Forum


 

Pflegehelfer: Hauptsache Arbeit

Andreas VoigtViele Jahre verdiente Lajos Piros gutes Geld bei einem Fernsehdienst. Seit die Firma pleite ist, hält er sich im harten Job eines Pflegehelfers gerade so über Wasser - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...826237,00.html
  1. #100

    Zitat von d.nix Beitrag anzeigen
    Der Tenor dieses Beitrags ist mehr als unangemessen!
    Es läuft auf die Botschaft heraus: auch wenn die mangelnde Bezahlung eine Frechheit ist und die Arbeit sich überhaupt nicht lohnt - wenn diese Arbeit letztlich ein Sponsor-Geschenk des Arbeitnehmers an eine Altenpflege-Investorengesellschaft ist oder an eine Pleite-Kommune, die sich so indirekt saniert - weitermachen!
    Zu allem Überfluß wird die Unglücksgestalt auch fast wörtlich so zitiert und das dann nochmal als Überschrift des Abschnitts herausgehoben.

    Donnerwetter: ist ihnen überhaupt klar, was für ein Skandal hier schöngeredet wird? Ein Heiminsasse bringt im Schnitt monatl. 3.000 EU. Ein Kleinzockerheim mit 20 Insassen also 60.000/30 oder zweitausend EU pro Tag, 300 pro Kopf täglich. Das Personal kostet praktisch nichts, meist sogar Hartz-IV Eineurojobber. Die teuerste Angestellte ist die Sekretärin. Das Haus bietet nicht mehr als jede Landpension, die mit 30 pro Kopf täglich noch Gewinn macht.
    Ist klar, was für eine Goldgrube das ist? Können sie noch im Kopf rechnen - haben sie noch einen?
    Soll ich ihnen mal sagen, wie das im Consulting gehandhabt wird, in dem ich war?

    1. Das Geschäftsmodell bewährt sich - es wird uneingeschränkt "angenommen".
    2. Wie die Beglückten als Arbeitnehmer selbst betonen (= der Lobby-Journalist) ist ihnen auch nutzloser Zeitvertreib wichtiger als kein Zeitvertreib. Alle gesellschaftlichen Kräfte sind sich in dieser Nutzenanalyse einig wie Pressebelege zeigen.
    3. Alle Modelle sind "optimierbar". Hier ist im nächsten Schritt also herauszufinden, wo genau der "Grenznutzen" (=Gossen-Modell) solcher Arbeitnehmer liegt.
    - ist nutzloser Zeitvertreib auch noch wichtiger, wenn die Arbeit unbezahlt wäre?
    - wäre das auch noch der Fall, wenn die Arbeitskraft für ihre Arbeit den Arbeitgeber bezahlt, wenn der Job eine Benutzungsgebühr für den Arbeitnehmer kostet?

    Es gibt in der deutschen Sprache ein Wort für solch verworfene Existenzen, die sich dafür als Zuträger, Trommler und Schönredner hergeben. Es gilt als nicht zitierfähig.
    zu Pkt.3 : Die Vorstufe für eine "Jobgebühr" existiert doch schon ,nennt sich private Jobvermittlung. Wer kein Vermittlungsgutschein vom jobcenter bekommt darf selber zahlen .
  2. #101

    @ 40

    Zitat von hartholz365 Beitrag anzeigen
    Der Pflegeheimbetrieber lacht sich ins Fäustchen und stopft sich die Taschen voll, diese Heime sind eine Goldgrube.
    Hier in der Umgebung spriessen diese Pflegeheime wie Pilze aus dem Boden, das nächste wird gerade einen Steinwurf weit gebaut, Rohbau ist fast fertig, schon das Dritte des jetzigen Pflegeheimbetreibers.

    Ein Platz in einer solchen 'Residenz' kostet 3000-5000€, billiges Personal als Pflegehelfer eingestellt aber blos nicht zu viele davon, sonst könnte ja der Gewinn dramatisch sinken, das Essen ist auch ähnlichem Niveau, könnte ja sonst zu viel kosten und den Gewinn schmälern. Vor der Türe parken massenhaft Autos von Drittfirmen aus der Pflege und Zeitarbeitsbranche. Küchen- Pflege, Hausmeister-,... alles von "Dienstleistern". Einige die dort mal fest gearbeitet hatten wurden grösstenteils rausgeworfen, was dort noch fest abeitet sind nur Wenige und die werden ausgepresst wie eine Zitrone.

