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Peinliche Street-View-Aufnahme: Gartenpinkler verklagt Google

DPAGoogle machte mich zum Gespött der Nachbarschaft, dafür will ich 10.000 Euro Schmerzensgeld: So lautet verkürzt die Klage, die ein Franzose gegen die Suchmaschinenbetreiber eingereicht hat. Der Grund: Google Street View zeigt ihn beim Pinkeln im eigenen Vorgarten.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...818791,00.html
  1. #20

    Der "nackte" Mann wird sich bestimmt freuen, das jetzt jeder die Geschichte kennt und weiß wo er wohnt... nebenbei, er war nicht nackt. Er hatte Shorts an und reinigte seinen Kofferraum. Und zwar in einer Stadt, die mit M anfängt.

    Liebe Spiegel-Mitarbeiter, all das wusste ich bis eben nicht. Um das herauszufinden habe ich zwei Minuten benötigt. Ich musste nicht mal was tippen dafür. Möglicherweise ist ihnen unklar, das man sehr einfach herausfinden kann, ob ein Foto auch anderswo existiert. Und anderswo ist man eben nicht so nett, die Adressdaten des Herrn auszublenden.
  2. #21

    Zitat von flieder2 Beitrag anzeigen
    Ich hoffe,das google fuer die Verletzung der Privatsphere zu mehr als nur 10000 € verurteilt wird. Da muss ein teures Urteil her um abzuschrecken
    Ich würde eher sagen, da muss ein Freispruch her. Datenmengen wie die, die Google gesammelt hat, lassen sich nur automatisiert verarbeiten. Da sitzt niemand und guckt über die Bilder drüber. Der gute Mann hat halt Pech gehabt, Shit happens. Gewöhnen sie sich dran, Microsoft hat exakt das selbe gemacht. Bing Maps ist halt nicht so beliebt; daher hat auch praktisch niemand für die Verpixelung des eigenen Hauses angefragt. Und von Klagen habe ich auch nichts gehört. Vielleicht fangen die Leute demnächst mal an, deren Kartenmaterial zu durchwühlen...

    Würde die Klage durchkommen, gäbe es in Frankreich kein irgendwie geartetes Maps mehr. Und das nur, weil ein paar Menschen sich in ihrer Befindlichkeit gestört fühlen. Wenn wir auf all das Gejammer hören, das über das böse Internet unterwegs ist, dann müssten wir es ausschalten.
  3. #22

    Zitat von paix Beitrag anzeigen
    Ergo MÜSSEN sie die alle einzeln bearbeiten und haften für Fehler und Gesetzesverstöße die ihnen dabei unterlaufen.
    Nein, sie müssen sie nicht "einzeln bearbeiten", und das haben sie auch nicht gemacht. Hat Google auch nie behauptet und wurde noch nie gefordert. Ist auch völlig unmöglich.


    Zitat von paix Beitrag anzeigen
    DAS IST die REALITÄT, auch wenn sie vermutlich eher in der Virtualität leben und diese als rechtsfreien Raum zu betrachten scheinen ;)
    Nein, das ist ihre Version der Realität. Es ist das, was sie sich als Realität wünschen. Ich bin froh, das es Maps gibt (unsagbar praktisch) und bin froh, das solche Bremser mit der Nummer nicht durchkommen werden. Wie schon andernorts geschrieben, können wir das Internet dann auch gleich dicht machen.

    Nebenbei, wenn wir schon bei Virtuell sind: Wie lauten denn die Gesetze, die das automatisierte erfassen und verarbeiten von Bildern zwecks Erstellung einer 3D-Karte behandeln? Jetzt sind sie am Zuge. Ganz real, nicht virtuell.
  4. #23

    Für 10.000 pinkle ich gerne mal von meinem Balkon. Auch mehrmals. Also Leute: Kameras und Bier mitbringen!
  5. #24

    Street View

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Es MUSS auch irgendwo für Google ein "Recht auf Fotos" existieren, es ist nämlich per se NICHT verboten, Fotos von Vorgärten zumachen.

    In Deutschland gibt es da sogar ein Gesetz, die sogenannte "Panoramafreiheit". Und glauben Sie nicht, dass Google das nicht weiß. Ich denke, ähnliche Gesetze existieren auch in anderen Ländern (außer Großbritannien), sonst wäre es nämlich auch für Privatpersonen nahezu unmöglich, Fotos in der "freien Natur" oder im "öffentlichen Raum" zu machen.
    Sie haben einen Denkfehler dabei gemacht. Panoramafreiheit bedeutet NICHT, dass ich mir einen zwei Meter hohen Masten auf ein 1,8 Meter hohes Auto basteln und dann drauf los fotografieren kann, sondern dass ich das Fotografiere, was ich von öffentlich zugänglichen Stellen vom Boden aus Fotografieren kann. Hätte eben jenes Foto ein Fotograf aus selber Höhe mittels einer Leiter gemacht, sähe er alt aus.
    Es mag ärgerlich sein, für den Pinkler, auf der anderen Seite verstehe ich nicht, wieso jemand meint, überhautp in den eigenen Vorgarten pinkeln zu müssen. Und sich dann auch noch zu beschweren, dass es jemand sieht.
    Nun den verschiedenen Meldungen nach war/ist das Grundstück mit einem wie auch immer gearteten Sichtschutz (mit geschlossenem Tor) versehen. Was der Mann da macht ist erst mal seine Sache (ich würde auch nicht in den Garten pinkeln), wenn ihm danach ist darf er da auch nackt sonnenbaden - und hat ein Recht auf seine Privatsphäre.

