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Papst im Bundestag: Der Überraschungsgast

Mahnende Worte, ironische Momente: Bei seinem Auftritt im Bundestag erntet Papst Benedikt XVI. Anerkennung von allen Seiten. Er redet den Politikern ins Gewissen und*erfreut seine Kritiker von den Grünen mit einem Lob. Bei diesem Papst darf sogar gelacht werden.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...787836,00.html
  1. #40

    Kann passieren

    Zitat von Toastman23 Beitrag anzeigen
    Mal spontan in den Raum gefragt, warum durfte der Papst im Bundestag sprechen? Ich habe noch die Dikussion mit Gottschalk vor ein paar Jahren im Hinterkopf, dem dies untersagt wurde, da nur Abgeordnete & Co im Bundestag zu Wort kommen dürfen. Diese Doppelmoral ist mal wieder sowas von typisch.
    Das man nach ein paar Jahren Probleme mit dem Hinterkopf bekommt, ist noch nachvollziehbar. Aber nicht, das man den Gottschalk mit dem Pabst vergleicht
  2. #41

    Das war leider schwach

    Erstaunlich, wovon sich die Öffentlickeit beindrucken lässt bei der Rede des Papstes im Bundestag.

    Das positive Recht gegen das Naturrecht auszuspielen, und im Sinne des Naturrechts mit Bezug auf Bibelzitate an das "Herz" zu appelieren, ist für jeden, der sich einigermassen mit Philosophie auskennt, nichts weiter als ein Gassenhauer. Mehr Gehalt war da leider nicht.

    Schade.
  3. #42

    Erst nachdenken, dann schreiben

    Zitat von topazhon Beitrag anzeigen
    Das Allerwichtigste, was ich vom Papst erwartet habe, - was aber erwartungsgemaess nie passieren wird - ist eine klare und demuetige Distanzierung UND Entschuldigung fuer all die Verbrechen und Greueltaten, die unter dem Namen und der Anstiftung der kath. Kirche in der Vergangenheit begangen wurden. Das deutsche Volk hat es in deutlicher Weise geschafft, sich von einer deutschen Parteiorganisation und einer Vergangenheit zu distanzieren, die Verbrechen, Mord und Genozid ueber die Welt verbreitet hat! Gerade ein !deutscher Papst!, der auch diese Jahre mitbekommen hat, haette gut daran getan, sich ebenso von den Verbrechen seiner Institution zu distanzieren, aber dazu bewegt ihn die Weltgemeinschaft ja nicht! Deshalb hat er als Mensch und Papst versagt und duerfte egentlich nicht in einem aufgeklaerten deutschen Bundestag sein Wischiwaschi predigen.
    Lesen bildet und das sollten Sie tun. Er hat längst für den Missbrauch und das damit verbundene Leid bei den Missbrauchsopfern um Vergebung gebeten was in der Sprache der Kirche um "Entschuldigung bitten" heißt. Die Täter, in dem Fall Einzelpersonen oder Gruppen, sind einige wenige Individuen einer immens großen Gruppe und deshalb eine ganze Glaubensgemeinschaft zu verurteilen ist einfach nur erbärmlich. Was die anderen Verbrechen der Kirche angeht so wurden oder werden diese aufbereitet, aber es ist immer einfach auf einer Institution die Jahrtausende bereits existiert herumzureiten. Eine Firma die sich unethisch verhält verschwindet ja auch nach durchschnittlich 10 Jahren wieder von der Bildfläche, menschenverachtende Regime gehen auch in kirchlicher Zeitgeschichte gerechnet schnell in die Geschichtsbücher ein. Die katholische Kirche muss sich seit 2000 Jahren mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und wird sich dem auch nicht entziehen können.
  4. #43

    Oha..

