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Pille gegen Akne: Verbotene Versprechen

DPADie Pille dient zur Verhütung? Nicht nur: Pharmahersteller und Ärzte preisen sie gerne auch als Mittel gegen Akne und fettige Haut an. Vor allem junge Mädchen werden so in die Frauenarztpraxen gelockt. Dabei ist diese Art der Werbung untersagt - doch die gängige Methode wird stillschweigend geduldet.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...851732,00.html
  1. #20

    Falsche Ernährung?

    @Bigbubby: Sorry, aber das ich selber Akne habe, habe ich mich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt:
    Klar kann ich mit schlimmen Stress meine Haut auch unter Stress setzten. und wenn ich mich ausschließlich von Geschmacksverstärkern ernähre, wird die Haut auch nicht besser davon. Aber anzunehmen, dass 95% aller Akne-Fälle sich durch Lebensumstellung therapieren lassen ist sehr optimistisch. So etwas sagen/schreiben meist Leute, die nie im Leben auch nur einen einzigen Pickel hatten.

    Hautkrankheiten sind Krankheiten, auch wenn viele das nicht glauben wollen. Man wird sowieso schon mit jeder Menge Vorurteilen überschüttet - "mal richtig waschen! Pflegst du dich nie? ist das ansteckend?..." -
    Jetzt mache ich mich zusätzlich also noch falscher Ernährung schuldig?

    Ja, ich gebe zu, da bin ich dünnhäutig. Ich bin als Kind wegen meiner Akne gemobbt worden und bekomme heute noch total kluge Ratschläge (der tollste war Olivenöl zum Eincremen...). Jetzt reichts aber echt!
  2. #21

    Zitat von frauentrüstung Beitrag anzeigen
    @Bigbubby: Sorry, aber das ich selber Akne habe, habe ich mich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt:
    Klar kann ich mit schlimmen Stress meine Haut auch unter Stress setzten. und wenn ich mich ausschließlich von Geschmacksverstärkern ernähre, wird die Haut auch nicht besser davon. Aber anzunehmen, dass 95% aller Akne-Fälle sich durch Lebensumstellung therapieren lassen ist sehr optimistisch. So etwas sagen/schreiben meist Leute, die nie im Leben auch nur einen einzigen Pickel hatten.

    Hautkrankheiten sind Krankheiten, auch wenn viele das nicht glauben wollen. Man wird sowieso schon mit jeder Menge Vorurteilen überschüttet - "mal richtig waschen! Pflegst du dich nie? ist das ansteckend?..." -
    Jetzt mache ich mich zusätzlich also noch falscher Ernährung schuldig?

    Ja, ich gebe zu, da bin ich dünnhäutig. Ich bin als Kind wegen meiner Akne gemobbt worden und bekomme heute noch total kluge Ratschläge (der tollste war Olivenöl zum Eincremen...). Jetzt reichts aber echt!
    Ich hatte starke Akne in der Jugend und werde mein Leben lang wohl die Naben vor allem an Schultern, Rücken und Brust mit mir rumtragen und leichte im Gesicht. (Ich kenne den Namen nicht mehr, aber ich wurde damals letztendlich mit irgend einen Teufelzeug behandelt, dass den ganzen Körper austrocknet und meine Ärztin ungefähr 1000 mal gesagt hat, dass es keine Frau schlucken darf, da selbst 3 Monate nach der Einnahme bei einer Schwangerschaft immer noch starke Behinderungen auftreten würden)
    Ich bin jetzt keiner der hier vom anderen Ufer rüberschreit.

    Natürlich gibt es genügend Menschen die Akne aus anderen Problemen heraus haben, aber in sehr vielen Fällen ist es die Umwelt und nicht der Körper der diese Verursacht (Nahrung, Allergien, Stress).
    Natürlich ist es nicht leicht, diese herauszubekommen oder gar Gewohnheiten zu ändern. Da ist es doch viel einfacher eine Pille zu schlucken, die oft genug auch genügend Nebenwirkungen hat, die kaum einer Bemerkt. (Aus meinem Bekanntenkreis kann ich da oft die Lustlosigkeit nennen, natürlich auch Depressionen und sogar auftreten einer Histamin Intoleranz, sollten sie es nicht kennen, sollten sie mal danach googeln und auch wie viele davon in Verbindung mit der Pille auftreten. Übrigens ist die nach Absetzen der Pille bei der Person stark/ganz zurückgegangen)

