Forum: Blogs
Phantom-Geräusche: Therapie-Mix hilft Tinnitus-Patienten
CorbisHeilbar ist Tinnitus nicht. Doch es gibt Wege, wie man mit den störenden Phantom-Tönen besser klarkommt. Niederländische Forscher haben nun eine Mischung verschiedener Therapien getestet - mit Erfolg.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...835065,00.html
- #1 26.05.2012 08:47 von
Guter Artikel
Ich komme vom Fach und habe in manchen Ärzteblatt schon unsachlichere Berichte gelesen. Würde man noch den "Tinnitus-Masker" durch einen "Tinnitus-Noiser" ersetzen und das Wort Phantomgeräusch weglassen wäre der Beitrag perfekt...
- #2 26.05.2012 09:23 von
Im Zuge der Berichterstattung von Burn Out Syndromen habe ich mich schon gewundert, warum so selten über Tinitus geschrieben wird. Ich leide selbst seit einigen Jahren darunter und würde mir auch sehr wünschen, dass es dafür eine Heilung gebe. Aber eine Übersensibelisierung lässt sich kaum mehr abstumpfen. Man kann nur lernen damit zu leben. Mir hat hat eine Therapie mit Neurofeedback sehr geholfen. Es wäre schön, auch dazu einmal etwas in einem Bericht zu lesen.
- #3 26.05.2012 10:04 von
nicht jeder muss vom fach sein
ich bin nicht vom fach (HNO).
der vom fachmann vorgeschlagene begriff "Tinnitus-Noiser" ist weniger verständlich und auch in der Medizinfachwelt weniger gebräuchlich.
der vom autor verwendete begriff Tinnitus-Masker" will das erwünschte Ergebnisziel beschreiben und der vom Einwender, der sich als vom Fach vorstellt, enthält im Begriff wie man es schon macht (Gegenlärm erzeugen).
Gehörtechnisch mag "Noiser" richtig sein, haptischer und ergebnisorientiert ist aber der Ausdruck "Masker" gefälliger.
kein begriff ist für sich falscher oder richtiger. Ein Geldmetallstück kann man sich auch von zwei seiten angucken. es kann so oder so eindeutig bestimmt werden.
Im Grunde ist auch der Begriff Phantomgeräusch auch gut hinnehmbar, ist doch vorher erklärt, was unter Tinnitus im allgemeinen zu verstehen ist.
Das Phantomgeräusch hat ein Analogon: der Phantomschmerz. Beim letzteren werden Schmerzen von durch verletzung oder chirurgisch begetrennten Extremitäten wahrgenommen.
In unvollkommener Anlehnung daran kann man den Tinnitus als Phantomgeräusch bezeichnen.
wenn der man vom fach will, kann man das Phantom einfach in Anführungszeichen setzen, dann ist dem anspruch des fachmannes hoffentlich genüge getan.
hier wird als nächste die frage aufgeworfen, was fehlt dem Menschen mit Phantomgeräusch, wenn es beim chirurgischen Phantompatienten das Extremitätenamputat ist ?
Nun, beim Amputierten ist es häufig gar nicht die fehlende extremität, die schmerzen hervorruft, sondern das am amputationsstumpf befindliche restnervenende, dass sich beim ungeeigneten regenationsversuch in ein Narbenknäuel umgewandelt hat. wird dieses nachträglich entfernt, dann verschwindet auch der phantomschmerz.
beim entstehen von tinnitus gehen häufig haarzellen verloren, eine art eigenamputation. weshalb Patienten mit phantomschmerzen häufig auch bestimmte frequenzen schlechter oder gar nicht hören.
die anleihe der phantomgeräusche beim phantomschmerz ist also durchaus interessant und berechtigt.
was ist aber mit den menschen, die einen isolierten tinnitus ohne hörminderung haben?
das wird wohl "der mann vom fach" nicht beantworten können.
Er würde sonst in die Medizingeschichte für das "Phantom des Tinnitus" eingehen.... - #4 26.05.2012 10:41 von
nicht jeder muss vom fach sein Erratum
weshalb Patienten mit phantomschmerzen* häufig auch bestimmte frequenzen schlechter oder gar nicht hören
*berichtigung phantomgeräuschen
für diejenigen, die das "phantom des tinnitus" einmal finden möchten sage ich voraus, dass es sich um einen organischen strukturfehler der Schnecke nach regenerationsfehlversuchen beschädigter oder degenerierter Haarzellen handelt.
hat man diesen zu behandelnden ort einmal gefunden, eine ungleich schwerere aufgabe als für den chirurgen wartet, der ein fehlregeneriertes nervenknäuel (neurom) eines von phantomschmerzen geplagten amputierten zu entfernen hat. - #5 26.05.2012 10:45 von
optional
Nun, die Begriffe "Masker" und "Noiser" bezeichnen leider zwei komplett verschiedene Herangehensweisen an die Tinnitus-Problematik, daher sollten die Begriffe nicht durcheinandergeworfen werden.
