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Papstkritiker Tzscheetzsch: "Eine schöne Show, mehr nicht"

Er ist Katholik, Querdenker und war Professor der Theologie: Werner Tzscheetzsch hat Kirchengeschichte geschrieben, als er sich auf eigenen Wunsch die Lehrbefugnis entziehen ließ. Für ihn ist die Deutschlandreise des Papstes vor allem eins - eine perfekte Inszenierung.

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,788237,00.html
  1. #10

    Endlich ein Thema

    Ich habe von mehreren Personen erfahren, dass sie aus einem einzigen Grund zu einer dieser Veranstaltungen gehen: auch dabei.Ob Royal Wedding, Papstbesuch, Rhein in Flammen oder Windjammerparade - Hauptsache wir waren da und haben endlich ein Thema.
  2. #11

    Querdenker?

    Der Professor misst sich die Fähigkeit zu, selber zu denken. Aber er glaubt an die spätantiken und mittelalterlich verbrämten Fantasiaspiele wie Resurrektion und unbefleckte Empfängnis und Wandeln über Wasser und Lots Weib und Lazarus und Weihrauch und Hostien und den Abendmahlswein - wenigstens an den Wein lässt sich glauben, da unser Herz sich an Tanninen laben darf.
    Da es auch einem veritablen Professor nicht gelingen wird, wirkliche historische Belege für die Existenz des Gottessohnes zu finden, muss sich schon fragen, was denn an Querdenken den Prof. umtreibt. Es genügt nicht, lediglich an der Person und dem Selbstverständnis des "Heiligen" Vaters herumzunörgeln - auch nicht an der "schönen" Show.
  3. #12

    Papstbesuch

    Ich hatte auch erwartet, dass das Trennende zwischen beiden grossen christlichen Konfessionen überwindbar wäre, aber nun ist die Enttäuschung um so grösser, da der Papst nicht im Geringsten auf einem der angesprochenen Felder Andeutungen machte, die versöhnlich wären.
    Die "Vorlesung" im Bundestag und andere Begegnungen haben uns keinen Schritt nach vorne gebracht. Wie sollen wir dem Islam und anderen Religionen gegenüber "geschlossene Stärke" zeigen, wenn wir weiterhin innerhalb des Christentums gespalten bleiben? Diese Spaltung kann nur der Pabst überwinden und ich dachte, dass er die vielen Erwartungen zumindest würdigen würde und Wege aufzeigt, die zu dem Ziel der Einigkeit führen.
    Wer kommt eigentlich für den ganzen Aufwand, der hier getrieben wurde, auf? Der Vatikan? Der deutsche Steuerzahler (katholisch und evangelisch)? Ich befürchte es bleibt am Steuerzahler hängen, da ja Herr Lammert, der Bundestagspräsident, den Pabst eingeladen hatte. Wie vielen Bedürftigen auf dieser Welt hätte man helfen können, die mit leeren Händen dastehen.
    Schade, dass der Pabst, vor allem auch als aus diesem Land Stammender, diese grosse Chance nicht wahrgenommen hat.
  4. #13

    Papstkritiker Tzscheetzsch: "Eine schöne Show, mehr nicht"

    Na und? Ist es denn so wichtig ob es eine gut inszinierte Show war oder nicht? Es zeigt wenigstens, daß auch die katholische Kirche die Medien zu nutzen weiß.Und überhaupt, was bedeutet schon die Meinung einiger "Querdenker" für die überwiegende Mehrheit der Menschen, die dem Pabst begeistert bejubelten. Ihnen gab er was sie brauchen. Und darauf kommt es an!
  5. #14

    ...

    Was erwartet er denn auch von einer mächtigen institutionaliesierten Religion? Wer von sich glaubt, Bewahrer der einzig seligmachenden Wahrheit, von Moral und Antstand, in jeglichem Maße nur seiner verehrten Gottheit gegenüber verantwortlich zu sein, der kann diese Institution doch nicht durch den Zeitgeist verwässern. Das Seelenheil vieler vieler Millionen Menschen (und der Machterhalt der klerikalen Kaste) hängt doch davon ab, dass diese Institution die absolute und unverrückbare Wahrheit in diesen ungewissen Zeiten vertritt.