    Ich bin jetzt kein alternativ lebender Mensch, aber mit der Zeit gewöhnt man sich zu leicht an zu viele Pillen zu schlucken. Ich war lange Zeit 2-3 mal im Jahr, besonders unter Stress, erkältet. Anfangs immer zum Arzt und Antibiotika und co bekommen. Irgendwann habe ich damit aufgehört, mit Sport angefangen und wenn was kam Salbeitee getrunken. Das Ergebnis ist seltener und wenn dann kürzer krank.
    Diese Geschichte sagt zwar nichts direkt zur Akne und der Pille, aber soll nur mal zeigen, dass es oft andere und bessere Wege geht. Wie gesagt will ich damit Leuten die wirklich Akne haben, diese Behandlung nicht absprechen, aber allgemein würde ich erst mal genauer drauf achten, ob es nicht alternativen gibt, bevor man sich mit Hormonen vollpumpt. Gerade in einem Alter wo der Körper sich durch Hormone sowieso stark wandelt.
    Es ist übrigens bei mir nicht nur mit Schokolade so, auch einige andere Lebensmittel. Wenn ich diese habe beginnt eine leichte Akne auch bei mir wieder (oder sagen wir weniger, dafür große Pickel).
  3. #22

    Illegal?!

    Also ich frage mich gerade, warum mir zwei Krankenkassen vor etwas 1 1/2 Monaten auf Nachfrage gesagt haben, dass die Kosten für die Pille für Personen über 20 nur dann getragen werden, wenn der Frauenarzt vermerkt, dass das Präparat eben NICHT für die Verhütung, sondern zB gegen Akne eingesetzt wird. Ich habe PCOS, was ebenfalls mit der Pille behandelt werden kann. Bei der Krankheit kann ich ohne bestimmte Behandlung so oder so nicht schwanger werden, die Pille dient nur dazu, den Zyklus zu kontrollieren und einige Symptome, wie fettige Haut, Haarausfall und Haarwuchs im Gesicht etc. zu reduzieren.

    Für PCOS an sich kann man sich in Deutschland die Kosten nicht erstatten lassen leider, jedoch für einige Symptome wie eben der Akne, wodrüber ich sehr dankbar bin, denn die Pille ist bei diesen Symptomen erst einmal das einzige Mittel, was ansatzweise hilft. (Es gibt auch noch Metformin, das jedoch anders wirkt als die Pille und wohl auch nicht immer funktioniert)

    Warum es also illegal sein soll, die Pille gegen Krankheiten zu verschreiben und nicht nur als Verhütungsmittel, wenn sie als Medikament sogar von der Krankenkasse getragen wird, verstehe ich nun nicht so ganz, aber gut, deutsche Rechtssprechung halt. :)
  4. #23

    re

    Hach ja, die böse schreckliche Pille.
    In meinem Fall besteht ihre "Nebenwirkung" darin, mich vor wirklich gräßlichen Migräneattacken zu schützen. Ich versteh nicht, wie man so einen unreflektierten Artikel schreiben kann. Dermatologen selbst empfehlen die Pille gegen Akne.

    Allen, die hier meinen Regelblutungen seien doch so toll und natürlich, sei gesagt, dass der natürliche Normalzustand einer Frau schwanger oder stillend ist. Als "Wildtier" kann man es sich nicht leisten, jedes Raubtier der Umgebung durch eine Blutspur auf sich aufmerksam zu machen.
  5. #24

    Unsinnige Behandlung!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Pille dient zur Verhütung? Nicht nur: Pharmahersteller und Ärzte preisen sie gerne auch als Mittel gegen Akne und fettige Haut an. Vor allem junge Mädchen werden so in die Frauenarztpraxen gelockt. Dabei ist diese Art der Werbung untersagt - doch die gängige Methode wird stillschweigend geduldet.

    Pille gegen Akne: Hersteller und Ärzte bewerben Nutzen ohne Zulassung - SPIEGEL ONLINE
    Die Behandung der Akne mit einer antiandrogen wirksamen Pille durch den anti-seborrhoischen Effekt ist zwar wirksam, jedoch deshalb unsinnig, von den Nebenwirkungen einmal abgesehen, dass man die Pille ja irgendwann einmal, spätestens wenn man schwager werden will, wieder absetzen muss und es dann zu teils massiven Exacerbationen kommen kann, die man dann während der gesamten Schwangerschaft ertragen muss, da es keine wirksame Aknetherapie gibt, die in der Schwangerschaft nicht kontraindiziert ist.

