Ostdeutschland: Den Ingenieur braucht keiner mehr

Im Osten der Republik jammern Unternehmen besonders laut über den Mangel an Fachkräften - sie*suchen sogar in den Nachbarländern nach ihnen. Dabei sind viele frühere DDR-Ingenieure arbeitslos. Ihre Ausbildung gilt als mustergültig. Dennoch hatten viele von ihnen nie eine Chance.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791675,00.html
  1. #90

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    Zitat von Dromedar Beitrag anzeigen
    Das muß nicht negativ sein.
    Wenn man einer Frau noch nicht mal die Meinung über so etwas Unwichtiges wie die Frisur sagen kann, wird's eh eine ziemlich abtörnende Beziehung.
    Frisuren sind nicht unwichtig. Den Friseur zu wechseln ist für die meisten Frauen mit mehr Ängsten verbunden als ein Wechsel des Zahnarztes. Das ist kein Witz. Es ist so, vertrauen Sie mir in diesem Punkt.

    Ehrlichkeit ist auch kein absoluter Wert, gerade in einer Beziehung nicht. Es ist viel wichtiger, daß beide Partner einander nicht absichtlich verletzen. Wenn einer von beiden, wenn's versehentlich doch passiert ist (zum Beispiel, weil seiner Einschätzung nach Frisuren zu unwichtig sind), darauf beharrt, daß er dazu aber doch das Recht gehabt hätte, braucht man kein Prophet zu sein, um der Beziehung keine lange Lebensdauer mehr zuzusprechen. Emotionen folgen nun einmal anderen Gesetzen als denen der Logik.

    Im Ingenieursbereich sollten die Vorteile durchaus überwiegen.
    Ich hatte mit 22-23 2 Diplom-Studiengänge (Informatik/Mathematik), 1 Jahr Berufserfahrung (nicht Praktikum) usw.
    Trotzdem wurde ich von Personalern in erster Linie als Gefahr wahrgenommen. Selbst, wenn ich wichtig genommen wurde (deswegen das Beispiel mit dem Zeiss-Cheff), fielen die Leute in Ihr Standard-Muster zurück (jemand, der den Chef kritisiert im Einstellungsgespräch und zugleich extrem introvertiert ist, den nicht zu nehmen ist vermutlich nicht so clever, aber typisch für die).
    Objekt betrachtet spielt es natürlich schon auch eine Rolle, ob man Ihnen zutraut, sich ins Team einzufügen. Kein Unternehmen hat - überspitzt gesagt - ein Interesse daran, wegen eines einzelnen Mitarbeiters, wie gut auch immer er sein mag, ein Dutzend anderer fähiger Leute zu verlieren, die mit ihm auf der persönlichen Ebene nicht klarkommen. Es muß also schon mehr passen als nur das fachliche Können. Wenn also ein Personaler Sie aufgrund einer fundierten Einschätzung dieses Aspekts nicht haben will, ist das schon verständlich.

    Das Problem ist, daß fundierte Einschätzungen dieser Art bei Bewerbungsgesprächen meistens sowieso nicht zu erwarten sind. Die wollen Sie deshalb nicht, weil Sie irgendwie seltsam sind oder weil Sie dem Chef die aus seiner Sicht aus irgendeinem Grund notwendig erscheinende gesichtswahrende Flunkerei nicht unkommentiert durchgehen lassen.
  2. #91

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    Zitat von Dromedar Beitrag anzeigen
    Meine Erfahrungen bei Bewerbungen spiegeln das auch (insbesondere, dass meist das fachliche nicht überwiegt, und soweit irgendwie etwas nicht "richtig" ist [bei mir ist es wohl das teilweise etwas seltsame Benehmen, bei vielen anderen einfach das Alter]).
    Da haben Sie recht, ob Sie fachlich geeignet sind lässt sich ja schon aus den schriftlichen Bewerbungsunterlagen erkennen.

    Aber mal eine ganz einfache Frage: Schreiben Sie eigentlich in die Bewerbung rein, dass Sie dieses Handicap haben? Oder sagen Sie es wenigstens zum Begin des Gesprächs? Ansonsten lassen Sie nämlich die Firmenvertreter mit Ihrem "seltsamen Verhalten" alleine und über das Ergebnis braucht man sich dann nicht mehr zu unterhalten.
  3. #92

    Asperger

    Damals nicht, ganz einfach weil ich es selber nicht wußte. Heutzutage wäre ich damit sehr offen, aber im Moment bewerbe ich mich nicht.
  4. #93

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    Zitat von EineStimme Beitrag anzeigen
    Die Mauer gibt es immer noch in dem Köpfen und zar in den Westköpfen!
    Bei uns wurde neulich eine Küche eingebaut. Beim Einbau ging dem Monteur leider die Arbeitsplatte kaputt. Als ich am nächsten Tag bei der Firma anrief und die Kundendaten durchgeben habe, kam die Antwort prompt "Nicht nötig, das war bei uns gestern Tagesgespräch, dass wir den Ossi nach XY geschickt haben und der natürlich prompt die Arbeitsplatte versaut hat..." - Ich war echt baff, einerseits, dass sowas heutzutage immer noch "Tagesgespräch" in einer Firma sein kann, dass ein "Ossi" "natürlich prompt" seine Arbeit versaut. Aber auch, dass die das auch so freizügig an Kunden weitererzählen, als gehöre Ossi-Lästern allgemein zum guten Ton!
  5. #94

    ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Osten der Republik jammern Unternehmen besonders laut über den Mangel an Fachkräften - sie*suchen sogar in den Nachbarländern nach ihnen. Dabei sind viele frühere DDR-Ingenieure arbeitslos. Ihre Ausbildung gilt als mustergültig. Dennoch hatten viele von ihnen nie eine Chance.

    Ostdeutschland: Den Ingenieur braucht keiner mehr - SPIEGEL ONLINE
    Logisch, man sollte natürlich nicht als Ingenieur,
    meist ab 30 noch einen Job in D. suchen.
    Reine Zeitverschwendung.

    Schlechte Bezahlung, hohe Besteuerung,
    extrem lange Arbeitszeiten und schlechte Zukunftsperspektive
    ist das Einzigste, was man in den meisten deutschen Unternehmen
    noch bekommen kann.
    Also, mein Rat, Jobsuche im Ausland. Wer eine gute
    Ausbildung hat, und sich zumindest in Englisch ausdrücken
    kann, dem steht die Welt offen.