    Entweder Menschen lernen für sich selbst zu denken und zu hinterfragen (was nicht twangsläufig einen Gottesglauben negieren muss) und durch diesen Prozess gemeinsam ihre Gesellschaft zu formen und weiterzuentwickeln oder sie klammern sich halt an die Dogmen einer grossen institutionaliesierten Religion. Schliesslich können 2000 Jahre Erfahrung und Milliarden von Anhängern(in diesem Zeitraum) nicht irren, oder?
  6. #15

    Die wahre Love-Parade

    Zitat von niepmann Beitrag anzeigen
    Eine Papst-Show - so habe ich das auch wahrgenommen.
    Es war eine Marketing-Kampagne.
    Wer nun daran geglaubt hatte, der Papst wäre mit Geschenken gekommen, ist ein Träumer. Die alten Männer aus dem Vatikan geben keinen Fussbreit Boden preis. Freiwillig nicht.
    Und der deutsche Papst wird sich nicht in die Nesseln setzen, sollte er je von Reformideen geplagt werden.
    Wem die 'Show' nicht gefiel, hätte ja wegschalten und sich sich z.B. um seinen Daimler kümmern könnn. Die vielen tausend Menschen (auch weltweit), die den Papst gerne willkommen geheißen haben, lassen sich durch ein paar nervige Dauernörgler wie Sie nicht vom Glauben abbringen. Eben, dass die kath. Kirche nicht jeden Modefirlefanz mitmacht den Sie so sehr herbei wünschen, macht sie so attraktiv. Aber das haben Sie nicht verstanden.Frage: wen hätten Sie denn gerne als jungen Papst oder Kirchenvertreterin ? Mir fällt keiner ein, vielleicht ein Schlagerfuzzi? Und wo war übrigens die groß gelobte 'Reformerin' Käßmann ? Nichts gehört von ihr als Christin. Aber sollte sie gerade in einer der vielen kath.kirchlichen Sozialeinrichtungen weltweit mithelfen, so werde ich sie immer bewundern und ehren.- Und den Kirchenhassern wie Sie empfehle ich dann, mal zur eigenen Besinnung dieses Jahr Weihnachten einfach ausfallen zu lassen, was nicht heißen soll, dass Sie natürlich den ganzen Warenrammsch weiter einkaufen dürfen. Übrigens: Der Papstbesuch war die einzig wahre 'Love-Parade' und nicht ein paar farbbeschmierte Nackedeis bei einem Aufzug in...D oder wo auch immer.
  7. #16

    Pluralismus.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist Katholik, Querdenker und war Professor der Theologie: Werner Tzscheetzsch hat Kirchengeschichte geschrieben, als er sich auf eigenen Wunsch die Lehrbefugnis entziehen ließ. Für ihn ist die Deutschlandreise des Papstes vor allem eins - eine perfekte Inszenierung.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,788237,00.html
    ja, das ist korrekt, es war eine perfekte Inszenierung, allerdings werden hier die falschen Schlüsse gezogen. Diese Show bekommt man sonst nirgendwo geboten und es geht unbestritten eine große Faszination von dieser Inszenierung aus. Würde die protestantische Kirche in der Lage sein, ähnliche Veranstaltungen zu organisieren, dann würden auch mehr Gläubige bei der Stange bleiben. Egal,wie man es bewertet, es hat nun einmal Anziehungskraft. Religion und Ratio sind nicht miteinander zu vereinbaren, wer dies fordert braucht keine Religion und ist für dieses Thema nicht empfänglich. Rituale sind das Herzstück jeden Glaubens und die katholische Kirche ist hier hervorragend organisiert. Atheismus lässt sich bei uns ja auch gut leben, wer allerdings die spirituelle Erfahrung braucht, der wurde hier reichlich bedient, warum auch nicht. In diesem Staat gibt es Pluralismus und das ist auch gut so.
    Allein die Vigil mit den Jugendlichen, dem Lichtermeer in der Dunkelheit, dass muss man der katholischen Kirche erst einmal nachmachen, so erreicht man das Herz und genau das ist das Ziel. Der Mensch ist ein Wesen mit Verstand und Gefühl, wer aber ausschließlich auf der Verstandesebene agiert und seine Emotionen und seine Seele nicht beachtet, der verarmt emotional, das ist genau das Problem. Die Kirche arbeitet auf der emotionalen Ebene und wie man sieht, sehr erfolgreich. Für den Vatikan war diese Reise ein Erfolg, denn sie haben ihre Mitglieder erreicht. Nichtmitglieder waren hier auch nicht im Zentrum des Besuches. Schließlich haben viele schlicht nicht kapiert, dass die deutschen Katholiken nur ein Bruchteil der katholischen Gemeinde ausmachen, die Show muss für über eine Milliarde Menschen aufrecht erhalten werden, da kann man keine Rücksicht auf speziell deutsche Befindlichkeiten haben. Der nächste Papst kommt vielleicht aus Lateinamerika und wird ganz andere Akzente setzen, das muss man abwarten.
  8. #17