    Sinnvoll ist daher eine möglichst frühzeitige, ganz niedrigdosierte Vitamin A-Säure-Therapie, die unter 0,1 mg/kg KG vollständig nebenwirkungsfrei ist und zusammen mit einer Aknetoilette (Ausdürcken der vorhandenen Komedonen) innerhalb 6-8 Wochen eine sichere Beschwerdefreiheit garantiert. Der Behandlungerfolg kann durch eine weiter reduzierte Isotretinoin-Dosis aufrecht erhalten werden, bis ab einer kumulativen Gesamtdosis von ca. 3 g dauerhafte Beschwerdefreiheit erzielt werden kann.
  6. #25

    Gefährlich!

    @ doc 123
    Ich weiß nicht ob sie wirklich Arzt sind, ich hoffe nicht, denn was sie schreiben ist schlichtweg falsch und gefährlich. Hoffe sie sind kein Arzt. Vit.-A. Säure ist eine Option für mittel-bis schwere Akne und hat auch sicher in niedriger Dosierung Nebenwirkungen, nicht dramatisch aber vorhanden. Zudem ist es obligat unter Vit.-A Säure monatlich Blut zu kontrollieren und einen SS zu machen. Also bitte keine medizinischen EMpfehlungen wenn man keine Ahnung hat!
  7. #26

    Niedrigdosierte Vitamin A-Säure-Therapie

    QUOTE=antikoerper74;10864145]@ doc 123
    Ich weiß nicht ob sie wirklich Arzt sind, ich hoffe nicht, denn was sie schreiben ist schlichtweg falsch und gefährlich. Hoffe sie sind kein Arzt. Vit.-A. Säure ist eine Option für mittel-bis schwere Akne und hat auch sicher in niedriger Dosierung Nebenwirkungen, nicht dramatisch aber vorhanden. Zudem ist es obligat unter Vit.-A Säure monatlich Blut zu kontrollieren und einen SS zu machen. Also bitte keine medizinischen EMpfehlungen wenn man keine Ahnung hat![/QUOTE]

    Darauf habe ich ja jetzt schon gewartet :-). Normalerweise sollte man auf derartig abstruse Aussagen von medizinischen Laien, die sich leider viel zu häufig in den medizischen Foren tummeln, gar nicht eingehen. - Dennoch ist das Thema gar nicht ganz uninteressant und wenn Sie schon länger hier im Forum mitschreiben würden, habe ich darüber bereits schon vor 2 Jahren hier entsprechendes geschrieben....

    Wenn Sie genau gelesen hätten, habe ich NIEDRIGDOSIERTE Vitamin A-Säure-Therapie geschrieben. Und diese ist im Nebenwirkungsspektrum mit Vitamin A vergleichbar, könnte als auch theoretisch in der Schwangerschaft gegeben werden, ebenso wie das Vitamin A-Präparat von Hoffmann-LaRoche, der Firma, die das Isotretinoin-Präparat Roacutan vor ca. 30 Jahren ursprünglich entwickelt hat. NUR ist dieses mit 0,5 - 1,0 mg/kg KG entsprechend der Vorgaben deutlichst überdosiert, in USA mit 2,0 bis 3,0 mg/kg/KG um das 20 bis 30fache und dann wirkt das Mittel tatsächlich wie Rattengift.

    Ich habe ca. 1000 Patienten mit niedrig-dosiertem Isotretinoin behandelt und kann innerhalb 6-8 Wochen, in Verbindung mit einer regelmäßigen Aknetoilette, vollständige Erscheinungsfreiheit OHNE jeglichste Nebenwirkungen garantieren.

