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Parteitag der Linken: Zerreißprobe in Göttingen

Getty ImagesDie Linke ringt in Göttingen um ihre Existenz. Gregor Gysi und Parteichef Klaus Ernst warnten vor einer Spaltung der Partei, Oskar Lafontaine dagegen beschwor die Delegierten, dieses Wort nicht mehr in den Mund zu nehmen. Um die Parteiführung wird es eine Kampfabstimmung geben.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...836646,00.html
  1. #1

    Das muss man Lafontaine lassen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Linke ringt in Göttingen um ihre Existenz. Gregor Gysi und Parteichef Klaus Ernst warnten vor einer Spaltung der Partei, Oskar Lafontaine dagegen beschwor die Delegierten, dieses Wort nicht mehr in den Mund zu nehmen. Um die Parteiführung wird es eine Kampfabstimmung geben.

    Linken-Parteitag: Krach zwischen Gysi und Lafontaine - SPIEGEL ONLINE
    Das muss man Lafontaine lassen! Ihm ist es gelungen durch sein rein raus, Merkel und die FDP (heute Rösler/Brüderle) ins Amt zu bringen und nun schon seit 7 Jahren (Merkel) zu halten, um dort ihre heutige Umverteilungsarbeit zu leisten und unbezahlbaren Gesetze (Betreuungsgeld) zu beschließen. Und nicht zu vergessen: der bayerische Löwe kann heute ungestraft die gesamte Republik dominieren. Gute Leistung! Weiter so.
  2. #2

    ...was nicht zusammengehört

    Der Westen wurde seinerzeit geschwächt als man die WASG mit den Linken fast schon Zwangsvereinigte. Westliche Kreisverbände haben viele Mitglieder verloren. Damals wäre die Möglichkeit WASG und PDS als festverbundene Parteienkoalition siehe CDU/CSU zu gründen und so eine sowieso Dünne Mitgliederdecke im Westen zu erhalten. Statt dessen machte sich K.Ernst als WASG Vorsitzender im Wahlkampf offen für die PDS stark. Die Tatsache, das vielen Altbundesbürgern die allzu große Nähe zu den Mitgliedern der PDS die zum Großteil aus der SED kamen ,unheimlich war, wurde völlig verkannt. Ergebnis: Im Westen ist die vereinigte Linke zur Randpartei geworden, statt die WASG langsam wachsen zu lassen wurde überstürzt vereinigt was nicht zusammen gehört.
  3. #3

    Am besten wäre es...

    ... die Linke würde sich in soviele Teile spalten (oder sollte man besser sagen "selbst zerlegen"?) wie sie zu ihren besten Zeiten Wähler hatte, dann wäre dieses unsägliche Thema "Die Linke" ein für allemal erledigt... und das wäre auch gut so! SO eine Partei braucht kein Mensch, und schon gar kein Wähler!
  4. #4

    In der Tat ...

    Zitat von wolfgangotto Beitrag anzeigen
    Das muss man Lafontaine lassen! Ihm ist es gelungen durch sein rein raus, Merkel und die FDP (heute Rösler/Brüderle) ins Amt zu bringen und nun schon seit 7 Jahren (Merkel) zu halten, um dort ihre heutige Umverteilungsarbeit zu leisten und unbezahlbaren Gesetze (Betreuungsgeld) zu beschließen. Und nicht zu vergessen: der bayerische Löwe kann heute ungestraft die gesamte Republik dominieren. Gute Leistung! Weiter so.
    ... selten ist ein Politiker mit seiner Agenda so gescheitert, wie Oskar Lafontaine! Obwohl es eine Mehrheit links der Mitte im Lande gibt, hat er es fertig gebracht, zu verhindern, daß diese sich in den politischen Konstellationen ausdrückt. Die Grünen kann man mittlerweile zum eher bürgerlichen Lager ( gut verdienende Feierabend-Linke ) rechnen. D.h. genauer deren Wählerschaft und die Parteiführung. Bei der Basis sieht es - gottlob - etwas buntcheckiger anders aus. Man kann meine These von einer Mehrheit links der Mitte also bezweifeln. Ich hatte es aber für möglich gehalten, Die Grünen durch erfolgreiche Kooperationen an die richtige Seite im politischen Sepktrum zu binden. Vertan. Mittlerweile gelten linke Themen in der Mitte grundsätzlich als Pfui. Jede Argumentation zerschellt daran. Es war vorhersehbar und hätte verhindert werden können.
  5. #5

