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Pflegehelfer: Hauptsache Arbeit

Andreas VoigtViele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...826237,00.html
  1. #70

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Tja, Subsistenzwirtschaft. Wen würde das wohl am meisten fertig machen. Den kleinen Arbeiter, der ja genau auf diesem Niveau lebt, teils sogar darunter oder diejenigen, die andere für sich arbeiten lassen und im Büro ein paar Telefonate machen und Zettel ausfüllen.

    Wer würde wohl .....
    Der Umstand, dass es z. B. mich relativ gesehen stärker treffen würde als beispielweise Sie (?) macht es trotzdem noch nicht zu einem guten Konzept für die jetzigen Niedrigverdiener.
    Es handelt sich dabei um eine ganz andere Kategorie von Existenzminum. Eines was mit beheizter Wohnung, guter Ernährung und Mobilität nicht mehr wirklich viel zu tun hat.
  2. #71

    Zitat von conny2 Beitrag anzeigen
    Das tat er (ob er die Kunst des Pfeifens schon beherrschte, wäre Gegenstand interdisziplinärer Erforschung). Zwischendurch fing er ein Wildschwein und verspeiste es, zuerst roh, später gebraten. Und die Alten, die beim Umherziehen nicht mehr mitkamen, zogen sich irgendwann diskret ins Gebüsch zurück oder wurden dort ausgesetzt. Dieses Modell geht, wenn mich mein Eindruck nicht trügt, seiner Wiederbelebung stramm entgegen, freilich mit der Einschränkung, dass Wildschwein für Alle nicht mehr drin ist. Denke eher an Schnecken und Würmer.
    Bedenkend, dass Rentner eine immer weiter wachsende und bereits jetzt unfassbar große Wählergruppe stellen, brauchen Sie davor keine Angst zu haben.

    Man lässt doch eher die junge Generation ausbluten (Stichwort Braindrain), verschuldet sich hoch und ignoriert, dass man dann in ein paar Jahrzehnten völlig ohne Menschen dastehen wird die uns noch von den fleißigeren Drittwelteinwohnern abheben können durch Intelligenz und Know-How.
  3. #72

    Korrektur

    Zitat von socrateased Beitrag anzeigen
    Anfang der 90er Jahre waren für Pflegehelfer (Öffentlicher Dienst) in Berliner städt. Kliniken in den ersten Monaten von Zeitverträgen durchaus sofort ca. 1.850 DM Brutto drin, bei 6-Monatsverträgen konnten nach/ab 6 Monaten 2.150 DM Brutto drin sein, das war übrigens genau die Zeit, in der die Berlin-Zulage gerade gestrichen worden war.
    Mit Bitte um Verständnis für Vertipper: die oben genannten Einkommen waren damals NETTO-Monatsgehälter.
  4. #73

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Was ist mit Ihnen denn passiert?

    Ihnen ist schon klar, dass wir ohne Arbeit (steilung) noch alle in Subsistenzwirtschaft leben müssten und NULL Möglichkeit für Müßiggang hätten oder? Oder meinen Sie etwa der Steinzeitmensch lief den ganzen Tag pfeifend im Wald umher und hat sich an der frischen Luft erfreut?
    Es redet ja (vorläufig) keiner von der totalen Abschaffung der menschlichen Arbeit.
    Fakt ist aber in der realexistierenden Arbeitswelt:

    1.) wir haben massenhafte Unterbeschäftigung
    2.) die Produktivität und der Automatisierungsgrad steigen immer weiter an
    2.) diejenigen, die noch arbeiten malochen immer noch wie vor 40 Jahren 40 Stunden und mehr in der Woche, jetzt schon bis 67

    Wieso arbeiten wir immer noch 40h die Woche, trotz Wirtschaftswachstum, wachsender Wertschöpfung und steigender Produktivität?
    Hätten wir soziale Marktwirtschaft und technologischen Fortschritt weiter konsequent im Sinne der Menschen (und nicht des Kapitals) betrieben, wären wir schon längst bei der 3-Tage Arbeitswoche mit vollen Lohnausgleich und Vollbeschäftigung, dafür wären die Reichen nicht ganz so reich, hätten statt 200 Millionen nur 50.
    Aber lieber leisten wir uns Multimillardäre und lassen die noch Arbeitenden bei gleichzeitiger Massenarbeitslosigkeit immer länger und härter schuften.
  5. #74

    Sehe

    Zitat von visscientiae Beitrag anzeigen
    Also euch kann man ja auch gar nichts Recht machen oder? Da zeigt ein Mann - im Gegensatz zu vielen anderen Landsleuten - die Motivation und den Willen arbeiten zu gehen und ihr kritisiert ihn dafür, dass er sich diesen Hungerlohn gefallen lässt und IHR ihn dann im Alter durchfüttern müsst? Schonmal was von Solidarität gehört? Ganz ehrlich - das regt mich tierisch auf!
    ...
    Den Hungerlohn nicht gefallen lassen?
    ...
    Natürlich sollte sich an der Lage etwas ändern - das steht außer Frage...
    ich haargenau so! Selbst empört Leistung verweigern aber ständig Leistungen vom "Staat", den sie offenbar für einen schwerreichen, geizigen alten Mann halten, einfordern und über deren gewährte Höhe dann ausgeruht und kräftig lamentieren.

