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PCB-Skandal: Envio-Prozess droht zu platzen

Nicola KuhrtEs geht um einen der größten Giftmüllskandale in Deutschland. Doch nun steht der Prozess gegen frühere Manager des Dortmunder Unternehmens Envio vor seinem vorzeitigen Ende. Das Gericht will einen neuen Gutachter bestellen. Dessen Untersuchungen werden wohl Jahre dauern.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...855819,00.html
  1. #1

    Staatsanwaltschaft Dortmund

    Dass dieser Prof. Rettenmeier sein völlig unkronketes Ermittlungs-Erstgutachten (ich habe es gelesen) überhaupt in den Prozess einbringen durfte, ist das Ergebnis schlampiger Vorbereitung der Dortmunder Staatsanwälte. Und dies vor dem Hintergrund der vorab öffentlich geäußerten Kritik an dem Verbleib des Verfahrens in Dortmund, vor dem z.B. die Kollegen in Bochum bzw. Wattenscheid gewarnt hatten, bevor das Landesjustizministerium NRW diese Intervention ablehnte und somit das Verfahren in Dortmund beließ.

    Mittlerweile funkt der Landgerichtsflur-Gerüchtesender auch schon, dass man einem Teil der 4 Angeklagten (nicht Neupert) seitens der Staatsanwaltschaft ein "vorteilhaftes Angebot" gemacht hat. Genug Anlässe für die Medien, dort verschärft nachzuhaken, oder?
  2. #2

    Prinzip Bananenrepublik Deutschland?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es geht um einen der größten Giftmüllskandale in Deutschland. Doch nun steht der Prozess gegen frühere Manager des Dortmunder Unternehmens Envio vor seinem vorzeitigen Ende. Das Gericht will einen neuen Gutachter bestellen. Dessen Untersuchungen werden wohl Jahre dauern.

    Envio: Prozess im PCB-Skandal droht zu platzen - SPIEGEL ONLINE
    Ist das alles wirklich so schwer nachweisbar? Oder liegt das eher daran, dass Deutschland eine Bananenrepublik ist, in der Eigenverantwortung grundsätzlich umgekehrt proportional zum gesellschaftlichen Einfluss und Schädigungspotential eingefordert wird?

    Grenzfälle: Arbeitnehmer werden wegen Bagatellen gefeuert, Politiker dürfen sich straflos bestechen lassen, und ein Unternehmensstrafrecht gibt es gar nicht erst.

    Letzteres führt übrigens dazu, dass bei einer Verurteilung nicht das Unternehmen bestraft wird, sondern irgendein symbolischer Verantwortlicher zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt wird, die nicht den Unternehmensnutzen abgreift, sondern seinen persönlichen Einkommensverhältnissen angepasst ist. Danach erkennt das Unternehmen, dass es davon massiv profitiert hat, erkennt deshalb seine „Fürsorgepflicht“, und ersetzt die Strafe aus seiner Portokasse.








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