Pflegehelfer: Hauptsache Arbeit

Andreas VoigtViele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...826237,00.html
  1. #30

    hauptsache arbeit !

    Zitat von Roueca Beitrag anzeigen
    [...]Hauptsache ein Manager verdient Million und Abermillionen![...]
    der titel fasst eigentlich alles wissenswerte zusammen: "hauptsache arbeit" (haben)!
    - Wer sagt das eigentlich?
    - Wozu, für wen?
    - Für einen hungerlohn in der höhe des willkürlich und nachweislich nicht hinreichenden staatlich festgelegten existenzminimums?

    - Wer behauptet das eigentlich: "hauptsache arbeit" ???
    - Braucht es das wirklich? Gibt es nicht auch soetwas wie eine mußekultur? Ich kann mir bedeutend besseres und interessanteres vorstellen, als mich körperlich und seelisch kaputt zu machen, nur damit ich "hauptsache arbeit" habe!
    Gäbe es nicht alternativen?
    - Wieso heisst es nicht "hauptsache kreativität" ?
    oder "hauptsache guten sex" ?
    oder "hauptsache gutes essen" ?
    oder "hauptsache die kinder so gut wie möglich erziehen" ?
    oder "hauptsache so viele schöne dinge der welt wie möglich mitbekommen" ?

    Und dann immer die gute alte frage: Qui bono - wem nutzt es?
    Wer hat eigentlich etwas davon, dass wie ein Dogma sogar bei den ärmsten der armen gebetsmühlenartig behauptet wird "hauptsache arbeit", auch wenn sie persönlich davon gar nichts haben, körperlich und seelisch sogar eher im gegenteil !

    der verdacht des obig zitierten kommentators, dass sich da "die Oberen" schamlos selbst bedienen und mittels ihrer macht in den medien und der politik und der finanzwirtschaft dieses dogma auch noch kräftig fördern zu ihren eigenen Gunsten, liegt da wirklich nicht fern!

    Leute (d.s. 80% der gesellschaft!), wacht endlich auf!
    Es gibt wirklich besseres, interessanteres, schöneres, aufregenderes, sinnvolleres als die maloche!
  2. #31

    Da spricht kurt

    Zitat von kurtwied3 Beitrag anzeigen
    Eine Revolution, die andere versklaven will, damit Sie dann von dem Geld leben können? Oder wo nehmen Sie dann das Geld zum Überleben her?

    Ja, die Existenz "versklavt" einen - das sieht man nicht besser als im Landleben. Täglich die Nahrung heranschaffen, die Unterkunft in Schuss halten - ausgeliefert der Natur, Krankheiten oder eben Leuten, die keine Lust haben sich die Arbeit selbst zu machen.

    Dieser Druck lastet immer noch auf uns. Das ist keine Zumutung, sondern einfach "Leben" - unter dem Druck dann zu glauben, man müsse nur anderen, die es besser hinkriegen etwas wegnehmen ist keine Lösung - egal mit welcher Ideologie man es verbrämt.
    falls Sie es noch nicht mitbekommen haben:
    Wir leben nicht mehr in einer Agrargesellschaft, in der nicht viel mehr erwirtschaftet werden kann, als dass die Mehrheit gerade mal über die Runde kommt. - Wenn es gut läuft.

    Sondern in einer Industriegesellschaft, die eigentlich über beste Möglichkeiten verfügt. In der allerdings eine kleine Minderheit nicht weiß, wohin mit dem Reichtum. Und es auf der anderen Seite Leute gibt, die für harte und nützliche Arbeit so wenig bekommen, dass es gerade mal bis zum Monatsende reicht, zu mehr nicht. Vor allem nicht für Notfälle, z. B. das Alter.

    Woran das liegt? Z. B. an der Haltung von Leuten wie Ihnen, bester kurtwied3. Für die jede Arbeit besser als keine ist, auch wenn sie noch so anstrengend wie schlecht entlohnt wird. Für die Moral wichtiger als Wohlstand ist, es sei denn es ginge um den Wohlstand der wirklich gut Gestellten. Oder vielleicht auch den eigenen.
  3. #32

    ....

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Maximal will man etwas mehr Fun in der Politik haben, aber bloß nichts ändern...
    Das stimmt doch gar nicht. Haben Sie denn die ganzen ernsthaft vorangetriebenen Bestrebungen für Frauenquoten in Aufsichtsräten und überhaupt, oder für die Work-Life-balancierte Teilzeitchefinnen nicht wahrgenommen? Da kommen ganz gewaltige gesellschaftliche Veränderungen auf uns zu.
  4. #33

    Zitat von Pizza No.7 Beitrag anzeigen
    Herrn Piros gebührt allerhöchster Respekt dafür, daß er auch unter schwierigen Umständen in der Lage ist, sein Leben selbst auf die Reihe zu bekommen. Daß einmal eine Zeit kommt, in der Fernseher nicht mehr repariert sondern im Falle eines Defektes schlicht entsorgt werden, konnte er nicht ahnen.

    An so einem Menschen sollten Sie sich ein Beispiel nehmen! Die "gewaltsame Revolution" darf gerne kommen. Und ich hoffe, danach sind wir Schreihälse wie Sie ein für allemal los.
    Warum muß man sich immer an Menschen ein Beispiel nehmen, welche fast fast umsonst arbeiten? Ist eine solche von der herrschenden Klasse bewust gestreut um von Ihrer unersättlichen Gier abzulenken?
  5. #34

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.

