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Party-Angst in Braunschweig: Furcht vor dem Flashmob

Spontan-Party auf dem Schlossplatz: Nicht bei uns! Braunschweigs Behörden gehen gegen eine Internet-Aktion vor, die zum öffentlichen Grillen aufrief. Sie fürchten offenbar einen Flashmob wie jüngst auf Sylt, der Organisator gibt jetzt nach - aber kommen die Massen womöglich doch?

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...638616,00.html
  1. #1

    Flashmobs

    Der Gedanke hinter Flashmobs ist ein harmloses soziales Event, welches einen simplen, spontanen und möglichst bizarren Ausbruch aus der täglichen Routine darstellen soll. Sie lassen sich also am ehesten als eine neuartige, mit modernen Medien konzertierte Form von Graswurzel-Kunst begreifen. Das reicht von Kissenschlachten über minutenlanges "Einfrieren" in der Bewegung bis hin zu Rickrolling-Chören - aber nichts davon hat mit Alkohol, Umweltverschmutzung und Vandalismus zu tun.

    Riesenparties sind also etwas komplett anderes. Nicht jede Massenveranstaltung, zu der von einem einfachen User im Internet aufgerufen wird, ist ein Flashmob. Ich bitte daher, diesen Begriff sorgfältiger zu nutzen, denn hinter dieser Kunstform stecken Prinzipien und Gedanken, die von Saufgelagen und dergleichen kaum weiter entfernt sein könnten.
  2. #2

    Gut möglich...

    ...dass diese hanebüchen verrückte und trotz aller Nebenwirkungen sympathische Methode des Volkes, seine eigenen Räume wieder zurückzuerobern, eines Tages auch einen virtuellen "Sturm auf die Bastille" möglich werden lässt - ganz ohne Blut und Tränen. Und sei es gegen die Bastionen jener, die sich Völker halten wie domestizierte Schoßhündchen.

    Nach dem winselnden Eingehen der Superblöcke sind wir dann vielleicht so weit, die neofeudalen Großkotze in Grund und Boden zu lachen.

    Rein rechtlich, so denke ich mal, wäre doch kaum etwas dagegen einzuwenden, zum Beispiel vor der Einladung zu einem Hyper-Woodstock vor der Gedächtniskirche dringend zu warnen - na ja, auch mit Luftballons und selbstgemachten Flugblättern...

    Ach ja - und die Öffentliche Ordnung?

    Das beantwortet sich von selber: Öffentlich ist eine Ordnung dann, wenn sie der Öffentlichkeit dient. Erinnert sich noch wer an jenen Verlust an öffentlicher Ordnung, als etliche 100.000 auf den Leipziger Straßen "Wir sind das Volk" intonierten und sogar Werktätige in ihrer Eile aufgehalten haben. Wie erschröcklich.
  3. #3

    Optimal zum Demonstrieren

    Was nutzt das im Grundgesetz eingetragene Recht auf Versammlung, wenn man dazu einen Antrag stellen muß, der obendrein noch genehmigt werden muß?
    Da bieten sich die Flashmobs direkt an.
    Niiiiiemand hat die Absicht, eine Demo zu veranstalten! Wir sind alle nur zufällig hier! Es gibt keinen Organisator! Wenns Euch nicht passt, dann verhaftet uns!
    Was aber steht dann in der Anklage? Teilnahme an einer unangemeldeten Demonstration? Das soll erst einmal einer beweisen! Wenn die Organisatoren schlau genug sind, dann finden sie einen Weg im Internet.
    Jedoch sollte dazu niemand Spiegel Online benutzen, um z.B. eine Spontandemo am Münchner Marienplatz am Dienstag, den 28.07.2009 um 15.30 Uhr gegen die ZAUP (Zusammenschluss asozialer und unchristlicher Personen, früher bekannt unter CSU) zu verkünden.
    Das wäre zu offensichtlich!
  4. #4

    Wow

    ich bin begeistert das es die Stadt Braunschweig auf die Titelseite von Spiegel Online gebracht hat....
  5. #5

    so nicht!

    Zitat von fatalismo Beitrag anzeigen
    .... Erinnert sich noch wer an jenen Verlust an öffentlicher Ordnung, als etliche 100.000 auf den Leipziger Straßen "Wir sind das Volk" intonierten und sogar Werktätige in ihrer Eile aufgehalten haben. Wie erschröcklich.
    diese frechheiten wurden dementsprechend schnell in "wir sind ein volk" geändert-was sich zwar nachträglich als unsinn herausstellte aber halt nicht so despektierlich war, wie die ursprüngliche erkenntnis.
  6. #6

    Also ich bin dann am 08.08.09 da!

    Punkt 16:00 Uhr werde ich mal auf dem Schloßplatz gucken, ob sich auch wirklich alle an das Verbot halten.
  7. #7

    Druckfehler?

    Öffentliches Grillen auf dem Rathausplatz - eine ganz bezaubernde Idee!
    Aber wäre das dann nicht ein "Fleischmob"? Und gar kein "Flashmob"?

    Auch hier lohnt im Übrigen ein Blick über den Grossen Teich: öffentliches Grillen wird in den USA traditionell nur vor einem streng ausgewählten Publikum und unter Zuhilfenahme eines sogenannten "Elektrischen Stuhls" durchgeführt.
    Wir sehen: Es geht also auch ohne diesen ganzen neumodischen Kram wie "Internet" oder gar "Handy"!
  8. #8

    Den Gedanken des Flashmobs

    ...an sich find ich eigentlich ganz ok. Schließlich gehört dieser Land im weiteren Sinne der Bevölkerung. Und schließlich kann man sich treffen wann und mit wem man will, wenn es halt ein paar mehr werden, dann ist es so.

    Allerdings gibt es eine Einschränkung: Leute, bitte nehmt euren Müll mit, belästigt nicht Leute die nicht mitmachen wollen und macht nix mutwillig kaputt. Denn dadurch wir man in eine Ecke gedrängt, in der man nicht sein will.
  9. #9

    Ordnungsämter und das Stadtmarkting haben ein Monopol gegen die Demokratie

    ..und schon wieder beteilgit, das Stadtmarketing Braunschweig GmbH, ein Unternehmen, dass eigentlich für die Bürger der Stadt dar sein sollte, rechtlich aber Gewinne machen muss und daher Stadtrechte zu Geld macht. Dabei werden keine Mühen gescheut die Demokratie mit Füssen zu treten. Der Internetaufruf zeigt deutlich die Angst der Parteiendemokratie ("Lobbyistenabsprachendemokratie")gegenüber dem Internet. Ja, liebe Politiker, das Internet wird eine neue bürgernahe Demorkratie schaffen und Ihr seid hiermit des Amtes enthoben!


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