Zitat von
spiegel-hai
Da haben Sie Recht. Ich bestehe in diesem Thread auf dem von Ihnen so bezeichneten Kulturrelativismus hauptsächlich deswegen, weil es unumgänglich ist, die eigene Kultur nicht absolut zu setzen sondern sich zu vergegenwärtigen, daß sie permanentem Wandel unterliegt und weil nicht vergessen werden darf, wie "dünn" die Decke ist, siehe RAF.
Über das Wesen von "Fortschritt", technologisch wie gesellschaftlich, können wir endlos streiten, wie auch über die Frage, ob dem ein selbstverständlicher "Zwang zur Anpassung" innewohnt, aus dem man seine Forderung an die islamische (und sonstige "rückständige" Welt), ihm zu folgen, begründen könnte.
Ich bin der Meinung, dies ist nicht der Fall. Zum einen sind seine Werte auch in unserer Gesellschaft nicht unumstritten, und er läßt viele Menschen orientierungslos - nicht von ungefähr haben fundamentalistische religiöse und extremistische politische Richtungen Zulauf. Zum anderen müßte, handelte es sich um ein Naturgesetz, daß man stets dem fortschrittlichsten Fortschritt folgt, sich ja das Problem von ganz allein lösen, und danach sieht es leider nicht aus.
Daher bleibe ich bei dem Standpunkt, daß man nur durch Werbung, dem Vermitteln der Vorzüge unserer zivilisatorischen Errungenschaften, überzeugen kann. Verachtung und Zwang führt da zu gar nichts.