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Palma de Mallorca: Fischerhäuschen an Millionär abzugeben

Helge SobikEin Fischerhäuschen für eine Dreiviertelmillion Euro - im Portixol-Viertel in Palma de Mallorca explodieren die Immobilienpreise. Erst kam ein originelles Vier-Sterne-Hotel, jetzt die Millionäre aus dem Ausland.

http://www.spiegel.de/reise/europa/p...-a-857753.html
  1. #1

    Wer's braucht....

    ... die Eigentümer werden sich freuen.
    Angebot und Nachfrage, ein alter Hut....
  2. #2

    Gentrifizierung, nicht nur in deutschen "hippen" Stadtteilen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Fischerhäuschen für eine Dreiviertelmillion Euro - im Portixol-Viertel in Palma de Mallorca explodieren die Immobilienpreise. Erst kam ein originelles Vier-Sterne-Hotel, jetzt die Millionäre aus dem Ausland.

    Portixol-Viertel auf Mallorca: Fischerhäuschen an Millionär abzugeben - SPIEGEL ONLINE
    wird die Segregation in den Städten immer weiter vorantreiben. Offensichtlich ohne dass eine Stadtverwaltung da korregierend eingrefien möchte. Warum auch, denn die Steuereinnahmen sprudeln dann. Was aber folgt - wie in dem Artikel beschreiben: Aus dem Fußweg zur Arbeit wird das Einpendeln, weil der ÖPNV fehlt eben mit dem PKW. Junge Paare, die in der Stadt wohnen wollen, verschieben das Kinderkriegen, bis sie sich die größere Wohnung leisten können. Und der soziale Sprengstoff sammelt sich an dem Stadtrand.
  3. #3

    Es gibt mehrere Orte auf dem Globus die plötzlich von der Schickeria endeckt wurden. Am Anfnag ist alls ganz toll, vor allem für die Einheimischen, es schwemmt Geld in die Kassen, wenigstens für einen Teil der Bevölkerung.

    Dann zieht es immer mehr Menschen an die irgendwelche Phantasiepreise für ein paar 2m bezahlen und plötzlich gibt es nur noch exclusiv dies oder dass und kein Platz mehr für den "Plebs" oder die Locals man will schliesslich unter sich bleiben.

    Unter uns, spätestens ab diesem Moment wird es für den Traveler absolut uninteressant, denn alles verändert sich und was den Charme dieser Orte ausgemacht hat, verschwindet mit dem Kommen dieser Leute, auf nimmerwiedersehen.

    Wenn ich mal wieder einen wirklich tollen Ort ausfindig mache, denn ich bin seit 25 Jahren regelmässig mit Rucksack unterwegs, halte ich mein Maul und erzähle es nicht mehr weiter.
    Ich weiss es ist naiv zu denken dass ich irgendetwas damit verhindern könnte, aber wenigstes gibt es mir nicht das Gefühl bei der "Zerstörung" mitzuwirken
  4. #4

    Gentrifizierung, ja und dann?

    Japp, es gibt Gentrifizierung. Es gibt Visionäre, die einem heruntergekommenen Stadtviertel zutrauen, eine wohnenswerte Gegend zu werden, aus der nach ein paar Jahren dann auch der Müll auf der Straße und die Drogenabhängigen am Strand verschwinden, wie es in diesem Dorf (laut Artikel) ja im Moment gerade stattfindet und so gesehen habe ich großen Respekt vor den Renovierern des Hotels und wenn es wirklich die Initialzündung war, die dem Viertel aufgeholfen hat: um so mehr!

    Ja, es führt dazu, dass die Preise nach oben gehen. Hat aus meiner Sicht erstmal was Gutes: da ist der Fischer, der seit 45 Jahren zur See raus musste, damit er überleben kann und der jetzt zu alt ist, um noch raus zu gehen. Und der eine liebt das Meer so sehr, dass er in seiner Nähe bleiben will, vielleicht gibt es aber auch einen anderen, der überrascht feststellt, dass sein Haus plötzlich so viel wert ist, dass er zwei Dörfer weiterziehen und eine sehr nette Zusatzrente haben könnte: beide werden doch erstmal glücklich sein, dass sie diese Möglichkeiten haben, oder?

    Der Tourist, der keine Lust auf Hotels hat und für den eine schöne Stadt nur und ausschließlich eine Stadt mit einheimischen Fischern ist, ohne irgendwelche Skandinavier: je nun, der muss nun auch zwei Dörfer weiterziehen, aber wer was gegen Skandinavier hat (oder eben andere Touristen), soll das aus meiner Sicht gerne tun!
  5. #5

    Gentrifizierung, ja und dann? (Teil 2)

    Und nun die Gentrifizierung: natürlich führt der Preisanstieg dazu, dass Fischer, die sich ihr Haus nur gemietet haben, plötzlich hohe Mieten zahlen müssen und wahrscheinlich langfristig aus dem Dorf weggehen (müssen). Auch das gehört nach meiner Meinung zum Leben, wie es auch zum Leben gehört, dass viele Fischer eben nicht mehr vom Fischfang leben können. Sollen darum jetzt große Fangschiffe verboten werden? Soll es jetzt verboten werden, dass jemand sein Haus schön renoviert? oder dass die Stadt die Straßen neu herrichtet?

