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Piraten-Hype: Wo Patrick Döring recht hat

Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...824540,00.html
  1. #130

    manches hat jf ausnahmsweise richtig ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piratenpartei gilt seit dem Erfolg im Saarland als große Hoffnung des Politikbetriebs, als irgendwie links, aber auch freiheitlich-liberal. Dabei eint die Anhänger der Glaube an die Weisheit des Kollektivs - und ein merkwürdiger Stolz auf die eigene Unbedarftheit.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Triumph des Gruppenzwangs - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ... erfasst. manches aber trägt seine unverkennbare handschrift.

    richtig erkannt, dass die piraten das linke wählerspektrum zerfleddern. darüber sollte er sich eigentlich so wie frau merkel freuen. aber leider gottes (wenn er einen anerkennt außer mammon), holen sich die piraten auch ein paar überlebenswichtige prozentpünktchen bei genau der partei, die er selbst so geil fände, wenn sie nur noch ein wenig mehr "haidern" würde.

    die gemeinsamkeiten, die er den piraten mit dem amerikanischen teekränzchen andichtet, sind natürlich völliger nonsens und nur der persönlichen handschrift des autors geschuldet.
  2. #131

    Ja, jetzt so intelligent..

    Zitat von blitzunddonner Beitrag anzeigen

    cooles neues outfit übrigens, jan.
    .. wie Westerwelle mit der neuen Brille - wahrscheinlich aber Fensterglas.
  3. #132

    Das ist doch Paranoia

    Den Piraten fehlt es nicht an Inhalten, sondern an der Verkleidung der eigenen Inhaltslosigkeit. Asozialer als die FDP sind sie nicht, dümmer als die SPD auch nicht. Verlogener als die Grünen? Wie soll das gehen. Spießiger als die modernen Christen oder die selbst ernannte Linke? Wohl kaum. Die Piraten sind ein weiteres Abbild der eigenen Selbstverklärung, wie sie jedes Individuum und jede Institution des Landes fröhlich zelebriert. Sie sind nicht modern, sie sind nur hässlich genug, um nicht von den Monitoren weggezerrt zu werden. Die Piraten werden in 10 Jahren keine Rolle spielen, aber sie setzen heute ein Zeichen dahingehend, dass politischer Protest sehr schnell erfolgreich sein kann. Wenn das von einer etwas breiter gebildeten Enttäuschung aufgegriffen und parteilich formuliert wird, könnte Politik tatsächlich nochmal interessant werden.
  4. #133

    Ranting... - part 1

    Ich finde es schon leicht...seltsam, uns (ja, ich bin Pirat) genau diese Dinge vorzuwerfen.

    Zunächst, ich bin sicher nicht mit allem 100% glücklich wie es bei uns läuft. Persönlich gehen mir manche Diskussionen schlicht und ergreifend auf den Zeiger - nicht, weil ich es nicht gut fände wenn vorher etwas ordentlich ausdiskutiert wird, sondern weil ich es persönlich nicht leiden kann, wenn sich Diskussionen im Kreis drehen. Und das lässt sich eben nicht vermeiden, wenn verschiedene Überzeugungen, und seien die Unterschiede auch nur im Detail vorhanden, aufeinandertreffen. Oder sich Leute einfach nur profilieren wollen. Und da denke ich mir "Mensch, das könnten wir jetzt auch leichter haben." Aber dasselbe denke ich mir auch regelmäßig auf der Arbeit...ich bin auch nicht gerade der Geduldigste.

