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Oxfam-Studie: Allianz hält Rekord in Nahrungsmittelspekulationen

Getty ImagesDeutsche Banken und Versicherungen spekulieren trotz öffentlicher Kritik weiter massiv mit Nahrungsmitteln. An erster Stelle steht in Deutschland dabei offenbar der Versicherungskonzern Allianz - das hat laut "Süddeutscher Zeitung" eine Studie der Organisation Oxfam ergeben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...832162,00.html
  1. #20

    Ja, schreien geht immer, Wissen ist weniger vorhanden

    Zweifellos pervertieren Hersteller, unter anderem auch in Deutschland, die Agrarwirtschaft damit, dass sie Weizen, Raps und andere Monokulturen anbauen und dass damit teilweise Biokraftstoffe erzeugt werden, sowie teilweise Biogasanlagen befuettert werden, zumindest mit Abfallstoffen, welche vielleicht noch teilweise als Tierfutter verwendet werden koennten. Zumindest die Weizendestillierung fuer Kraftstoffe ist ein krinimelles, moralisch nicht gut zu machendes Unrecht an der Bevoelkerung in der Dritten und Vierten Welt, wenn auch nur symbolisch. Die gleichen Schweinereien werden dort auch gemacht.

    Laecherlich und unbewiesen ist jedoch, wieso die Handelstätigkeit (ich rede nicht von irgendwelchen Fonds, die ich nicht kenne) an den amerikanischen Warenterminmaerkten die Preise verteuerten. Das ist laienhaftes Gespräch von Leuten, die ideologisch verfaerbt sind und eigentlich von diesen Maerkten keine Ahnung haben. Warenterminboersen in den USA gibt es schon seit 150 Jahren, da hat man von den ganzen Krallenmachern hier bei uns noch nix gehoert.

    Zur Funktion der Warenterminmaerkte:

    Ein Produzent, Agrarwirtschaft verkauft seine Produkte zwischen 1/2 Jahr bis zu 2 Jahren im voraus. Somit hat er mit der Inanspruchnahme eine Hedge- Geschaeftes den Preis seiner kuenftigen Ernten lange im voraus gesichert. Gegen Ernteausfaelle und aehnlich ist er damit nicht versichert, jedoch koennte er in einem solchen Falle durch ein Gegengeschaeft aus der Lieferverpflichtung herauskommen, ob nun mit Gewinn oder Verlust, sei dahingestellt. Die Vorteile des Hedgegeschaeftes fuer Produzenten in der Agrarwirtschaft als auch anderen Produktionsfeldern sind nicht von der Hand zu weisen. Gerade dadurch sind amerikanische Farmer in der Lage, diese gigantischen Mengen an Weizen und anderem Getreide zu produzieren, weil die Finanzierung so klar darzustellen ist. Die Geschäfte werden von sogenannten Clearinghauses akribisch ueberwacht, Liefertermine muessen eingehalten werden mit bestimmten Qualitaetsstandarts oder die Positionen muessen rechtzeitig vor Deliveryday glattgestellt werden durch Gegengeschaefte. Zu diesem Spiel gehoert auch der als Spekulant beschimpfte Marktteilnehmer. Ohne Kaeufer keine feste Zukunftspreise fuer einen Farmer und somit auch keine gigantische Weizenproduktion, weil nicht finanzierbar.

    Das fuer die ideologischen Schreihaelse ohne jegliche Ahnung vom Funktionieren weltweiter Warenterminmaerkte.
  2. #21

    *

    Zitat von felisconcolor Beitrag anzeigen
    ausser das sie behaupten das es eine Lüge ist, können sie das Gegenteil auch nicht belegen oder?
    Mich würde ihre Fakten sehr interessieren.
    Nur mit Fakten kann man das eine oder auch das andere beweisen.
    Ansonsten bleibt es bei wischi waschi Behauptungen.

    Meiner Ansicht nach sollte der Zwischenhandel und die Spekulation mit Lebensmitteln generell verboten werden.
    Ich halte es für unethisch. Aber auch über Ethik lässt sich vortrefflich streiten.
    Bitteschön: http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downl...ublicationFile (Seite 5 unten f.). Im Übrigen sollten Sie wissen, dass nach allgemeinen Grundsätzen immer derjenige die Argumentationslast trägt, der behauptet, dass etwas ist (hier: dass "Spekulation" einen negativen Einfluss auf die Nahrungsmittelpreise hat) und nicht derjenige, der behauptet, dass etwas nicht ist ((hier: dass "Spekulation" keinen negativen Einfluss auf die Nahrungsmittelpreise hat).
  3. #22

    Termingeschägte sind Börsengeschäfte

    Und lassen sich somit durch einen Käufer/Verkäufer mit "tiefen Taschen" preislich manipulieren. Insbesonders dann, wenn dazu leistungsfähige Rechnersysteme, Datenbanken mit der Historie der Preis-/Volumenbewegungen sowie statistische Algorithmen zur Verfügung stehen. Und eben eine Menge "Spielgeld". Daß es dabei Kollateralschäden gibt (hier: die "Esser"), ist dabei leider unvermeidlich.
    Nicht umsonst sagen viele Experten, daß z.B. der Rohölpreis zum großen Teil spekulationsgetrieben ist. Und das soll bei anderen, an den Rohstoffbörsen gehandelten Waren (Getreide, Schweinehälften, Soja etc.) anders sein ?
  4. #23

    Abfallprodukt

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Banken und Versicherungen spekulieren trotz öffentlicher Kritik weiter massiv mit Nahrungsmitteln. An erster Stelle steht in Deutschland dabei offenbar der Versicherungskonzern Allianz - das hat laut "Süddeutscher Zeitung" eine Studie der Organisation Oxfam ergeben.