    Zitat von fschuffner Beitrag anzeigen
    es sollte eine ausnahme sein, dass ein demokratisches staatsoberhaupt im bundestag spricht, - aber dass das Staatsoberhaupt eines der autokratischsten, undemokratischen Regimes diese gelegenheit bekommt, ist absolut unverständlich und wird langfristig dem bt beschädigen.
    Die einzigen, die das Recht haben mangelnde Demokratie in der Kirche bzw. dem Vatikan anzuprangern sind die Katholiken bzw. die Einwohner der Kirchenstadt selbst. Nicht, dass es diese Kritiker nicht gäbe, aber eine recht große Zahl an Menschen kann damit gut leben.

    Wer sind wir also anderen vorzuschreiben, wie sie glücklich werden sollen bzw. ihnen Demokratie zu predigen? Wichtig ist allein, dass wir in unserem Staat Demokratie praktizieren.

    Die Kirche ist aus historischen und kath. theologischen Überlegungen heraus nicht demokratisch strukturiert. Wer den Glauben nicht teilt oder ihn versteht, sollte sich dazu m.E. nach geschlossen halten.

    Sie zudem aber (in heutiger Zeit) mit den menschenverachtenden Diktaturen dieser Welt auf eine Stufe zu stellen ist lächerlich. Das Mittelalter ist vorbei. Niemand ist mehr gezwungen Mitglied zu sein oder sich den Lehren der Kirche zu unterwerfen. Wenn die Menschen sich also der Kirche unterordnen, dann vor allem freiwillig. Und wenn dies 1,2 Mrd. Menschen tun - zumindest auf dem Papier - dann muss man dies, solange die eigene Freiheit nicht beschränkt wird, akzeptieren und respektieren.
  5. #44

    Dieser alte Mann

    ist doch müde.
    Der wird den Teufel tun diese Minenfelder des kath. Glaubens anzusprechen.
    Außer Spesen also nix gewesen, wie vorausgesehen.
  6. #45

    Interessanter Beitrag

    Zitat von n.holgerson Beitrag anzeigen
    Man kann an dieser einen Sache ganz schnell erkennen, wie peinlich manchmal die Kritiker sind. Ausgangslage: Die kat. Kirche verbiete Kondome, ergo es gibt Kritiker die die kat. Kirche unterstellen, sie sei u.a. an der Verbreitung von Aids (ungeschützter Sex wegen dem Kondomverbot) Mitschuld...

    ...
    Ein sehr interessanter Beitrag. Danke.

    Ich pflichte ihnen bei.
    Mir stellt sich aber immerwieder die Frage warum sich Menschen über den Papst echauffieren, wenn sie
    a) nicht mal katholisch sind und
    b) nicht sofort ins Kittchen gesteckt werden, sollten sie mal ein Kondom benutzen.
    Lieber Kritiker, verbringe die Zeit doch lieber mit Sinnvollerem, beispielsweise Liebe mit Kondom, als sich über nutzlose Dinge aufzuregen.
    Übrigens, weiß jemand wie es bei den AIDS-Infizierten läuft bevor sie sich infizieren? Denken sie etwa darüber nach, was die kath. Kirche ihnen verbietet und folgen dann den Grundsätzen? Entscheiden sie sich dann dafür auf die Kirche zu hören und es ohne Kondom zu machen? Oder ist es einfach nur pure Geilheit, Dummheit oder einfach nur Unaufgeklärtheit? Sollten diejenigen, die gerade dabei sind sich zu infizieren tatsächlich auf die Bestimmungen der kath. Kirche hören, dürfte sich der Papst kaum darüber beschweren, dass die Menschen sich immer mehr von der Kirche entfernen.
  7. #46

    Danke für Schweigeminute zur Tagesschauzeit

    zig tausende Anhänger, 3000 tausend Demonstranten...und das nach einem Spiegeltitel" Der Unbelehrbare". Hier zeigt sich der Unterschied von Realität zu Presse und zwingt reine mediale Meinungsmacherei in die Grenzen. Die Rede vor dem Bundestag war die beste, die dort jeh gehalten wurde. Erbärmlich hristian Ströble in seinem beschränktem, linksradikalen Selbstbewusstsein. Danke dem Papst für diese überzeugende Rede im Bundestag, für die Schweigeminute zur tagesschauzeit. Das ist wirklich mal was neues.
  8. #47

    Sie überzeugen doch!

