Zitat von
Demokrator2007
Keinem Krankheitsbild, wenn Demenz überhaupt als Krankheit zu verstehen ist, da gibt es versch. Theorien, wird zur Zeit mehr Aufmerksamkeit zuteil als der Demenz, auch als allgemeinem Problem.
Vermutlich liegt das daran, das auch Politiker im Privaten jemandem im familiären Umfeld haben, wie UvL., der von Demenz betroffen ist.
Das die Hilfe vermutl. immer noch nicht ausreicht liegt für mich in dem Umstand begründet, das die Altersdemenz massiv in familiäre Strukturen der modernen Gesellschaft eingreift.
Hier "fordert" das Individuum die notwendige Aufmerksamkeit die anderswo versagt bleibt. "Kinder kann man vernachlässigen", "Langzeitarbeitslose sanktionieren", "Armutslöhne verschweigen" bei "Globalproblemen wie Eurokrise, Finanzkrise,etc. kann man sogar die Verursacher schützen und die eigentlich zu Schützenden bestrafen (Griechenbashing)", ein gleichgültiger, selbstmitleidiger bis gehässiger Mob (den man oft in Internetforen antrifft) "toleriert das problemlos". Wenn es aber um Vergänglichkeit die eigene und die der Vorfahren geht, entsteht manchmal doch so etwas wie schlechtes Gewissen oder einfach nur Panik.
Man kann die Demenzkranken zwar in Heime verfrachten, da die Berufspolitiker teilw. jedoch selbst demenzkranke Angehörige haben, kann man sie dort nicht einfach nur verrotten lassen, sondern muß sie versorgen. Im Gegensatz zu den gesellschaftlich sonst üblichen Verdrängungsmechanismen, fällt die Mißhandlung eher früher als später auf, weil "Schäden die ein "unmündiger Erwachsener" anrichten kann, ungleich höher ausfallen, als die von kleineren Minderheiten die sich zudem noch manipulieren lassen. Ein Demenzkranker im höheren Stadium ist nur noch begrenzt manipuliertbar.
Gleichzeitig kann diese Erkrankung die hastige kranke Industriegesellschaft wieder etwas "erden". Wenn man die "Erkrankten" eine Weile beobachtet,sich auf sie einläßt, sich selbst weniger von vermeintl. gesellschaftlichen Zwängen und Rollen pushen läßt, kann diese vermeintl. "Negativerfahrung" das eigene Selbstverständniss gehörig aufmischen.
Es ist eben nicht so, das Demenzkranke ua. hilfsbedürftige Personen ein reiner Störfaktor beim eigenen Karriereaufbau sind,sie können integriert eine Bereicherung sein, in Dingen wie: Geduld, Ehrlichkeit, Charme Zuneigung oder Verständniss.
Das sind jedenfalls meine eigenen Erfahrungen die ich als ehrenamtlicher Demenzbetreuer machen durfte;vielleicht gehöre ich ja irgendwann auch zu den selbst Betroffenen-wer weiß?
Ciao
DerDemokrator