Forum: Blogs
Parlamentarische Anfrage: 24 Ex-NSDAP-Mitglieder arbeiteten in Nachkriegs-Regierungen
Die Liste früherer NSDAP-Mitglieder, die später bundesdeutschen Kabinetten angehörten, ist lang: Der Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage zufolge gab es 24 Fälle. Die NSDAP-Mitgliedschaft allein lasse aber keine Rückschlüsse auf eine nationalsozialistische Grundeinstellung zu.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...808598,00.html
- #1 11.01.2012 17:26 von
Zeitdokument
Die Antwort wurde schon in der elektronischen Vorabfassung am 14.12.2011 unter der Drucksachennummer 17/8134 17/8134 veröffentlicht.
Für mich ein wichtiges Zeitdokument, auch über die Strategie des „Rumgeeiere“ in puncto Vergangenheits“bewältigung –
85 spannende Seiten! - #2 11.01.2012 17:28 von
Banal und menschlich
Spannend, was die Linke aus solchen Informationen macht, vor allem, weil man das Ergenis ja als Normalbürger nicht hätte einfach auch mal googeln können.
Es ist das ganze Spiegelbild der dt. Nachkriegsgesellschaft:
Ein Scheel, ein Genscher, ein Schiller...dann noch Leute, die früh oder gefährlich spät (1943!) den Mut hatten, wieder auszutreten und natürlich die anderen, die wahren Mitläufer und Gesinnungstäter. 24 insgesamt, mir läuft ein kalter Schauder den Rücken herunter, so viele, das ist ja wahrlich die komplette Bestätigung des Bildes, das die Linken so gerne von der frühen und mittleren BRD konstruieren.
Was die Linke hier letztendlich rumkaspert, entzieht sich völlig meinem Verständnis. Die sollten sich lieber dafür interessieren, wieviele Nazis und andere Kriegsverbrecher (Wehrmacht, WaffenSS) in der ach so entnazifizierten DDR zu Amt und Würden gekommen waren (NVA lässt grüßen).
Aber wahrscheinlich starten die dazu bald auch ne parl. Anfrage, wissenschaftl. Mitarbeiter, die die Bezeichnung auch verdienen, sollen in der Fraktion ja rar gesät sein. - #3 11.01.2012 17:33 von
Nazilein
Oha! Hinter dem Schindler lässt sich gut verbergen - in der Hoffnung, dass von dessen "Heiligenschein" etwas auf die "kleinen Nazilein" tropft. Bestimmt haben die doch nur ihre "Pflicht" getan. Den Satz "Die NSDAP-Mitgliedschaft allein lasse aber keine Rückschlüsse auf eine nationalsozialistische Grundeinstellung zu." könnte man heutzutage auch Anhängern terroristischer Organisationen in leicht veränderter Abwandlung zur Verteidigung anbieten. Ich bin sicher, dass es nicht nur großes Gelächter geben wird, wenn es hiesse: "Die Al Kaida-Mitgliedschaft allein lasse aber keine Rückschlüsse auf eine terroristische Grundeinstellung zu."
- #4 11.01.2012 17:34 von
So ist es. Es war wohl mehr oder wenig Zwang, Mitglied der Partei zu werden, wenn man weiterkommen oder in Ruhe gelassen werden wollte. Das ist nur menschlich. Im Nachhinein oder als Außenstehender ist es sehr einfach zu urteilen.
Es wird Zeit, dass damit endlich mal abgeschlossen wird. Es ist lächerlich, dass nach fast 70 Jahren noch immer darüber diskutiert wird. Darüberhinaus muss man mal mit Logik überlegen, wo die Führungskräfte hätten herkommen sollten, die die neue BRD hätten leiten sollten. Wenn es nur Nicht-Parteimitgliedern hätten sein müssen, hätten diese ja auch noch die Ausbildung und die Fähigkeit dafür besitzen müssen. - #5 11.01.2012 17:42 von
- #6 11.01.2012 17:47 von
- #7 11.01.2012 17:57 von
.
Super, das hätte die Linke auch bei Wikipedia nachschauen können. Etwas armselig, dafür eine parlamentarische Anfrage machen zu müssen.
Mit der Internetkompetenz steht es da wohl nicht zum Besten. Wie wäre es, wenn die Linksfraktion im Bundestag mal einen Grundkurs Internet machen würde. - #8 11.01.2012 17:59 von
Titel!
Sie verkennen, dass es in verschiedenen Positionen nahezu unumgänglich war in die NSDAP einzutreten. Dies kann aus egoistischen Gründen oder aus Gründen der "Bequemlichkeit", "Angst" oder auch einfach Opportunismus geschehen sein.
Der Unterschied zu heutigen terroristischen Vereinigungen besteht darin, dass man aus einer solchen Mitgliedschaft keinerlei Vorteile, sondern nur Nachteile hat. - #9 11.01.2012 18:05 von
Gute Begruendung
Stimmt, wenn man ein angenehmes Leben will und weiterkommen will, dann ist es natuerlich nicht weiter verwerflich, wenn man Mitglied eines Vereins ist, der Millionen Menschen ermordet hat. Also man muss nicht weiter hemdsaermlich sein, wenn man opportunistisch das beste aus seinen Leben macht, da muss man auch ueber Leichen gehen koennen. Irgendwie machen es ja alle Leistungstraeger so.
Und natuerlich was haette man damals auch machen sollen, alle faehigen Deutschen waren ja Mitglieder der NSDAP und daher konnten nur die die neue Republik lenken. Deshalb finde ich auch, dass nach jedem Regimesturz sollten die ehemaligen Potentaten gleich unter neuer Fahne weitermachen. Also was spricht dagegen, wenn Mubarak dann wieder Praesident von Aegypten wird? Nur der kann sein Land lenken, wo soll denn sonst ein Praesident herkommen?
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

