Sollen Gentests an Embryonen aus dem Reagenzglas erlaubt werden? In Deutschland wird PID*als ethisches Thema diskutiert. Anderenorts*wird das Diagnoseverfahren als schlichte Dienstleistung gesehen - und auch inklusive Strandurlaub*angeboten. Wie sinnvoll sind Verbote, die man umfliegen kann?*
http://www.spiegel.de/panorama/gesel...750149,00.html
Guter Beitrag zu dem Thema! Gibt leider in diesem Land immer noch jede Menge Menschen, die immer ganz genau zu wissen scheinen, was für alle anderen das Beste ist.
Im Grunde ist der schlimmste Widerspruch, dass sich zwar alle zu immensen Höhen akdemischer Diskussionen über Menschenwürde und die theoretischen Probleme der PID aufschwingen, am Ende aber Eltern mit behinderten Kindern im Regen stehen lassen. Ähnliches passiert bei der Altenpflege und -fürsorge-gigantische Sprüche über Menschenwürde und die Wirklichkeit der Pflegeheime ist zumindest teilweise der Vorhof zur Hölle Das überforderte Pflegepersonal wird mit Stoppuhren "eingeteilt", ausländisches Pflegepersonal als Notlösung wird kriminalisiert und verfolgt.
Man sollte den betroffenen Eltern die Wahl lassen und die eigenen unfähigen Pfoten da heraus lassen-dieses Staatswesen hat jedes Recht verwirkt, hier moralinsaure Urteile zu fällen-jedenfalls solange, wie es die realen Probleme nicht sauber zu lösen bereit ist!
Es geht nicht einzige darum, Eizellen und Embryonen "auszusortieren", die zu einem eventuell behinderten Kind heranwachsen würden. (Wobei nunmal auch hier viele späte Abtreibungen durchgeführt werden, was für die Eltern eine unglaublich schwierige Entscheidung ist - wenn man .
sowas verhindern kann.. warum nicht?)
Was aber viel wichtiger ist: es gibt Paare, denen es aufgrund genetischer Fehler in Eizellen nicht vergönnt ist, überhaupt ein Kind zu bekommen - wenn ihnen diese Chance durch eine "Embryonenauslese" gegeben werden kann, dann soll man dies auch ermöglichen.
Es geht nicht um Geschlechtsbestimmung, sondern um schwere Behinderungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A...ionsdiagnostik
Wer Familien behinderte Kinder aufzwingt ist unmoralisch.
Unmoralisch deshalb, weil Familien mit behinderten Kinder nur unzureichend Hilfe bekommen, die sie auch noch mühsam erkämpfen müssen. Kraft, die für die Fürsorge der Kinder fehlt.
Eigentlich müßten Familien mit schwer behinderten Kinder eine Vollzeitkraft zur Verfügung gestellt bekommen plus die Mehrausgaben sowie die Mindereinnahmen ersetzt bekommen. Erst wenn eine Gesellschaft bereit ist, dies zu leisten, kann sie moralischerweise über PID-Verbote entscheiden.
Wer PID grundsätzlich verbietet ohne adequate Hilfe zu leisten, handelt bigott und höchst unmoralisch
also ehrlich, wie kommen sie denn darauf?
Ich kenne kein land dieser erde in der die lokalen religionen weniger einfluß haben. Klar die kirchen haben macht weil sie viele mitglieder haben und viel für die gesellschaft leisten, aber die hat der ADAC auch....
Die kirche spricht für viele menschen und bekommt relativ zu den "anhängern" eigentlich zu wenig einfluß zugebilligt.
Es ist viel freiwilliger verzicht auf machtausübung von den christlichen kirchen zu spüren, was auch ausgenutzt wird.
Staat und christliche kirche sind bei uns getrennt, besser als das in allen anderen ländern geschehen ist.
Ich kann ihr problem einfach nicht nachvollziehen, wollen sie anderen einfach nur ihren atheismus aufzwingen?
wenn man in langfristigen Kategorien denkt.
Schließlich sind ja auch Menschen ganz normale von der Evolution beeinflusste Wesen. Allerdings haben es die Menschen durch ihr Wissen geschafft den Evolutionsdruck von ihnen abzuwenden.
Gerade dadurch werden natürlich Erbkrankheiten gefördert, da diese durch den Evolutionsdruck auf einem geringen Stand gehalten wurden. Da dieses Prinzip heute allerdings nicht mehr gilt sollte man sich schon mit den daraus resulierenden Konsequenzen auseinandersetzen.
A) Man zeugt weiterhin ganz natürlich, lässt den natürlichen Evolutionsdruck aber nicht wirken. Jedes menschliche Wesen hat den gleichen Wert und muss nur entsprechend seiner eventuell vorhandenen Handycaps mehr oder weniger von der Allgemeinheit gefördert werden.
B) Man zeugt ganz natürlich, lässt aber die Natur entscheiden, welches Wesen sich behauptet (d.h. man verzichtet auf besondere medizinische Unterstützung, und fördert u.U. auch nicht entsprechend der Handicaps).
C) Man übt den Evolutionsdruck vor dem Austragen eines Kindes in Form von PID aus.
Was wären die Konsequenzen?
Im Falle A wird der Genpool der Menschen vergrößert aber vollkommen unkontrolliert. Von Generation zu Generation nimmt der notwendige medizinische Aufwand zu. Die gesamte Population degeneriert von Generation zu Generation. (Das klingt nicht schön, ist aber nun mal Biologie)
Im Falle B würde alle Laufen wie vor hunderten von Jahren. Die Menschen blieben im Mittel gesünder. Menschliche Einzelschicksale würden sich dadurch ergeben, dass Familienmitglieder und enge Freunde sterben müssten, obwohl sie ja eigentlich durch die Medizin gerettet werden könnten.
Im Falle C könnten die Einzelschicksale in vielen Fällen erspart bleiben. Die Menschen blieben im Mittel gesünder als im Falle A. Ein Gebrauch der PID zur Selektion nach evolutionär unnötigen Merkmalen wäre natürlich auch möglich.
In Deutschland leben wir derzeit nach dem Fall A. Man stelle sich vor diesen über nur 100 Generationen durchzuhalten... Verantwortungsvolle Genetiker sollten ein realistischen Bild zeichnen können, wie danach eine Population aussähe.
Im konservativem Sinne wäre eigentlich der Fall B der korrekte. Auf jeden Fall auf der sicheren Seite um auch unseren Kindeskindern nicht zu viele Altlasten zu vererben. Da man aber gerade in Deutschland davon ausgehen möchte, dass mit der Geburt schon 100 Jahre Lebenszeit reserviert sind, ist das schlecht anwendbar.
Der Fall C ist schon eher dazu in der Lage, human zu bleiben und Gendefekte nicht weiterzuvererben. Sieht man es einmal als gegeben an, dass aus biologischen Gründen, auch Menschen einen Selektionsdruck benötigen, ist nämlich der Unterschied von B zu C der von post- zu pränatal (besser sogar: noch vor der Empfängnis).