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Piraten-Hype: Wo Patrick Döring recht hat
Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824540,00.html
- #140 29.03.2012 17:06 von
Umgekehrt wird ein Schuh draus:...
... das Programm ist teilweise fast schon zu inhaltsschwer ( und macht es damit künftigen Parteitagen der Piraten bestimmt nicht leicht).
Insgesamt aber muss ich nach der Lektüre sagen:Gar nicht mal so schlecht ( obwohl ich das Phänomen der Piraten insgesamt eher skeptisch betrachte.)
Es steht mit seiner Forderung nach mehr Transparenz und seinem Freiheitskatalog in guter Tradition zum Grundgesetz, das Öffentlichkeit und Freiheit geradezu als konstituierend für den demokratischen Prozess , ja als erste Bürgerpflichten, einfordert.
Und mit diesen Forderungen steht das Grundgesetz wiederum in direkter Verbindung zur Menschenrechtserklärung der französischen Nationalversammlung von 1789.
Und die französische Revolution wiederum steht in Bezug zur Äußerung von Herrn Döring, der Danton leider falsch zitiert hat: Danton sprach vor dem Konvent von der Tyrannei der Privilegien. - #141 29.03.2012 17:19 von
Diese Gemeinsamkeiten existieren recht deutlich, nur dass die Tea Party in dem Wahlsystem der USA nicht als separate Partei existieren kann, und praktisch ein mehr oder weniger parasitaeres Verhaeltnis mit den etablierten Republikanern eingehen musste.
Eine Grundbewegung, die sich aus einer Ablehnung gegenueber den etablierten Eliten und stark liberalen/freiheitlichen Grundzuegen auszeichnet, gelten fuer beide Bewegungen.
Leider ist die Tea Party Bewegung in den USA mehr oder weniger zu einem Spektakel verkommen, nachdem Sozialkonservative mit eingestiegen sind. Das sind dann die Unterschiede zwischen einem Rand Paul zu einer Michele Bachmann.
Jedoch sehe ich dies genauso als drohende Gefahr fuer die Piraten. Die Bewegung koennte von andern politische Stroemungen geentert werden. - #142 29.03.2012 17:43 von
- #143 29.03.2012 17:48 von
Entweder FDP oder Freiheit
Sie verwechseln, wie so viele, Möglichkeit (Option) mit Freiheit. Gerade die Möglichkeiten zerstören sehr häufig die Freiheit. Der Staat ebenso wie der Markt, denn beides sind nur soziokulturelle Konstrukte. Beides basiert auf Glauben, und ist nichts als eine Illusion, ein Hirngespinst.
Macht bedarf des Glaubens. Selbstverwirklichung ist ohne andere Menschen nicht möglich, denn keiner weiß von sich aus, wer er selbst ist. Jeder benötigt andere Menschen zur eigenen Reflektion. Ansonsten ist er ein Gott, der alles weiß.
Wir sind sowohl Individuen als auch Teil eines Ganzen/Kollektivs und nicht entweder oder. - #144 29.03.2012 17:49 von
veraltet
"Das ist doch 20. Jahrhundert" - die ganze Denke von Herrn F. hat die Zeit doch lange überholt.
- #145 29.03.2012 17:52 von
Finanzierungsvorbehalt...
Die Piratenpartei versucht keineswegs sozialutopische Geschenke zu verteilen. Wer sagt denn, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen die Volkswirtschaft mehr kosten wird als die bisherigen Transferleistungen?
Hartz4,Wohngeld,Kindergeld,BafÖG usw.... plus die zugehörigen Verwaltungs- und Kontrollkosten könnte man gegenrechnen. Außerdem mehr Firmengründungen, durch eine verlässliche Grundfinanzierung (Miete+Essen).
Als Bonus noch Freiheit für Kunstschaffende, Musiker. Sicherheit für Studenten oder Mensche, die eine zweite Ausbildung machen wollen.
Natürlich würde es auch faule Nichtstuer geben, die sich auf dem Grundeinkommen ausruhen und ihre Bedürfnisse auf das entsprechende Niveau senken. Aber die gibt es auch im Hartz4-System. - #146 29.03.2012 17:59 von
Unbehagen.
Ja, vor einer "überinformierten" aber gleichzeitig ungebildeten Ochlokratie graust es mich auch. Die Frankfurter Schule erkannte ziemlich schnell, dass die Arbeiterklasse *nicht* das historische Subjekt einer Veränderung zum Besseren ist. Wenn wir eine Übertragung wagen wollen: die Masse der sogenannten mündigen Netzbürger ist, weil global vernetzt, ist noch viel gefährlicher und gleichzeitig kaum kontrollierbar. Gewisse minimale Standards (von Lernschwachen im Netz meistens: "Standarts" genannt...) wie Schul- und Lehrbücher werden ja als "Mainstream" desavouiert. Natürlich bietet das Netz Bildungsmöglichkeiten für jeden, keine Frage, aber das bot schon die Verbreitung des gedruckten Wortes...
- #147 29.03.2012 18:15 von
- #148 29.03.2012 18:28 von
Piraten vs Tea-Party
Die Piraten können mit der Tea-Party-Bewegung nicht verglichen werden. Die Piraten mögen stolz ihre Unkenntnis demonstrieren. Die Tea-Party-Leute dagegen demonstrieren stolz ihre Kenntnis von der US-Verfassung. Die Piraten mögen postmodern, also irgendwie wie für alles sein, sobald es nur umsonst ist. Die Tea-Party will genau das Gegenteil: individuelle Verantwortung gemäss der US-Verfassung, statt staatlich ermöglichter und von Steuerzahlern subventionierter Schmarotzerei. (Kennen Piraten überhaupt unsere Verfassung?) Die Tea-Partier verachten auch nicht generell alle Politiker, sie wollen nur nicht von denen regiert werden, die gegen die US-Verfassung verstossen und sorgen dafür, dass andere Politiker gewählt werden. Und an die Weisheit des Kollektivs glauben Tea-Party-Leute überhaupt nicht. Fleischhauer hat m.E. keine Kenntnis von der Tea-Party. Wie glaubhaft sind dann seine Aussagen zu den Piraten?
- #149 29.03.2012 18:34 von
Ja und ....
was ist dagegen einzuwenden???
Die Umwelt wird beträchtlich entlastet, der evtl. Nutzer spart sich seine Benzinkohle und ähnliche bedingte Kosten oder halt die Fahrpreiskosten, Instandhaltungskosten von Infrastrukur (z.B. Straßen usw.) fallen rapide. Gesünder ist es auch noch für alle.
Finanziert wird das alles über eine dann zu schaffende Steuerabgabe.
Umsonst ist es dann nicht wirklich - aber bedeutend billiger für alle. Selbstverständlich dürfte die Bahn etc. dann auch kein Privatunternehmen sein.
Aber manche wollen selbst die einfachsten Dinge net verstehen - warum auch immer.
Und kommen sie bitte nicht mit dem Satz " Was noch mehr Steuern?" - die sparen sie nämlich locker durch nicht mehr zu erbringende Mehrwersteuer, Mineralölsteuer (Fahrscheine, Privatfahrzeuge etc.).
Kostenloser bzw. anders finanzierter/umgesetzter öffentlicher Nah- und Fernverkehr ist in Zukunft eh unabkömmlich bedingt durch Ressourcenmangel, Umweltbelastung usw. .
Das sollte für jeden klar sein,zumindest wenn man ein bissl weiter denkt als bis zur Fußspitze.
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