    Herr Autor, sie sollten mal über solche Betreiber schreiben was die im Monat einnehmen, welche Tricks diese anwenden um Steuervorteile und Förderungen einzustreichen, seriöse Betreiber das Nachsehen haben,... dann passt der Artikel auch in die Rubrik 'Karriere', solche Hartz4-Jobs wie im jetzigen Artikel passen in die Kategorie "Selbstverarschung und Ausbeutung".
    Volle Zustimmung.
    Aber wie jemand schrieb: ein Lächeln der Senioren ist mehr wert als gute Bezahlung.
  3. #102

    Sorry

    Zitat von visscientiae Beitrag anzeigen
    Ich habe auch überhaupt nichts davon gesagt, dass man HartzIV abschaffen sollte - ich bin nur der Meinung, dass sich zu viele Leute darauf ausruhen und ich dann jemanden, der trotz Unterbezahlung arbeiten geht, sehr bewundere und respektiere! Ich füttere lieber jemanden im Alter durch, der davor wenigstens was getan hat, anstelle den ganzen Tag faul auf der Couch .....
    Aber als Harzt4-Empfänger wird man normalerweise nicht geboren.
    Und die Bierflasche und Flachbildfernseher nicht auch noch gleich mit.
    Wi wär es denn mit Arbeitsplätzen mit einer Entlohnung von der man leben kann?
  4. #103

    @ Diskutant

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Tja, leider hatte nicht jeder in der DDR Gelegenheit, das von Ihnen hier so gepriesene akademische Studium des Historischen Materialismus zu genießen.

    Manche mussten in der Produktion schaffen um Ihnen Ihr Laberstudium zu finanzieren oder hatten das Pech, Eltern zu haben, die nicht systemkonform waren, weswegen der Weg an die Hochschule verbaut war.
    Im Westen weniger "Historischer Materialismus". Aber die meisten haben hier auch "malochen" müssen - auch um "Laberstudien" bzw. Unis/Studenten zu finanzieren.
  5. #104

    Zitat von liborum Beitrag anzeigen
    Aber als Harzt4-Empfänger wird man normalerweise nicht geboren.
    Und die Bierflasche und Flachbildfernseher nicht auch noch gleich mit.
    Wi wär es denn mit Arbeitsplätzen mit einer Entlohnung von der man leben kann?
    Das habe ich auch nicht behauptet. Solangsam geht mir auch ziemlich auf die Nerven, dass einem hier scheinbar auch gerne Dinge in den Mund gelegt werden nur um sich zu behaupten.
    Wie dem auch sei: Ich bin einfach nur der Meinung, dass ein Mensch, der arbeiten geht weil er sich selber finanzieren möchte, bewundernswerter ist, als jemand der keine Lust auf Arbeit hat und sich vom Staat eben durchfüttern lässt. Ich spreche ja nicht von Menschen die tatsächlich keine Arbeit finden oder aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können oder dürfen - es geht mir um die faulen Säcke. Und dass ICH als Steuerzahler lieber bereit bin die mit einen Abgaben zu unterstützen, die gewillt sind, als diejenigen, die eben nur Bier, Fernsehen und was weiß ich noch im Kopf haben.
    Und ja Arbeitsplätze mit gerechter Entlohnung sind wünschenswert. Aber halt auch schwer umsetzbar.
    Und da aber immernur heiß diskutiert, statt mal was getan wird, wird sich daran auch so schnell nichts ändern...
  6. #105

    Zitat von robien Beitrag anzeigen
    Den Großteil Ihrer Aussagen stimme ich zu. Nicht jedoch, dass es den Piraten "am Hintern vorbeigeht". Die Piraten wollen das "Bedingungslose Grundeinkommen" (BGE) für alle. Zugegegen, dieser Ansatz ist so revolutionär, dass ich mir nicht sicher bin, dass er funktioniert. Vielleicht wäre Evolution statt Revolution besser und das wäre in meinen Augen die Einführung eines auskömmlichen Mindestlohn. Sie Können jedoch nicht sagen, den Piraten wäre die Problematig egal, das ganz und gar nicht.
    Genau genommen möchte ein kleiner Teil der Piraten ein BGE, nicht unbedingt alle und das Konzept dahinter steht bisher nicht und was bisher bekannt ist, ist auch eher fragwürdig.

