dapd"Bitte beachten Sie, dass Sie es mit Hackern zu tun haben": In einer E-Mail warnt die Piratenpartei Journalisten, die am Wochenende vom Parteitag berichten wollen. Die Medienvertreter sollten besser verschlüsselte Verbindungen nutzen - traut die Partei den eigenen Mitgliedern nicht?
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...830003,00.html
Dieser Beitrag erschüttert mein Vertrauen hinsichtlich der erforderlichen Fähigkeiten und der gebotenenen Sorgfalt bei der Handhabung von Nachrichten durch Journalisten!
Bislang hatte ich angenommen, daß es bereits zum journalistischen Einstiegswissen gehört, Vorlagen für veröffentliche Meldungen sicher zu übertragen, und nicht einmal daran zu denken, sie blauäugig als von jedermann manipulierbare offene "digitale Postkarten" durch das Netz zu schicken.
Wäre jedoch ein derart sicherer Umgang mit Daten ständiger Usus während der journalistischen Berufsausübung, wäre die Botschaft dieses Artikels mangels bestehender Gefahren völlig gegenstandslos.
Daß aber jetzt die Mahnung, die Integrität von offiziell verbreiteten Nachrichten durch technische Maßnahmen zu schützen, offensichtlich so viel Aufmerksamkeit erregt hat, daraus einen SPON-Artikel entstehen zu lassen, kann nur bedeuten, daß der bislang antizipierte handwerklich sorgfältige journalistische Umgang mit Nachrichten kaum mehr war, als ein wirklichkeitsferner frommer Traum.
Derartige informationstechnische Binsenweisheiten bei der Berufsausübung nicht zu beherrschen oder nicht konsequent zu nutzen, halte ich für maximal fahrlässig und unverantwortlich!
Zumal längst genügend kostenlose technische Verfahren bereit stehen, Informationen nicht nur sicher verschlüsselt zu übermitteln, sondern auch um berechtigte Absender entsprechend signierter Nachrichten zweifelsfrei erkennbar zu machen.
MfG
Genau so ist es. Warnungen beziehen sich sinnvollerweise auf reale Gefahren. Obwohl man theoretisch in jeder Lebenssituation jeder erdenklichen Gefahr ausgesetzt sein kann, ist ein tatsächliches Eintreten in den meisten Fällen sehr unwahrscheinlich. Es könnte ja z.B. in Parkhäusern ebenso vor bestimmten Infektionsgefahren gewarnt werden. Macht praktisch aber keinen Sinn. Dagegen ist die Gefahr des Diebstahls sehr real.
Es wird also vernünftigerweise nur vor den wahrscheinlichen Gefahren gewarnt. Genau dies tut die PP in ihrem Schreiben:
Versuche, über die (Funk-)Netzwerkverbindungen in andere Rechner einzudringen, sind möglich.
Dieser Beitrag erschüttert mein Vertrauen hinsichtlich der erforderlichen Fähigkeiten und der gebotenenen Sorgfalt bei der Handhabung von Nachrichten durch Journalisten!
Bislang hatte ich angenommen, daß es bereits zum journalistischen Einstiegswissen gehört, Vorlagen für veröffentliche Meldungen sicher zu übertragen, und nicht einmal daran zu denken, sie blauäugig als von jedermann manipulierbare offene "digitale Postkarten" durch das Netz zu schicken.
Wäre jedoch ein derart sicherer Umgang mit Daten ständiger Usus während der journalistischen Berufsausübung, wäre die Botschaft dieses Artikels mangels bestehender Gefahren völlig gegenstandslos.
Daß aber jetzt die Mahnung, die Integrität von offiziell verbreiteten Nachrichten durch technische Maßnahmen zu schützen, offensichtlich so viel Aufmerksamkeit erregt hat, daraus einen SPON-Artikel entstehen zu lassen, kann nur bedeuten, daß der bislang antizipierte handwerklich sorgfältige journalistische Umgang mit Nachrichten kaum mehr war, als ein wirklichkeitsferner frommer Traum.
Derartige informationstechnische Binsenweisheiten bei der Berufsausübung nicht zu beherrschen oder nicht konsequent zu nutzen, halte ich für maximal fahrlässig und unverantwortlich!
Zumal längst genügend kostenlose technische Verfahren bereit stehen, Informationen nicht nur sicher verschlüsselt zu übermitteln, sondern auch um berechtigte Absender entsprechend signierter Nachrichten zweifelsfrei erkennbar zu machen.
MfG
Diese Funktabletts gibt es seit Jahren, seit Jahren ist die Gefahr von Angriffsmöglichkeiten unter bestimmten Umständen bekannt, und gerade Journalisten dürfte sie bekannt sein, weil sie in Konkurrenz zueinander stehen, und weil sie täglich Daten verschicken.
Der Aufruf der Piraten ist also recht kindisch, es sei denn, sie wären der Ansicht, sie könnten einen versierten Journalisten ärgern oder ihm drohen. Und das ist gnadenlos naiv, paßt aber genau ins Bild dieser Möchtegernpartei, die nur eine überalterte Krabbelgruppe ist.
dann erfinde ich halt selber ein paar Verschwörungstheorien
Drei Varianten der Interpretation gibt es.
Daß die Piraten links sind ist eher unwahrscheinlich. Die Forderung nach direkter Demokratie ist nichts anderes als die nach Machtteilhabe ohne weitere Berechtigung. Das machen alle Parteien im Anfängerstadium, weil sie sich für die einzigen halten, die bescheid wissen.
Die Spiegelleute sind selber privat Piraten. Das paßt endlich, denn sonst würden sie kaum über Peanuts berichten. Es würde dieses mediale Dauerfeuer wegen Nichts erklären. Obwohl Nichts die heimliche Leidenschaft des postmodernen Journalisten zu sein scheint. Sensationell ist an den Piraten Nichts. Shitstorm gab es schon früher. Und auf Fußballplätzen.
Oder sie sind Interessenvertreter für die Hydra Google, die abgreifen will (andere auch). Picklige verfettete Jungs, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen ohne irgendwelche Erfahrungen mit der Welt da draußen, und mit minimalen Kenntnissen auf allen denkbaren Wissensgebieten, selbst oder gerade beim Urheberrecht sind die Darstellungen schwach. Die Shitstorms bei SPON wurden witzigerweise gerade von den Leuten besonders gern besucht, die jetzt so vehement die Piraten in Schutz nehmen. Nicht mal ihre Nicks haben sie angepaßt, nachdem sie so schön auf den Islam (und andere) eingedroschen hatten. Oder den aufopferungsvollen Verteidigungskampf dieses Norwegers gegen das Unheil begründet rechtfertigten.
Und vorher haben sie den Server von SPON zerschossen, wieder mal. Einfach mit Daten überfrachtet, banale Spielerei, typisch für Kindsköpfe. Die verwöhnten Muttersöhnchen wollen ihren Schädel durchsetzen. Und unwillkürlich fragt man sich, wie lange der Spiegel imstande ist, sich technisch und finanziell gegen Google und Konsorten zu halten.