    Zitat von wolfgangotto Beitrag anzeigen
    Das muss man Lafontaine lassen! Ihm ist es gelungen durch sein rein raus, Merkel und die FDP (heute Rösler/Brüderle) ins Amt zu bringen und nun schon seit 7 Jahren (Merkel) zu halten, um dort ihre heutige Umverteilungsarbeit zu leisten und unbezahlbaren Gesetze (Betreuungsgeld) zu beschließen. Und nicht zu vergessen: der bayerische Löwe kann heute ungestraft die gesamte Republik dominieren. Gute Leistung! Weiter so.
    Sie haben Recht. Ihr (ironische) Bewertung umfasst jedoch nur die Sachebene, und da hat Oskar de facto in der Tat versagt.

    Auf der persönlichen Ebene (SPD ärgern, SPD von der Macht fernhalten, sich selbst in Szene setzen und im Mittelpunkt stehen) hat er in der Tat eine gute Leistung abgeliefert und ist sicherlich zufrieden mit sich.
    Ungünstig ist ja nur, daß das mit der Sachebene (man tut etwas für die Benachteiligten) getarnt wird. Und zu viele Leute drauf reinfallen.
  6. #6

    Misstrauen

    Die Linke hat ein grosses Problem: Keiner traut dem (der) anderen (Genossen oder Parteifreund oder wie es dort so schön heisst "Mitstreiter".) über den Weg. - Ein Erbe aus der Stasi-Zeit - Misstrauen,Missgunst, Überwachung ... So lässt sich natürlich keine Solidarität aufbauen - allenfalls als Sprechblasen. Ein positives Erscheinungsbild setzt positives Denken, positive Energie, ein "Ja" zur eigenen Organisation und Vertrauen in die eigenen Mitglieder voraus. Der Fleischwolf ist für den Schlachter.
    Die anderen Parteien haben auch ihre "Hackordnungen" und Mobbings. Allerdings wird bei denen immer noch ein bisschen Tagespolitik absolviert. Obwohl bei allen Parteien der talentierte Nachwuchs fehlt. Woran kann das wohl liegen?
  7. #7

    Zitat von Datenflut Beitrag anzeigen
    Obwohl es eine Mehrheit links der Mitte im Lande gibt, hat er es fertig gebracht, zu verhindern, daß diese sich in den politischen Konstellationen ausdrückt.
    Nein, die SPD hat es verhindert und tut alles, um das weiterhin zu verhindern. Warum? Weil de SPD unter der Macht der Seeheimer gar keine linke Politik will, sondern Schröders Politik weiterführen will.
    Dass ausgerechent Lafontaine, der ja von Anfang gegen die neoliberale Politik war und daraus Konsequenzen gezogen hat, am Scheitern der SPD schuld sein sollte, ist wohl die realitätsfremde Logik der SPD.

    Fazit: Die SPD verweigert der Linke die Zusammenarbeit, weil sie gar keine linke Politik machen will. Dafür gesellt sich gerne zu denjenigen, die die Linke diffamieren. Diesen Sachverhalt so dermaßen auf den Kopf zu stellen, wie Sie und ein paar andere es hier tun, ist schon ein starkes Stück.
  8. #8

    optional

    bartsch war wahlkampfmanger der pds 98 und 2002 und ist kläglich gescheitert, weil er damit warb die cdu und fdp zu verhindern, die leute haben dann lieber gleich die spd gewählt, den fehler wollen die reformer jetzt wieder machen, derweil ist die spd an einer zusammenarbeit gar nicht interessiert, sie hoffen weiter das sie die linke zerlegt, weil es der spd einfach nur um die linken wähler geht.
    was diese anbiederung der reformer soll, verstehe ich nicht, denken die wirklich das ein steinbrück mit der linken 2013 koalieren würde ?
    bei der linken geht es ums überleben, daran sollten sie denken, die leute haben die schnauze voll von der politik, in nrw wählten gerade mal 50% und da wollen dei reformer ausgerechnet diese politik unterstützen, statt den nichtwählern eine richtige alternative zu geben ?
  9. #9