    Oxfam-Studie: Allianz hält Rekord in Nahrungsmittelspekulationen - SPIEGEL ONLINE
    Versicherungen unterhalten schon immer riesige Abteilungen, die nichts anderes machen als Daten zu sammeln, sie statistisch aufzubereiten und auszuwerten, um aus den Ergebnissen die erforderlichen Versicherungsprämien zu berechnen, so daß unterm Strich ein Gewinn für die Versicherungsgesellschaft und deren Aktionäre bleibt.

    So funktioniert die Wirtschaft eben.

    Wir selbst hatten für unsere Weinberge eine Hagelversicherung und deren Prämien wurde sicher aufgrund der Klimamodelle und Auswertungen der Versicherung gemacht..
    Die Wetterdaten weltweit liegen in diesen Research Centern realtime vor. Wenn also die Versicherung die Wetterdaten nicht nur statistisch auswertet, sondern auch Zugang zu den Realtime-Daten weltweit hat, dann ist es naheliegend - im Sinne des Machbaren - diese Daten auch für eigene Investments und auch zum Hedging ihrer eigenen Versicherungsverträge zu nutzen.
    "Spekulationen" mit Nahrungsmittlen ist also nur ein Abfallprodukt aus der Tätigkeit der Versicherer.

    Mal überlegen:
    Wenn die Versicherung einen Ernteausfall für Orangensaft in Florida versichert, und aufgrund der aktuellen Kaltfront ein 20%er Schaden eintreten kann, dann ist es doch nur sinnvoll, sich gegen die fälligen Prämien dadurch zu hedgen, daß auf der CME auf steigende Orangensaftpreise "gewettet" wird.
    Sich nicht gegen einen drohenden Ausfall abzusichern wäre sonst zum Schaden und Nachteil des eigenen Geschäfts und der Anteilseigner.

    Außerdem haben die Agro-Industrien ihre Ernte ebenso längst an dem CME (oder vergleichbar) abgesichert.

    Die Nahrungsmittlepreise haben sich längst verselbständigt.

    Wir müssen mal von der Denke an einen idyllischen Allgäu-Bauernhof wegkommen, oder vom Reisbauern, der sein Feld noch mit dem Ochsen bestellt.
    Die erzeugen längst nicht mehr die notwendigen Nahrungsmengen für die Weltmärkte.
  5. #24

    zu 23, Abfallprodukt

    Das ist doch mal ein in der Realität geerdeter Beitrag. Es ist so schade, immer wieder diese "ich kündige jetzt sofort alle Verträge"-Beiträge zu lesen. Diesen Lesern geht es nur um das eigene Wohlbefinden, nicht aber um ein größeres Verständnis der Zusammenhänge oder machbare Lösungen, die der komplexen Wirklichkeit gerecht werden. Natürlich gibt es auch Verwerfungen von Spekulation, denn wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer. Die befinden sich durchaus manchmal in Entwicklungsländern. Aber wie schon in Kommentar 8 geschrieben, befinden sich die Leidtragenden häufig in Ländern mit autoritären Regimen, die Monokulturen fördern. Das ist schlimm für die Menschen dort, kann aber unmöglich als Konsequenz zur Folge haben, dass Versicherungen oder anderen Unternehmen verboten wird, ihre Rohstoffe an den Börsen abzusichern oder auch zu spekulieren.
  6. #25

    .

    Zitat von khid Beitrag anzeigen
    Ganz im ernst: Man sollte jedem dieser Finanzinvestoren, jedem einzelnen "Banker", der sich an Spekulationen mit Nahrungsmitteln beteiligt die Hände abhacken, die .....
    Danke, dass Sie ihr Konto gekündigt haben. Mit einem solchen menschenverachtenden Menschen wie Sie möchte ich nicht gemeinsam Kunde sein.
  7. #26

    ei was dumm zeusch

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Deutsche Banken und Versicherungen spekulieren trotz öffentlicher Kritik weiter massiv mit Nahrungsmitteln. An erster Stelle steht in Deutschland dabei offenbar der Versicherungskonzern Allianz - das hat laut "Süddeutscher Zeitung" eine Studie der Organisation Oxfam ergeben.

