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Personalisierte Medizin: Datenturbo für den Kampf gegen Krebs

CorbisMeine DNA, mein Tumor - meine Therapie: Forscher und die Pharmaindustrie setzen im Kampf gegen Krebs auf die personalisierte Medizin. Dabei produziert jeder Patient einen riesigen Berg an Diagnosedaten. Ein Projekt an der Berliner Charité versucht, dieser Datenflut Herr zu werden.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-875704.html
  1. #1

    Wenn Tumor nicht gleich Tumor ist...

    ...sollte man auch bei modularen Softwaresystemen nicht meinen, dass es von irgendeinem Nutzen ist, dass alle Unikliniken "SAP" einsetzen. Genausogut könnte man bestimmte Prozessorchips als gemeinsamen Nenner finden, das wäre genauso nichtssagend.

    Schnittstellen für Krebstherapien mit allen ihren technischen und datenschützerischen Anforderungen haben so rein gar nichts damit zu tun, ob Unikliniken ihre Personalabrechnungen oder ihre Materialwirtschaft mit "SAP" betreiben.
  2. #2

    SAP kann nicht nur

    ... für Personalabrechnungen verwendet werden, sondern ganz allgemein auch zur Datenverarbeitung.
  3. #3

    Wer soll das finanzieren?

    Hoffentlich machen sich die Anhänger und Verfechter der personalisierten Medizin auch Gedanken darüber, wie diese sicherlich teuren personalisierten Medikamente finanziert werden. Von den Kassen? Das wohl eher nicht. Diese speziellen Pillen können dann bestenfalls von denen bezahlt werden, die dann auch das Geld dafür haben. Und zum Thema Datenflut: alle beklagen sich über Google oder Facebook... Schön, dass wir dem gläsernen Menschen immer ähnlicher werden.
  4. #4

    Gelesen?

    Zitat von Oskar Beitrag anzeigen
    Hoffentlich machen sich die Anhänger und Verfechter der personalisierten Medizin auch Gedanken darüber, wie diese sicherlich teuren personalisierten Medikamente finanziert werden. Von den Kassen? Das wohl eher nicht.
    Haben Sie den Text aufmerksam gelesen.? Personalisierte Medizin hat nicht das Ziel alles teurer zu machen. Es steckt vielmehr der Sinn dahinter, eine teure nichtsbringende Therapie auch weglassen zu können um diese Kosten zu sparen, wie hier im Beispiel mit der Chemotherapie.
    Aber Sie haben natürlich Recht damit, dass die Kassen den Sinn erst erkennen müssen. Und diese können sehr stur sein, wenn es um neue Methoden geht.
  5. #5

    Personalisierte Chemotherapie bei Eierstockkrebs

    Die Technologien, die bisher nur Pharmaunternehmen bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe nutzten konnten steht jetzt endlich auch Patienten zur Verfügung, um die für sie individuell optimale Chemotherapie zu finden.

    Bei Patientinnen bei denen zum ersten Mal Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) diagnostiziert wurde, wird das betreuende Ärzteteam eine Kombination aus Chirurgie und Chemotherapie vorschlagen. Die Wahl der Chemotherapie basiert dabei auf umfangreichen Studienergebnissen, die in Leitlinien zusammengefasst sind. Beim primären Eierstockkrebs ist die Wahl der Chemotherapiepräparate (Zytostatika) dort klar formuliert. In aller Regel wird Carboplatin™ und Paclitaxel™ eingesetzt.

    Nach der Behandlung des Primärtumors tritt bei 68% der Patientinnen der Tumor innerhalb von 5 Jahren erneut auf (Rezidiv).

    Wenn ein Rezidiv diagnostiziert wurde oder Carboplatin™ und Paclitaxel™ bei der Behandlung des Primärtumors nicht den Therapieerfolg erbracht haben, dann stehen laut Leitlinie mindestens 12 verschiedene Chemotherapiepräparate zur Verfügung. Diese 12 Zytostatika zeigten in Studien bei behandelten Patientengruppen ähnliche Ergebnisse.

    Da jeder Patient und jeder Tumor aber individuell andere Eigenschaften hat, kann weder aus den Studienergebnissen, noch den Leitlinien abgelesen werden, welches der 12 Präparate nun bei der individuellen Patientin das Erfolgreichste sein wird. So muss bei vielen Behandlungen in der Rezidivsituation die ursprünglich ausgewählte Chemotherapie abgebrochen werden, weil diese nicht die erhoffte Wirkung zeigte. Danach wird gemäß dem Prinzip von "Versuch und Irrtum" ausprobiert, ob ein anderes Präparat besser wirksam ist.

    Um dieses mit Nebenwirkungen und Zeitverlust verbundene "Testen" am Patienten zu vermeiden und von Anfang an sicherzustellen, dass dieser das für ihn persönlich wirkungsvollste Präparat erhält, hat Spherotec einen Test entwickelt. Dabei werden aus der bei der Operation/Biopsie entfernten Tumorgewebe kugelförmige Mikrotumore gezüchtet, die dem ursprünglichen Tumor sehr ähnlich sind. Diese Mikrotumore behandelt SpheroTec dann mit den zur Auswahl stehenden Zytostatika. Schon nach wenigen Tagen lässt sich in der Regel klar ablesen, welche Substanz(en) die Tumorzellen am besten bekämpfen wird/werden. Diese Informationen werden dem Patient und den behandelnden Ärzten zur Verfügung gestellt.

    Zur Evidenz-basierten Sicherung der im Spherotec-Test erzielten Ergebnisse führt SpheroTec aktuell bei verschiedenen Tumorarten Studien durch:
    beim Eierstockkrebs (SpheroID-Studie),
    bei Brustkrebs (SpheroNeo-Studie),
    beim Dickdarmkrebs (SpheroPCT-Studie) und
    beim Magenkarzinom (SpheroGI-Studie).

    Da der Spherotec-Test nur mit "frisch" entnommenem Gewebe funktioniert, ist es sehr wichtig, dass Spherotec so früh wie möglich, insbesondere noch vor der Operation kontaktiert wird. So kann mit den behandelnden Ärzten das Vorgehen und die Logistik frühzeitig abgestimmt werden.


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