Forum: Blogs
Oskar Lafontaine: Abgang des linken Mephisto
DPAOskar Lafontaine ist eine Reizfigur, er ist herrisch, populistisch, laut. Sein Auftreten hat ihn zu einem der meistgehassten Politiker der Republik gemacht. Doch er hat mehr bewirkt als die meisten seiner Gegner - vor allem in der Sozialdemokratie.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...834806,00.html
- #1 24.05.2012 11:16 von
- #2 24.05.2012 11:20 von
Erstaunlich
Ich glaube, das ist der positivste Artikel bei Spiegel ueber Lafontaine. Natuerlich durfen Vergleiche mit der DDR-Diktatur und verrueckten Populisten nicht fehlen, aber trotzdem wird zwischen den Zeilen Lafontaine gelobt. So weit hat sich der Spiegel noch nie aus dem Fenster gelehnt...
- #3 24.05.2012 11:21 von
Lafontaine war und ist ein kluger und konsequenter Politiker. Darum ist er auch eine Reizfigur, viel mehr noch für Pseudo-Sozialdemakraten der SPD, als für Konservative. Kaum etwas von seinen Thesen ist widerlegbar, ob es um Löhne und Binnennachfrage oder um Bankenabzocke und Besteuerung von Reichen geht. Sein politisches Handeln ist erkennbar. Beim Rest erkenne ich nichts, außer Fähnchen im Wind!
- #4 24.05.2012 11:21 von
Kuhrüden
Ich bin wahrlich kein Linker, aber dass der olle Oskar nun den Hut nimmt, finde ich ungemein schade.
- #5 24.05.2012 11:21 von
- #6 24.05.2012 11:23 von
Einschätzung
Der Mann ist rhetorisch brillant. Und scheinbar muss man gelegentlich laut und ausfallend werden, um überhaupt mit einer Message gehört zu werden. Bei einer immer stärker steigenden Bevölkerungszahl wird es für den Einzelnen immer schwerer, überhaupt aus der Masse herauszustechen.
Lafontaine hat allerdings einen Denkfehler, so wie seine gesamte Partei: Gleichmacherei führt zu nichts. Will irgendjemand widersprechen, dass der Mensch ein Raubtier ist? Wir sind aber zu weit entwickelt, als dass man uns dauerhaft im Sozialismus/Kommunismus einsperren könnte, das System muss also immer scheitern.
Der Mensch braucht die Freiheit, es ist daher unerklärlich, wie Lafontaine bei der Linken statt der FDP o.Ä. aktiv ist, da das Raubtier Mensch sich außer in einer Anarchie nur in einer freien Marktwirtschaft austoben kann. Sicher sind Milliarden Menschen friedliebend und zurückhaltend. Ebenso gibt es aber Milliarden, die Unternehmen gründen, Chef sein und bestimmen oder gar andere übers Ohr hauen wollen. Die soll man durch Gleichmacherei bändigen? Viel Spaß bei dem Versuch. Daher muss Lafontaine scheitern, die bundesweit kaum 6% sprechen die gleiche Sprache. - #7 24.05.2012 11:25 von
Meistgehasst oder meistverehrt?
Das ist Geschmackssache und es spricht Bände, wenn in einem demokratischen Medium nur in einer Richtung diskutiert wird.
Lafontaine ist eine Persönlichkeit, ein Typ der sich nicht kleinkriegen läßt, einer der sich nicht für eine Handvoll Geld kaufen läßt, einer der zu seinen Idealen steht und deshalb glaubhaft wirkt.
Natürlich ist er für alle, die diese Eigenschaften nicht besitzen, wenn die mal in den Spiegel gucken, ein Haßbild.
Aber sind wir mal ehrlich, wünschen wir uns nicht solche Politikertypen und bleiben nicht so viele von den Wahlen fern, weil es immer weniger davon gibt.
Für meine Begriffe gibt es zu viele rechte und neoliberale Mephistos.
Das diese ihn nun als linken Mephisto bezeichnen, wird ihm sicher nicht gerecht, aber das muß er aushalten.
Die Gleichschaltung von Politik, Medien und Gesellschaft schreitet ohne diesen aufmüpfigen Geist weiter voran und ich glaube nicht, daß das gut ist. - #8 24.05.2012 11:29 von
Ossi hat da was verwechselt,
wenn er quasi für sein Lebenswerk mit nem Posten als Ehrenvorsitzender zufrieden wäre, muß er mit keinen Konkurrenten rechnen. Da er aber nicht für nen Ehrenvorsitz kandidieren wollte sondern eine Partei führen, hätte er auch mit Konkurrenten rechnen müssen. So demokratisch ist selbst die Linke - und kein Oskar-wahlverein.
- #9 24.05.2012 11:32 von
Die aktuellen Top-Themen

Antworten / Zitieren

