Ich verharmlose Alkohol nicht. Ich kenne zuviele Fälle, wo mit der Zeit eine starke Abhängigkeit entstanden ist, und die Rückfallquoten nach einem Entzug sprechen eine klare Sprache.
Aber diese Alkoholkranken haben zwei Probleme, erstens die genetische Disposition, schneller in die Abhängigkeit zu geraten als andere und die persönlichen Probleme, die sie mit dem "Zuschütten" verdrängen wollen.
Der Prozentsatz der Alkoholkranken an der konsumierenden Gesamtbevölkerung liegt nach Schätzungen zwischen 1% und 2%.
Wobei das Krankheitsbild nicht an den Symptomen gemessen wurde, sondern an der Menge des Alkohols pro Jahr.
Nehmen Sie nun die Heroin- und Kokainkonsumenten dagegen und Sie werden feststellen, dass es Konsumenten dieser Drogen, die man nicht als abhängig bezeichnen kann, praktisch gar nicht gibt.
Ein elemantarer Unterschied zur Droge Alkohol, die ich nicht relativiere, aber deren Folgeschäden bei allen Konsumenten man klar differenzieren sollte.
Und eigentlich tun Sie das ja auch selbst.
Es gibt also allen Grund, die komplette Liberalisierung der harten Drogen abzulehnen.
Im Überlebensbereich und in der Therapie sind viele Konzepte entwicklet und ausprobiert worden, und wer jemals einen schwer Heroinabhängigen im Entzug erlebt hat, der sieht das als positiv an.
Ich finde die Verteidigungsstrategie, die Gegner der Freigabe harter Drogen als Alkoholunterstützer zu sehen, als den falschen Ansatz.
Ich hatte im Leben hart mit meiner Nikotinabhängigkeit zu kämpfen, und habe es letztlich zweimal geschafft, mit der Qualmerie aufzuhören. Einmal von '81 bis '89 und dann von '91 bis zum heutigen Tag.
Die als relativ harmlos angesehene Nikotinsucht hat schwere Auswirkungen auf die Gesundheit, allerdings treten die eben erst nach vielen Jahren auf.
Selbst der Vorzeigeraucher Helmut Schmidt hustet sich vor dem Kameras oft heftig aus. Vielleicht würde er heute noch über den Zaun springen, hätte er das Rauchen als junger Mann aufgegeben.:-))

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