    Pflegehelfer: Hauptsache Arbeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    So sieht die Professionalisierung des Pflegeberufes aus! Aufgestockt durch Billigarbeitskräfte!
    Dafür müssen dann diverse Kommisionen gebildet werden.
    So einer, wie der FDP Minister Bahr, weiß doch gar nicht, was abgeht in den Pflegeheimen.
  6. #35

    Zitat von grouchomax Beitrag anzeigen
    falls Sie es noch nicht mitbekommen haben:
    Wir leben nicht mehr in einer Agrargesellschaft, in der nicht viel mehr erwirtschaftet werden kann, als dass die Mehrheit gerade mal über die Runde kommt. - Wenn es gut läuft.

    Sondern in einer Industriegesellschaft, die eigentlich über beste Möglichkeiten verfügt. In der allerdings eine kleine Minderheit nicht weiß, wohin mit dem Reichtum. Und es auf der anderen Seite Leute gibt, die für harte und nützliche Arbeit so wenig bekommen, dass es gerade mal bis zum Monatsende reicht, zu mehr nicht. Vor allem nicht für Notfälle, z. B. das Alter.
    Mir ist schon klar, dass Sie glauben "wir verfügen über die besten Möglichkeiten", aber eigentlich die Möglichkeiten der anderen meinen.
    Allerdings ist es gut, dass in der Gesellschaft eben niemand mit Gewalt bestimmen darf "wohin einer mit seinem Reichtum" will.

    Diese Zeit hatten wir ja schon - da wurde auf der Grundlage der Volksgemeinschaft beim "kleinen Mann" das Gefühl erweckt, er hätte sehr wohl ein Recht auf das Hab und Gut anderer Menschen.
    Einfach nur, weil er zum "Volk" gehört. Das war natürlich ein verlockendes Versprechen - wer will solche wohlklingenden Verheißungen nicht hören ... man muss nichts machen, kein Risiko zu scheitern, denn zum "volk" gehört man immer.

    Lassen Sie sich nicht wieder von den gleichen Bauernfängern einlullen, nur weil es so schön bequem klingt. Es fällt Ihnen irgendwann auf die Füße.
  7. #36

    Zitat von bughunter Beitrag anzeigen
    Weil ein Pflegeplatz die Angehörigen ca. 2000€/Monat kostet und das ist schon eine Menge. habe nach dem Studium auch ein paar Monate so einen Job gehabt, weil ich als Dipl.Ing nicht weiter einen 1€ Job machen wollte.
    Plegehelfer ist halt ein job wo keine besondere Ausbildung benötigt wird. Der berümte Spargelstecher verdient noch weniger und schufftet bestimmt auch so hart.
    Ich denke da muss sich jeder an die eigene Nase fassen, denn ich kauf auch den Spargel für 2,99€ anstatt den für 12,99€ was er kosten würde wenn die Leute anständig bezahlt werden würden.
    Ja, leider hat das keine Auswirkung auf den Lohn:
    Beispiel:
    Eine Näherin in Bangladesch verdient 2 Euro am Tag, egal ob Sie für KIK ( Jacke für 5 Euro) oder für BOSS (Jacke für 300 Euro) arbeitet.
    Teure Ware gute Löhne, billige Ware schlechte Löhne stimmt leider nicht.
  8. #37

    Selbst Schuld...

    Zitat von Roueca Beitrag anzeigen
    ...modernen Deutschland, daß wir am liebsten haben und für das wir unser Leben geben würden, unsere Kinder werden schlecht bezahlt und die Leute die die Menschen versorgen und pflegen, welche Deutschland aufgebaut und ein Leben lang geschuftet haben, die auch.
    Hauptsache ein Manager verdient Million und Abermillionen!
    Es wird Zeit das sich das grundlegend was ändert!
    Aber nein, in D kämpfen die Jungen gegen die Alten und die Alten gegen die Jungen und so ist es möglich, daß dieser Unsinn Blüten trägt!
    Gerade diese Menschen die das Land aufgebaut und nun in den Heimen liegen wählen aber mehrheitlich die Blockflöten von CDUSPD, die das ganze zu verantworten haben...
    Da kann man nur sagen selbst schuld!
  9. #38

    Hauptsache Arbeit?

    Na, dann kann ja der Lohn weiter gesenkt werden. Schön das es noch Menschen gibt, die arbeiten wollen, ohne dabei mehr Geld als unbedingt nötig zu verdienen. Ohne diese Menschen wäre Deutschland schon am Ende und müsste einen Mindestlohn einführen, aber so kann die Lohnsklaverei weiter verschärft werden. Dankesehr!
  10. #39

    so wie

    Zitat von torben40 Beitrag anzeigen
    Ein Spargelstecher hat aber nicht eine derartig hohe Verantwortung. Außerdem sollten wir uns alle fragen, ob wir selbst von so schlechtbezahlten Menschen gepflegt werden möchten. Ich möchte dies nicht, da ich oft genug die Folgen an den Bewohnern gesehen habe.
    Richtig ist auch, dass man dafür keine besondere Ausbildung benötigt. Im Endeffekt machen die Pflegehelfer aber genau die gleichen Aufgaben, wie das examinierte Pflegepersonal! Das sieht dann z.B. so aus, dass in 4 Wohnbereichen nur eine examinierte Kraft im ganzen Haus arbeitet.
    manche Bäckerlehrlinge aus Frust über Arbeit und schlechte Bezahlung in den teig rotzen /selbst gehört/, werden die Altenpflegehelfer auch bald wissen, wie störrische Senioren in Schach zu halten sind.