    Wäre er beim Pinkeln von einem Fotografen abgelichtet worden weil der beispielsweise unerlaubterweise vom Dach des Hauses gegenüber in den Garten fotografiert hat, hätte der dieses Bild eben wieder gelöscht und gar nicht erst veröffentlicht.
    10.000 Euro finde ich dafür auch unangemessen. Als Nachbar würde ich mich eher daran stören, dass mein Nachbar nichts besseres zu tun hat, als in den Vorgarten zu pissen. Sorry. Dafür hab ich kein Verständnis in einem Land (Frankreich), das über Toiletten im eigenen Haus verfügt.
    Es mag heutzutage vielleicht komisch anmuten, aber auch in Frankreich wird es nicht verboten sein in die Rabatten zu pinkeln, wie es Menschen seit tausenden von Jahren getan haben.

    Streetview überschreitet sehr weit eine Grenze. Ein Haus, meinetwegen in der Zeitung abgelichtet weil es hinter einer Bushaltestelle geht die fotografiert wurde ist halb so wild. Aber systematisch georeferenziert alles zu zeigen muss einfach nicht sein. Das geht einfach zu weit. Es verletzt immer wieder die Privatsphäre von Menschen. Nicht jede Aufnahme, aber systematisch immer wieder. Man kann heute alles ausbaldowern. Ich habe schon hunderte nicht (ausreichend) unkenntlich gemachte Kennzeichen und Personen in Street View und StreetSide gefunden, als ich mich damit beschäftigt habe wie problematisch diese Dinger sind. Erkennbare Kinder an Schulen und Kindergärten, an Details, Aufklebern, Zubehör erkennbare Autos am Puff oder Strich, Frauen die im Nachtpolter und Lockenwickler den Müll rausbringen und sich denken der Chef wird schon gerade nicht vorbeikommen und Frau Dingens von Gegenüber ist egal und so weiter.
    Nee, das muss nicht sein.
  6. #25

    Zitat von kalle70 Beitrag anzeigen
    Wenn jemand öffentlich wild uriniert, oder andere Dinge macht die ihm später peinlich sind, dann kann man demjenigen auch nicht helfen. Wie schon gesagt, das ist öffentlich.
    Hätte er einen Kreis in den Rasen gepinkelt und das Werk zur Kunst erklärt, hätte er die Veröffentlichung des Fotos gemäß Urheberrecht verbieten lassen oder von Google für die illegale Verbreitung auch noch Lizenzgebühren kassieren können.
  7. #26

    Zitat von John.Moredread Beitrag anzeigen
    Ich würde eher sagen, da muss ein Freispruch her. Datenmengen wie die, die Google gesammelt hat, lassen sich nur automatisiert verarbeiten. Da sitzt niemand und guckt über die Bilder drüber. Der gute Mann hat halt Pech gehabt, Shit happens.
    Find ich plausibel. Bei so einer Massenproduktion sollte der Hersteller grundsätzlich nicht haftbar gemacht werden können. Man stelle sich vor, ein Autohersteller wäre haftbar, nur weil die Bremsen bei einem Modell nicht funktionieren und die Leute reihenweise Unfälle bauen. Ich mein bei solchen Stückzahlen kann man das einfach nicht mehr kontrollieren.
  8. #27

    @nania

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Nur lässt sich ein schädliches Medikament wohl kaum mit einem Foto vergleichen, auf dem jemand bewusst in seine Vorgarten (!) pinkelt.
    Es MUSS auch irgendwo für Google ein "Recht auf Fotos" existieren, es ist nämlich per se NICHT verboten, Fotos von Vorgärten zumachen.

    In Deutschland gibt es da sogar ein Gesetz, die sogenannte "Panoramafreiheit". .... Als Nachbar würde ich mich eher daran stören, dass mein Nachbar nichts besseres zu tun hat, als in den Vorgarten zu pissen. Sorry. Dafür hab ich kein Verständnis in einem Land (Frankreich), das über Toiletten im eigenen Haus verfügt.
    Doch, der vergleich passt, schaden der angerichtet wurde muss wieder gut gemacht werden, egal ob der schaden klein oder groß ist, alleine schon weil keiner bemessen kann was großer oder kleiner schaden ist. Panoramafreiheit hat mit dem Foto über einem klar abgegrenzten gebiet nichts zu tun, panoramafreiheit erlaubt mir ja auch nicht durch ihre gardienen zu fotografieren!
    Und ihr letztes unverständniss zeigt nur ihre verachtung und ahnungslosigkeit gegen frankreich und seinen menschen.


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