    Und da legt sich einer NICHT in die Hängematte und wird dafür dann von genau denen, die das mit größter Selbstverständlich- und -gerechtigkeit tun, kritisiert -großartig!
    Immer wieder dieselbe Klientel, diese Meckerer. Aufgehetzte Hardcore-Wähler einer bestimmten Partei in einer bestimmten Region dieses Landes. Sie demontieren unseren einst funktionstüchtigen Staat, wie sie zuvor ihren eigenen demontiert haben.
    Liebe Hardcore-Meckerer: Der "Staat" sind wir alle! Dieser Altenpfleger beteiligt sich an der Finanzierung Eurer Hängematte. Mit Eurer Auffassung wehrt Ihr Euch nicht gegen die großen Steuerhinterzieher und anderen Betrüger, sondern macht Eurem Nachbarn, der sich für wenig Geld in diesen miesen Zeiten den Allerwertesten aufreißt, ans Bein und grinst ihn dazu noch hämisch an. Wacht auf und wehrt Euch gegen die Richtigen! Dazu gehört auch: Tragt Eurer eigenes Scherflein für das Gelingen unseres Landes bei. Vom nur meckern und barmen und (an)klagen lässt sich auf die Dauer kein Staatswesen aufrecht erhalten, da müssen schon alle ein bisschen was tun.
  6. #75

    Natürlich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.

    Pflegehelfer: Hauptsache Arbeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    habe ich vor solchen Leuten Respeckt.
    Andererseits sind es ja diese Leute, die verhindern, dass sich bei der Bezahlung etwas tut. Wer jemals hautnah die Arbeit in einem Pflege oder Altersheim gesehen hat, wird mir zustimmen, dass hier ein Mindestlohn von Euro 15 - 20 fällig wären.
    Um soetwas müssten sich Gewerkschaften + Medien kümmern.
    Aber die Zeiten sind leider vorbei. Liegt übrigens zum grössten Teil an der SPD, die grössten Verräter aller Zeiten.
  7. #76

    Zitat von The Captain Beitrag anzeigen
    Das Dach überm Kopf finanziert aber am Ende der Staat. Hartz IV ist ein grundgesetzmäßig garantiertes, da der Sorgfaltpflicht des Staates zufallendes Einkommen. Das zu streichen ist defakto rechtwidrig.

    Mit dem Wissen im Hinterkopf .....
    Ich habe auch überhaupt nichts davon gesagt, dass man HartzIV abschaffen sollte - ich bin nur der Meinung, dass sich zu viele Leute darauf ausruhen und ich dann jemanden, der trotz Unterbezahlung arbeiten geht, sehr bewundere und respektiere! Ich füttere lieber jemanden im Alter durch, der davor wenigstens was getan hat, anstelle den ganzen Tag faul auf der Couch vor dem RTL-Nachmittagsfernsehprogramm zu liegen!
    Ansprüche stellen ist ja auch in Ordnung - nur kann ich genauso gut nachvollziehen wenn jemand in einer finanziellen Notlage keine Ansprüche stellt, sondern sich dem fügt. Das mag zwar genau der falsche Weg sein, um etwas zu ändern, aber ich kann es nachvollziehen.
    Nun aber zum grundlegenden Problem: wir alle diskutieren hier bunt durch die Gegend, aber wer steht denn mal auf und geht auf die Straße? Sie haben ja gerade gesagt: Fordern wir es ein! Und dem stimme ich auch zu - aber Deutschland (und damit spreche ich vorallem auch die Jugend an) ist so träge geworden, was Widerstand und Demonstrationen angeht. Solange es einem selbst einigermaßen gut geht, wird allemal im Kreise der engen Freunde bei einem Glas Wein darüber diskutiert, was in Deutschland alles schief läuft.
  8. #77

    nur

    Zitat von retmar Beitrag anzeigen
    Sie sind von Beruf Sohn? Reich geerbt?
    *lol*
    leider weder noch .... bedauerlicherweise ganz im gegenteil.
    ich stelle ja auch nur ein paar fragen.
  9. #78

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Der Umstand, dass es z. B. mich relativ gesehen stärker treffen würde als beispielweise Sie (?) macht es trotzdem noch nicht zu einem guten Konzept für die jetzigen Niedrigverdiener.
    Es handelt sich dabei um eine ganz andere Kategorie von Existenzminum. Eines was mit beheizter Wohnung, guter Ernährung und Mobilität nicht mehr wirklich viel zu tun hat.
    Ändert nichst an dem, was ich sagte. Ihr Verlust und Ihre Angst ist doch weitaus größer, vor allem, weil Sie dann eben so arbeiten müssten, wie all die anderen auch - und dann noch nicht einmal mehr als diese in der Tasche haben.

    Sie müssen also mehr arbeiten, schwer arbeiten und hätten dennoch so gut wie alles verloren.
    Die anderen hätten in erster Linie weniger als heute.
    Dass dies für alle ein Rückschritt wäre, ist ja eine gänzlich andere Sache.
    Denn natürlich könnte man auch heute, ohne groß etwas zu ändern, den 80% helfen. Würde auch nur das oberster Prozent auch nur Drittel abgeben, könnte man das Vermögen der unteren 80% verdoppeln.

    Und nicht damit ankommen, dass das nur einmal geht, Geld verbraucht sich nicht.
    Das ist die Verteilungsfrage. Im Moment haben wir ein System massiver Enteignung der Masse. Kapitalismus eben, so funktioniert er, das ist der gesamte Sinn dahinter.
  10. #79

    Anonym mit Foto und Arbeitgeber ???

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst.
    Mich bewegt noch eine andere Frage: Da heißt es im Artikel
    Lajos Piros (Name geändert)
    und wir sehen den Herrn auf mehreren Fotos unverpixelt, und es wird der Arbeitgeber genannt - was soll das?
    Dann sind da Patientinnen und Patienten mit Namen genannt. Waren die damit einverstanden, und haben sie dieses Einverständnis im vollen Bewusstsein der möglichen Konsequenzen gegeben?








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