    Eine BGE Initiative gibt es auch in der Linken und Katja Kipping war auch dabei, als die BGE Petition diskutiert wurde.
    Das BGE geht ja durch alle Parteien, wobei die meisten daraus eher eine blanke Lohnsubvention machen, womit wir in das Modell von Workfare zurückfallen.

    DIe Linke lehnt es ja als Parteiziel deswegen ab, weil der Sozialstaat eben nur für die Bedürftigen da sein soll und nicht für Ackermann und Co. Ich habe bei abgeordnetenwatch an Gysi mal die Frage gestellt, ob er auch dagegen wäre, wenn das BGE eben auch den Steuerfreibetrag ersetzt und er hielt das für eine bedenkenswerte Idee.

    Ich denke aber, der wahre Grund, weshalb sich die Parteispitze dagegen ausspricht ist schlichtweg die Realisierung. Unser Land ist einfach noch nicht bereit für ein BGE, weshalb zuerst das momentane System darauf vorbereitet werden soll.
    Hat man erstmal Mindestlohn, Mindestrente und Mindestsicherung ohne Zwang und Sanktionen, ist der Schritt nicht mehr weit. Solange wir aber nicht einmal das politischen durchsetzen können, wird auch ein BGE mit Sicherheit scheitern, solange es kein Lohnsubventionsmodell ist, was jedoch die Idee das BGE ins negative pervertieren würde.
  7. #106

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Tja, leider hatte nicht jeder in der DDR Gelegenheit, das von Ihnen hier so gepriesene akademische Studium des Historischen Materialismus zu genießen.

    Manche mussten in der Produktion schaffen um Ihnen Ihr Laberstudium zu finanzieren oder hatten das Pech, Eltern zu haben, die nicht systemkonform waren, weswegen der Weg an die Hochschule verbaut war.
    Sie labern ziemlichen Müll daher, ich habe nicht in der DDR studiert und auch kein "Laberstudium", was immer das sein soll.

    Ich kennen die Fakten, die stehen sowieso auf meiner Seite, daher kommen Sie auch mit hohlem Gewäsch bei mir nicht weiter. Entweder Sie liefern gegenteilige oder relativierende Fakten oder Sie können sich Ihr Geschreibsel auch gleich sparen.

    Zumal die DDR für mich kein Gradmesser ist, in gar nichts, was interessieren mich ein anderes System die noch dazu maßgeblich von einer kriegerischen Auseinandersetzung zweier Großmächte geprägt war.

    Aus der DDR lernt ja noch nicht einmal irgend jemand etwas, weil die Mehrheit völlig am Kern der Problematik dieses einstigen Landes vorbeidenkt, um es in erster Linie als Rechtfertigung und Vertuschung der eigenen Fehler zu missbrauchen.
  8. #107

    Das

    Zitat von Diskutant_EF Beitrag anzeigen
    Tja, leider hatte nicht jeder in der DDR Gelegenheit, das von Ihnen hier so gepriesene akademische Studium des Historischen Materialismus zu genießen.

    Manche mussten in der Produktion schaffen um Ihnen Ihr Laberstudium zu finanzieren oder hatten das Pech, Eltern zu haben, die nicht systemkonform waren, weswegen der Weg an die Hochschule verbaut war.
    war eine glatte Punktlandung - die Reaktion wird sicher nicht lange auf sich warten lassen ... :-)
  9. #108

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Ich kennen die Fakten, die stehen sowieso auf meiner Seite, ...
    Ich kenne Ihre Seite (Website?) nicht und sie interessiert mich auch nicht. Ihr System ist glücklicherweise im Orkus der Geschichte verschwunden.

