren Ideen von freier Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie allerdings nicht liberal, sondern sozial einzuordnen und damit den Linken am nächsten.
    "In dieser Welt scheint jedes Bewusstsein erloschen, dass die Macht der Mehrheit immer auch in Gefahr steht, in Unterdrückung umzuschlagen, ein Grund übrigens, warum entwickelte Demokratien so viele Vorschriften zum Schutz von Minderheiten haben. Wie nah die Plebejerherrschaft ist, wissen wir spätestens seit der französischen Revolution, bei der schon nach einem kurzen Frühling der Freiheit die "Sichel der Gleichheit" für eine strikte Anwendung des Basiswillens sorgte."
    Genau hier liegt der Punkt in Dörings Augumentation und die wesentliche Gefahr in dem Politikverständniss der Piraten. Ein Mehrheit ist keine Allgemeinheit, beansprucht aber für sich, Legitimationsgrundlage von kollektiv bindenden Entscheidungen sein zu können.( die dann bekanntermaßen für die Allgemeinheit gelten).

    Der Vergleich Fleischhauers mit der Tee-Party Bewegung in den USA wirkt hinsichtlich der inhaltlichen Ziele absurd, hat aber unter der Sichtweise von" Bewegungen gegen eine angeblich von Volk losgelöste,politische Elite" durchaus seine Berechtigung.

    Zitat von anomie Beitrag anzeigen
    So einen artikel kann ich auch jederzeit an den haaren herbeiziehen.
    Hier wird der beruf des politikers mit anderen, z.b. handwerklichen oder akademischen berufen gleichgesetzt.
    Dabei muss man als politiker erst einmal gar nichts wissen. Berechnungen führen die richtigen experten im hintergrund durch.
    Der politiker trägt diese am ende nur redegewandt vor. Wenn er nich t gerade sudoku spielt..
    Das einzige "können" der politiker ist das schwätzen, also von anderen erarbeitetes gut verkaufen.
    Deshalb ist es ja auch kein problem, mal eben das ressort zu wechseln.
    Wenn man von dem einen keine ahnung hat, muss man auch von dem anderen keine haben.
    Auch wenn nah an der Grenze zu einem Stammtischton, haben sie Recht,anomie, wenn auch nach meinem Geschmack vielleicht nicht volllständig.
    Politik heißt das Treffen von kollektiv bindenden Entscheidungen, was auch das Erkennen der Notwendingkeit, die Vermittlung und eine eventuelle Revision dieser mit einschließt. Einfach "schwätzen" ist das nicht, dass ist ein kommunikativer Prozess.Außerdem impliziert das Treffen einer Entscheidung ja auch das Abschätzen der Konsequenzen, wofür die Politiker Verantwortung tragen und weshalb sie ihre Entscheidungsgrundlage, die Arbeit der Experten, selbst verstehen müssen.
    Mal davon abgesehen, das die politische Arbeit zu einem großen Teil in Ausschüssen stattfindet, in welcher neben Juristen und Experten des Fachs auch Politiker mitarbeiten.
  9. #58

    Das Primat des Kollektivs

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Wo Patrick Döring recht hat - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Da wird ja ein Unzeug zusammengschwurbelt das einem Schwindelig wird.Leute,welche Ihr bisheriges Leben abwechsend damit verbrachten zwischen Lanparty und virtueller Onanie zu verweilen theroetisieren nun die Staatslenkung. Ich kann da nicht mithalten.
    Ich traue mir nicht zu jedem Vorgang eine fundierte Meinung zu.
    Es einfacher zu gestalten indem einfach jeder nur noch ein blaues Kittelchen bekommt kann es wohl auch nicht sein.Auch wollen wir zu Gott beten,das jenes Kittelchen nicht zur Uniform mutiert.Was wird den passieren wenn wir den Staat so gestalten das jeder alles versteht? Dann gnade uns Gott.Die Wiedereinführung der Todesstafe wäre noch das geringste.
  10. #59

    Ach herrje Fleischhauer.....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Wo Patrick Döring recht hat - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ...Sie scheinen, ähnlich wie die anderen Großkopferten der gelben Splittergruppe, so rein gar nichts dem deutschen Wahlmichel -insbesondere dem engagierten Piraten- zu zutrauen! Sie quirrlen ein bißchen rum, rühren etwas nach links, dann noch eine Prise Geschichte aus der "dumme Pöbelterrorismus von einst"-Mottenkiste und als Sahnehäubchen noch die Unwissenheit bzw. Unbedarftheit obenauf.
    Und nu?

    Was werfen Sie "den" Piraten eigentlich konkret vor?
    Stolz auf Unbedarftheit oder Spiel mit dem Feuer? Weil ersteres würde ich gar nicht so negativ sehen, sondern eher als Bekenntnis das man selbst (Pirat) engagierter Laie/Amateur kurzum "einfacher" Bürger ist....ein offenes und nicht verzerrtes Bild, mit dem Willen etwas zu lernen und bewegen.
    Wo wir automatisch auf den eklatanten Unterschied zur Führungssuppe der gelben "demokratischen-zur-Türhereinspazierer-Allesnichtskönner" kommen. Die würden so was nämlich nie zugeben!! Da ist das Geschrei am Kochtopf logischerweise riesengroß.

    Trauen Sie dem "deutschen Wähler" doch ein bißchen mehr zu, als das er sich jeder politischen Neuheit blind anvertraut um daraus eine "Tyrannei der Massen" entstehen zulassen. Auch Sie gehören, neben den gelben coolen Leistungseliten, oftmals zu denen die Andersdenkenden "Hysterie" vorwirft. Also, warum so hysterisch ins Döring-Horn mittröten?

    PS: Ihr neues Foto sieht um einiges besser aus!!


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