    Oxfam-Studie: Allianz hält Rekord in Nahrungsmittelspekulationen - SPIEGEL ONLINE
    Die Warenterminbörsen gibt es schon viele Jahrzehnte.
    Ich glaube es war in den 70-ern, als die Sojabohnen im Wert das
    20-fache des langjährigen Preises überschritten.
    Und schon Rembrand van Rijn verlor viel Geld mit der Spekulation von Tulpenzwiebeln. Soviel zum Neuheitsgehalt der Meldung.
    Auslöser der Lebensmittelpreisexplosion ist aber die Politik.
    Die Bauern machen keine Lebensmittel mehr sondern nachhaltigen Strom. Das verteuerte die Lebensmittel mehr als alles andere.
    Danke auch an die Partei "die Grünen" und die vielen Grün-Journalisten, die dieses herbeiredeten.
  8. #27

    Alles gekündigt?

    Zitat von khid Beitrag anzeigen

    Allianz? Deutsche Bank? Konto gerade gekündigt; Lebensversicherung und BU ebenfalls! Ihr könnt mich mal!
    Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung?

    Prima!

    Auch das Konto? Na, ja .... Bargeld ist auch sicherer... Und die korrupten Kerle von der Personalabteilung, vom Finanzamt, KFZ-Stelle, Stadtwerke usw. , die uns als Steigbügelhalter des Finanzkapitals einreden wollen, ein Konto sei wichtig, machen dann mit mir "Realwirtschaft": Cash against supplies...

    Gibt es diese Stromzähler eigentlich noch, wo man oben Münzen einwirft und unten kommt Strom raus?

    Allerdings sollten Sie jetzt etwas vorsichtiger durchs Leben gehen...

    Lieber zweimal hinschauen, bevor Sie die Straße überqueren...
  9. #28

    Zitat von felisconcolor Beitrag anzeigen
    ausser das sie behaupten das es eine Lüge ist, können sie das Gegenteil auch nicht belegen oder?
    Mich würde ihre Fakten sehr interessieren.
    Nur mit Fakten kann man das eine oder auch das andere beweisen.
    Ansonsten bleibt es bei wischi waschi Behauptungen.

    Meiner Ansicht nach sollte der Zwischenhandel und die Spekulation mit Lebensmitteln generell verboten werden.
    Ich halte es für unethisch. Aber auch über Ethik lässt sich vortrefflich streiten.
    Ihre Meinung in allen Ehren, aber sie ist nicht wirklich durchdacht.
    "Spekulation", das böse Wort, heisst nur Erwartung.
    Alle Menschen spekulieren.

    Die einen spekulieren darauf, dass mit einem Job oder Wohnortwechsel ein höheres Einkommen verbunden ist, die anderen spekulieren darauf, dass durch den Erwerb eines Hauses eine bessere finanzielle Zukunft sich gestaltet als mit Miete,
    andere spekulieren darauf, dass sich Facebook weiter entwickelt,
    es gibt auch Menschen die darauf spekulieren, dass Erwartungen nicht funktionieren.
    Die Griechen spekulieren z.B. darauf, dass ihre Regierung ihnen ihr Geld nicht belässt (sonst würden sie es nicht in Schweizer Franken tauschen).

    Unternehmer spekulieren laufend durch Erwerb von Maschinen und Anlagen.

    Spekulationen funktionieren - aber nicht immer.

    Der Bauer oder der Produzent kann auch direkt vermarkten. Aber dann ist er der Spekulant und muss vorfinanzieren.

    Sie können es drehen und wenden wie Sie es wollen, irgend jemand muss spekulieren, sobald es um die Zukunft geht.
    Und bei Nahrungsmitteln und der Agrarwirtschaft im Allgemeinen geht es halt nur immer um die Zukunft, da eine lange Vorphase notwendig ist.

    Insoweit ist ihr Beitrag einfach nur nicht durchdacht.
  10. #29

    ...

    Zitat von felisconcolor Beitrag anzeigen
    ausser das sie behaupten das es eine Lüge ist, können sie das Gegenteil auch nicht belegen oder?
    Mich würde ihre Fakten sehr interessieren.
    Das ist relativ einfach:
    Am Ende der Laufzeit ist der Future den Spotpreis wert. Und der wird durch physisches Angebot und physische Nachfrage bedient.
    Das in letzter Zeit Futures manchmal hoeher gehandelt wurden, aendert nichts an den Spotpreisen, es zeigt nur, dass
    a) jemand zu optimistisch war, was die Preise angeht und einen Dummen gefunden hat, der das fuer die naechste Futures-Periode auch glaubt und
    b) Futures eben NICHT grundsätzlich besser sind als die Kombination Silo + Spotpreis (für den Getreidekunden). Grad in Ländern wie Ägypten, wo Grundnahrungsmittel so stark reguliert sind, dass man es schon fast halbstaatlich nennen kann, würden eigene Lagerkapazitäten und feste monatliche Käufe zum Spotpreis vermutlich sinnvoller sein, als irgendwelche Futures-Spekulationen, deren Misserfolg man dann den jeweiligen Gegenparteien anlastet.

    Die echte Spekulation findet statt, wenn Getreide bei den Herstellern (also den Bauern und Grossfarmen) im Silo bleibt, um das Angebot zu verknappen.

    Weiterfuehrende Info:
    Soaring Food Prices - NYTimes.com
    Commodities: This Time is Different - NYTimes.com


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