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Zumal die DDR für mich kein Gradmesser ist, in gar nichts, was interessieren mich ...
    Die alte Schule spricht aus jedem Ihrer Beiträge, die ich hier gelesen habe, egal ob Sie diese nun verleugnen oder sich dazu bekennen.
  10. #109

    "Hauptsache Arbeit"? (...und das kommt dabei raus)

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    > - die Geschichte eines Berliners, der schon bessere Zeiten gesehen hat und mitten in der Niedriglohn-Realität angekommen ist.

    Pflegehelfer: Hauptsache Arbeit - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Die Perversion des Gewinne machens um jeden Preis zeigt sich nirgends so deutlich wie in den Gesundheitsberufen. Ich betreue ehrenamtlich Demenzkranke. Leider wurde es unumgänglich einen von mir betreuten Herren in professionale Hände zu geben, weil dessen Gattin mit den Problemen die hochgradige Demenz erzeugt nicht mehr zurecht kam. In einer "Kurzschlussaktion" wurde das "nächstbeste" Heim, zur kurzfristigen Pflege ausgesucht.
    Von wegen kurzfristig! Die "Maschinerie der kommerziellen Pflege" ist so perfekt verzahnt, das wer sich einmal in die Fänge professioneller Pfleger begeben hat, dort nicht mehr herauskommt.
    Von dort wird alles im Interesse der kommerziellen Heimbetreiber geregelt, keine Chance für überforderte Angehörige "aus der Nummer" wieder raus zu kommen.
    Von den scheinheiligen Willkommengrüßen der Heimleitung und den Segnungen des Ladens ist wenig geblieben. Die hochgradig Dementen vor Ort werden verwahrt, nicht betreut. Sie werden an- und ausgekleidet, mit Nahrung versorgt und sich dann selbst überlassen. Das Pflegepersonal gibt sich Mühe so etwas wie Betreuung zu gewährleisten, aber wie bei ständig wechselnden Kräften, die Firma betreibt alleine in Berlin 6 Heime, soll das funktionieren? Zuerst waren ein paar deutsche Pfleger anwesend, danach hatten die Dementen es mit Polinnen zu tun, inzw. sind es Russinnen.
    Gerade bei Demenz ist eine kontinuierliche Bezugsperson das A+O der Versorgung. Wenn ich den Herren einmal in der Woche besuchte, um mit ihm zu reden, spazieren zu gehen oder irgendetwas anderes zu machen, was er gene wollte, blüte der Mann regelmäßig auf und seine Erinnerungsfähigkeit stieg an, beim letzten Besuch ein paar Wochen vor Ostern wirkte er zwar gut versorgt, man hat dafür ja auch insges. ca. 4000 Euro Pflegegelder zur Verfügung, aber er benahm sich wie ein Gefangener und das ist er durch seine Demenz da wohl auch.

    Wenn das was ich dort mitbekommen habe, wie gesagt die Leute werden gut versorgt, die Zukunftsperspektive von Demenz ist, ist ein Suizid wie der von Gunter Sachs, die bessere Lösung.
    So wird bei der Gesundheitsfürsorge gegeneinander gearbeitet. Pfleger die bis aufs Existenzminimum ausgebeutet werden, können nur die Arbeit leisten die mit ihren geringen Mitteln möglich ist. Verwaltung und Administration frißt "den größten Rest", wenn nicht sowieso die Rendite im Vordergrund steht.

    Wenn der im Artikel genannte Pfleger sagt, daß er froh ist, überhaupt Arbeit zu haben, so sollte das alle anderen nachdenklich machen. Die "Maschinerie der Ausbeutung aller Resourcen" erzeugt zusätzliche Kosten die es ohne diese Bürokratiehürden gar nicht geben würde.

    Man kann das sehr gut an der überflüssigen und falsch eingeführten Praxisgebühr erkennen. Sie hält echte Kranke vom rechtzeitigen Arztbesuch ab, erzeugt Mehraufwand bei der Ärzteschaft und erfordert enormen Verwaltungsaufwand.

    Genauso wie die kommerzielle Pflege im Kampf mit dem MDK.

    Ich_maloche_und_habe_nichts_davon- "DerMDK und seine Methoden".avi - YouTube

    Verlierer sind Patienten und Pflegepersonal.

    Ciao
    DerDemokrator


TOP



TOP