    Allerdings hat dafür auch wirklich jeder die Möglichkeit gehört zu werden, ohne sich erst ein tolles Netzwerk zuzulegen, in irgendwelchen Seilschaften drin zu hängen und sich nach oben geschlafen zu haben. Weiterhin finde ich es gut, dass eben nicht die Basis nach dem Motto "Friss oder stirb" irgendeine Linie der Parteispitze abnicken muss, sondern eben auch die Intiative ergreift. Sicher kann man sagen, dass dadurch die Gefahr besteht "Minderheiten zu unterdrücken". Demokratie heißt aber auch nicht, dass alle immer mit allen Entscheidungen glücklich sind oder sein müssen. Es funktioniert nicht, wenn man jedem Recht geben will, dafür gibt es zu unterschiedliche Auffassungen. Und bei einer demokratischen Abstimmung wird nunmal die "Minderheit unterdrückt", die anderer Meinung ist. Anders kann ich Fleischhauers Aussage nicht verstehen...mal abgesehen davon war ich bislang immer der Auffassung, dass die Gesetze zum Minderheitenschutz dazu dienen eben diese nicht aufgrund von Aspekten wie z.B. Religion oder Hautfarbe zu benachteiligen bzw. die Möglichkeiten dazu einzuschränken. Und nicht, um jedem seinen Willen zuzugestehen.

    Einiges von dem was wir tun oder was wir fordern befasst sich stark mit dem Konzept der Chancengleichheit. Ich habe es nicht so verstanden als ob wir wollten dass am Ende jeder gleich dasteht (das wäre eben dieser "Hang zum Egalitären" wie Fleischhauer geschrieben hat), sondern dass man für alle die Voraussetzungen schafft um sich selbst verwirklichen zu können und nicht Getriebener der Gesellschaft zu sein. Das BGE geht in die Richtung, aber auch zum Beispiel die Genderpolitik.

    Nur mal ein Beispiel: Ein Kind aus einer Hartz-Familie hat momentan nicht die gleichen Chancen wie ein Kind aus "gutem Hause" (keine Wertung, nur zur Vorstellung), allein schon aus finanziellen Gründen...studieren ist eben nicht billig. Wenn jemand deswegen nicht studiert - und nicht weil die betreffende Person eigentlich nicht wirklich will - ist das imho vergeudetes Potential. Genauso wenn man seine Zeit für einen mies bezahlten Nebenjob opfern muss (und es gibt viele die das ausnutzen) anstelle sich sozial zu engagieren oder sich um sein Studium kümmern zu können.
    Dasselbe gilt auch für Arbeitslose...wie viele müssen sich von Drecksjob zu Drecksjob hangeln und landen dabei ggf. in irgendwelchen Ausbeuterbetrieben? Da ist es mir ist es lieber, der/die Betreffende kümmert sich um seine Qualifikationen, für die Gesellschaft wäre es besser.
    Was das mit einem "Hang zum Egalitären" zu tun hat, habe ich aber nicht verstanden.

    Gut, das war jetzt mehr geschwurbelt als ich eigentlich wollte, belassen wir es dabei.

    (Fortsetzung folgt)
  5. #134

    Ranting... - part 2

    Dazu "stolz auf die eigene Unkenntnis zu sein":

    Wir sind sicherlich nicht stolz darauf, dass wir von manchen Dingen nicht die Ahnung haben wie man sie haben müsste um dort erfolgreich mitzuwirken. Wir tun aber auch nicht so als ob wir sie hätten. Die Kristenpolitik der Kanzlerin wirkt auch nicht so, als wäre dort die gesammelte Fachkompetenz der VWL am Werk, aber dennoch versucht sie Optimismus zu verbreiten und nicht den Machterhalt zu gefährden. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, bringt es nichts, wenn der Bürgermeister vollmundig eine Rettung beschreibt...und kein Seil hat. Aber man hat Zeit verschwendet.

    Seine eigenen Schwächen einzugestehen hat nichts mit "Stolz auf die eigene Dummheit" zu tun, das ist Ehrlichkeit. Man schafft kein Vertrauen, wenn man unehrlich ist oder das Blaue vom Himmel verspricht ohne es einzuhalten. Ich sehe als Größe an, wenn jemand es schafft zu sagen, dass er etwas einfach nicht kann oder einen Fehler zugibt ohne sich in Ausreden zu ergehen. Das gilt auch eigentlich in jeder Lebenslage...mir persönlich hat diese Haltung bislang jedenfalls nicht geschadet.