Der Noiser erzeugt ein Rauschen, das vom subjektiv wahrgenommenen Pegel unter dem des Tinnitus' liegt. Der Patient nimmt den Tinnitus also weiterhin wahr, hat aber dank des Noisers die Möglichkeit, vom Tinnitus "wegzuhören". Dies ist einer von vielen Bestandteilen der TRT, bei der es darum geht, den Leidensdruck zu verringern und ein normales Leben zu ermöglichen. Bei manchen Menschen ist der Erfolg der TRT so groß, dass der Tinnitus nur noch wahrgenommen wird, wenn sich der Betreffende darauf konzentiert.
der Masker andererseits erzeugt ein Geräusch, dass den Tinnitus komplett verdeckt. Somit wird dieser nicht mehr wahrgenommen, eine Gewöhnung an den Tinnitus ist demnach weniger wahrscheinlich. - #6 26.05.2012 10:49 von
optional
@dcrwiesbaden
Nun, Ihre Voraussage ist leider fehlerhaft. Jeder Mensch hat einen Tinnitus. Bei den allermeisten ist dieser im normalen Leben aber nie wahrnehmbar.
Setzen sie einen Menschen, der nicht unter Tinnitus leidet, in einen schalltoten Raum. Nach 5-10 Minuten wird man Ohrgeräusche wahrnehmen, die in unserer Alltagswelt im ständigen Geräuschhintergrund (glücklicherweise) untergehen. Ein natürlicher "Masker" halt. - #7 26.05.2012 12:07 von
Unschön
Das fiese helle Sirren nerv... begleitet mich jetzt seit mehr als drei Jahren, direkt nach einer verschleppten Mittelohrentzündung, die den Raum hinter meinem linken Trommelfell (das sowieso vorgeschädigt war) über Monate unter Wasser gesetzt hatte.
Zwischenzeitlich war ich so genervt, dass ich mir auch den Hörnerv hätte durchtrennen lassen... aber das nutzt nix, haben schon Leute gemacht- die sind zwar auf dem Ohr taub, das Störgeräusch blieb.
Es sitzt irgendwo im Gehirn, da hat es sich wohnlich eingerichtet.
Ich versuche mich abzulenken.
Manchmal gelingt es, manchmal nicht.
Habe jetzt einen MP3-Player und höre ab und an nur auf diesem Ohr Musik.
Jedenfalls dann, wenn das Nerven zu stark wird...
Nachts nehme ich Tabletten...
Bin trotzdem immer müde und zerschlagen.
Und leider nur gesetzlich versichert und eher arm, also nix mit irgendwelchen Therapien...
Alle paar Monate bekomme ich ein Paukenröhrchen, nächste Woche ist es wieder soweit, damit der Hohlraum sich nicht bei jeder Erkältung wieder zusetzt.
Die größte Angst ist, es könnte noch schlimmer werden, ich stehe jetzt schon nah am Abgrund.... - #8 26.05.2012 13:47 von
Keine Stille
Seit vielen Jahren und ich kann gar nicht sagen wieviele Jahre es nun sind, habe ich starke Geräusche im linken Ohr.
Auf dem linken Ohr bin ich auch seit 10 Jahren komplett taub. Das gesamte Ohr (Mittel- und Innenohr) ist irreparabel durch ein Cholesteatom (chronische epitympanale Otitis media, Knocheneiterung, "Knochenfraß") zerstört.
Das Gehör ist weg und die Ohrgeräusche sind geblieben. Im Krankenhaus sagte man mir, dass die Geräusche nach so vielen Jahren bereits zentral erzeugt werden, also im Gehirn, genauer gesagt im Hörzentrum (Das Hörzentrum, Vorgänge beim Hören - Orange Sinne)
und es dafür keine Heilung gibt. Also habe ich über die vielen Jahre gelernt damit zu leben.
Das einzige was ich mir wünsche ist mehr Verständnis meiner Mitmenschen für meine Behinderung (linksseitige Gehörlosigkeit und Tinitus). Leider wird mir zu oft gesagt, "Du kannst ja hören", Ja sage ich dann, aber akustisch nicht verstehen. Das ist nunmal ein Unterschied und weil die meisten Menschen nicht ahnen können wie es ist wenn man nicht richtig hören kann, wird den Hörbehinderten auch nicht geglaubt, dass sie zwar gehört haben, aber das gesprochene Wort nicht verstanden haben. Mit dem Verhalten von Hörbehinderten können die meisten Menschen auch nicht umgehen.
Kommunikationsbrücke
Das größte Problem ist der Störschall in schallreicher Umgebung oder in Räumen mit einer schlechten Aktustik, wie z.B. in einem Treppenhaus. Da zeigt sich, wie wichtig es ist über zwei gut funktionierende Ohren zu verfügen.
best für Hörgeschädigte - Kommunikationsräume - auch für Hörgeschädigte!
So kommt es, dass ich mich immer weiter zurück gezogen habe und das ist auch gut so. Auch damit umzugehen, habe ich über die Jahre gelernt. Ich bin gerne mit mir alleine und habe mir Betätigungen und Orte gesucht, bei denen ich mit meiner Hörbehinderung nicht so auffalle und gut damit umgehen kann. - #9 26.05.2012 14:07 von
ihre entgegnung besteht nur aus behauptung und kann nicht wissenschaftliche expertise für sich in anspruch nehmen.
daran krankt ihr ziemlich belangloser vortrag.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