    In einem demokratischen Land würde der Bürgermeister (und alle seine Stadträte und -rätinnen) mit den Dorfbewohnern diskutieren, was für das Dorf das Beste ist. Soll ein schickes Hotel gebaut werden? Das dann noch mehr Touristen reinholt? Die dann aber auch Geld ausgeben und die Küche von dem Hotel kauft ihr Futter ja genau bei den Fischern im Dorf? Die Dörfler werden das abwägen und dann was finden, was für das Dorf gut ist. Und sie werden drüber nachdenken, ob mit den Steuereinnahmen Schulen gebaut werden, die Straßen verschönert oder was auch immer. Je nachdem, was die Mehrheit des Dorfes halt so gut findet.

    Für mich klingt das alles noch nicht nach einem großen Problem (und dass sie keinen Touristen mitstimmen lassen, der nur sich selbst und keine weiteren Touristen reinlassen will, kann ich echt verstehen!)

    Die Stadtränder verfallen? Weil eine Fischerfamilie ihr teures Haus am Hafen aufgibt und an den Stadtrand zieht? Und das soll ein Problem sein? Fällt mir schwer, da den Zusammenhang zu sehen!

    Ja klar, es gibt die Banlieues um Paris herum, Neu-Köln in Berlin etc. aber das Problem dabei ist doch nicht, dass die Wohnungen am Prenzlauer Berg oder die Häuser an der Seine so teuer sind, sondern dass für einen Haufen Leute keine Arbeit da ist, dass Jugendliche in diesen Vierteln nie eine richtige Ausbildung bekommen, dass ihre Eltern sie oft nicht richtig (und gut) erziehen (können) etc. DAS ist das Problem und nicht die Gentrifizierung. Oder seh ich da was falsch?
  6. #6

    optional

    das leben wird mit den fischern verschwinden. dann gibts dort nur noch konsumgeile stockdoofe frauen von dicken männern, die irgendwie zu geld gekommen sind. im sommer laufen die dann von einer boutique zur nächsten oder aalen sich in der sonne. im winter... nichts. tot. weil alle weg sind. das wahre leben wird mit den fischern weg ziehen.

    @graaf gentrifizierung hat nichts mit visionären zu tun. irgendwelche leute sagen, in dem viertel ist es hip. da kann man geld verdienen. da ziehn wir was hoch. dann kommen die ganzen hipster und yuppies und wie man sie sonst noch nennen kann. das problem dabei ist, das dort vorher authentische menschen leben, die ein viertel hip machen. danach leben nur noch leute da, die meinen, sie seien hip, weil sie in einem hippen viertel wohnen. die authenzität zieht aber weiter.
    das angesprochene bildungproblem verschiebt sich nur. und ein dorf kann keine neuen schulen bauen, nur weil ein paar säcke millionen euros da verprassen. wo leben sie denn?
  7. #7

    Der große Austausch von Charakter gegen Kapital

    Es ist eine Art Flächenbrand, den die Schickimicki-Front, unterstützt von irgendwelchen Großfinanziers des eingebildeten Hoteladels, an ehemals beschaulichen, liebenswerten und von den Einheimischen frequentierten Plätzen auszulösen vermag. Der Auftrieb der Reichen und Schönen ist zumeist befristet, da die Lebensqualität an solchen Plätzen durch die allgemeine Verteuerung dem menschelnden und farbenfreudigen Ambiente sehr schnell den Todesstoß versetzt und nur noch das große Gähnen in den Vorhallen des Kapitals durch ausgemachte Langeweile und Blasiertheit unterstützt wird. Wenn der hochherrlichen Klientel ihre zoologische Besonderheit nicht mehr attraktiv genug erscheint, tragen sie ihre kapitale Überlegenheit eine gute Strecke weiter und hinterlassen ein geisterhaftes Revier, das keinerlei Anziehungskraft auf schlichte Liebhaber des Kennenlernens von Land und Leute mehr ausüben kann.
  8. #8

    Frage.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Fischerhäuschen für eine Dreiviertelmillion Euro - im Portixol-Viertel in Palma de Mallorca explodieren die Immobilienpreise. Erst kam ein originelles Vier-Sterne-Hotel, jetzt die Millionäre aus dem Ausland.

    Portixol-Viertel auf Mallorca: Fischerhäuschen an Millionär abzugeben - SPIEGEL ONLINE
    Die uns alle brennend interessierende Frage lautet nun: Hat der gute Mann seine Hochpreiswohnung im heruntergekommenen,nun schick werdenden Viertel nun verkaufen können oder bleibt der Traum vom großen Geld nur Illusion ;-)
  9. #9

    Mit ist nicht ganz klar

    was der eigentliche Zweck dieses Artikels war.

    Ganz plump gefragt: Soll der Artikel eine versteckte Aufforderung an Leute mit Geld sein nach dem Motto: Beeilt Euch, wenn ihr was kaufen wollt, die Preise steigen unaufhörlich.
    Laut FTD Januar 2012 sind die Immobilienpreise in den letzten 4 Jahren auf Mallorca um bis zu 40% gefallen und laut einer anderen Statistik ist erst in diesem Jahr eine Stabilisierung der Preise festzustellen.
    Ich kann mir beim besten nicht vorstellen, dass jemand so bescheuert ist, für so ein Anwesen derart viel Geld in den Sand zu setzen. Sollte der Verkäufer trotzdem seine Preisvorstellungen durchsetzen können, herzlichen Glückwunsch.
    Schöne Grüße aus El Salvador
    .








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