    Das Dilema der SPD

    Zitat von Celestine Trueheart Beitrag anzeigen
    Nein, die SPD hat es verhindert und tut alles, um das weiterhin zu verhindern. Warum? Weil de SPD unter der Macht der Seeheimer gar keine linke Politik will, sondern Schröders Politik weiterführen will.
    Dass ausgerechent Lafontaine, der ja von Anfang gegen die neoliberale Politik war und daraus Konsequenzen gezogen hat, am Scheitern der SPD schuld sein sollte, ist wohl die realitätsfremde Logik der SPD.
    Sicherlich, nur hätte Lafonaine anders agieren müssen.

    Zitat von Celestine Trueheart Beitrag anzeigen
    Fazit: Die SPD verweigert der Linke die Zusammenarbeit, weil sie gar keine linke Politik machen will.
    Die SPD steckt in einem Dilemma: Wer sollte sie wählen, wenn sie - ich vereinfache das jetzt einmal - den Positionen der Links-Partei folgt? Da kann man doch gleich das Original wählen! Wer aber sollte dann überhaupt noch die SPD wählen. Niemand.

    Ich teile im Wesentlichen Ihre Ansicht. Nur: Eine Opposition gegenüber der Agenda-Politik muß außerhalb der Parlamente erfolgen und nicht gestützt auf eine Parlaments-Partei. Sie muß die Themen einzeln aufgreifen, bündeln und konstruktiv bis hin zu Gesetzesvorschlägen durcharbeiten. Immer wieder auf's Neue. Ein Weg, der Jahrzehnte braucht. Das ist der Preis dafür, daß man Schröder bereitwillig den Weg zur Kanzlerschaft ebnete anstatt sich inhaltlich auf eine Regierungsverantwortung vorzubereiten. Und wer trug dafür die Verantwortung? Oskar Lafontaine.

    Nur als Beleg dafür: Viele Änderungen im Mietrecht wurden in den 1980gern von der christliberalen Koalition unter Helmut Kohl gegen lautem Widerstand der SPD durchgesetzt. Das meiste davon wurde in rotgrünen Koalition nie revidiert. Solche Dinge kommen zustande, wenn man sich keinen präzisen Handlungskatalog, der ja unentweg den aktuellen Anforderungen angepaßt werden muß, erarbeitet. Eine Parlamentsfraktion kann das allein nicht bewältigen.

    Diejenigen also, die für eine Politik links der Mitte optieren möchten, stehen vor der Tatsache, daß sich die Links-Partei ähnlich verhält, wie die SPD in ihrer Oppositionszeit 1982 bis 1998. Auch sie bereitet sich auf konkretes Regierungshandeln nicht wirklich vor - und wird auch darum nicht gewählt. Wie soll das gehen: Abschaffung von HartzIV? Was soll wie an dessen Stelle treten? Und wieder trägt Oskar Lafontaine wesentlich die Verantwortung dafür.

    Sowohl der Links-Partei als auch speziell Oskar Lafontaine fehlt ein Sensorium für machtpolitische Dialektik in Bezug auf Themen im Zusammenspiel mit einer langen Zeitachse.

    Zitat von Celestine Trueheart Beitrag anzeigen
    Dafür gesellt sich gerne zu denjenigen, die die Linke diffamieren. Diesen Sachverhalt so dermaßen auf den Kopf zu stellen, wie Sie und ein paar andere es hier tun, ist schon ein starkes Stück.
    Ich diffamiere nicht. Ich bin der Links-Partei gegenüber sehr skeptisch eingestellt, weil ich an deren Strategie nicht glauben kann.

    Und da ist auch eine kapitale Machtfrage: Die Links-Partei ist in Ostdeutschland in Regierungen vertreten. Sie hat in Teilen überhaupt kein Interesse daran, daß der staatsbürokratische Apparat in Dtl. gegenüber den Bürger transparent wird. Denn das würde aus ihrer Sicht ihre Arbeit erschweren. Dummerweise ist das aber ein wichtiger Aspekt von HartzIV.

    Zusammenfassend gesagt ist die Links-Partei - entgegen ihrem eigenen Verständnis - nichts anderes als eine Möchtegern-Obrigkeit und keine echte Alternative.


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