    Die Show-Theorie: Es langweilt, Freunde!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er ist Katholik, Querdenker und war Professor der Theologie: Werner Tzscheetzsch hat Kirchengeschichte geschrieben, als er sich auf eigenen Wunsch die Lehrbefugnis entziehen ließ. Für ihn ist die Deutschlandreise des Papstes vor allem eins - eine perfekte Inszenierung.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,788237,00.html
    Es war keine Show, soviel steht für vorurteilsfreie Beobachter fest. Und ich möchte wetten, dass keiner der hier eifrig nachplappernden Showtheoretiker auch nur eine einzige Rede des Papstes in Deutschland gelesen hat. Denn täte man dies, würde man nie auf die Idee kommen, ausgerechnet diesem Papst "Showallüren" vorzuwerfen, oder noch abwegiger: Marketingperspektiven. Totaler Quatsch. Und ich bin inzwischen soooo obergelangweilt von geschasten und kapitulierten Professoren, die am Papst herum mäkeln. Ich warte noch auf einen intellektuell ebenbürtigen Beitrag dieser Kritiker. Der Maßstab an Intellektualität könnte der Papst selbst sein. Viel Glück!

    wake up and smell the coffee!
  9. #18

    Ein paar Zahlen

    Wenn man sich die Kommentare ansieht und manche Meinungen zum Papstbesuch in Berlin gelesen hat könnte man glauben die katholische Kirche ist eine kleine Randgruppe oder Sekte.
    Der katholischen Kirche sind etwa 1Mrd Menschen zugehörig.
    Weltweit arbeiten 1 Mio Menschen für die katholische Kirche.
    Der Papst vertritt diese 1Mrd Menschen und führt 1Mio Angestellte.
    Angesicht dieser Zahlen relativiert sich die Größe so manch weltlicher Führungsspitze, bzw. Staatsoberhauptes.
    Dies soll keine (Be)Wertung der katholischen Kirche sein, ich wollte damit lediglich die Größe und Macht dieser Glaubensgemeinschaft verdeutlichen.
  10. #19

    Katholische Kirche in Irland als Beispiel

    Der Bambus ist biegsam und überlebt Stürme, die alte Eiche kann brechen. Mal schauen, wie lange sich der Starrsinn hält. Dabei wäre eine lebendige Kirche als Gegenpol zum erstarkenden Islam sicher sehr, sehr wichtig. Die Kirchen sind leer, die Moscheen sind voll.

    Wie würde es den Kirchen in Deutschland ohne Kirchensteuer gehen? In Frankreich gibt es sie nicht. Ähnlich wie die GEZ, aber lassen wir dies.

    Siehe was momentan in Irland passiert, mir tun die geschändeten Kinder leid, die ein Leben lang leiden: Enthüllungen über den sexuellen Missbrauch durch Priester und dessen systematische Vertuschung spülen hinweg, was in Jahrhunderten aufgebaut worden ist. Der Katholizismus in Irland liegt darnieder: http://www.faz.net/artikel/C32826/ka...-30493620.html

    Auch hier wird den Kindern der Kopf schon bei der Körperhygiene verdreht: http://www.memoro.org/de-de/video.php?ID=2246

    Ich bin als Protestant erzogen und wende mich seit längerem dem Buddhismus zu!


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