    Was man vielleicht noch anmerken sollte. Es gibt tatsächlich keinerlei Studien zur niedrigdosierten Vitamin Säure-Therapie, trotzdem immerhin in Insiderkreisen bekannt, es sogar ein Patent darauf gibt. Wieso denn wohl? Die niedrigste Kapsel-Dosis von den Nachahmerpräparten ist 10 mg; eine Firma die vor einiger Zeit eine 5 mg Kapsel vorstellte, was für die niedrigdosierte Therapie sehr günstig war, musste das Präparat innerhalb weniger Monate wieder vom Markt nehmen. Wieso denn wohl? Man kann NUR vermuten, dass sämtliche Universitäts-Hautkliniken sich nicht mit einem ihrer Hauptsponsoren Hoffmann-LaRoche anlegen wollen. UND Hoffmann-LaRoche nicht nach Jahrzehnten zugeben will oder kann, da wohl massivste Klagen zu befürchten wären, dass dieses Mittel ca. auf das 10 fache, in den USA 20-30fache überdosiert war und dies massivste Klagen zur Folge hätte.

    Ach ja, nach ca. 6-8 Wochen ist die Wirkung von 0,1 mg/kg KG und 1,0mg/kg KG identisch! Das Isotretinoin ist das einfach "genialste" Medikament zur Behandlung der Akne, denn es hat in der niedrigen Dosierung NUR eine Wirkung, neben der Hautentfettung im Gesichtsbereich - keinerlei andere Wirkungen oder Nebenwirkungen!
  8. #27

    Zitat von tiit Beitrag anzeigen
    Außerdem: Warum gibt es die Pille eigentlich auf Rezept für unter 20-jährige??


    Sex ist ja wohl noch immer Privatvergnügen, warum soll die Versichertengemeinschaft das mittragen??
    Sie meinen bestimmt, dass die Pille für junge Frauen unter 20 von der Krankenkasse übernommen wird. Rezepte brauchen alle Patientinnen, die Pille ist nicht freiverkäuflich.

    Dass für so junge Frauen die Kosten für das Verhütungsmittel übernommen werden, ist eigentlich eine ganz einfache Rechnung. Ein Kind einer Frau, die keinen Schul- und Berufsabschluss hat, lebt, gemeinsam mit der jungen Mutter, komplett auf Kosten der Allgemeinheit. Ist ja nun meist auch nicht so, dass der Vater des Kinds da deutlich älter und wirtschaftlich in der Lage ist, Frau und Kind zu versorgen. Die Pille kostet pro Monat so um die 5-10 Euro. Damit bekommt man nicht mal ein Baby satt und in "trockene Tücher", geschweige denn die Mutter gleich mit. Entsprechend ist die Pille (und auch andere hormonelle Verhütungsmittel) für die Allgemeinheit erheblich günstiger als eine Schwangerschaft in dem Alter ;).

    Ansonsten frage ich mich, warum "Pillen-Bashing" gerade so modern ist? Die Pille hat die Emanzipation der Frau erst möglich gemacht. Die Pille hilft gegen enorm viele Beschwerden (auch abseits der Akne, z.B. extrem starke Regelschmerzen oder übermäßige Blutungen), denen anders kaum beizukommen ist und die sicherlich auch nicht allesamt gesundheitsfördernd (den normalen Blutverlust während einer normalen Regel verkraftet der weibliche Körper recht gut, mehr und/oder länger anhaltend ist dann aber nicht mehr so prickelnd) oder zumindest extrem unangenehm sind (alle 4 Wochen für 1-2 Tage mit üblen Krämpfen im Bett zu liegen hilft weder in der Schule, noch in Ausbildung/Studium/Beruf und Spaß geht auch anders).

    Klar, hormonelle Verhütungsmittel sind keine Bonbons. Sie haben wie jedes Medikament Risiken und Nebenwirkungen. Über diese gehört jede Patientin von ihrem Arzt gründlich aufgeklärt. Und es ist Aufgabe des Arztes, gemeinsam mit dem Patienten die Vor- und Nachteile bei der Verschreibung eines Medikaments abzuwägen und nur dann zu verschreiben, wenn es mehr Vor- als Nachteile gibt. Wenn es an diesem Punkt im Praxisalltag hakelt, sollte man darüber sprechen nd schauen, woran das liegt (könnte es vielleicht mit zu geringen Honoraren der Krankenkassen für solche Beratungen und Untersuchungen zusammenhängen, die kaum Zeit dafür lassen, wenn eine Praxis Arzt und Helferinnen ernähren können soll?). Aber die Pille als etwas Böses, Negatives, absolut Schlimmes darzustellen, das ist doch Quark. Oder geht jetzt der Wunsch nach einer höheren Geburtenrate so weit, dass man hormonelle Verhütungsmittel verteufelt?


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