    ---

    Und letztendlich zu dem Tea-Party-Vergleich:

    Welchen Sinn ergibt eine Demokratie, in der eine kleine Elite Entscheidungen im stillen Kämmerlein trifft? Nichts dagegen wenn man Entscheidungen "Leuten vom Fach" überlässt...aber ich sollte zumindest die Möglichkeit haben zu sehen wie diese Leute zur Entscheidung kommen.
    Wenn man nicht gefragt wird und auch nicht zusehen kann...kann man auch gleich wieder den Kaiser einsetzen. Dann weiß man wenigstens woran man ist.
  6. #135

    Wer ist hier stolz?

    Was soll dieses Gerede von Stolz nur? Ich bin doch nicht stolz darauf eine gewisse Unkenntnis zu haben. Ich bin nur jemand, der sich selbst auch zugestehen kann von gewissen Dingen keine Ahnung zu besitzen. Die Piraten verkörpern eben nicht diese alten Göttermenschen, die sich selber in fast allen Belangen für unfehlbar halten.

    Wenn ich offen mit meinen Defiziten umgehe (wofür brauch ich da eigentlich Stolz? hä?) dann kann man auch viel besser abwägen, ob ich in einem bestimmten Kontext überhaupt für eine Entscheidungsfindung geeignet bin. Wenn jemand seine Defizite leugnet (weil er zu STOLZ ist zB) und trotzdem mit diesen eine Entscheidung für alle trifft, obwohl es viel mehr qualifiziertere Entscheidungsträger gäbe, dann endet das erst recht fatal. Das ist wahrhaftig eine Misere in die uns Stolz schon so oft geführt hat.

    Mag sein, daß nicht jedermann für die Schwarmintelligenz gemacht ist, aber das wird sich noch entwickeln und wenn es ein paar Generationen dauert. Momentan sind die Piraten ja nicht in irgendeiner Regierung, sondern immer noch eine kleine Partei unterseits der 10%. Also ruhig mal etwas abwarten, bevor man das Kind mit dem Bade ausschüttet.
  7. #136

    Durch reingepresstes verzerrt

    Dass die Piraten aus Egalitarismus heraus in Vierbettzimmern übernachten bzw. monatelang keine Bürofrage klären können, ist Kommentarstil auf Klowandniveau. Diese letztlich unwahre argumentative Vermischung will verzerren! Auf der gleichen Stufe lächerlich ist die Behauptung, die Piratenpartei verschleiße per se politisch begründet Führungspersonal. Einerseits wollen die Piraten u. a. keinen politischen Vorstand besitzen! Andererseits lebt die Piratenpartei von freiwilliger Mitarbeit, die es neben dem Beruf, der Ausbildung oder Ähnlichem zu stemmen gilt.

    Wenn Herr Fleischhauer von der Piratenpartei zum Basiswillen über die Plebejerherrschaft wandelt, übersieht der Autor, dass es für die Pöbelherrschaft des Pöbels bedarf. Doch können - im Gegensatz zur Zeit der Französischen Revolution - heute die allermeisten Menschen in Deutschland lesen und schreiben. Größere Bevölkerungskreise gelten sogar als gebildet. Wenn man nun versuchen will, vergleichbar einem politischen Wiki, die Intelligenz Vieler zu verknüpfen und für die Allgemeinheit zu nutzen, hat dieses Projekt gänzlich nichts mit "Plebejerherrschaft" zu tun!

