Die Friedensbewegung. Immer aktuell. Immer am Puls der Zeit.
Selbstverständlich wird der Abzug der BW aus Afghanistan gefordert, gehört zum Ritual - obwohl die Friedensbewegung erst seit dem ISAF-Einsatz bemerkt zu haben scheint, daß in Afghanistan Krieg herrscht.
Dieses Jahr wird zusätzlich gewarnt vor der "Kriegstreiberei gegen Syrien und Iran."
Ungeachtet der Tatsache, daß in Syrien gerade die Bevölkerung zusammengeschossen wird und Amadinejad seit seinem Amtsantritt gegen den Westen allgemein hetzt und droht, Israel zu vernichten und dabei ist, sich Atomwaffen zu beschaffen, eine Vorstellung, die jeden denkenden Menschen in Alarmstimmung versetzen sollte, aber die Friedensbewegung anscheinend ruhig schlafen läßt.
Daß in diesem Zusammenhang auch noch das unsägliche "Gedicht" von Grass verteidigt wird, dürfte da keinen mehr wundern, obwohl er Israel genau den Vernichtungswillen unterstellt, den Ahmadinejad verkündet, seitdem er im Amt ist.
Genau genommen hat das verleugnen jeglicher Realität seit den 90er Jahren eine gewisse Kontinuität in der Friedensbewegung.
In den 90er Jahren hat sie ungeachtet KZ-ähnlicher Lager und Dauerbombardements Sarajewos gegen den Nato-Einsatz protestiert und bezeichnet heute lezteren noch immer unverdrossen als "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" - obwohl der den Krieg beendet hat.
Im letzten Jahr gings gegen den Einsatz in Libyen, obwohl ein im Kondensstreifen Gaddafis ein Massengrab nach dem anderen gefunden wurde, was hinreichend zeigte, was Typen wie Gaddafi meinen, wenn sie Leute "wie Ratten ausrotten" wollen.
Und was noch schlimmer ist: Während die Friedensbewegung also mal wieder die größte Gefährdung des Weltfriedens in NO vermutet, schickt sich FRONTEX an, die europäische Politik in der Tat auf eine nie dagewesene Art zu millitariesieren. Völlig unbemerkt von der Friedensbewegung.
Ein Plakat: Stoppt die "Festung Europa" habe ich da jedenfalls nicht sehen können, obwohl genau dieser Konflikt womöglich das Potential hätte, den Weltfrieden zu gefährden.
In Afrika fanden in den letzten 10 Jahren - von der Friedensbeweung völlig unbemerkt oder zumindest unkommentiert - verheerende Kriege statt, mit Millionen von Toten, Vertriebenen, um ihre Existenz gebrachte Menschen. Man nennt das gelegentlich "Afrikas ersten Weltkrieg", was nicht ganz zutreffend ist, weil der mehr Ähnlichkeit mit dem 30-jährigen Krieg hat. Ein wesentlicher Grund für die Flüchtlingsströme über Mittelmeer und Atlantik.
Ein Problem, daß Europa meint zu lösen, indem es sich einigelt.
DAs wäre ein Problem, dem sich die Friedensbeweung evtl. mal widmen könnte, auch wenn das bedeutet, die eigenen Positionen zu überdenken, das läßt sich zuweilen nicht vermeiden.

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