    Zitat von Treviso Beitrag anzeigen
    überzeugen Glaubensgemeinschaften nicht durch ihr Handeln, durch das Wesen ihrer Mitglieder? Warum brauchen die immer soviele Reden?
    Und die Parktiker und viele Priester und Pfarrer mit ihnen auch.
    Doch das genügt nicht mehr.
    Ratzinger heute mit 34 anstatt 84. ich bin davon überzeugt, da würde sich gewaltig etwas bewegen.
  9. #48

    Hier nochmal kurz eine Zitat aus der Rede:

    "Das positivistische Konzept von Natur und Vernunft, die positivistische Weltsicht als Ganzes ist ein großartiger Teil menschlichen Erkennens und menschlichen Könnens, auf die wir keinesfalls verzichten dürfen.

    Aber es ist nicht selbst als Ganzes eine dem Menschsein in seiner Weite entsprechende und genügende Kultur. Wo die positivistische Vernunft sich allein als die genügende Kultur ansieht und alle anderen kulturellen Realitäten in den Status der Subkultur verbannt, da verkleinert sie den Menschen, ja sie bedroht seine Menschlichkeit [...]"

    Ich stimme damit überein, dass er in Bezug auf die Wissenschaft, insbesondere die Naturwissenschaft, schon etwas mehr hätte differenzieren bzw. einfach rhetorisch etwas ausbalancierter hätte agieren können. Es ist ja nun nicht so, als wäre jeder Professor für bspw. theoretische Physik automatisch ein unbelehrbarer Technokrat - vielmehr finden sich gerade bei den "alten" Naturwissenscahften wie der Physik oder der Mathematik - insofern letztere überhaupt eine genuine Naturwissenscahft ist - oft tolle philosophische Denker, die durchaus über ihren Tellerrand schauen können und wollen.

    Trotz dieser - jedenfalls auf den ersten Blick - so rüberkommenden Pauschalisierung erkennt man insbesondere an dem ersten Abschnitt meines quotes, dass der Papst sich nicht grundsätzlich gegen positivistisch ausgerichtete Wissenschaften wendet, sondern nur deren (angebliche) Dominanz anprangert. Ob das so stimmt, kann man ja diskutieren. Bzw. sollte man sogar - was ja auch ein Hauptanliegen dieser Rede war.
  10. #49

    Was haben Besinnlichkeit und Faschismus miteinander zu tun?

    Mir scheint das fast so, dass der ein oder andere überrascht ist, weil er eben doch wegen eines letzten Restes an Sehnsucht nach "alten" "Werten" mit einem Ohr hingehört hat, überrascht ist darüber, dass einer ganz unpopulistisch beharrt - auf einer Überzeugung! Dieselben, die sich benässt haben vor lauter Hohngelächter über die CDU, die unpopulistisch versuchte, aufgrund eines verdammt realen Ereignisses reale Politik zu machen und die eigene Zustimmung zur Kernenergie zu revidieren, sind jetzt mal für einen Augenblick besinnlich geworden?

    Nein, das ist ein Trugschluss. Schon morgen werden sie es wieder für "demokratisch", "liberal" und "zeitgemäß" halten zu fordern, dass sich der Papst zur Segnung von Kondomen für den Analverkehr unter Männern "durchringt". Der Papst. Und weil der Papst Recht hat, hat "das Volk" mit seinem Hass auf sich selbst nicht Recht, weshalb eigentlich Osama bin Laden mit seiner Verachtung diesem Volk gegenüber wieder Recht hatte. Schon paradox...

    Die Kirche hat viele Fehler, aber sie darauf zu reduzieren und die absolute Reinheit der Lehre zu fordern ist typisch für gewisse Zeitgenossen, ist nichts als Faschismus.


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