    Fleischhauers Andeutung, Dörings Freiheitsbegriff hänge einem klassischen liberalen Ansatz nach, in dem das Individuum der Mehrheit vorgezogen würde, ist schief. Historisch gesehen sind Liberalismus und Nationalismus lange Hand in Hand gegangen, da man im Liberalismus von Anfang an Mehrheitsentscheidung im Rahmen der Nation wollte. So mussten die modernen Demokratien erst lernen, dass Nationen heterogene Arrangements mit schützenswerten Teilen sind. Nur langsam wurde danach mittels Minderheitenschutz nachgesteuert.

    Gänzlich lächerlich ist Fleischhauers Behauptung, dass ein Politiker unbedingt einer professionellen Ausbildung bedürfe! Ein Politiker ist ein Generalist mit dem Spezialwissen, einen politischen Gegner auszuschalten. Welche Berufsausbildung verlangt also Herr Fleischhauer für dieses Berufsbild? Was ist schlimm daran, wenn man die Sphäre der Politik unbedarft betritt? Sollen gar noch mehr Juristen in die Verwaltungen und Ausschüsse? Fragen über Fragen schließen sich der Forderung nach Professionalisierung der Politik an! Jedoch sind Volks-, Interessen- oder Parteivertreter letztlich nur Vertreter und so im Prinzip durch moderne Kommunikationstechnik technisch ersetzbar!

    Abschließend: ACTA wurde hinter verschlossenen Türen verhandelt. Sollte diese Aussage Teil einer Verschwörungstheorie sein, wäre auch der Spiegel ein Verschwörungspostille.
  8. #137

    Part III

    Mein bester Versuch, Ihnen die Piratenpartei zu erklären mag diese philosophischer Vergleich zum menschlichen Körper sein:
    Das Herz des Piraten schlägt links wie die SPD
    Der Pirat ist konservativ, was Recht ist muss recht bleiben.Wie die CDU/CSU
    Ein Pirat folgt dem Gefühl im Bauch wie der Grünen, was seine Umwelt angeht.

    All das verbindet. Der Unterschied, das Neue, der Erfolg des Menschen ist:
    Das Gehirn.

    Wenn Sie das als grobe Landkarte nehmen, wissen Sie, warum alle anderen Parteien Angst vor den Piraten haben.

    Das Gehirn sitz weder links noch rechts. Es sitzt oben.Es ist lernfähig.
    Mag es auch in der Masse kleiner sein, als der Schwarm (das Unterbewusstsein) -
    es spricht bewusst.

    ich erlaube nur den Piraten hiermit via CopyLeft und Nennung meines Nicknames, dieses Posting in ihrem kommenden Wahlkampf zu nutzen.
    Macht das Beste daraus! (oder wie manch MMORPG-ler sagt go-go-go!)
  9. #138

    Quatschkram

    Fühle mich wie so oft durch dieses Forum bestätigt: Quatschkram, Piratenfans!

    Ich lese: Unbewiesene Behauptungen ("dann verdienen die Künstler viel mehr"), groben Unfug ("Systemparteien, mit den Medien als Werkzeug") und behandlungswürdige Paranoia ("wollen uns das letzte bisschen Freiheit nehmen, die totale Kontrolle!") - und das von Facebookern. Lustig.

    Gut sind: Große, milliardenschwere Internetkonzerne. Doof sind: Künstler aus Kreuzberg, deren Platten noch nie 50.000er Auflagen gesehen haben.

    Die "Mafia" bietet nur Schrott an, aber davon will ich ganz viel - umsonst - haben, denn sonst werde ich sehr böse und das "System" wird das bereuen.

    Kinder, Ihr seid ... kindisch. Aber Ihr seid eben auch Kinder, deshalb: Nachsicht! Das legt sich. Und bevor jetzt Altersbekenntnisse kommen: Man kann auch mit 50 noch ein Kind sein, und das ist hier mal nicht als Kompliment gemeint.
  10. #139

    ...

    genial...wie alle Artikel Fleischhauers. Wenn er mehr Platz im richtigen Spiegel bekäme, könnte man sich diesen sogar hin und wieder kaufen.








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